Gestern Abend las ich vom 15-jährigen Jack Andraka, der einen Krebserkennungstest entwickelte, der 168-mal schneller, 26.667-mal günstiger und vor allem bis zu 400-mal treffsicherer ist, als die uns bekannten herkömmlichen Verfahren!

15-Jähriger revolutioniert die Krebsforschung

Es klingt wie die klassische Zeitungs-Ente, ist aber eine der ganz großen Geschichten aus der Medizin. Im Schulunterricht kam dem Teenager Andraka die zündende Idee, die die Krebsforschung schlicht auf den Kopf stellt. Er lernte in der Schule Einiges über Antikörper und in Kombination mit seinem Wissen, was er sich anhand eines Artikels über Kohlenstoffnanoröhren angeeignet hatte, war er in der Lage einen ziemlich simpel gestrickten Test zu entwickeln. Mit diesem Test kann Mesothelin im Blut bzw Urin nachgewiesen werden und das geschieht anhand eines Teststreifens, ähnlich wie bei Diabetikern.

Angetrieben hat ihn der Tod eines Freundes, der an Bauchspeicheldrüsenkrebs verstarb und in Andraka den Impuls auslöste, dass die aktuelle Behandlung und Erkennung von Krebs nicht der Weisheit letzter Schluss sein könnte. Mit dem von ihm entwickelten Test, der 400 mal genauer ist als die bislang eingesetzten Tests und in einem Bruchteil der Zeit und zu einem Bruchteil der Kosten nahezu hundertprozentige Gewissheit verspricht, wandte sich der 15-Jährige an unzählige Professoren. Erst der 200. von ihm angemailte Mensch hielt es für nötig, sich mit dem Jungen zu unterhalten und seine Forschung zu überprüfen.

Das (bisherige) Ende vom Lied: Der Wissenschaftler der Johns Hopkins University ließ ihn in seinen Labors arbeiten und heraus kam besagter Test, der ganze 3 Cent kostet, 5 Minuten Zeit in Anspruch nimmt und mit mehr als 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit Bauchspeicheldrüsen-, Lungen- und Eierstockkrebs erkennen kann. Das brachte ihm den Preis beim größten Nachwuchs-Forschungswettbewerb der Welt ein, den Intel ISEF Award.

Die Geschichte hat schon über ein halbes Jahr auf dem Buckel, aber erst jetzt – durch ein Forbes-Interview – ist die unglaubliche Story des Jack Andraka viral geworden. Ich hoffe, ihr seht mir nach, wenn ich hier auch mal eine solche Story bringe, die nicht einmal am Rand was mit mobile Computing und unseren sonstigen Themenfeldern zu tun hat. Vermutlich wie die meisten von euch habe auch ich ganz liebe und wichtige Menschen durch den Krebs verloren und bin allein schon deswegen an dieser Thematik interessiert. Zudem stelle ich mir als Laie die Frage, wieso diese Sache einem Teenager in der Schule einfällt und nicht einem der unzähligen Professoren, die ihr Leben mit der Krebsforschung verbringen. Der Verschwörungs-Theoretiker in mir unterstellt der Pharma-Industrie, dass sie an einem so günstigen, einfachen Test genau so viel Interesse hat, wie die Auto-Industrie an sprit-sparenden und ewig funktionierenden Autos: Nämlich keins! Aber der etwas naive und an das Gute glaubende Teil von mir hofft, dass jetzt ein paar clevere Wissenschaftler diesen Jungen weiter an die Hand nehmen und dank seiner Erkenntnisse und Ideen einer der größten Geißeln der Menschheit gehörig in den Allerwertesten treten kann.

Nach der Frage, wieso erst dieser 15-Jährige kommen muss und der Frage, wieso er fast 200 mal bei den Experten abblitzt, bevor ihn jemand ernst nimmt, beschäftigt mich noch eine weitere Frage: Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre – wie oft hätte ich es weiter versucht, wenn ich Absage nach Absage bekommen hätte? 5 mal? 20 oder 100 mal? Vielleicht ist es diese Kombination aus Verstand und Beharrlichkeit, die dafür sorgen könnte, dass wir bald einen entscheidenden Schritt in der Krebs-Bekämpfung vorankommen.

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  • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

    Ich hab ihn zum ersten Mal im Rahmen von 20 under 20 von der Thiel Foundation gesehen und da hat er auch abgeraeumt. Grossartige Geschichte!

