Adblock Plus Undercover – Einblicke in ein mafioeses Werbenetzwerk

Und jetzt geht’s ans Abkassieren: hinter Adblock Plus stehen offenbar finanzstarke „strategische Partner“ aus der Werbeindustrie, die nun endlich ihre bisherigen Investitionen zu Geld machen wollen. Das erfolgreiche Add-on entpuppt sich damit schlagartig als perfide konzipiertes Hintertuerchen, das sich zudem als Erpressungswerkzeug fuer jeden Website-Betreiber einsetzen laesst.

TL;DR: Nutzt den AdBlocker eurer Wahl, aber: Finger weg von Adblock Plus. Die haben hier wirklich ein einmaliges Werbenetzwerk mit Erpressungs-Potential geschaffen.

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Adblockgate Artikel in der Uebersicht:

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Adblock Plus ist die bisher erfolgreichste Browsererweiterung fuer den Firefox und Chrome. Das Add-on wurde bei Firefox bereit ueber zweihundert Millionen mal heruntergeladen und wird taeglich von mehr als 15 Millionen Benutzern des Browsers eingesetzt. 30% der Benutzer stammen anscheinend aus den USA, circa 20% aus dem deutschsprachigen Raum. Danach folgen Russland, Frankreich, Polen und andere Laender. Bei den Facebook-Fans sieht die Verteilung etwas anders aus, ueberproportional beliebt ist Adblock Plus demnach offenbar in Mexico. Als Erweiterung fuer den Browser Chrome ist die Software ebenfalls verfuegbar und besitzt auch hier mehrere Millionen Benutzer.

Adblock Plus Ads are history Quelle Adblock Plus

Eine echte deutsche Erfolgsstory. Eigentlich: die groesste deutsche Erfolgsstory der letzten Monate. Unser Wirtschaftsminister, kuerzlich irrtuemlich im Silicon Valley unterwegs, waere begeistert und muesste nur in die schoene Domstadt Koeln fahren.

Denn im Firefox Add-on Verzeichnis wird zwar ein Wladimir Palant als Entwickler ausgewiesen, doch Adblock Plus hat laengst den naechsten Schritt vollzogen: mittlerweile handelt es sich um das Produkt der Koelner Eyeo GmbH, die nach eigenen Angaben schon 15 Mitarbeiter beschaeftigt.

Fuenfzehn Mitarbeiter, davon zwei Geschaeftsfuehrer, weitere Stellenanzeigen sind geschaltet, Bueros im Koelner Clusterhaus? Und das einzige Produkt ist eine kostenlose Browser-Erweiterung? Wie kann das funktionieren?

Bereits im August 2010 berichtete Techcrunch unter Berufung auf eine Meldung des Entwicklers Wladimir Palant, dass dieser offenbar einen „mysterioesen Partner“ gefunden habe, der ihm zukuenftig die weitere Entwicklung von Adblock Plus ermoeglichen werde, so dass man das Web gemeinsam „in einer positiven Weise beeinflussen“ koenne.

Wow. Grosse Worte. Und ein unbekannter Wohltaeter. Ruehrend, ich hab‘ Pippi in den Augen.

Adblock Plus Wir sind die Loesung Quelle Adblock Plus

Nach dem Einstieg dieses mysterioesen Partners fuehrte Adblock Plus allerdings sukzessive eine entscheidende Neuerung ein. Seit Ende 2011 verfuegt das Add-on nach der Installation oder Aktualisierung ueber eine standardmaessig aktivierte Option namens „Acceptable Ads“. Dahinter verbergen sich – so stellen es jedenfalls die Eyos GmbH und ihre Geschaeftsfuehrer dar – ausschliesslich Werbeanzeigen, die von einer angeblich hochaktiven “ Community“ in einem oeffentlich zugaenglichen Forum als vergleichsweise unaufdringlich und somit akzeptabel eingestuft wurden. Diese – in einem angeblich pseudo-demokratischen Verfahren auserwaehlten Werbeanzeigen werden dann trotz aktiviertem Adblocker angezeigt. Andere Websitebetreiber und Werber sollen sich nach dem Wunsch der Eyos GmbH und ihrer Geschaeftsfuehrer an diesen freigeschalteten Werbeanzeigen ein Beispiel nehmen und duerfen dann gerne ebenfalls eine Freischaltung fuer Ihre Werbung bei Adblock Plus erbitten.

Eine deutsche GmbH als weltweite Werbepolizei? Ehm …

Spaetestens seit den „Acceptable Ads“ rueckt die Frage nach dem Investor bei Adblock Plus wieder in Vordergrund. Wer ist dieser weisse Ritter, der uns Allen „ein Web ohne nervige Werbung“ (der offizielle Adblock Plus Slogan) verschaffen will? Warum gibt er sich nicht zu erkennen und laesst sich von den zwanzig, dreissig, (oder doch lieber vierzig  oder fuenfzig?) Millionen taeglichen Benutzern des Add-ons feiern?

Der zweite Geschaeftsfuehrer Till Faida spricht mittlerweile geheimnisvoll von mehreren „strategischen Partnern, die darum gebeten haben, nicht genannt zu werden“  . Diese, so gibt Faida in einer Schweizer Tageszeitung zu, haetten sich mit dieser strategischen Partnerschaft  auch auf die Whitelist der Acceptable Ads eingekauft – ooooops … das passt jetzt aber nicht zu „Community“ und so.

