Ein großes Versprechen macht Apple beim Cloud-Dienst iCloud: Es solle einfach funktionieren, ohne dass man sich Gedanken darüber machen müssen. Aus Nutzersicht trifft das wohl auch zu, aber gegenüber Entwicklern scheint dieses Versprechen nicht zu gelten bzw. sind einige der Meinung, es wäre von Apple gebrochen worden.

Apple iCloud: Es „funktioniert einfach“ gilt nicht für Entwickler?

Für den Nutzer ist die iCloud eine einfach Angelegenheit: Einmal angemeldet werden Adressen, Kalender und Fotos über mehrere Geräte synchronisiert, Backups von iDevices können darüber gemacht werden und Apps mit entsprechender Unterstützung können ihre Dateien darüber speichern und so auf alle beteiligten Geräten synchronisieren. Es funktioniert so einfach, dass man sich als Anwender wünscht, dass mehr Apps von Drittanbietern die Apple-Cloud unterstützen würden. Und immerhin wurde es den Entwicklern ja auch von Steve Jobs persönlich versprochen, dass es wirklich einfach sei die Unterstützung für iCloud in eigene Apps zu integrieren.

Viele Entwickler würden wohl auch gerne iCloud in ihren Produkten unterstützen, schaffen es aber nicht, die Synchronisation so zu integrieren, dass es auch problemlos läuft und stossen auf unlösbare Probleme bei der Arbeit mit iCloud und Core Data syncing. Schuld daran sei Apple. Aktuelles Beispiel sind die Entwickler von Black Pixel, die im Zusammenhang mit der Beendigung von Google Reader für den Feedreader NetNewsWire eine eigene Synchronisation ankündigten. Diese wird aber nicht über Apples iCloud laufen:

At the time, the option that seemed to make the most sense was to embrace iCloud and Core Data as the new sync solution of choice. We spent a considerable amount of time on this effort, but iCloud and Core Data syncing had issues that we simply could not resolve.

Nun sind die Entwickler von Black Pixel nicht irgendwelche Entwickler, wie auch Pocket-Entwickler Steve Streza in seinem Tweet äußert:

Wenn es die nicht schaffen, wer dann? The Verge ging den Probleme nach und das Ergebnis klingt nicht wirklich gut für Apple. Die gute Nachricht: Das Synchronisieren einfacher Dateien funktioniert wunderbar, ohne Zweifel. Aber problematisch wird es, sobald Datenbanken und etwas komplexere Szenarien ins Spiel kommen. Etwas komplexer bedeutet dabei aber auch schon, dass User vielleicht an zwei Geräten mit einer App arbeiten oder eine App auf einem Gerät erst ohne iCloud-Anbindung nutzen und diese erst später aktivieren. Und ohne Datenbanken ist es auch kaum möglich zum Beispiel die Synchronisation eines Feedreaders performant zu realisieren. Apple scheint bei dem ganzen System einfach vergessen zu haben, dass Nutzer oft ziemlich unerwartete und vielleicht auch unlogische Dinge tun. Solche Fälle muss ein System, das verspricht einfach zu funktionieren aber abfangen.

Laut Aussagen verschiedener Entwickler ist der Apple-Support an dieser Stelle auch nicht wirklich hilfreich. Warum sich Entwickler das aber trotzdem antun hat vor allem zwei Gründe: Um es den Benutzern möglichst einfach zu machen und um von Apple im Store hervorgehoben zu werden. Eine App, die statt auf iCloud ausschließlich auf andere Synchronisationsmethoden setzt hat kaum die Chance ein Feature im App Store zu bekommen. Und dabei geht es natürlich um Geld – eine prominente Vorstellung einer App im App Store kann eine App zu einem Erfolg machen.

Bleibt die Hoffnung auf die kommende WWDC und iOS 7 – sollte Apple es bis dahin nicht schaffen, die bestehenden Fehler zu beseitigen und die Kommunikation deutlich zu verbessern, wäre das System für die meisten Entwickler wohl gestorben, immerhin hat es iCloud als Insellösung für die Apple-Plattform schon schwer genug für Entwickler eine interessante Option zu sein, die ihre Apps auch für andere Plattformen wie Android und Windows Phone anbieten.

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  • http://twitter.com/MichaelB_1 BMichael_1

    Ist Artikel von “The Verge” übersetzten auch bloggen? :S

    • Novocain

      In der ein oder anderen Form hier schon öfters zu finden :-D

  • Lapje

    Was erwartet ihr wenn in Nachrichten eigene Meinungen stehen?

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