  • peter pan

    warum er 200 mal abblitzt ist einfach: niemand bekommt mehr fördergelder für krebsfrüherkennung, wenn man ihn früh-erkennen kann durch einen test mit cent-bereichs kosten. zum glück schlägt nun hoffentlich die gier der krankenkassen zu!

  • pallenbergfan

    großartige Geschichte großartige fast rein übersetzte news…

    gibt es die Möglichkeit hier einzelne “Autoren” “auszublenden?” wenn english kann ich da muss ich nicht jede 2te meldung übersetzt bekommen :-)

    • http://www.appdated.de/ Moritz Kloft

      Der Forbes-Artikel ist doch ein Interview und keine Zusammenfassung + eigene Meinung wie hier von Carsten.

    • Phreeze

      Dein 2ter deutscher Satz wurde wohl durch Google-translate übersetzt ;)-> “wenn englisch kann ich da” ..wtf

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100000134938339 Fluw Alleip

    Und der einzige, der dabei nicht ans Geld denkt, ist der Junge! Die Pharmaindustrie will ihre großartigen Medikamente entwickeln und verkaufen dürfen, die Professoren möchten Forschungsgelder einstreichen und die Ärzte brauchen Langzeitpatienten als dauerhaufte Geldquelle. Traurige Geschichte. Wer weiß, was schon alles hätte entdeckt und/oder geheilt werden können.

  • Petra A. Bauer

    Dass der Junge drauf gekommen ist und nicht die Professoren, könnte am unverstellten Blick auf die Sache liegen. Kinder und Jugendliche probieren einfach herum, wenn bei den “Experten” längst die Sperre auftaucht “Das kann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen gar nicht gehen”. Bzw. sie sind so in ihrer Nische drin, dass sie nicht nach rechts und links schauen.
    Und dass ihm keiner zugehört hat, nun, das liegt sicher daran, dass Erwachsene Kinder einfach nicht ernst nehmen, schon gar nicht, wenn es um ihr Fachgebiet geht.
    Ich hoffe, der Test geht bald weltweit in Serie. Und dann kriegen die Krankenkassen die Krise, weil sie plötzlich signifikant mehr Krebsbehandlungen durchführen müssen. Ich schätze das ist teurer, als die nicht erkannten durch das Endstadium zu begleiten.
    Eigentlich sollte das Recht auf Leben nicht an Kosten hängen, aber man kennt das ja, mit Theorie und Praxis …
    Find ich gut, dass du das hier postest, auch wenn es nicht zum Blog-Kernthema gehört!
    Lieben Gruß
    Petra

    • http://twitter.com/Ben_Voigt Benjamin Voigt

      Inhaltlich fast das, was ich gerade posten wollte.

      Experten werden relativ schnell betriebsblind und sehen nur noch das, was in ihr Arbeitsfeld passt. Aber irgendwie ist das auch klar, unser Hirn funktioniert in erster Linie darüber, dass es Muster wiedererkennt. Alles jenseits des Musters wird ignoriert, weil vom Hirn als nebensächlich ausgefiltert.

      Ich möchte aber auch die 200 Anfragen bei Profs mal relativieren. Das Thema ist hoch emotional aufgeladen, und ich möchte nicht wissen, wie viele Verschwörungstheorien und absolut blödsinnige Anfragen in die Richtung davor in eMail-Eingängen von den entsprechenden Professoren gelandet sind, so dass solche Mails automatisch als Spam angesehen werden – und vermutlich von der Sekretärin nicht einmal zur Lektüre weitergeleitet worden sind.

      Von etwas Anderem auszugehen ist in meinen Augen verdammt arrogant. Saschas Rant neulich darüber, dass ihr mit Review-Anfragen von Start-Ups überschwemmt werdet, ist nichts Anderes.

      eMails sind KEIN seriöses Erstkontakts-Kommunikationsmittel. Kommunikation auf Augenhöhe erfordert Vertrauen, eine eMail ins Blaue hinein hat dagegen eher was von einem “entschuldigen sie, dass ich stalke” auf der Straße.

      Was für Referenzen konnte ein 15-jähriger Schüler auffahren. Entweder keine oder eine Wahrheit, welche für die meisten Erwachsenen eher nach SciFi-Fantasie eines trauernden Jugendlichen klingt, denn nach einer real möglichen Lösung.

