Noch immer streiten Apple und Apfelkind um das Logo, nach eineinhalb Jahren will man sich nun erstmals treffen. Kommt es dort zu keiner Einigung, muss das Deutsche Patent- und Markenamt in München (DPMA) entscheiden.

Apple und Apfelkind: Erstes Treffen geplant

Seit Oktober 2011 nun muss sich das Familien-Restaurant Apfelkind in Bonn gegen Apples Anwalt-Armada zur Wehr setzen, weil man in Cupertino der Meinung ist, dass das Logo dem eigenen zu sehr ähnelt (wir berichteten). Seht auf die beiden Logos und entscheidet selbst, wie groß die Verwechslungsgefahr ist.

Viele hätten angesichts eines solchen Gegners vielleicht schon lange klein beigegeben, aber die Besitzerin des Cafés Christin Römer klingt kämpferisch:

In ruhigen Momenten wird mir manchmal ganz mulmig, wenn ich bedenke, mit wem ich mich da angelegt habe. Aber Angst habe ich keine. Der Konzern hat sich mit mir die Falsche ausgesucht.

Römer hat ihr Logo selbst erdacht und gestaltet und beim Markenamt in München eingereicht. Das wäre auch fast gut gegangen, aber fünf Tage vor Ablauf der Widerspruchsfrist meldete sich dann Cupertino zu Wort und zeigte sich wenig begeistert. Die Café-Besitzerin sollte auf verschiedene Klassen der Marke verzichten. So wäre es ihr dann untersagt gewesen, Spielzeug mit dem Logo herzustellen oder diese Lizenz an Dritte weiterzugeben. Aber exakt das wollte sich die 34-Jährige offen halten und so begann ein langer, unschöner Briefwechsel, der nun hoffentlich bald sein Ende findet.

Der Berliner Markenrechtler Andreas Lubberger kann sich nicht vorstellen, dass Apple bei diesem jahrelangen Streit das bessere Ende für sich erwarten darf. Der Apfelkind-Apfel zeigt anstelle der Biss-Spur einen integrierten Kinderkopf, zudem wird das Logo nie ohne den dazugehörigen Schriftzug verwendet. Genügend Punkte, die laut Lubberger ausreichen, beide Logos problemlos voneinander unterscheiden zu können. Nach wie vor halte ich es für eine Farce, dass Apple hier seine Anwälte aufmarschieren lässt und drücke der tapferen Bonnerin die Daumen, dass sie in dieser David vs Goliath-Geschichte gegen den übermächtig wirkenden Gegner Apple die Nase vorn behalten wird – egal, ob man sich beim anstehenden Treffen einigt, oder ob das Deutsche Patent- und Markenamt die Entscheidung fällt.

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  • http://www.dennis-sievers.info/ Dennis Sievers

    Meine Güte, was haben die denn für Angst, die Dame wird doch wohl noch ein ROTES Apfellogo mit Kindergesicht benutzen dürfen, anstatt eines SILBERNEN abgebissenen Apfel.

    Da macht sich Apple wirklich sehr unbeliebt.

  • chh2807

    Genau das sind die Dinge die Apple so unsympathisch werden lassen.

  • nur ein user

    Mal wieder typisch für dieses “innovative Unternehmen” Apple . Nun geht man mittlerweile auch gegen kleine vor…es bereitet immer mehr Freude Urteile zu lesen in denen dieser “faule Apfel” verliert….und auch in diesem Fall wird es wieder das richtige Urteil geben.

    Selber kopieren und Patente verletzen aber andere verklagen und natürlich hat Apple auch den Apfel erfunden und alle Logos die nur in etwa einen Apfel andeuten…das verstehen die unter Innovation.

    • daniode

      Ja, aber auf der anderen Seite haben die tatsächlich jede menge Trittbrettfahrer, die z.b. deren Logo “missbrauchen” oder ungefragt gebrauchen. IMHO ist Apfelkind ein Kollateralschaden, der schlicht vorkommt, wenn meinen seinen Markenschutzanwälten freie Hand lässt. Macht die Sache nicht besser. Evtl wollen die ja auch noch McCafes eröffnen…. ach verdammt :)

      • Wastl

        Der entscheidende Punkt dürfte hier sein, dass es nicht nur um einen Restaurantnahmen geht, sondern darum, dass sich jemand einen stilisierten Apfel samt passenden Markennamen z. B. für Spielzeug sichert. Und damit ist man sehr nahe am Geschäft von Apple dran.

        • daniode

          Genau, Apple ist ja bekanntermaßen Weltmarktführer für Spielzeug. NIEMAND wird in einen Laden gehen, Apfelkindmerchendizespielzeug sehen und sich freuen, das Apple nun auch Püppchen herstellt.Und alleine darauf kommt es an: kann ein mittelbegabter Vollhonk das verwechseln und ist das diese Irreführung Absicht?
          Andererseits hab ich erst neulich eine ältere Dame getroffen, die alles, was auch im entferntesten nach einem Computer aussah, neugierig betrachtete und wissen wollte, ob das ein gutes iPad sei oder sie lieber zu dem von einem anderen Hersteller greifen solle. Die Dame stand btw in der Fernsehabtellung.

  • Wieland

    Das Teil ist immernoch nicht vom Tisch? Oh mann… Die sollten sich was schämen.

  • Gast

    ich glaube, die Amis blicken nicht mal annähernd, welchen Schaden sie sich mit derartigen Schwachsinnsnummern selbst zufügen.

  • Maximilian O.

    http://business.chip.de/news/Apple-Schon-wieder-Streit-um-das-Apfel-Logo_41449362.html

    der Oberhammer ist aber noch der Streit mit dem australischen Porno-Sender. Deren Roter Apfel im Logo macht etwa 5% der Fläche des Bildes aus und ist nicht einmal angebissen :D

  • http://twitter.com/ohnegregorius Greg

    Eine Marke wird auch durch ihre Handlungen definiert, das gibt ihr Charakter. Deshalb: Pfui Apple, pfui! Ich hoffe Apfelkind bekommt dadurch wenigstens etwas Werbung.

  • Eugen Hannibal

    Aus Prinzip kein Apple

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