Von PCs und Laptops sind Backups eigentlich nicht mehr wegzudenken. Eine vernachlässigte Backup Strategie kann zu so mancher sträflichen Situation führen. Da nun auch Smartphones und Tablets immer mehr mit Anwendungen und Anwendungsdaten bestückt sind, ist es ratsam sich auch auf mobilen Geräten über Backup Strategien Gedanken zu machen. Das kann im Falle eines Defekts immerhin ein wenig Ärger einsparen.
Zu Beginn möchte ich gerne anmerken, dass ich hier nur eine von vielen möglichen Strategien für Backups beschreibe. Am Ende gehe ich kurz auf zwei Alternativen ein. Ich habe für mich schon länger nach einer Möglichkeit gesucht Backups von meinem Smartphone beziehungsweise Tablet auf mein Synology NAS zu sichern. Das ganze soll am besten noch automatisch synchronisiert werden, so dass sich auf meinem NAS stets die aktuellsten Sicherungen befinden. Dazu greife ich bei meinen Backups auf die beiden Android Apps Titanium Backup und Folder Sync Lite zurück. Für Titanium Backup braucht ihr jedoch Root Rechte. Für Nutzer ohne Root Zugriff findet sich vielleicht am Ende des Artikels eine interessante Möglichkeit. Nun aber noch einmal das Backup Szenario in aller kürze zusammengefasst: Die Backups sollen an fest definierten Tagen in der Woche automatisch durchgeführt werden und auf einem Netzwerkspeicher abgelegt werden. Denn was helfen mir Backups auf einem Gerät, das nicht mehr funktioniert. Wie das geht werde ich im Folgenden erläutern.
Zur Durchführung von Backups empfiehlt sich die Verwendung von Titanium Backup. Für mich ist die App in der Pro Version nicht mehr weg zu denken. Zur Sicherung von Apps und Daten verfügt Titanium Backup über zahlreiche hilfreiche Features. Darunter befinden sich zahlreiche verschiedene Möglichkeiten versionierte Sicherungen von Anwendungen samt Anwendungsdaten anzulegen. Für mein Backup Szenario klang jedoch zunächst einmal die Funktion Zeitplaner ganz interessant.

Diese erlaubt es euch an Zeitpunkten, die ihr selber festlegen könnt, bestimmte Aktionen durchzuführen. Dort könnt ihr dann die Zeitpläne definieren. Hier legt ihr nun entweder einen neuen Zeitplan an oder ihr bearbeitet einen bestehenden. Seid ihr im Besitz des Pro Keys könnt ihr beliebig viele Zeitpläne anlegen, ansonsten müsst ihr unter Umständen auf die zweite Variante ausweichen. Am Ergebnis ändert dies jedoch nichts. Im Dialog Zeitfenster bearbeiten setzt ihr die Aktion auf Neue Benutzer-Anwendungen & neuere Versionen sichern. Somit werden stets eure Apps samt Anwendungsdaten, die sich aktuell auf eurem Android Gerät befinden gesichert. Diese Auswahl hat den Vorteil, dass Titanium Backup über eine Versionskontrolle nur veränderte Apps sichert. Wenn ihr möchtet könnt ihr auch die Aktion Alle neuen Benutzer- und Systemanwendungen & neuere Versionen sichern auswählen. Damit werden bei den Backups die Systemanwendungen mit einbezogen. Das hielt ich jedoch nicht für nötig. Nachdem ihr euch für eine Aktion entschieden habt könnt ihr nun den Zeitpunkt durchführen, zu dem das Backup durchgeführt werden soll. Hier ist es ratsam einen Zeitpunkt zu wählen, an dem euer Smartphone nicht benutzt wird und zu dem es im Optimalfall am Strom hängt. Ich habe Titanium Backup zum Beispiel so konfiguriert, dass die Backups immer dienstags und freitags um 2:00 Uhr morgens durchgeführt werden.