    • Phreeze

      Es kann aber durchaus viel billiger werden für die Krankenkassen, wenn dadurch eine Früherkennung oder Anfangsstadium von Krebs entdeckt wird. Dann kann der Patient geheilt werden, was die Krankenkassen viel billiger kommt, als lebenslange Therapie

  • MauzePow

    Top Story. Ach ich habe bereits einen lieben Menschen durch Krebs verloren und freue mich, dass jetzt hoffentlich ein richtiger Schritt gemacht wird, um dies zu realisieren. Ich denke vor allem an die Viralität, damit diese Erkenntnis nicht totgeschwiegen wird. Gibt es eigentlich ein Mindestalter für den Nobelpreis? Go for it, Jack!

  • http://twitter.com/Croakersk Croaker

    Klasse sache.

    Man(n) nähert sich ja selbst langsam dem alter wo die jährliche Krebsvoruntersuchung sinnvoll wird, da freut es einen doch sehr, dass man das in Zukunft mit x€ beim Apotheker und ein wenig Körperflüssigkeit selbst erledigen kann, ohne sich gleich in die Hände eines Mediziners begeben zu müssen.

    Bin neugierig ob dafür mal der Nobelpreis raus springen wird.

    und @ pallenbergfan Dann lies den Artikel doch auf English und heul nicht rum

    • sgrillo

      Möglicherweise zu früh gefreut. Ärzteverbände und Pharmalobby werden den Durchbruch dieser Erfindung erfolgreich verhindern -.-

  • Cadamdraft3D

    Hätte so einen Artikel hier nicht erwartet, bin aber annehmen überrascht!

    Hoffe dass es Bald verfügbar ist! Weil gerade in der Krebs Diagnose die früh Erkennung außerordentlich wichtig ist.

    Aber auch ich denke, durch die Pharmaindustrie und Paten Wahnsinn wird es in irgendwelche Schubladen verschwinden.

  • Sagittarius

    “Frage, wieso er fast 200 mal bei den Experten abblitzt, bevor ihn jemand ernst nimmt”

    Da sieht man mal wieder, wie ernst man wegen seines Alters bei anerkannten Experten genommen wird, obwohl man eine wirklich große Entdeckung gemacht hat. Ich bin sicher, dass es noch viel mehr kluge Köpfe gibt, die nicht ernst genommen werden und deren Ideen in der Versenkung verschwinden…

    • ausweichschraube

      Yepp … gerade wenn es “junge”, kluge Köpfe sind, die eben (noch) keinen Doktor in dem Fachgebiet haben oder sich vielleicht ein langes und teueres Studium nicht antun wollen oder können …

  • MiniMax

    Das ein Jugendlicher so was Enormes rausgekriegt hat, das hat mich nicht wirklich verwundert. 15-Jährige haben schon so mancherlei Glanzleistung hingelegt. (Noch vor ein paar hundert Jahren war man da praktisch schon erwachsen). Daß er aber 200 mal Anklopfen mußte, bis ihn einer der blöden erwachsenen Wissenschaftler/Ärzte/Firmen Ernst genommen hat, das hat mich doch nachdenklich gemacht. Ich hoffe jetzt, das man da möglichst viel draus machen kann (auch wenn unsereins das dann wie immer wird vergleichsweise teuer bezahlen müssen).

  • Mirko Seipel

    Thumbs up!!!

  • Wastl

    “Der Verschwörungs-Theoretiker in mir unterstellt der Pharma-Industrie, dass sie an einem so günstigen, einfachen Test genau so viel Interesse hat, wie die Auto-Industrie an sprit-sparenden und ewig funktionierenden Autos: Nämlich keins!”

    Falsch. Der Hersteller dieses Autos könnte dem Autofahrer massiv Geld sparen, hätte einen massiven Wettbewerbsvorsprung vor den anderen und sich davon ein gewaltiges Stück abschneiden. Gleiches gilt für ein solches Medikament: irgendjemand kann da mit Sicherheit sehr viel Geld verdienen…

    “Nach der Frage, wieso erst dieser 15-Jährige kommen muss und der Frage, wieso er fast 200 mal bei den Experten abblitzt, ”

    Das liegt daran, dass der Experte geschätzte 200 Mails am Tag bekommt, mit Erfindungen, die praktisch alle für die Tonne sind. Wenn man jetzt anfangen würde jedes einzelne Perpetuum Mobile auf den klitzekleinen Denkfehler zu prüfen…
    Es ist nun mal nicht Aufgabe von Universitäten alle (un-) möglichen Erfindungen zur Serienreife weiterzuentwickeln (auch wenn so mancher Erfinder glaubt, dass er bei einer steuerfinanzierten Universität einen Anspruch darauf hat).

