20 Millionen Franken für das Design der Schweizer Bahnhofsuhr – das ist der Deal, den Apple mit den Schweizern eingegangen ist. 20 Millionen Schweizer Franken sind umgerechnet etwas mehr als 16 Millionen Euro – nicht üblich für Apple, die Geldbörse so weit auf zu machen für eine solche Geschichte.
Im September war es die SBB, die aufmuckte, als Apple bei seiner Präsentation von iOS 6 exakt die Uhr zeigte, deren Design sich die Schweizer seit Ewigkeiten gesichert haben und die man an vielen europäischen Bahnhöfen überall sehen kann. Relativ schnell konnten wir eine News hinterherschicken, die die Einigung zwischen SBB und Apple verkündete.
Damals war nicht bekannt, wie exakt diese Einigung aussah bzw wie viel Geld da geflossen ist von Kalifornien in die Schweiz. Der Tagesanzeiger hat diese Summe nun ermittelt, wenngleich keine der beiden Parteien die genannten 20 Millionen Schweizer Franken bestätigen möchte.
Wir können uns nun überlegen, wieso Apple so bereitwillig und schnell einen so großen Betrag rausgerückt hat. Zum einen hätte eventuell ein Verkaufsverbot Apple stoppen können, welches für jedes Gerät gilt, auf dem iOS 6 mit dieser Uhr vorinstalliert ist. Oder man hätte dieses Design überarbeiten müssen, was ebenfalls mit Geld und noch mehr Zeitaufwand verbunden gewesen wäre. Der Berner Marken- und Designanwalt Jean Marcel Wälchli findet aber noch einen anderen Ansatz: demnach könnte es einfach auch eine Image-Frage gewesen sein, die Apple so schnell einlenken ließ. Schließlich hat man in den Staaten ziemlich spektakulär vor Gericht gegen Samsung bestanden und da würde es sich denkbar schlecht machen, wenn man nun gegen die Schweizer hätte klein beigeben müssen. So hat man sich mit der Einigung seine Würde bewahrt und kann die 20 Millionen Franken vermutlich locker verkraften.
Danke für den Hinweis an unseren Tippgeber Luan Huynh Huu
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