Till Faida - Quelle Google Plus

Till Faida – Quelle Google Plus

Till Faida ist neben Wladimir Palant seit August 2011 der CEO der Eyeo GmbH (siehe Linkedin Profil) .Ploetzlich auf dem Markt der Global Player hat er vorher (2005 bis 2010) an der Hanzehogeschool Groningen (Niederlande) ein Studium in den Faechern Business Administration und International Marketing Management hinter sich gebracht. Bewundernswert: gleichzeitig, naemlich in den Jahren  2008 und 2009, war der Pfiffikus auch an der Maelardalen University in Schweden. Till Faida geht auch gerne mal Klinkenputzen um das Produkt seiner Eyos GmbH im gewuenschten Licht erstrahlen zu lassen. Vor Kurzem nannte man das noch Wulffen

Berufserfahrungen hat Till Faida anscheinend im hart umkaempften Gewinnspiel-Business: ihm gehoeren die Domains win49.com, fastquiz.de, gewinnchance.de, gewinnchance24.com, fastwin.at und gewinnspielservice.com. Dort konnte man sich, so versprach es Faida, in bis zu 300 Gewinnspiele eintragen lassen. Bei vergleichbaren Diensten durfte man sich danach vor allem ueber taegliche Spam-Mails im Hunderterpack freuen, vielleicht soll das der garantierte Mindestgewinn sein. Erste Kontakte zur Zeitungsbranche knuepfte Faida  vielleicht mit seiner Domain zeitschriften24.net, die aber jetzt ueber einen werbefinanzierten Affiliate-Link auf die Domain emailgame.de umleitet.

Till Faida hat als Geschaeftsfuehrer der Eyeo GmbH ohnehin ein ganz eigenes Verstaendnis von akzeptablen „Werbeanzeigen“: unaufdringlich sollen sie sein, man soll sich davon nicht gestoert fuehlen, sie sollen nicht blinken und sie duerfen nicht auf der Flash-Technologie basieren. Friede, Freude, Eierkuchen.

Wie man so etwas am besten umsetzt, zeigt uns Herr Faida hoechstpersoenlich – aber anonym, schuechtern wie er nun einmal ist – eindrucksvoll auf dem Blog chromeadblock.org, das angeblich „no affiliation with Google, Adblock Plus, or any other trademark mentioned“ hat.

Dumm: die Domain ist auf Faidas Privatadresse in Koeln angemeldet.

chromeadblock_org_award_2013-06-16

Auf chromeadblock.org wird das „non-profit project“ Adblock Plus ausfuehrlich mit lobenden, ja ueberschwenglichen Worten vorgestellt. Stolz verweist man darauf, dass man sogar von der ebenfalls voellig unabhaengigen Plattform chrome-plugins.org in einem Test zur besten Browser-Erweiterung fuer den Chrome Browser gekuert wurde.

Wow, welch eine Ehre. Dumm: leider gehoert chrome-plugins.org auch Herrn Faida.

chrome-plugins_org_award_2013-06-16

Herr Faida findet ansonsten wenig Zeit, sich neben den tollen „Testberichten“ richtig um die beiden Domains zu kuemmern. Anders ist es kaum zu erklaeren, dass die dort eingesetzte Version der Datei timthumb.php seit fast zwei Jahren als schwerwiegende Sicherheitsluecke eingestuft wird. Egal – Adblock Plus schuetzt uns alle ja vor gefaehrlichen Werbeanzeigen, da kann man als Pseudo-Blogger andere Risiken schon einmal in Kauf nehmen.

Viel wichtiger: das ist also Till Faidas Verstaendnis von akzeptablen Werbeanzeigen: gefakte Testberichte und Auszeichnungen, pseudoneutrale Bewertungen auf anonymisierten Blogs. Artikel, geschrieben von der PR-Abteilung und Geschaeftsfuehrung eines Unternehmens, suchmaschinenoptimierter Content-Dreck fuer das eigene Produkt. Scam nennt man sowas in Fachkreisen!

Herzlich Willkommen in der Welt von Till Faida, dem Geschaeftsfuehrer der Eyeo GmbH, dem Hersteller von Adblock Plus. Eine ganz feine Firma. Auf weltweitem Expansionskurs und auf Mitarbeiter-Suche.

Schaut man sich nun die hier und hier geschalteten Stellenanzeigen der Eyos GmbH an, stolpert man ueber einen dritten Namen: Christian Dommers.

Christian Dommers - Quelle Twitter

Christian Dommers – Quelle Twitter

Der verantwortet mittlerweile bei der Eyos GmbH das „Project Management“ und eben die von Till Faida bereits erwaehnten „strategischen Partnerschaften“. Gleichzeitig ist er „Advisor“ – eine Taetigkeitsbeschreibung aus der Venture Capital Szene, ein Haendchen-Halter fuer unerfahrene Startups und derjenige, der brav an den Investor berichtet und dessen Interessen vertritt. Zuvor war Dommers der Mitbegruender des Koelner Coupon-Portals wergehthin.de, das aber einen Monat vor seinem Eintritt bei Adblock Plus als sogenannte Limited Insolvenz angemeldet hat.