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      1. Quak – Hinter der Automobil-Industrie steht die wohl finanzstaerkste Lobby der Welt aka die Freunde des Oels. Die haetten mit einem extrem spritsparenden Auto ein Problem und das sehen wir jedes Jahr aufs neue

      2. Sehe ich ebenfalls anders – Der Bursche wird wohl kaum nach dem Zufallsprinzip wissenschaftler angeschrieben haben, sondern sich auf die Onkologen konzentiert haben. Wenn die 200 Mails am Tag mit Pitches fuer eine neue Art der Krebsbekaempfung bekommen, verstehe ich die Welt nicht mehr

      • Wastl

        200 war natürlich eine Übertreibung…

        Aber: Mails dieser Art treffen immer noch genug ein. Und je revolutionärer die Erfindung ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht funktioniert.

    • http://twitter.com/15o_vienna 15oVienna

      ja gnau und unsserenglühbirnenkönnen nur 3000 std lang brennen… blabla alle was nicht weggofen werden muss it wettbewerbsschädigend!! natürlich hat der hersteller vieleicht 1mal einen wettbewerbsvrteil aber was bringts ihm wenn dann alle ein lebenlanges auo haben undnie wieder eins brauchen…bleibt er auf seinen maschinen ect sitzen… so schwer zu durchschun is das auch ncith mehr …. und pharma! die sind wohl die skrupellosesten… 100% ./signed @mobilegeek

  • Phreeze

    Ich fürchte, dass der Junge nicht reich wird dadurch, da er wahrscheinlich kein Patent angemeldet hat, und wie unten schon kommentiert, die Lobbies schon verhindern, dass die Methode sich durchsetzt

  • Pingback: Toll, dass man im Kampf gegen Krebs doch Stück für Stück weiterzukommen scheint…. › By Horst Schulte › Netzexil

  • http://www.netzexil.de/ Horst Schulte

    Vielen Dank für diese sehr interessante Information. Leider geht es wohl immer zuerst um finanzielle Interessen. Das sehen wir auch beim Einsatz von Aids-Medikamenten. Die Situation in Afrika müsste längst nicht so sein, wenn das anders wäre.

  • Lazerda

    Mit sind diese Verschwörungstheorien völlig Wurst, einzig wirklich
    interessant ist doch, ob es diese günstigen Tests auf den Markt geschafft und
    sich bewährt haben.

    Immer dieses nervige Gestreite darum, wer welches Interesse haben könnte…

    Nicht alles Gute muss einen „bösen“ Gegenpart haben.

    @Benjamin Voigt
    einfach und nüchtern das Übliche erklärt

  • Sven Koenig

    Alle sagten “das geht nicht” bis einer kam, dass der das nicht wußte und es einfach gemacht hat… Schöne Story

  • Pingback: Anti-Abmahngesetz + Traumberuf Onlinejournalist + 15-jähriger Krebsforscher + Google Tools » myBasti

  • seb

    Normal. Ein 15-jähriger KANN nicht mehr wissen als ein Professor. Das ist die haltung. Aber für mich wird da leider zuviel Lobhudelei betrieben. Keine Frage, ist eine Supersache. Nur hat das Ding nun 6Monate auf dem Buckel und bisher hat das Medial keiner zur Kenntniss genommen. Wenn da mal nicht irgendwo ein Stolperstein liegt. Und das ganze erinnert wirklich an die Automibilindustrie, wo was weiß ich für Versprechen gegeben werden bei Elektro und bei Hybrid oder oder oder. Und dann? Dann ist es ein Rohrkrepierer, weil von den ganzen Vorteilen am Ende nicht wirklich eines Bestand hat. Daran ist natürlich nur die Ölindustrie schuld. Ne is klar.

  • JShahh

    Mit Verlaub, aber dieser Artikel, wie auch einige Kommentare, haben in etwa das Nivea, populär wissenschaftlichen Beiträge der Bildzeitung.
    Ich kenne die Primär Literatur nicht, jedoch fehlen hier eklatant wichtige statistische Angaben(falls überhaupt schon vorhanden) zur Einschätzung dieses Tests.

