Apple Maps bereitet wieder einmal Schwierigkeiten und wieder mal sind es Australier, die sich beschweren und wieder stehen schlimmstenfalls Menschenleben auf dem Spiel. Dieses Mal beschwert man sich über die mangelnde Genauigkeit der Karten, wenn es um Buschfeuer geht.

Apple Maps behindert Bekämpfung von Buschfeuern in Australien

Die Country Fire Authority of Victoria (CFA) macht Apple bzw dessen Kartenmaterial dafür verantwortlich, dass Buschfeuer nicht genau geortet werden können. Die CFA stellt eine App zur Verfügung, mit dessen Hilfe man rechtzeitig erfahren soll, wo man  vor den Buschfeuern aufpassen muss, hier wird sie im Clip erklärt:

Die App gibt es sowohl für Android als auch für iOS, wobei letztere Version eben auf Apple Maps angewiesen ist. Das Problem dabei: Durch die Anbindung an Apple Maps kann die Anwendung mitunter nicht genau arbeiten. Ortschaften finden sich mitunter nicht am tatsächlichen Standort wieder, sondern einfach zentral in der Mitte eines Distrikts platziert. Ein Offizieller erklärt, dass es durch die Probleme mit Apple Maps zu ernsthaften Gefährdungen der Bürger kommen kann:

One of the problems with Apple Maps is that they don’t show the names of cities and townships at all times. This makes it very difficult to quickly determine the exact location of fires once alarm calls are being received. This creates potentially dangerous situations and delays to activate phone trees if required.

Google Maps hat mittlerweile seinen Weg als App zurück zu iOS gefunden, was uns bei der App aber nicht weiter bringt, da die FireReady App zwangsweise auf Apple Maps setzen muss. Alternativ könnte man zwar die App dahingehend verändern, dass sie über das Web auf die Google Maps API zurückgreift, das würde aber wohl bedeuten, dass man die Anwendung substantiell verändern müsste.

Es ist nicht das erste Mal, dass wir aus Down Under Schwierigkeiten mit Apple Maps berichtet bekommen, wie ich in der Einleitung bereits andeutete. Zuvor gab es schon Warnungen der Polizei, weil man aufgrund von Apples Kartendienst schlimmstenfalls irgendwo im Nirgendwo stranden könnte. Die Buschfeuer-Story stellt also lediglich das jüngste, traurige Kapitel zur Karten-App aus Cupertino dar.

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  • http://twitter.com/ihache ihache

    Ist zwar scheiße, dass es nicht gescheit funktioniert, aber dass da jetzt Menschenleben von abhängen, sehe ich nicht. Wenn ein ganzes Land brennt, dann könnte man das ja schon irgendwie merken..

    • http://twitter.com/HRehburg Hannes Rehburg

      Dir ist aber schon klar, dass die App dazu dient, z.B. auch Buschbrände zu melden? Wenn die App dann eine falsche Position übermittelt, stehen die Einsatzkräfte am falschen Ort – während nebenan schon das Halbe Dorf in Flammen steht. Es kann im schlimmsten Fall also durchaus Menschenleben kosten.
      Oder wenn man dort unterwegs ist, die App ein Feuer an der falsche meldet: Man nimmt eine andere Route und fährt damit womöglich direkt ins Feuer…

      • http://twitter.com/ihache ihache

        Hm, irgendwie dient die App dazu, sich über aktuelle Gefahren zu informieren, jedoch nicht diese zu melden.

        Wer so lange weiter fährt, dass er direkt im Feuer steht, kann ruhig verbrennen. Natürliche Auslese ;)
        So einen Buschbrand sieht man nicht erst 3 Meter vorher. :)

        Zudem sollte man sich bei potentiell lebensgefährlichen Situationen nicht nur auf eine App verlassen. Sagt sogar der Entwickler.

        • http://twitter.com/HRehburg Hannes Rehburg

          Stimmt, und wenn man die Wahl hat, sobald man Rauch sieht ggf. 400km zurück zu fahren, oder auf die App zu gucken ob man es anders umfahren kann, sollte man natürlich lieber den riesen Rückweg in Kauf nehmen.
          Zumal man nur anhand von rauch noch lange nicht die Position ausmachen kann – ich hab nämlich mal gehört, dass es in Australien sogar Wind geben soll.
          Die App dient halt als zusätzliches Hilfsmittel im Outback, wo man nicht wie in Deutschland halt mal eben nen 20km Umweg nimmt, sondern direkt mal 400km Umweg einplanen kann. Und darin versagt sie dank den Apple Maps grandios, was wie gesagt auch durchaus tödlich enden kann. Beispielsweise ein Brand wird um 30km versetzt angezeigt, somit könnte man laut Navi, Karte und jedem anderen Mittel auch weiter fahren, um eine andere Umfahrung zu nehmen. Wenn du dann feststellst, dass du zu nah dran bist und durch eine kurze Windböe mal eben eingeschlossen wirst..
          Gerade in Australien darf man so etwas nicht unterschätzen, warum sonst sollte man so ein Hilfsmittel programmieren, wenn es ja ach so einfach ist einem Feuer aus dem Weg zu gehen?