Ganz scheint der Kontakt zu seinem frueheren Unternehmen nicht abgebrochen zu sein, denn noch im April 2013 macht man dort seinen neuen Arbeitgeber zum „Tipp der Woche“. Bei so viel Nettigkeit lohnt sich doch ein Blick ins Impressum der angeblich insolventen Firma – dort begegnet uns die TS Ventures GmbH aus Bergisch Gladbach, deren Geschaeftsfuehrer ein Tim Schumacher ist.

Bergisch-Gladbach bei Koeln. Lebensqualitaet, ueberproportional niedrige Arbeitslosenquote, viele Restaurants, eine der niedrigsten Kriminalitaetsraten Deutschlands – mit anderen Worten: nichts, womit man sich im nahen Koeln belasten muesste.

Tim Schumacher - Quelle http://cologne.startupweekend.org

Tim Schumacher – Quelle http://cologne.startupweekend.org

Und der vierte Name, Tim Schumacher.

Tim Schumacher ist der ehemalige Mitbegruender von SEDO – ihr wisst schon, das sind diese auf gut Glueck registrierten und dann mit Werbeanzeigen zugepflasterten „geparkten“ Domains, die man sich dann kaufen kann, sofern man denn das notwendige Kleingeld besitzt. Herr Tim Schumacher sitzt mittlerweile nur noch im Aufsichtsrat der Sedo AG, aus dem operativen Geschaeft hat er sich mit einem verbleibenden Aktienanteil von 5,45%  zurueckgezogen. Hauptaktionaer der Sedo AG und damit Eigentuemer ist die United Internet AG.

Die United Internet AG ist nach eigenen Angaben „mit ueber 11,8 Millionen kostenpflichtigen Kundenvertraegen sowie rund 32 Mio. werbefinanzierten Free-Accounts der fuehrende europaeische Internet-Spezialist“. Zu ihr gehoeren neben Sedo die Marken GMX, web.de, 1und1, united Domains und affilinet. affilinet ist nach eigener Angabe Deutschlands fuehrendes Affiliate Netzwerk im Affiliate Marketing.

Christian Dommers, Tim Schumacher – eine offenbar langjaehrige Verbundenheit. Da verwundert es wenig, das die Liste der von Adblock Plus zertifizierten  „Acceptable Ads“  die Suchfunktion auf allen internationalen GMX-Domains, auf web.de und auf 1und1.de enthaelt – allesamt Tochterunternehmen der United Internet AG. Auch alle ach so dezenten und somit akzeptablen Textlinks auf geparkten Sedo-Domains sind selbstverstaendlich schon freigeschaltet, so dass Schumachers verbleibender Geschaeftsanteil an dem Unternehmen weiterhin sein Geld einbringt.

In Deutschland werden die geparkten Sedo-Domains in einem Win-Win-Agreement mit Links von Qualigo gefuettert, einem Produkt der QE GmbH & Co. KG aus Osnabrueck. Das Unternehmen machte mit seinem Geschaeftsfuehrer Ansas Meyer erst kuerzlich auf sich aufmerksam, als man die mittlerweile insolvente Werbeplattform Binlayer uebernahm. Binlayer verspricht uns allen, dass mit dem (von vielen mit Schrecken erwarteten) Neustart der Plattform „riesige HD-Werbeflaechen“ als Pop Up, Pop Under und Layer-Ad moeglich werden. Welch eine Freude.

Herrn Ansas Meyer, die QE GmbH & Co. KG und ihre langjaehrigen Verdienste um die allseits beliebten .co Domains darf man sich gerne ergooglen. Man darf sich auch auf den Domains voegeln.info, sado-maso.info, sex06.org oder pornographie.biz einfinden, die ebenfalls der QE GmbH & Co. KG gehoeren.

Gut, Porno-Domains bei einem der wichtigsten Werbepartner eines bis hierhin zumindest „befreundeten“ Unternehmen- das passt nicht so ganz zu dem Anspruch, den Adblock Plus gerne mal als Pressemeldung hinausposaunt. Schliesslich soll das Ding ja auch  unsere Kinder vor der ach so boesen Internetwerbung schuetzen.

Und gut, Binlayer … wie soll man es rechtfertigen, dass man tausenden von kleinen Blogs die finanzielle Grundlage in Form von ein paar Amazon-Links entzieht, wenn man andererseits – direkt oder indirekt – mit der groeßten Pest zusammenarbeitet, die das deutschsprachige Internet jemals hervorgebracht hat? Wenn man, bringen wir es auf den Punkt, ueber drei Ecken genau mit den Firmen zusammenarbeitet, wegen denen sich Menschen wie ihr ueberhaupt erst einen Adblocker INSTALLIERT haben?

Eine ganz feine Gesellschaft, in der sich die Adblock Plus „Community“ ueber die netterweise freigeschalteten Eintraege in der Whitelist befindet. Respekt, hier nimmt man die Aufgabe ernst, „saubere“ Werbung von „dreckigen“ Werbepartnern ist immer noch saubere Werbung, oder etwa nicht?