    Es gibt zur zeit noch keine sinnvollen Tests zum Screening von Pancreas, Lungen, Ovarial-CAs. Womit soll dieser Test also konkurrieren bzw. verglichen werden?!

    Sogar die gängigen Screening Methoden (Mammographie, PSA, Colpskopie) sind aus gutem Grund höchst umstritten.

    Ganz zu schweigen von den leider sehr limitierten Therapie Möglichkeiten beim Pancreas und Lungen Ca.

    Und diese alte Mär von der bösen Pharmaindustrie zieht auch nicht immer.

    Nichtsdestotrotz ist es immer toll wenn junge Menschen sich mit derartigen Problemen auseinandersetzen.

    Aber bitte liebes mobikegeeks Team, befasst euch, wie auch sonst immer, lieber mit Dingen die ihr auch wirklich einschätzen könnt.

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      ganz ehrlich, ich habe nur darauf gewartet dass auf einer deutschen Seite der erste Ausruf in Richtung “Fake” oder gar “Photoshop” kommt.

      Der Bursche hat den ISEF Award gewonnen und die 20 under 20 Nummer der Thiele Stiftung und jetzt kommt einer der sagt: Ach weisste was, alles Tinnef, da sassen offenbar nur Laien in der Jury.

      Berichtet man auch noch darueber (wie ja so ziemlich jedes Blatt weltweit), dann befindet man sich auf Bildzeitungs-Niveau.. bei letzterem moechte ich gerne darauf Hinweisen, dass im Gegensatz zu deiner Annahme Niveau keine Handcreme ist.

      In diesem Sinne gut gebruellt deutscher Loewe, besser machen!

      • nebulosa

        Er spricht davon, dass die Berichte schlecht sind, nicht dass alles ein Fake ist. Das ist nun mal Tatsache, er scheint (so wie ich) medizinisches Wissen zu haben. Ich habe den Bericht auf mehreren Seiten gelesen, und vermisse auch dort Angaben zum genauen Wirkungsprinzip, Sensitivität, Spezifität… Er zweifelt nicht an, dass es den Test gibt, im Gegenteil, aber er glaubt die Pharmaverschwörung nicht. Nicht dein Blog hat Bildzeitungsniveau, aber der Artikel schon, denn dort kann man ihn wohl ebenso lesen.

        Nicht immer gleich verteidigen, wo gar kein Angriff war.

      • JShahh

        Lieber Herr Pallenberg,
        Nebulosa ist ja bereits für mich in die Bresche gesprungen, danke dafür.
        Ich habe nie behauptet, dass diese Idee nicht bahnbrechend sei geschweigedenn den Preis nicht verdiene. Jedoch fehlt mir in jenem Bericht jegliche Nachvollziehbarkeit der anfangs genannten Behauptungen.
        Und ich wiederhole meine Kritik und Bitte nicht auf diesen populär wissenschaftlichen Zug aufspringen und alles als eine Revolution anzupreisen ohne dies einschätzen zu können, falls dies überhaupt schon jemand kann.
        Ich käme schließlich auch nicht auf die Idee auf einer Konferenz die Vorteile von OLED gegenüber LED Fernsehen zu diskutieren.

        Und warum gleich persönlich werden und mir ungekehrt mangelnde Kompetenz vorwerfen? Ich bin vom Fach, lt. Oberarzt und nur nebenbein erwähnt werde ich in einigen Monaten selber zu den Andy Warhols gehören.

        • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

          das sollte nicht ansatzweise ein persoenlicher Angriff sein. Sorry wenn dies so ruebergekommen ist

          • JShahh

            Lieber Herr Pallenberg,
            mitnichten habe ich die Integrität der besagten Institutionen oder die Rechtmäßigkeit des Preises in Frage gestellt.
            Ich greife aber gerne nochmals meinen Eingangskommentar auf und frage direkt, inwiefern Sie bzw. der Autor dieses Artikels den Impact dieser Methode bewerten können. Mit Superlativen wurde ja schließlich nicht gespart (u.a. “15-Jähriger revolutioniert die Krebsforschung”, “der ganz großen Geschichten aus der Medizin”, “Krebsforschung schlicht auf den Kopf stellt”).
            Aus dem Artikel geht weiterhin nicht hervor, ob diese Meinung fundiert und für jedermann nachvollziehbar (die allgemeine Forderung nach Daten bezüglich Einsatz, Testumfang, Spezifität, Sensibilität, p-Wert, etc.) ist oder ob dies Zitate einer renommierten wissenschaftlichen Institution sind. Beides steht aus journalistischer Sicht unter einem schlechten Stern, drastisch gesagt auf dem sogenannten “Bild-Zeitungs-Niveau”.

