Apple hat Quartalszahlen bekanntgegeben und denen entnehmen wir, dass das Unternehmen deutlich weniger Gewinn macht als im Vorjahr, wieder mehr iPhones, allerdings auch weniger iPads verkaufen kann.

Apple Quartalszahlen: erneuter Gewinnrückgang, weniger verkaufte iPads

35,3 Milliarden Dollar Umsatz und 6,9 Milliarden Dollar Gewinn – so lautet die Apple-Bilanz für das abgelaufene Quartal. Das sind immer noch unfassbar hohe Werte, nüchtern betrachtet scheint der Höhenflug Apples aber stetig seinem Ende entgegen zu gehen und sich eher wieder auf Normalwert einzupendeln. Im vorherigen Jahr war es minimal (35 Milliarden Dollar) weniger Umsatz im gleichen Quartal, allerdings war dort mit 8,8 Milliarden der Gewinn deutlich höher. Schuld daran dürfte auch das iPad mini sein, welches sich zwar mehr als ordentlich verkauft, aber nicht die gleichen Gewinnmargen mitbringt wie der große Bruder.

Apropos iPad: Hier sind die Zahlen rückläufig, der Tablet-Boom ebbt zumindest beim Konzern aus Cupertino deutlich ab. Von 17 Millionen verkauften Geräten ging es auf 14,6 Millionen zurück – ein Rückgang um 14 Prozent. Von 8,8 Milliarden Dollar Umsatz ging es in dieser Sparte auf 6,3 Milliarden Dollar zurück, was einen empfindlichen Einbruch um 27 Prozent bedeutet.

Hier bin ich noch nicht ganz sicher, was die Ursache für einen so starken Rückgang sein könnte. Vielleicht ist der Grund eher bei der Konkurrenz als bei Apple zu suchen: Samsung und Co haben es mit ihren ersten Tablet-Versuchen dem Unternehmen aus Cupertino doch zunächst sehr leicht gemacht. Mittlerweile gibt es einen Trend zu günstigen Tablets mit eher durchschnittlichen Spezifikationen. Hier kann Apple a) preislich nicht mithalten und b) war man mit seinem iPad mini schlicht spät dran: Klar verkauft man auch das iPad mini richtig gut – aber es ist eine andere Situation, weil man hier das 7.9-inch Tablet herausbrachte, als die Konkurrenz damit längst am Start war, während man mit dem 9.7-inch iPad seinerzeit einen ganzen Markt überhaupt erst einmal definiert hat.

Während es bei den Macs – 3.8 Millionen verkaufte Geräte (Vorjahr: 4 Millionen) noch einigermaßen stabil blieb, befinden sich die iPods zunehmend mehr auf dem sinkenden Ast: 4.579.000 Geräte konnte man absetzen, nachdem es im  Vorjahr immerhin noch 6,8 Millionen iPods waren. Damit war jedoch zu rechnen, weil ein Media-Player einfach immer weniger Sinn ergibt in Zeiten, in denen ein Smartphone diese Aufgabe als eine von vielen sehr souverän bewältigt. Und damit sind wir auch bei dem Produkt, welches die Apple-Fahne auch in diesen Tagen hochhält: dem iPhone!

Wieder konnte Apple hier deutlich zulegen und zwar von 26 Millionen im Vorjahr auf 31,2 Millionen im dritten Finanzquartal dieses Jahres. Das entspricht einer nochmaligen Zunahme um 20 Prozent. Das wirkt sich selbstverständlich auf den Umsatz aus: von 15,8 Milliarden Dollar auf 18,1 Milliarden Dollar konnte man hier deutlich zulegen. Damit ist das iPhone nun für 51,4 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. Das belegt eindrucksvoll, dass Apple auch hier trotz heftigster Konkurrenz immer noch absolut dick im Geschäft ist, birgt aber auch das Risiko, dass sich das Unternehmen einem einzigen Produkt ausliefert.

Darüber hinaus dürfte sich Apple auch über die Zuwachsraten bei iTunes gefreut haben: Statt 3,2 Milliarden konnte man nun bereits 4 Milliarden Dollar Erlöse erzielt werden. Alles in allem blieben die Zahlen für Apple im Rahmen dessen, was erwartet wurde. Das wurde auch so von der Börse honoriert – nachbörslich zog die Apple-Aktie um vier Prozent an. Logischerweise verkauft uns Apple auch dieses Quartal wieder als eine reine Erfolgsgeschichte, aber ich bin sicher, dass hinter den Kulissen eifrig getüftelt wird, wie man mit einem neuen Produkt wieder einen ähnlichen Goldrausch auslösen kann wie mit iPhone und iPad – und wie man sich mit diesen beiden Produktsparten für die Zukunft aufstellen möchte.