Herr Tim Schumacher ist nach seinem Ausscheiden aus der Sedo AG als finanzstarker „Business Angel“ (siehe Linkedin Profil) unterwegs und hatte sich zwischenzeitlich an der o. bereits erwaehnten wergehthin Ltd. von Christian Dommers beteiligt – dem Mann, der jetzt bei der Eyos GmbH sitzt und die weitere Entwicklung von Adblock Plus massgeblich beinflusst. Auch Schumachers zweites Engagement beim Newsportal netzwelt.de wird natuerlich bereits mit einem Eintrag in den „Acceptable Ads“ bedacht – genauer gesagt handelt es sich dabei um die allersten Eintraege in der Liste, die anscheinend nach unten hin chronologisch fortgefuehrt wird.

Tim Schumacher investiert sein Geld und Wissen auch bei aklamio.de, einem dieser ueberaus nuetzlichen Freundschaftswerbungs- und Cashback-Portale, die von oben bis unten aus provisionsbasierten Affiliate-Links bestehen. Unter den Produkten von Aklamio befindet sich auch die Aklamia Cashbar, eine – selbstverstaendlich – kostenlose Browser-Erweiterung, mit der Zitat „du deinen Browser zur Goldgrube machst“. Fragt sich nur: zur Goldgrube fuer wen?

Ganz besonderes Interesse zeigt Tim Schumacher neuerdings allerdings, wenn es um die Firma yieldkit geht – dort hat Schumacher naemlich zusammen mit Lars Hinrichs, dem Gruender von Xing, flockige 750.000 Dollar investiert.

Yieldkit?

Yieldkit platziert vollautomatisch „ertragsoptimierte“ Affiliate-Links im Text einer Website. Nach eigenen Angaben verwaltet das Unternehmen insgesamt 24.000 Partnerprogramme – also Werbekunden – und verdient immer dann, wenn innerhalb eines festgelegten Zeitraums nach dem Klick auf einen solchen Link ein Verkauf oder eine Anmeldung beim Werbekunden stattfindet.

Website-Betreiber, die ein Link-Script von Yieldkit einbauen, vergueten die Firma fuer diese „Dienstleistung“ mit rund 30% der Einnahmen, die eigentlich ihnen selbst zustuenden, wenn sie die (dann aber leider, leider, leider von Adblock Plus gesperrten) Werbeanzeigenselbst einsetzen wuerden.

Dreissig Prozent? Das passt zu den Vorwuerfen, die im Februar in den USA erhoben wurden und ihren Weg mittlerweile auch in die englischsprachige Wikipedia gefunden haben. Auf der deutschen Wikipedia-Seite werden kritische Nachfragen zu diesem Thema  bereits im Keim erstickt.

Das System ist also, vereinfacht: „Wir sperren Dir als Seitenbetreiber alle Werbelinks auf Deiner Website, die wir dann aber gerne „unauffaellig“ wieder freischalten, wenn Du uns 30% von den eigentlich nur Dir allein zustehenden Einnahmen abgibst, in dem Du Deine Werbung ueber eine Firma von Tim Schumacher umleitest. Gleichzeitig entziehen wir dadurch natuerlich die Moeglichkeit, direkt mit Unternehmen ueber Werbeanzeigen zu verhandeln, denn durch uns bist Du ja eine werbebefreite Zone.“

Oliver Krohne, Geschaeftsfuehrer von Yieldkit formuliert es so

YieldKit kann innerhalb von fuenf Minuten installiert werden und wandelt vollautomatisch Keywords wie Namen von Produkten, Marken und Onlineshops sowie bestehende Produktlinks in Affiliate-Links um. Publisher bieten Ihren Nutzern damit einen zusaetzlichen Service, denn von YieldKit generierte Links fuehren die Nutzer jeweils zum attraktivsten Angebot.

Beim „attraktivsten Angebot“ handelt es sich natuerlich nur um Angebote, die von Yieldkits Werbepartnern eingestellt werden. Das System hat Herr Krone bereits mit dem Vorgaenger Loved.by exerziert und ermoeglichte damit Jedem das komfortabel Platzieren von maskierten Affiliate-Links in Twitter, Facebook und Co. – an dieser Stelle nochmal Danke fuer die Teilnahme an der ersten richtigen Spam-Welle in den Netzwerken und die zigtausend Twitter-Accounts, die damals nur zu diesem Zweck angelegt wurden!

Die nun von Yieldkit vollautomatisch im Text platzierten Links sind auf den ersten Blick von den nicht werbefinanzierten Links auf einer Website nicht zu unterscheiden. Wie sich das mit den gesetzlichen Regelungen zur Trennung zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt vereinbaren laesst ist dabei offenbar das Risiko des einzelnen Website-Betreibers. Fuer den gibt es ohnehin in Zukunft mehr Arbeit, denn Yieldkit moechte natuerlich, dass man seine Texte mit moeglichst relevanten – sprich: gut vermarktbaren – Keywords anfuettert. Scheiß auf den Inhalt, wir wollen Keywords, wollt ihr doch auch.

das ist also unaufdringlich 2013-05-29_132546 - vergleich zu spotify

Damit ist allerdings nun auch klar, was Adblock Plus mit dezenter und unauffaelliger Werbung meint. Was Adblock Plus jetzt damit zu tun hat? Ratet mal: natuerlich ist auch Yieldkit in der Liste der „Acceptable Ads“ eingetragen.

Ein gruen markierter Till, vermutlich der Geschaeftsfuehrer Till Faida hoechstpersoenlich, demonstriert das sehr schoen im ja angeblich Community-kontrollierten Adblock Plus Forum und greift dabei passenderweise auf eine Website zurueck, die Yieldkit selbst betreibt bzw. extra zur Vorfuehrung angelegt hat. Der dortige Autor ist passenderweise Philipp Bethge, der auch fuer die Pressearbeit und Unternehmenskommunikation bei Yieldkit verantwortlich ist.

