Laut Bloomberg-Quellen arbeitet Apple angeblich darauf hin die Intel-CPUs in seinen Macs in Zukunft durch eigene CPUs auf ARM-Basis zu ersetzen, wie sie auch schon in iPhones und iPads zum Einsatz kommen. Dabei handelt es sich aber um einen langfristigen Plan, zu dessen Umsetzung noch einiges an Arbeit geleistet werden muss.

Arbeitet Apple an eigenen CPUs für Macs?

Mit Prozessorarchitektur-Wechseln auf der Mac-Plattform hat Apple bereits Erfahrung: Von Motorolas 68000er Architektur zum PowerPC, der anfangs gemeinsam von Apple, Motorola und IBM entwickelt wurde und dann 2005 von PowerPC zu Intel. Für die Nutzer liefen beide Änderungen relativ unspektakulär ab: Während die ersten PowerPC CPUs auch 68k-Code verarbeiten konnten, sorgte beim Wechsel auf Intel eine Software namens Rosetta im System für eine Übersetzung alten PowerPC-Codes für die Intel-Prozessoren.

Ein Wechsel von Intel zu eigenen CPUs auf ARM-Basis ergäbe aus aktueller Sicht vor allem aus zwei Gründen Sinn für Apple:

Energieeffizienz

Prozessoren auf ARM-Basis sind weniger leistungshungrig als die CPUs von Intel, dabei aber auch bislang weniger leistungsstark. Hier liegt einerseits die Chance für noch kleinere und leichtere MacBooks, aber eben auch das Problem für Apple: Auf Macs werden sehr häufig deutlich leistungshungrigere Applikationen genutzt als auf Smartphones und Tablets, zum Beispiel Grafik- und Videobearbeitung.

Einheitliche Plattform

Eine einzige CPU-Plattform für alle Geräte vom Smartphone bis zum Desktop würde es Apple erleichtern ein einheitliches Benutzererlebnis zu liefern. Es ist ja schon heute zu beobachten, dass sich Mac OS X und iOS sowohl optisch als auch bei der Funktionalität annähern – so könnten die beiden Systeme vollends zusammenwachsen. Apps, die sowohl auf dem Smartphone als auch dem iMac laufen können würden dieses Zusammenwachsen noch deutlicher machen. Wobei aber für die reine Lauffähigkeit von iOS-Apps auf Intel-Macs auch eine Emulation eine Option wäre.

Ob Apple diesen Schritt nun wirklich geht oder nicht wird sich noch zeigen, man sollte sich lieber noch nicht auf neue MacBook-Tablet-Hybrid-Geräte freuen. Möglich auch, dass diese Gerüchte nicht ganz ohne Apples Zutun jetzt auftauchen, begleitet von Anmerkungen, wie unzufrieden Apple mit den Intel-CPUs in Sachen Energieeffizienz war als es um das neue MacBook mit Retina-Display ging. Unter Umständen handelt es sich also nur um einen Warnschuss in Richtung Intel, eine Motivationshilfe bei der CPU-Entwicklung in Hinblick auf die von Apple gewünschten Eigenschaften.

Zwar könnte Intel es beim Umsatz ganz gut verkraften Apple als Kunden zu verlieren – für das Image wäre es aber sicherlich ein herber Schlag.

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  • Christian Koch

    warum nicht ein A6 Prozessor für normale Aufgaben (90% wird meistens ja eh nur websurfing, textverarbeitung etc. sein)

    Für den Rest gibs dann zumindest am anfang nen i5 Prozessor, der optional zugeschaltet wird.

    Ich glaube Asus hat nen ähnliches Konzept mal in nem Tablet oder so vorgestellt

    • Rene_K

      Wie willst Du bitte 2 verschiedene Systeme auf 1 Mainboard unterbringen?

      Ein A6-Prozessor einfach drauf löten und gut geht nicht. Da spielt die Speicheranbindung oder die Interfaces zu North- und Southbridge ne gewaltige Rolle. Während das beim i5 alles noch vorhanden sein muss, hat der A6 vieles integriert, anderes gar nicht (zB PCI oder SATA)

      Entweder das System wird ganz umgestellt oder gar nicht. Und auf eine Zwischenlösung à la PCI-Karte mit Zusatzprozessor wird man ganz sicher nicht machen.

  • Yannick Miethke

    Das war’s dann mit Hackintosh

  • http://www.geekwave.de/ Felix

    Diese Story gibts übrigens schon über ein Jahr bei Semiaccurate, erst vor ein paar Wochen auch noch nen zweiten Post zu dem Thema:
    http://semiaccurate.com/2011/05/05/apple-dumps-intel-from-laptop-lines/
    http://semiaccurate.com/2012/09/24/an-update-on-apple-moving-away-from-intel/

    Auch Anand von Anandtech hat das in einem Artikel nebenbei erwähnt:
    “There’s even more reason to worry if the post-Steve Apple/Intel relationship has fallen on tough times. While I don’t share Charlie’s [Autor bei Semiaccurate, Anm. d. Verf.] view of Apple dropping Intel as being a done deal, I know there’s truth behind his words.”
    http://www.anandtech.com/show/6355/intels-haswell-architecture

  • http://www.facebook.com/patrick.tschumi.1 Patrick Tschumi

    Ich war ja schon immer jemand der seine Tower selber zusammengebaut hat,jetzt hab ich mir aber für Unterwegs ein Mac Book Pro Retina 15 Zoll gekauft.Aber wenn die jetzt echt auf eigene Prozessoren setzen dann wird mein nächstest Ultra Book oder Laptop(Der neue Mac Book pro ist ja so Dünn)nicht mehr von Apple sein.

  • horst

    Dann müssten ja nur die meißten professionellen Anwendungen komplett neu geschrieben werden, und ein und dasselbe UI von Smartphones bis zu 30zoll Bildschirmen hört sich auch nach murks an … abgesehen davon dass Intel zur Zeit die besten Prozessoren herstellt und Apple es als “Neueinsteiger” natürlich auf anhieb noch besser macht .-. von daher glaube ich das noch nicht so wirklich.

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