In einem Patentantrag ist zu sehen, wie sich Apple ein MacBook-Tablet-Convertible vorstellt. Beschrieben wird ein MacBook mit abnehmbaren Display, das aber nicht ganz unabhängig vom Rest des Geräts arbeitet. Das Touchscreen-Display enthält zwar einen Akku, der eigentliche Rechner verbleibt aber im Tastatur-Teil des Geräts.

Apple: Patentantrag für Convertible MacBook

Bisher ist man bei Convertibles mit abnehmbaren Display gewohnt, dass der eigentliche Rechner, also CPU, RAM und Speicher im Display stecken, das Tablet damit also auch entsprechend schwer ist, aber unabhängig vom Rest des Geräts arbeitet. In Apples Entwurf enthält das Tablet dann aber nur das Display und einen – kabellos aufzuladenden – Akku. Der Bildschirminhalt kommt dann per Funk auf das Tablet und die Eingaben des Nutzers auf dem gleichen Weg zurück zum eigentlichen Rechner.

Der Vorteil einer solchen Lösung ist natürlich ein leichtes Tablet mit hoher Laufzeit, da der Akku weniger Komponenten als bei einem vollständigen Tablet-PC versorgen muss. Der Nachteil ist aber die Abhängigkeit von einer Basis, dessen Funkradius man nicht verlassen darf und die möglichen Verzögerungen beim Streamen des Bildschirminhalts. Auch ist Mac OS X nicht wirklich auf eine Bedienung per Touch-Interface ausgelegt, aber dafür würde sich wohl eine Lösung finden lassen, immerhin hat Mac OS X schon einige Dinge von iOS übernommen (z.B. Vollbildmodus, Nachrichtenzentrale), eine zweite Nutzeroberfläche, die von iOS übernommen oder an diese angelehnt ist sollte da das kleinste Problem sein.

Ein viel größeres Problem ist hier wohl eher Amazon, zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass man sich dort bei der Ansicht des Patentantrages von Apple nicht auch spontan an einen eigenen Patentantrag erinnert fühlt:

Das Device der Zukunft – egal ob Kindle, Kindle Fire oder was auch sonst – soll nach Auslegung von Bezos und Hart nicht viel mehr als das nackte Display sein, welches sowohl mit Content als auch Strom durch eine externe Station gefüttert wird und ohne eigenen Prozessor auskommt.

Bis auf die Sache mit dem Strom, der bei Apple aus einem Akku im Display, bei Amazon aber kabellos von der Basisstation kommen und dass es in einem Fall ein Convertible, im anderen ein Tablet mit Basisstation sein soll, sind sich die beiden Konzepte doch sehr ähnlich. Würde mich überraschen, wenn die beiden Unternehmen sich hier nicht in die Haare bekommen würden.

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  • http://blog.gonline.at Georg S.

    Warum ist es m;glich sich so etwas Patentieren zu lassen? ThinClients gibt es doch schon ewig und auf die Idee kommt wohl jeder Ingenieur in wenigen Sekunden.

    • Cadamdraft3D

      Ja klar, und auf die Idee sich das patentieren zu lassen komm niemand! :D

  • leon S.

    Lustigerweise wurde das Patent von Apple ein Jahr früher eingereicht als das von Amazon ;)

  • http://xenfo.blogspot.de/ nutritio

    man sollte alles was ich mir auch überlegen kann, nicht patentieren können.. :)

    hoffen wir, dass da bald mal ein Gericht wie bei Slide to Unlock urteilt..
    “Es muss ein technisches Problem vorliegen, welches auf diesem Weg gelöst wird “, welches im gegebenen Fall nicht vorliegt

  • daniode

    Erinnert mich ein bisserl an WiDI.

  • Ernst Tod

    Also 2 Akkus auf die man aufpassen muss.
    Das macht die Sache meiner Meinung nach unnötig kompliziert.

  • LinusX

    Wäre ja interessant, wenn die komplette aktuelle Palette an Convertibles sich demnächst als technologische Sackgasse rausstellt, weil keiner mehr den ganzen Rechner in der Hand halten will!
    Bin gespannt, ob da wirklich was draus wird…
    Gruß,
    Linus X.

  • http://twitter.com/managedforexcom Managed Forex

    Habe eine super Bluetoothbox passend zu meinem silbernen MacBook gefunden – nicht mal teuer und beeindruckendem Sound – auf http://www.bluetoothboxen.info

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