Da kann man auch mal die Sicherheitsaspekte vergessen, die Adblock Plus so gerne als Legitimation fuer seinen Einsatz anfuehrt. Selbstverstaendlich werden die Yieldkit-Links personen- und websitebezogen getrackt, ansonsten koennte man ja nicht die entsprechenden Verkaufsprovisionen zuordnen. Die Anfrage, auch den direkten Yieldkit-Konkurrenten Bee5 oder vergleichbare Anbieter in die entsprechende Whitelist aufzunehmen, versauert derweil mit exakt dieser Begruendung im Forum – so viel zum Thema „Community“.

Yieldkit hat die Schuetzenhilfe von Adblock Plus anscheinend bitter noetig, denn die wenigen bisher auffindbaren Erfahrungsberichte mit dem System sind eher bescheiden.

Deutsche Zeitungsverlage hatten vor einigen Tagen ihre Leser dazu aufgerufen, doch bitte einen eventuell eingeschalteten Adblocker auszuschalten oder zumindest eine Ausnahmeregel fuer die jeweilige Internetadresse in das Add-on einzutragen. Bei Adblock Plus sorgte das nach eigenen Angaben fuer eine um 129% gestiegene Anzahl an Downloads, was allerdings seltsamerweise in den bei Firefox hinterlegten Statistiken (noch?) nicht nachvollziehbar ist.

Man machte sich befluegelt vom Erfolg ueber die Bitte der Verlage lustig und setzte diese kurzerhand auf die programminterne Blacklist. Eine direkte, von Adblock Plus nicht kontrollierte Kommunikation zwischen einem Onlineangebot und dem Leser ist offensichtlich in diesem speziellen Punkt nicht erwuenscht.

Hat da jemand Zensur gerufen?

Offenbar saehe man es bei der Eyos GmbH wesentlich lieber, wenn nun endlich auch die grossen Zeitungsportale auf die Acceptable Ads umsteigen und zukuenftig ausschliesslich werbefinanzierte Links von Yieldkit und anderen „strategischen Partnern“ in ihre Texte einfliessen lassen.

Hatte ich schon Werbepolizei geschrieben? Oder Werbe-Mafia? 30% ist wohl eine Marge, von der sogar die Schutzgeld-Branche feucht traeumen duerfte.

Der Ton wird anscheinend auch deshalb schaerfer, weil kurz vor der Aktion der deutschen Zeitungsverlage Google die zwischenzeitlich ebenfalls veroeffentliche Android-Version von Adblock Plus aus dem Google Play Store warf. Darueber echauffierte sich auch Tim Schumacher fuerchterlich und verlinkte von seinem Facebook-Account brav auf die Stellungnahme von Adblock Plus. Im Verlinken von Adblock Plus ist Tim Schumacher ohnehin seit kurzem ganz gross (siehe Schumachers Twitter Konto) – offenbar ist die Zeit jetzt reif, vorsichtig aus dem Loch zu kriechen.

Tim Schumacher echauffiert sich 2013-05-31_040252

Sowohl Adblock Plus bzw. die dahinterstehende Eyos GmbH als auch der ausgerechnet im Werbegeschaeft so umtriebige Tim Schumacher vergassen natuerlich, die tatsaechlichen Gruende fuer den Rauswurf aus dem Google Play Store zu erwaehnen. Das fuehrte, und so war es wohl auch gewollt, zu den wildesten Spekulationen. Google wolle mit Werbung Geld verdienen, es gehe nur um Kommerz, David gegen Goliath, man betrachte wie die Verlage Adblock Plus als echte Gefahr.

Stimmt – Adblock Plus ist eine echte Gefahr.

Denn die Wahrheit ist: Adblock Plus nutzte offenbar fuer seinen Betrieb auf dem Smartphone oder Tablet eine Sicherheitsluecke im Betriebssystem Android aus und beeintraechtigte dadurch massiv die Funktionsweise anderer Apps, siehe http://www.fixmbr.de/verantwortlich-fr-das-entfernen-der-adblocker-aus-dem-google-play-store-warum-adblock-plus-sterben-muss/ und https://code.google.com/p/android/issues/detail?id=40506

Bekannt war das den Entwicklern von Adblock Plus bereits seit spaetestens November 2012, aber wie heisst es so schoen – never touch a running system, the show must go on, 50 Millionen aktive Nutzer, Investoren im Nacken, ihr wisst schon.

Unterdessen berichteten Android-Benutzer von einem massiv erhoehten Datenverbrauch – und das, obwohl ja gerade der durch Werbebanner verursachte Mobil-Traffic das unschlagbare Argument vieler Anwender fuer den zwingend notwendigen Einsatz eines Adblockers sein soll. Gleichzeitig beschwerten sich Entwickler anderer, kostenloser  Apps darueber, dass Adblock Plus nicht nur die Funktion ihrer Apps beeintraechtige, sondern auch Werbebanner ihrer Apps entfernt. Darunter auch Werbemittel, die einfach nur auf eine erweiterte, kostenpflichtige App-Variante hinweisen sollten.