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  • Brustfetischist

    “Hier bin ich noch nicht ganz sicher, was die Ursache für einen so starken Rückgang sein könnte”

    Ähm, der Grund liegt doch mehr als deutlich auf der Hand. Letztes Jahr gab es kurz vor dem Quartalsstart ein neues iPad, dieses Jahr war das verkaufte Modell 6-9 Monate alt.

    Das zieht sich übrigens durch die komplette Produktpalette. Während früher im Frühling ein neues iPad, im Sommer ein neues iPhone, im Herbst neue iPods und das ganze Jahr über neue Macs vorgestellt wurden, kommen dieses Jahr alle erst Ende des Jahres.

    In den letzten 9 Monaten gab es ein kleines Update beim MBP Retina, ein kleines Speicherupdate beim iPod Touch, und ein normales Update beim MBA. Neue MacMinis, neue iMacs, neue MBP, neue iPods, neues iPhone, neue iPads, neuer MacPro… das alles kommt erst noch. Wer kauft sich z.b. jetzt den alten MacPro wenn man den neuen kennt? Die Verkaufszahlen dürften dort gen 0 gehen.

    Ob es celver ist oder nicht alles in Weihnachtsquartal zu legen ist eine andere Frage, Vergleiche sind so allerdings nicht ohne weiteres möglich. Weder beim Umsatz/Gewinn (da muss man das ganze Jahr betrachten), noch bei den Stückzahlen (da muss man jetzt die Quartale ab dem jeweiligen Start betrachten)

    • http://www.mobilegeeks.de/ Sascha Pallenberg

      der markt ist gesaettigt! das ist der Grund bei den iPads

      • Brustfetischist

        Ahja. Gibt es dafür auch einen Beweis? Widerlegt werden kann diese Aussage ganz einfach im Januar, wenn die Quartalsergebnisse fürs Dezemberquartal veröffentlicht werden.

        Bis jetzt ist die Situation ganz einfach so das es im Q2 2012 ein 15 Tage junges iPad zum kaufen gab und im Q2 2013 ein 150 Tage altes!!! Startquartal vs. drittes Verkaufsquartal.

        Aber nungut, vielleicht ist das auch zu naheliegend ;)

      • Brustfetischist

        Btw., wann genau kam diese Sättigung?

        Bisher hat Apple dieses Jahr 34,1Mio iPads absetzen können. Letztes Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt 28,8Mio, also ganze 20% weniger! Und da war eben schon der Verkaufsstart der neuen Generation, dieses Jahr kommt er erst noch.

      • miweru

        Ich glaube nicht, dass der Markt gesättigt ist. Vielleicht für iPad Tablets, aber wenn es günstige und gute Wintel Tablets geben würde, hätten diese sicher noch einiges Veränderungspotential.

      • givarus

        Für Argumente seid ihr nicht gerade zugänglich, wenn sie nicht Eurer Meinung/Wünschen entsprechen, stimmt’s? Dass in einem Quartal kurz nach einer Produktveröffentlichung in der auch noch ein Feature neu ist, auf das sehr viele Leute gewartet haben (Retina-Auflösung) mehr verkauft wird, als in einem 08/15 Quartal in dem seit es seit über einem halben Jahr nix Neues gibt und eigentlich nichts passiert ist leuchtet Euch echt nicht ein? Glaub ich irgendwie nicht.

      • Phreeze

        Der Markt ist mehr als gesättigt, da es von ultrabillig Chinatablet bis zum Luxustablet ala Win Surface und mehr für jeden etwas gibt. Das war vor nem Jahr noch anders, und mitlerweile nutzen mehr Leute ein Tablet, als damals als es noch Neuland war ;)

        • eddy131

          Wer verwendet da Luxustablet und Win Surface in einem Satz? o.0

          • Phreeze

            ich, da der Preis hoch genug ist um es als “Luxustablet” anzusehen, im Gegensatz zu 80$ Chinablets

          • eddy131

            Wenn du einen Haufen Sch***e für 10.000€ zum Verkauf anbietest, dann ist es noch kein Luxusartikel. Nach deiner Definition schon..
            (Und im Umkehrschluss wäre ein Geschenkter Diamand nur billiger Tand)
            Das Surface ist im Gesamtpaket viel schlechter als so manches Billigtablet.
            Überdenke deine Beschreibung von “Luxus” vielleicht noch einmal.