            Und ich gebe Ihnen recht, Kritik ist in einer Demokratie zum Glück stets legitim. Diese allgemeine negative Stimmungsmache gegenüber der Pharmaindustrie kann ich jedoch nicht gänzlich nachvollziehen. Mir fällt spontan keine andere Branche ein, die ein so hohes (aus humanistischer und finanzieller Sicht) Risiko bei der Entwicklung neuer Produkte eingehen muss.
            Die, vielleicht zu überspitzt formulierte These einer Vorenthaltung günstiger Diagnostik/Therapeutika, halte ich für eine Verunglimpfung einer gesamten Branche, die dies nicht verdient hat. Jedoch ist diese Thematik aber sicherlich eine andere Baustelle und sprengt den Rahmen.

            Ich lese gerne Ihre guten und teils provokanten Artikel und verstehe, dass Diskussionen über Krebsleiden immer mit hoher Emotionalität verbunden sind. Jedoch empfinde ich, dass hier durch gefährliches Halbwissen falsche Hoffnungen geschürt werden. Dies ist sicherlich nicht die Intention oder entspricht der Maxime dieses, in technischen Aspekten anerkannten, Blogs.

  • Kay-Michael Köhler

    Super Story. Danke.

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  • http://twitter.com/15o_vienna 15oVienna

    ähnliche ignranz gegenüber einfachen und effektive therapiemöglichkeiten hier —>
    Lebensretter Ostblockviren – Ein Weg aus der Antibiotikakrise mit Phagen

  • Pingback: Kurz und knackig 4/2013 | urks!

  • Lukas Müller

    Wenn uns die Geschichte etwas lehren kann, dann dass unser System zur Erzeugung für große Fortschritt von Gesellschaft (auch bekannt als Forschungssystem) zu hierarchisch organisiert ist. Profs stehen im derzeitigen System einfach an einer Stelle, an der sie niemals auf alle Anfragen reagieren können. Das ist gar nicht ihre Schuld. Hab selbst schon die Erfahrung gemacht, dass ein Prof keine Ressourcen hat, um mit den Ideen der Studenten in Interaktion treten zu können.

  • Andreas H.

    Als Mediziner mit dem Ziel Onkologe zu werden, würde ich gerne auch noch meine bescheidene Meinung hierzu abgeben:

    Vorneweg, was der Junge erreicht hat, ist phänomenal und er verdient jeden der Preise, die er bisher bekommen hat, sowohl für seine Idee als auch für seine Hartnäckigkeit und Geduld!
    Ich finde es allerdings schade, dass die Diskussion hier völlig an der eigentlichen Problematik vorneigeht und dass jeder, der hier sanft versucht auf die Euphoriebremse zu drücken, gleich als eifersüchtiger deutscher Besserwisser und Spielverderber dargestellt wird.

    Es ist nunmal eine Tatsache, dass in der Onkologie alle paar Monate eine neue Revolution ausgerufen wird. Da die Entdecker normalerweise aber keine 15 sind, schaffen es diese Nachrichten nicht über medizinische Fachzeitschriften hinaus. Diese “Revolutionen” hatten bisher leider mehrheitlich vor allem eines gemeinsam: die damit verbundenen Hoffnungen wurden auf ganzer Linie enttäuscht.

    Und das soll die Leistung des 15-jährigen wohlgemerkt nicht schmälern. Es ist leider so, dass weder er noch irgendwer sonst es jetzt noch in der Hand haben, ob sein Konzept zum Erfolg wird. Ab jetzt kann man nur noch hoffen.

    Sein Test muss jetzt angewandt werden und sich in der Klinik beweisen und ich würde es ihm und vor allem den dadurch geretteten Patienten von ganzem Herzen gönnen, dass das auch tatsächlich passiert.

    Man sollte vielleicht betonen, dass das besondere in diesem Fall lediglich der Preis und die Genauigkeit des Test sind, nicht aber das Gesamtkonzept und hier könnte ein Problem liegen. Dass Mesothelin als sogenannter Tumormarker eingesetzt werden könnte ist bekannt, es weiß nur niemand, ob das dann tatsächlich auch funktioniert.