Und diese Funktion ist, ein anderes Wort gibt es dafuer nicht, asozial.

Frei verfuegbare, kostenlose Apps sind ein wesentlicher Bestandteil des weltweiten Android-Microsystems. Tausende von Entwicklern auf der ganzen Welt investieren Zeit und Geld in die Programmierung  von Apps und stellen diese jedem kostenlos zur Verfuegung – und Adblock Plus bzw. die dahinter stehende Eyos GmbH entzieht diesen Entwicklern die einzige von ihnen selbst gewaehlte Moeglichkeit, mit diesen Apps ein wenig Geld zu verdienen. Viele wunderbare Apps sind nur deshalb entstanden, weil die Werbeeinnahmen oder die Hinweise auf eine kostenpflichtige App-Version dem Programmierer die weitere Entwicklung ermoeglicht haben – und nun setzt sich Adblock Plus wie ein Schmarotzer dazwischen, feiert die eigenen Download-Zahlen und bereitet die grosse Acceptable Ads Offensive vor.

Damit setzt ABP auf dem Smartphone das fort, was sich im Internet mittlerweile zum echten Problem entwickelt. In den USA stellen die ersten noch von der Spiele-Industrie unabhaengigen Gaming-Sites bereits ihren Betrieb ein. Die Appelle der noch verbleibenden Sites werden von den Adblock-Nutzern ignoriert http://www.destructoid.com/half-of-destructoid-s-readers-block-our-ads-now-what–247904.phtml ignoriert oder sogar haemisch kommentiert.

Kostenlose Dienste wie z.B. Spotify  werden ebenso sabotiert wie die Browser Add-ons oder Webdienste anderer Entwickler – Hauptsache, das eigene Geschaeftsmodell wird durchgedrueckt.

Auffaellig ist: die Anfragen in der Adblock Plus Community beinhalten recht oft Internetseiten aus dem Porno- und Filesharing Bereich und werden innerhalb kuerzester Zeit von den Entwicklern in die zentral verfuegbare Sperrliste eingepflegt. Yeah – dafuer ist das Internet schliesslich gemacht, oder? So haelt man die Kundschaft „bei der Stange“:  Titten fuer alle, Werbung nur fuer strategische Partner. Sie betreiben mit Firmensitz in Gibraltar ein Casino-Portal? Kein Problem, Adblock Plus schaltet sie frei, denn zumindest in Deutschland sind sie damit fuer die strategischen Partner ohnehin kaum vermarktbar.

Sie betreiben hingegen theinquirer.net, die washingtonpost.com, latimes.com oder irishtimes.com, so einen Mist wie natureworldnews.com, das kostenlose pcgamingwiki.com oder die seit Jahren liebevoll gepflegte router-faq.de? Sie sind nbc.com und stellen auch europaeischen Benutzern 24/7 ihr Programm online zur Verfuegung? Nett, aber dann setzt Adblock Plus Sie einfach auf eine der prall gefuellten Blacklists und sagt Ihnen, welche Werbung Sie in Zukunft auf Ihren Websites einfuegen duerfen, schliesslich wollen die Investoren dort nun langsam Geld sehen. Von den angeblich 50 Millionen Benutzern muss dann jeder einzelne Ihre Seite wieder manuell freigeben- tricky, ne?

Ein echtes Problem scheint hingegen Adblock Plus zu bekommen, wenn große und kleine Website-Betreiber sich tatsaechlich wehren. Einige sind naemlich dazu uebergegangen, einen aktivierten Adblocker zu erkennen und reagieren aehnlich wie die o. erwaehnten Magazine mit Nag-Screens und zeitverzoegerten Sperrmeldungen, die den gewuenschten Inhalt – sei es einen Text oder ein Video – vollstaendig blocken. Fuer Adblock Plus bedeutet das einen hohen Support- und Administrationsaufwand, denn die individuellen Abwehr-Massnahmen der Seitenbetreiber muessen offenbar manuell in die jeweilige Blacklist eingepflegt werden. Der naechste Kleinkrieg ist also vorprogrammiert und nur noch eine Frage der Zeit. Spaetestens bei zufallsgenerierten Scripten duerfte das Koelner Unternehmen irgendwann an seine Grenzen stossen.

Alternativ wird Website-Betreibern empfohlen, sich ein anderes Finanzierungskonzept zu suchen und ihre Inhalte werbefrei, dann aber kostenpflichtig mit einer Paywall anzubieten. Blogger duerfen nach Ansicht von Adblock Plus auch gerne Paypal-Spenden-Buttons oder Flattr einbauen. Der Geschaeftsfuehrer Till Faida musste jedoch selbst eingestehen, dass nicht einmal bei Adblock Plus mit all den Millionen Benutzern ausreichende Spenden eintrudelten. Zynismus nennt man sowas. Oder eben Verarschung.

Hat Tim Schumacher euch schon mal einen Kleinstbetrag  geflattrt? Noe, aber seiner eigenen Firma – da hat jemand Micropayment wirklich verstanden.