          • Phreeze

            (ich habe dich nicht negativ bewerktet btw ;) ). Das Teil ist nicht schlecht, es ist sogar gut, nur der Preis ist halt teuer. Luxus ist halt teuer. Man kriegt keinen billigen Luxus, sonst ist es kein Luxus mehr. http://de.wikipedia.org/wiki/Luxus

          • eddy131

            Ich glaube wir reden aneinander vorbei ;)
            Ich definiere Luxus nach Sachen, die man nicht wirklich braucht, die nur eine kleine Elite hat (oder wofür man lange sparen müsste) und was aber dennoch einen Mehrwert bietet.
            Das Surface fällt zwar in die meisten dieser Kategorien, aber erstens wird das Surface von Microsoft auch als Normaler und von (natürlich) möglichst jedem zu nutzender Altags-/Arbeits-Gegenstand beschrieben (kein Luxus) und zweitens ist das Surface meiner Meinung nach für das was es leistet zu teuer (vor allem das RT) – zumindest im Vergleich zu anderen Erhältlichen Geräten. Ich besitze z.B. das Thinkpad Helix – und betrachte es nicht als Luxus (vielleicht als kleinem^^). Weil es zum arbeiten und normalem nutzen gedacht ist.

            Daher war ich mit deiner Aufzählung nicht ganz konform. Zumal du das Surface quasi als Non-Plus-Ultra beschrieben hast. Ganz hinten die billig China-Tablets und ganz vorne Luxus pur das Surface.
            Also nichts für ungut ;)

      • doctor

        Bei den letzten Quartalszahlen hast
        du noch einen sehr detaillierten Artikel geschrieben, Sascha. Dabei hattest du
        auch auf die Entwicklung in China hingewiesen. Bei den aktuellen Zahlen wurde
        nun gemeldet, dass der Umsatz in China im abgelaufenen Quartal im Vergleich zum
        Vorjahr um 14 Prozent auf 4,6 Milliarden US-Dollar gefallen sei. Gegenüber dem
        Vorquartal ging der Umsatz in China damit sogar um 43 Prozent zurück. Vllt auch
        nicht uninteressant in diesem Zusammenhang, oder?

  • Brustfetischist

    “birgt aber auch das Risiko, dass sich das Unternehmen einem einzigen Produkt ausliefert”

    Komische Ansicht. Immerhin würde Apple ohne das iPhone immer noch mehr Gewinn machen als bspw. Google und sogar mehr Gewinn machen als sie zum Zeitpunkt des iPads start insgesamt gemacht haben! Also wenn Apple 2010 eine sehr erfolgreiche Firma war und jetzt von heute auf morgen das iPhone geschäft wegfallen würde, was wären sie dann? Am Ende? Eher immer noch eine sehr erfolgreiche Firma, oder? ;)

    So “ausgeliefert” wären wohl gerne fast alle anderen Firmen ;)

    • Gast

      darum geht es doch gar nicht und natürlich ist es ein Luxusproblem.
      Aber es dürfte einleuchten, dass das Lineup eines Unternehmens deutlich riskanter gegen Angriffe der Konkurrenz ist, wenn es nur wenige Produkte umfasst.
      Es ist übrigens komplett egal, wie wir das sehen – entscheidend ist, wie Apple das sieht und ob sie das Segment Phone nicht doch durch ein bisserl Diversifikation spreizen werdeb.

      • Brustfetischist

        Ich meinte es eher so:

        2010 bringen 3 Standbeine (iPhone, Mac und iTunes) 3Mrd Gewinn ein.

        3 Jahre später gibt es 4 Standbeine von denen 3 (iPad, Mac und iTunes) wieder 3Mrd Gewinn einbringen. Dass das 4te Standbein dann dieses Gewinn alleine schafft ist aber doch ein BONUS und nicht das Gegenteil.

        Man muss die Standbeine doch einzeln betrachten. Negativ wäre es also nur wenn diese weniger einbringen würden und man sich für den gleichen Gewinn auf eins verlassen muss. Genau das ist aber nicht der Fall, sondern das Gegenteil. Es gibt ein weiteres Standbein und ALLE Standbeine sind stärker denn je und schaffen zusammend as wofür man vor gerade einmal 3 Jahren noch das stärkste brauchte.

      • miweru

        Sie könnten zumindest ein paar Milliarden verwenden um mehr Produktfelder zu erschließen.

        • Phreeze

          müssen sie aber nicht. Es ist auch wieder mit Aufwand und Risiko verbunden

          • miweru

            Lohnt sich aber

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