Apple soll an einer Überholung der Benutzeroberflächen von iOS und Mac OS X arbeiten, behaupten zumindest Marktbeobachter angesichts der jüngsten personellen Veränderungen. Außerdem sind jüngst Stellenausschreibungen des US-Computerkonzerns aufgetaucht, in denen Apple nach Interface-Designern sucht.
Das US-Magazin Wired behauptet, dass Jony Ive wohl an der Spitze des mit der Überarbeitung der Designs von iOS und OS X steht, weil er nach dem Weggang von Scott Forstall, Apples bisherigem iOS-Chef, für das äußere Design der Hardware und die Benutzeroberfläche gleichermaßen verantwortlich ist. Analysten sehen die Beförderung von Jony Ive als entsprechendes Zeichen für bevorstehende Veränderungen, wann die überarbeiteten Interfaces Einzug halten werden, ist allerdings noch vollkommen unklar.
Als weiteres Zeichen für Veränderungen sieht man Apples Suche nach erfahrenen Software-Entwicklern, die helfen sollen, die iLife Suite mit Interfaces zu versehen. Gefragt sind “enthusiastische Cocoa-Entwickler”, die die Art der Arbeit an Nutzeroberflächen und deren Funktion grundlegend neu erfinden wollen. Offenbar will Apple also die mit allen Macs vertriebene Software-Suite neu überarbeiten, so dass das Vorhaben von größter Bedeutung sein dürfte.
Apple sucht darüber hinaus nach Entwicklern, die dem Sprachassistenten Siri eine “Persönlichkeit” verpassen sollen. Außerdem fahndet das Unternehmen nach Mitarbeitern, die an neuen Programmierschnittstellen und Frameworks für iOS arbeiten sollen, was ebenfalls auf größere Veränderungen hindeutet. Hinzu kommen weitere personelle Veränderungen, denn nach der Umbesetzung von Forstall ist Craig Federighi inzwischen für die Entwickler-Teams hinter iOS und OS X gleichermaßen zuständig, so dass man sowohl auf der technischen, als auch auf der Design-Seite die Teams einander deutlich näher gebracht hat.
Dass Apples Betriebssysteme eine Überarbeitung nötig haben, dürfte klar sein, auch wenn die Interfaces bis heute in Sachen Usability eine Führungsrolle innehaben. So wurde iOS seit seinem Launch im Jahr 2007 im Grunde kaum verändert, wenn man von optischen Verfeinerungen absieht. Bei OS X sieht es seit 2007 ähnlich aus, denn mit “Leopard” gab es die letzten tiefgreifenden Veränderungen. Schon im November 2012 war aus dem Umfeld von Apple zu hören, dass man künftig wohl eher auf ein sauberes, modernes Design mit einheitlichen Oberflächen setzen will, statt viele Design-Elemente weiterhin Gegenständen aus der realen Welt nachzuempfinden, wie es bei vielen Apple-Programmen derzeit üblich ist.
Die Wired argumentiert nun, dass die an echten Gegenständen orientierten Design-Elemente bald ohnehin hinfällig sein werden, weil eine neue Generation von Usern heranwächst, die noch nie ein Notizbuch, ein Wählscheibentelefon oder ähnliche von Apples Designern nachempfundene Gegenstände verwendet hat. Was sagt ihr? Hat Apple ein Re-Design nötig, oder sind die oft als äußerst benutzerfreundlich angesehenen Oberflächen vielleicht der wichtigste Erfolgsfaktor für iPad, iPhone und Mac?
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