Ja, seiner eigenen Firma. Denn endgueltig fuendig, sofern das ueberhaupt noch noetig ist, wird man schliesslich im Handelsregister: Tim Schumacher haelt mit seiner TS Ventures GmbH satte 44% an Adblock Plus und duerfte damit der Anteilseigner mit dem groeßten Einfluss auf die Geschicke der Firma sein. UEber seinen erkauften Einfluss bei Yieldkit oder bei anderen Werbenetzwerken und ueber seine jahrelangen Kontakte zu anderen Werbefirmen und deren Geschaeftsfuehrern darf man sich gerne eigene Gedanken machen – die Branche ist ja ueberschaubar und die Gedanken sind immer noch frei.

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Spotify Adblock Plus Hinweis oben rechts!

Hinter diesem System stehen offenbar Programmierer bzw. eine Firma, die anscheinend seit laengerer Zeit von einem Mann finanziert wird, der gleichzeitig massiv in Werbefirmen investiert. In Werbefirmen, deren Vermarktungskonzept zufaellig exakt auf die von Adblock Plus „akzeptierten“ Werbeformate zugeschnitten ist. Ein Mann, der andererseits – zumindest indirekt – mit Firmen wie Binlayer zusammenarbeitet, die den Einsatz eines Adblockers fuer viele Menschen erst noetig gemacht haben. Und so existiert es dann doch, das sagenumwobene Perpetuum mobile – Tim Schumacher hat es erfunden und keiner hat’s gemerkt.

So arbeitet ein Virus. Malware. Ein Trojaner!

Hier geht es, bei 200 Millionen Downloads und  angeblich 50 Millionen aktiven Benutzern um ein Vermoegen. Hier geht es, wenn die Entwicklung weiter fortschreitet, um eine monopolisierte Stellung auf dem nationalen und internationalen Werbemarkt – und ihr seid als Benutzer von Adblock Plus das Klickvieh, das jetzt gemolken werden soll.

Hier geht es um eine perfide, strategisch geplante Umverteilung von Werbegeldern, nicht um euer Surfvergnuegen.

Hier geht es darum, Seitenbetreibern in Masse die Finanzierung zu entziehen, um ihnen dann gegen einen entsprechenden Obulus eine wundersam aus dem Hut gezauberte Alternative unterzujubeln. Das grenzt in der Konsequenz an Erpressung, unter dem Deckmaentelchen eines „gesaeuberten“ Internets.

Und die Werbekunden? Die werden immer dahin wandern, wo Ihnen der Traffic geboten wird – und der wird von euch als Adblock Plus -Benutzern kommen, weil ihr brav auf die ach so „dezenten“ Links auf den ja angeblich werbebefreiten Seiten klicken werdet und nur euch die dann ach so dezent gehaltenen Werbemittel angezeigt werden. Das System von zentral gefuehrten Black- und Whitelists eroeffnet Adblock Plus ungeahnte Vermarktungsmoeglichkeiten, ohne dass der einzelne, durchschnittlich versierte Benutzer davon wirklich etwas mitbekommt.

Die Werbekunden werden immer dahin wandern, wo Ihnen der Traffic geboten wird – und der wird von euch als Adblock Plus -Benutzern kommen, weil ihr brav auf die ach so „dezenten“ Links auf den ja angeblich werbebefreiten Seiten klicken werdet. Das System von zentral gefuehrten Black- und Whitelists eroeffnet Adblock Plus ungeahnte Vermarktungsmoeglichkeiten, ohne dass der einzelne, durchschnittlich versierte Benutzer davon wirklich etwas mitbekommt.

Und alle – Blogger, App-Entwickler, Online-Zeitungen, Foren, Communities – sollen bei Adblock Plus um eine Aufnahme in die entsprechenden Whitelists betteln und bei Yieldkit und anderen „strategischen Partnern“ die ihnen gnaediger weise zugeteilten Werbeformen und -cents akzeptieren.

Und nur, weil einige es nicht zu schaetzen wisst, dass euch andere Menschen eine App, ein Video, einen kostenlosen Musik-Stream, einen kostenlosen Gaming-Server oder auch nur einen Text (wie diesen) schenken, das alles mit euch teilen, euch zum Denken und Diskutieren anregen und vielleicht auch einfach nur erfreuen, warnen, unterhalten oder helfen?

Man mag es nicht glauben: das alles kostet Geld. Zeit und Geld. Versucht es doch einmal selbst: nehmt euch zwei Tage Urlaub von eurem Vollzeit-Job, setzt euch in die Bahn, besucht die naechste Spiele- oder Technikmesse, nehmt eure eigens dafuer angeschaffte Full-HD Kamera mit und fuehrt ein paar Interviews, filtert die guten von den schlechten Infos, setzt euch zu Hause (ja, nach der Arbeit oder am Wochenende) hin, registriert eine Domain, setzt ein Blog auf und schreibt ueber eure Erfahrungen – genauso laeuft das naemlich bei hunderttausenden von Bloggern da draussen.

Und dann kommt eine Firma, schmeisst euch mit Anbietern wie Qualigo/Binlayer (!) in einen Topf und entzieht euch die einzige Moeglichkeit, ein paar Eurofuenfzig nebenbei zu verdienen, mit denen ihr vielleicht das naechste Bahnticket bezahlen koenntet. Und diese Firma will dann, dass ihr zu Kreuze kriecht und um die Aufnahme in eine Whitelist bettelt, die schon prall gefuellt mit Unternehmen und „strategischen Partnern“ ist, die euch die Misere erst eingebrockt haben.

Melodramatisch? Ja, kann ich auch, hab‘ ich mir aus den Pressemeldungen von Adblock Plus abgeschaut.