    Alle bekannten Tumormarker haben im wesentlichen ein großes Problem: in der Theorie werden diese Soffe bei einer bestimmten Krebserkrankung von Tumorzellen vermehrt freigesetzt und sind dann in Blut oder Urin nachzuweisen. Aber eben nur in der Theorie, praktisch finden sich auch Tumore ohne diese Tumormarker und (viel schlimmer!!) völlig gesunde Menschen, die erhöhte Tumormarker aufweisen.

    Hat sich irgendwer hier mal Gedanken gemacht, was Sie einem Menschen mit einem falsch positiven Krebsverdacht antun? Das ist die reinste Hölle, es folgt dann wochenlang Diagnostik mit MRT oder CT-Untersuchungen (evtl unnötige Strahlenbelastung!) und wenn nichts gefunden wird kann trotzdem niemand sicher sagen, dass kein Krebs vorliegt. Dann folgen Nachuntersuchungen über Monate, evtl Jahre. Jeder, der mal im psychosomatischen Bereich gearbeitet hat, hat reihenweise Patienten erlebt, die an dieser Unsicherheit verzweifeln und sich nichts sehnlicher wünschen als endlich wirklich Krebs zu bekommen.

    Auf die Diskussion, ob den Krebs nicht schlimmer ist als starke Depressionen, bitte ich zu verzichten. Wenn ein Test auf jeden richtig erkannten zu viele falsch positive liefert, ist er unbrauchbar und wird zum Wohle der Patienten als Screening nicht weiter eingesetzt!

    An dieser Unsicherheit sind bisher leider nahezu alle Tumormarker gescheitert und werden deshalb nicht zur Früherkennung, sondern lediglich zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs bei sicherer Diagnose eingesetzt. Selbst die weiterhin zum Screening eingesetzten sind höchst umstritten und das hat wohlgemerkt rein gar nichts mit dem eigentlichen Testverfahren zu tun, das ist einwandfrei. Das größte Problem ist vielmehr die Tatsache, dass jeder Mensch und deswegen auch jeder Tumor ein klein wenig verschieden ist und leider meist nicht mit einem Test zufriedestellend erkannt werden kann.

    Am Ende heißt es also einfach abwarten.
    Wie gesagt, wir hoffen auch diesmal wieder das beste, sollten aber nicht allzu enttäuscht sein, wenn es auch diesmal wieder nicht klappt ;)

    Das hat dann auch nichts mit deutscher Missgunst, Pharma- oder Ärztelobby zu tun.
    Einfach mal zu Ende denken: derzeit gibt es fast keine breit eingesetzten Tumor-Screenings, da verdient sich niemand eine goldene Nase.
    Ein neuer billiger und zuverlässiger Test bedeutet viel mehr frühe Diagnosen, viel Arbeit für die Ärzte und lange kosten- und medikamentenintensive Krebsbehandlungen. Da klingeln die Kassen der Pharmakonzerne! Es ist also genau andersrum, jeder hätte gerne so einen Test.

    Da sind hier wirklich einige auf ne schöne Verschwörungstheorie reingefallen.

    Naja vllt haben ja manche verstanden, dass es besser wäre, den Jungen erst später hochzuloben, damit er nicht so tief fallen muss, wenn es traurigerweise wieder nix wird mit der “Krebs-Revolution”.

    Wie auch immer, das war ja jetzt wahrscheinlich sowieso n viel zu langer, langweiliger Vortrag, den am Ende niemand liest ^^

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  • Timo B.

    Wetten die Pharmaindustrie nutzt irgendwann diesen Test…aber dann nicht kostengünstig, sondern zu weiter hohen Preisen. Dann hat der Test Vorteile für beide Parteien: die Patienten haben schneller und treffsicherer Gewissheit und die Pharmaindustrie kann sich ihre prallgefüllten Taschen noch voller machen, da der Gewinn dann sehr viel höher sein wird, als bei herkömmlichen Tests.

    Wundert mich ehrlich gesagt nicht, daß er so oft abgeblitzt wird. Viele (Akademiker und Personen aus der Wirtschaft) glauben, daß Ideen von jungen Leuten nichts taugen und nur sie die ultimative Wahrheit kennen.

    Finde ich persönlich gut, daß auch mal über Themen abseits der Technikwelt berichtet wird.

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