App.net (ADN) ist eine Twitter-Alternative mit einem grundsätzlich anderen Geschäftsmodell: Statt wie Twitter erst einmal eine Plattform aufzubauen und sich anschließend auf die Suche nach Erlösmöglichkeiten zu machen – und dabei Nutzer und Entwickler zu verprellen – starteten die Macher mit dem heute beinahe schon unüblichen Ansatz, den Dienst für die Nutzer kostenpflichtig anzubieten. Etwas unüblich ist aber das Vorgehen zumindest des Entwicklers von Adian, einem Client für App.net.
Für $5 pro Monat oder $36 pro Jahr ist man als Nutzer bei ADN dabei, als Entwickler zahlt man $100 pro Jahr. Dafür erhält man das Versprechen, dass ADN werbefrei ist und bleibt und auch das API offen und uneingeschränkt zur Verfügung steht. Mit diesem Modell scheinen sich auch reichlich User anfreunden zu können: Erst diesen Monat wurde der Preis von $50 auf $36 pro Jahr gesenkt, nachdem statt der erhofften 10.000 zahlenden Mitglieder gut 20.000 gewonnen werden konnten.
Auch die Zahl der Apps für ADN wächst beständig, für alle relevanten Systeme gibt es Clients – wobei bei den mobilen Plattformen iOS derzeit die größte Auswahl bietet. Der derzeit wohl beliebteste ADN-Client für iOS ist unbestritten Netbot, obwohl der Client kostenpflichtig ist: Jeweils 3,99 Euro werden für die iPhone und die iPad Edition fällig. Und einen entscheidenden Nachteil hat die App darüber hinaus: Sie bietet keine Push-Notifications. Diese soll später nachgereicht werden.
Und auch hier wie schon bei App.net selbst, macht jemand etwas ganz anders, als man es bislang gewohnt ist. Der Entwickler des ADN-Clients Adian bietet nicht nur Push-Notifactions, sondern auch die Option den Aufruf der Notifications zu Netbot umzuleiten. Was auf den ersten Blick unlogisch erscheint – der Konkurrenz ein fehlendes Feature zu liefern – ergibt bei genauerer Betrachtung durchaus Sinn. Push-Notifications sind das am lautesten geforderte Feature für Netbot, warum also sollten Benutzer, die bereits $35 im Jahr für den Dienst und mindestens 3,99 Euro für einen Client ausgegeben haben, nicht auch bereit sein die 1,59 Euro zu investieren, um Push-Notifications zu bekommen? Und minestens einmal muss man Adian ja dann auch starten, um den Client zu konfigurieren – der eine oder andere lässt sich dabei vielleicht auch auf einen Test ein und wird zum Dauernutzer.
Nun, ich bekenne mich schuldig: Einen App.net-Account hatte ich schon und dann habe ich die knapp 10 Euro investiert, um mir die Apps mal anzuschauen. Wer jetzt irgendwelche Überraschungen erwartet hat, der wird schwer enttäuscht: Beide Apps bieten den erwarteten Funktionsumfang eines Twitter- oder eben App.net-Clients. Netbot wirkt in allen Versionen etwas „hübscher“ als Adian und bietet mehr Möglichkeiten der Konfiguration für weitere Dienste wie Bild- oder Videoupload, URL-Shortener u.a. Dazu kommt bei Netbot der Sync via iCloud, so dass man sowohl auf dem iPad als auch auf dem iPhone immer den gleichen Stand hat.
Einige Screenshots von Netbot auf dem iPad:
Und Netbot auf dem iPhone 4S – für das iPhone 5 ist die App aber bereits angepasst:
Und dann noch Adian, ebenfalls auf dem iPhone – eine iPad-Version gibt es (noch) nicht:
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