Also, Adblock Plus – wer verarscht hier eigentlich wen? Wer sind die „strategischen Partner“, die so selbstlos euer Projekt finanzieren? Wovon bezahlt ihr zwei Geschaeftsfuehrer und 15 Mitarbeiter und euer Buero, waehrend andere wegen euch in die roten Zahlen rutschen. Investieren eure „strategischen Partner“ dann – selbstlos wie immer – auch dort? Ja, wenn es sich lohnt, sicherlich.

Hurra – bezahlte Fake-Tests und keyword-optimierte Berichterstattung, soweit das Auge reicht. Alle anderen, zumindest die etwas aufwendigeren Inhalte gibt es als Paid-Content fuer Leute, die sich das Monatsabo leisten koennen. Endlich wieder Zwei-Klassen-News – das hat es zuletzt vor Gutenberg gegeben, zurueck ins Mittelalter! Es soll allerdings auch Menschen da draussen geben, die laengst realisiert haben, dass Twitter, Facebook und alle anderen werbefinanzierten Angebote nur deshalb auch in weniger finanzkraeftigen Entwicklungslaendern nutzbar sind, weil jeder amerikanische, deutsche oder franzoesische Internetsurfer den Betrieb dieser Dienste in diesen Laendern mit dem Anschauen der eingeblendeten Werbung querfinanziert.

Aber fuer so viel UEber-den Tellerrand-Nachdenken ist in der Welt des Multi-Millionaers Tim Schumacher, in der Welt  von Christian Dommers, Till Faida, Wladimir Palant und den dahinterstehenden strategischen Investoren wohl kein Platz.

Lasst uns mit den Worten von Till Faida schliessen: “

Wer seine Besucher weiterhin fuer dumm verkauft wird es eben schwer haben

Amen, Herr Faida, Amen!

Das System der Linkumwandlung!

Schaut man sich den Quellcode von Adblock Plus an, dann stolpert man ueber die „typoRules.js““ welche Vertipper in der Adresszeile des Browsers ueber eine dann nachgeladene Datei http://urlfixer.org/download/rules.json korrigiert. Den Spass gibt es uebrigens auch als separates Add-On http://urlfixer.org, ebenfalls vom feinen Herrn Palant!

Und jetzt anschnallen, denn dabei werden fuer alle internationalen Amazon-Shops automatisch die eigenen Amazon-IDs angehaengt!

Uns allen blenden Sie die Werbemittel aus, setzen die Amazon-Domain sogar auf die Malware-Liste und kassieren dann selbst auf diese Weise ab.

Dabei wird natürlich jeder Session-Cookie überschrieben, der innerhalb der letzten 24h von einem ehrlichen Amazon-Partner mit einem ehrlichen Klick erzeugt wurde. Das kann niemals mit den Amazon-Partnerbedigungen uebereinstimmen, es findet ja keine „Werbeleistung“ statt …

Und damit haetten wir dann auch direkt die Funktion, mit der sich theoretisch jede beliebige Url auf jeder beliebigen Seite „fixen“ laesst – also in einen Affiliate-Link umwandeln laesst (erinnert mich schwer an Skimlinks, wobei diese ein ganz serioeser Anbieter sind!). Nicht nur die Vertipper, sondern wirklich jeder externe Link. Einfach mit dem naechsten Update jeden Link/Klick über diese eine zentrale Regel-Datei routen und fertig. Man koennte nach meinem Verstaendnis auf diese Weise sogar bestehende Partner-IDs ueberschreiben, denn die von den Partnernetzwerken eingebundenen Links sind ja immer gleich strukturiert.

Genau so eine Funktion bietet auch Yieldkit an, automatische Linkumwandlung!

P.S. Natuerlich haben wir uns vorher bezueglich unserer Anschuldigungen (insbesondere in Richtung Whitelist) abgesichert. Mehrere Verlage und grosse Vermarkter haben uns bestaetigt, dass ABP ihnen Angebote vorgelegt hatte, die deren Netzwerke auf die Whitelist bringen wuerde!

Das Adblock Plus Organigramm

Um sich das verwirrende Netzwerk von Adblock Plus besser veranschaulichen zu koennen, haben wir die ganze Geschichte mal in ein Organigramm gepackt (anklicken zum vergroessern)

Adblock Plus Organigramm

Disclaimer: Wir sind es, die Inhalte-ins-Netz-Steller, die Blogger, die Journalisten, die Fotografen, die Podcaster, die Videodreher, die Link-Teiler und die Sich-die-Nacht-um-die-Ohren-Schlager, die echten und virtuellen Zeitungsaustraeger, die Hardware- und Software-Erklaerer, die Kochrezepte- und Gedichtesammler, die Diskutierer, die Wuehler, die Neugierigen und Teiler. Wir sind es, die ihr hegen und pflegen solltet – und nicht die Werbung-im-Netz-Ersetzer, die jetzt mit euch Kasse machen wollen.

Wir fordern niemanden auf bei uns den Adblocker auszuschalten aber das gesamte Team wuerde sich freuen, wenn ihr einmal ganz in Ruhe 5 Minuten drueber nachdenkt!

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Zum 2. Teil unserer Adblock Plus Recherche: Adblock Plus Reloaded – Fake Community, Intransparenz und Guerilla Marketing