          • http://twitter.com/ihache ihache

            Ja, ein zusätzliches Hilfsmittel. Sag ich ja.
            Und wieso sonst sollte man sowas programmieren? Na ja, die Frage kann nicht ernst gemeint sein. Falls doch, schlage ich einen kurzen Besuch in einem AppStore deiner Wahl vor und du kommst aus dem ‘Warum-Fragen’ nicht mehr raus.
            Kein Zweifel, diese App gehört zu den eher sinnvollen, wenn sie denn funktioniert, aber die Frage nach dem Warum bei Apps ist so sinnvoll wie 80% ebendieser.

          • http://twitter.com/HRehburg Hannes Rehburg

            Und was ist ein Hilfsmittel, dass dich im Worst Case das Leben kostet? Richtig: gefährlich.

            Buschbrände sind auch generell nicht vergleichbar mit einem Waldbrand in Deutschland. Deine Erfahrungen mit dem Lagerfeuer im Garten passen daher nicht ganz zum Thema.

            Hinter der App steckt ja nicht irgendein Entwickler mit irgendeiner Idee wie nem dämlichen Furz-Soundboard oder sonem geraffel, sondern eine Behörde die sich dabei schon was gedacht hat.

            Und wenn dann der Hersteller eines der am weitesten verbreiteten Smartphones daher kommt und die ganze Arbeit versaut bzw. damit auch noch Menschen gefährdet, ist eine Warnung eben dieser Behörde doch Sinnvoll, oder nicht?

            Aber was solls, du weißt es besser und bist Australischer Buschbrandexperte, dir kann keiner erzählen dass so etwas gefährlich ist, schließlich hast du Augen und siehst den Weg eines Buschbrandes voraus..

          • http://twitter.com/ihache ihache

            Es geht nicht um ein Hilfsmittel, sondern um ein zusätzliches Hilfsmittel.
            Wer sagt hier etwas gegen eine Warnung? Oo
            Ich bin weder australischer Buschbrandexperte noch Hellseher. Ich bin einfach nur nicht schwachsinnig und lege mein Leben in die Hand eines verkackten Handys. Bis diese Dinger dafür zuverlässig genug funktionieren, können ruhig noch 10 Jahre vergehen.

    • http://twitter.com/Falcon2045 Severin Lochinger

      Ich glaube Du unterschätzt zum einen die Geschwindigkeit mit der so ein Buschfeuer um sich greifen kann und zweitens die enormen Entfernungen in Australien. Dort steht nicht Ortschaft an Ortschaft, man muss sich zwangsläufig auf solche Kommunikationsmittel verlassen.

      • http://twitter.com/ihache ihache

        Oder man schaut sich einfach mal um, da man das ja nicht erst aus drei Metern Entfernung wahrnimmt.
        Wer sich nur auf das Handy verlässt, ist schlicht selbst schuld. Es ist sicher ein nützlicher ZUSATZ, aber es geht hier um das eigene Leben, nicht um die Pizzabestellung oder die Information, wann die nächste Bahn fährt.
        Wenn man die Rauchwolken sieht und sich dann sagt, dass das Handy keine Gefahr anzeigt, es also auf keinen Fall gefährlich sein kann und sich dann noch drauf zubewegt, muss man eben mit der Konsequenz leben.

        • http://twitter.com/Falcon2045 Severin Lochinger

          Wie gesagt: Du unterschätzt die enorme Geschwindigkeit mit der sich ein Buschfeuer ausbreiten kann. Und was machst Du nachts? Das Smartphone kann Dich immerhin via Alarm warnen.

          • http://twitter.com/ihache ihache

            Wenn ich weiß, dass im Umkreis von 30 oder gar 50km ein Feuer wütet, würde ich einen Scheiß tun und einfach so schlafen..
            Ich fass das hier nicht, es geht um das eigene Leben und das soll komplett in die Hand eines Handys gelegt werden? Oo

          • http://twitter.com/Falcon2045 Severin Lochinger

            Ich sags jetzt zum dritten mal: Du unterschätzt die Geschwindigkeit. 30 oder 50km sind da gar nichts. Wenn das Feuer mitten in der Nacht ausbricht, was machst Du dann!? Du brauchst ja mindestens einige Minuten bis Du die Info dazu überhaupt bekommst, und nochmal einige um Familie und alles Überlebensnotwendige zusammen zu raffen und aufzubrechen.
            Im übrigen sind Buschfeuer in Australien an der Tagesordnung.

  • Phreeze

    Ich frage mich ernsthaft, warum die Einsatzfahrzeuge kein “normales” integriertes GPS haben ?? DIe Feuerwehrmänner und Polizisten laufen doch wohl nicht mit iphone-Navis rum

    • Paul

      Ich denke die Einsatzfahrzeuge werden schon wissen, wo sie hin müssen. So wie ich das verstanden hab ist die App für die Bürger, damit die wissen, wo die Feuer sind und nicht genau in die Richtung fahren.

      • Co0n

        true, da hat wohl jemand nicht richtig gelesen vorm posten ;-)
        Hätte mich auch wirklich stark gewundert, wenn die Feuerwehrleute mit nem Handy navigieren xD

        • Phreeze

          schon klar, nur das ist nicht Apple’s problem, man hätte die App ja auf googlemaps basieren können, oder auf einen anderen Mapdienst.
          Das riecht nach einer faulen Ausrede, anstatt mal eben das Kartenmaterial zu wechseln (auch wenns Arbeit ist …)

  • http://www.facebook.com/heiko.mettelsiefen Heiko Mettelsiefen

    Nacktscanner versagen im Praxistest. Die Australische Flugbehöre kündigt Jamba-Monatsabo.

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