Nein, es ging in diesem Prozess nicht wirklich um den Drogenkonsum der Anwälte, aber trotzdem mussten sich die Apple-Anwälte die die indirekte Frage gefallen lassen, ob sie Crack rauchen würden. Das belegt die offensichtlich gereizte Stimmung bei diesem Prozess nicht nur bei den beiden Gegnern, sondern inzwischen auch bei der Richterin Lucy Koh. Anlass für diese Aussage war die Übergabe eines 75-seitigen Dokuments, das 22 potentielle Zeugen benannte, die das Unternehmen noch aufrufen wollte. Die genervte Richterin fragte, wie die Apple-Anwälte darauf kämen, wobei der Satz fiel: “when unless you’re smoking crack you know these witnesses aren’t going to be called!”
Der Apple-Anwalt William Lee reagierte darauf, in dem er dem Gericht zuerst versicherte kein Crack zu rauchen. Das Problem für beide Seiten in dem Prozess: Die Zeit läuft ab. Richterin Koh gab beiden Parteien jeweils 25 Stunden Zeit für ihre Zeugenbefragungen und Vorträge, davon hatte Samsung gestern nur noch eine Dreiviertelstunde übrig, während Apple noch 4 Stunden zur Verfügung hatte. Aber auch das erscheint für 22 Zeugen sehr knapp. Die Anwälte versicherten jedoch, dass sie das genau durchgerechnet hätten und die Befragungen fielen dann auch entsprechend kurz aus.
Samsung legte gestern dann auch seine Schadensersatzforderung gegen Apple vor: 421,8 Millionen Dollar werden von Apple gefordert. Gegenüber den 2,5 Milliarden Dollar, die Apple von Samsung haben möchte eine fast schon bescheidene Forderung. Offen bleibt jetzt die Frage, ob das Gericht hier entscheiden wird oder ob das vom Gericht nachdrücklich angeregte Gespräch zwischen den beiden Unternehmen doch noch eine Einigung bringen werden.
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