Titanium Backup bietet von Haus an, dass Backups mit Dropbox, Box oder Google Drive synchronisiert werden können. Beabsichtigt ihr eine Synchronisation der Backups mit einem der Dienste könnt ihr ganz unten im Dialog unter Wenn abgeschlossen die entsprechende Aktion auswählen. Vorher müsst ihr natürlich in den Einstellungen von Titanium Backup das entsprechende Konto eingerichtet haben. Ich habe mit der Synchronisation von Titanium Backup jedoch keine guten Erfahrungen gemacht. Der Upload zu Dropbox und Google Drive ist bei mir regelmäßig abgebrochen. Auch, nachdem ich in den Einstellungen den Verbindungstimeout erhöht habe. mit Folder Sync hat das besser geklappt.
Folder Sync erlaubt es euch nicht nur ein Verzeichnis mit eurer Dropbox zu synchronisieren. Mit FTP, WebDAV, Samba, CIFS und noch einigen mehr sind die Möglichkeiten zur Synchronisation quasi endlos. Das interessante an Folder Sync ist, dass die Synchronisationen zeitgesteuert durchgeführt werden können. Wie ihr die App dazu konfigurieren müsst zeige, könnt ihr jetzt lesen, denn die Konfiguration der App ist teilweise etwas knifflig.

Entgegen der Vermutung ist unter Einstellungen nichts zu konfigurieren. Die Standardeinstellungen könnt ihr so belassen, wie sie sind. Der Menüpunkt Accounts ist eure erste Anlaufstelle. Hier richtet ihr der App den Zugang zum gewünschten Speicherort ein. Für meine Synology DS 212j bieten sich da zum Beispiel entweder FTP, SSH, WebDAV oder Samba beziehungsweise CIFS an. Letzteres habe ich ausgewählt. Die Einrichtung ist eigentlich ziemlich intuitiv. Bis auf einen Punkt. Wenn ihr die Backups zum Beispiel im Verzeichnis Backups/smartphone ablegen möchtet, dann müsst ihr unter Startordner einfach nur Backups eintragen. Das Zielverzeichnis wird in einem späteren Schritt festgelegt.

Nachdem ihr eure Verbindung erfolgreich getestet habt könnt ihr im Menüpunkt Ordnerpaare endlich die eigentliche Synchronisation einrichten. Im Feld Account wählt ihr das eben eingerichtete Konto aus. Bei Remote-Ordner tragt ihr das Zielverzeichnis ein. das kann zum Beispiel Backups/smartphone sein. Der lokale Ordner ist das Verzeichnis, in dem Titanium Backup die Sicherungen ablegt. Beim Nexus 4 ist das zum Beispiel /storage/emulated/0/TitaniumBackup. Bei einigen anderen Geräten heißt der Pfad vermutlich einfach nur /sdcard/TitaniumBackup. Falls ihr euch nicht sicher seid könnt ihr mit FolderSync auch zu dem Verzeichnis navigieren. Bei der Art der Synchronisation könnt ihr zwischen einer Einweg und einer Zweiwege Synchronisation auswählen. Für mich genügt die Option Zu Remote-Ordner.
Das eigentlich interessante ist jedoch die Terminplanung. Das Synchronisations-Intervall setzt ihr am besten auf erweitert. Dadurch habt ihr die Möglichkeit, die Synchronisations Zeitpunkte selbst festzulegen. Die Synchronisations-Tage legt ihr am besten auf die gleichen Tage, die auch bei Titanium Backup eingetragen sind. Die Zeiten legt ihr am besten mit etwas Abstand zu denen von Titanium Backup. Ich habe hier eine Lücke von zwei Stunden. Sicher ist sicher.

Bei Verbindung solltet ihr nun noch festlegen, dass ausschließlich WLAN nur Synchronisation benutzt werden soll. FolderSync Lite hat ein nettes Feature, das es euch erlaubt für eine geplante Synchronisation das WLAN zu aktivieren. Das funktioniert super. Im Anschluss wird das WLAN sogar wieder deaktiviert. Habt ihr die Konfiguration abgeschlossen, so könnt ihr über das Disketten-Symbol rechts oben die Konfiguration speichern. Von nun an werden eure Apps samt Anwendungsdaten voll automatisch synchronisiert.

Ich habe dieses Szenario nun schon eine Weile im Einsatz und bin zufrieden damit. Eine andere Alternative um eure Anwendungen und Anwendungsdaten mit Dropbox zu synchronisieren ist DataSync. Darüber habe ich in meinem eigenen Blog bereits einen Beitrag verfasst. Diese App benötigt allerdings auch Root-Zugriff. Falls ihr euer Android Gerät nicht gerootet habt, dann könnt ihr Backups auch ohne Root Rechte anlegen. Diese müsst ihr dann aber selbst von eurem PC in die Cloud oder auf euer NAS laden.
Nun bin ich gespannt. Was habt ihr für Erfahrungen mit Backups unter Android gemacht? Und wie sieht eure Strategie diesbezüglich aus?
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