Auf der IFA 2012 in Berlin konnte man das Archos 101XS bereits bestaunen. Vor ca. 3 Wochen ist ein Testgerät bei mir gelandet und seitdem im Dauereinsatz. Ein 10,1 Zoll große Tablet mit einem im Lieferumfang erhältlichen Tastaturdock, das gleichzeitig als Displayschutz dient. Mit guter Verarbeitung, einer vollwertigen Tastatur und einen günstigen Preis will Archos Marktanteile bei Android-Tablets ergattern.

Archos 101XS Tablet im Test

Archos war schon immer für günstige Geräte bekannt. Oftmals haperte es allerdings an der Qualität und der Verarbeitung. Mit dem 101XS will man das anders machen. Und es scheint ihnen auch gelungen zu sein.

Archos 101 XS Tablet mit Displayschutz / Tastatur

Archos 101 XS Tablet mit Displayschutz / Tastatur

 

Der deutlichste Unterschied ist die Tastatur, die zum einen die Eingabe von längeren Texten erleichtert und zum anderen bei Nichtgebrauch auch als Displayschutz dienen soll. Anders als die Mitbewerber hat man sich bei Archos für viel Weiß mit etwas Grau entschieden. Das Tablet wirkt hochwertig und fasst sich gut an.

Technische Daten

  • Abmessungen Tablet: 273 mm x      170 mm x 8 mm (+5 mm für Tastaur).
  • Gewicht 600 g / +200 g Tastatur
  • Displaygröße 10,1 Zoll
  • Auflösung 1.280 x 800 Pixel      (149 ppi)
  • Cortex A9 Dual-Core mit 1,5 GHz
  • 1 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher      (erweiterbar mit microSD-Karte bis zu 128 GB)
  • Android 4.0.4
  • Micro-USB
  • Mini-HDMI
  • Keine Kamera auf Rückseite
  • 720p Kamera in der Front
  • 6.800 mAh Lithium-Polymer Akku

Ganz klar: Archos kommt an die hohe Auflösung des erst kürzlich erschienenen Nexus 10 Tablets mit 300 ppi nicht heran. Für das Surfen und allgemeine Office Arbeiten reicht es hingegen vollkommen aus. Ebenfalls unerreicht ist der Akku. Das Nexus 10 besitzt einen 9.000 mAh starken Akku (ebenfalls Li-Po). Für die normale Benutzung hingegen reicht der im Archos verbaute Akku locker für einen Tag bei intensiver Benutzung.

Look & Feel

Das Archos 101XS kommt in einer wertigen Verpackung und fasst sich gut an. Der verwendete Kunststoff wirkt nicht billig. Die Rückseite des Tablets besteht aus Metall mit dem Archos-Schriftzug. Dieser findet sich auch auf der Unterseite der Tastatur wieder.

Einziger Kritikpunkt ist der kaum fühlbare Power-Button, den man immer wieder suchen muss und der direkt daneben befindliche Lautstärkeregler, der beim Testgerät eher locker eingesetzt ist und immer wieder leicht klappert.

Anschlüsse am Archos 101 XS

Anschlüsse am Archos 101 XS

Anders als bei Asus hat Archos die mitgelieferte Tastatur nicht mit einer zusätzlichen Batterie ausgestattet. Dafür ist die Tastatur deutlich dünner (5 mm). Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass bei der Archos-Tastatur ein Ständer hochgeklappt werden muss, der das Tablet fixiert. Das Andocken des Tablets wird durch Magnete erleichtert. Ohne großartige Genauigkeit findet das Tablet fast von alleine die richtige Position, um sich mit der Tastatur zu verbinden. Was im Vergleich mit den Tastatur-Docks fehlt, ist ein Trackpad. Die Positionsauswahl beispielsweise in Texten muss über eine Touchgeste auf dem Display erfolgen. Das schmälert ein wenig die Bequemlichkeit.

Anschluss für die aturTast

Anschluss für die Tastatur

Wenn Tablet und Tastatur miteinander verbunden sind, sitzt alles. Hier ist keine Lücke oder Spiel vorhanden. Die ausreichend starken Magnete sorgen für Halt. Problematisch kann es werden, wenn das so zusammengebaute Tablet auf dem Schoß benutzt werden soll. Durch die eher weiche Unterlage kann es vorkommen, dass das Tablet den Kontakt zur Tastatur verliert. Eine feste Unterlage ist also nötig.

Die Tastatur ist ziemlich schmal, was einer gewissen Eingewöhnungsphase bedarf. Die Tasten haben einen sehr guten Druckpunkt und hinterlassen insgesamt einen sehr guten Eindruck. Auch nach längerem Benutzen ist das Arbeiten am Archos 101XS angenehm zu bewerkstelligen. Archos fand im Tastaturlayout sogar noch Platz für einige spezielle Tasten, um Android besser bedienen zu können. So lässt sich die Helligkeit des Displays einstellen. Die drei Software Buttons für zurück, Home und die Auflistung der benutzten Anwendungen sind ebenfalls über die Tastatur aufrufbar. In einzelnen Apps lassen sich mittels Taste auch die Optionen aufrufen. Bluetooth und WLAN sind ebenfalls auf Tastendruck ein- und ausschaltbar.

Nahaufnahme Tastatur

Nahaufnahme Tastatur mit Tasten für Meldungen, Bluetooth und W-LAN

Wenn das Tablet nicht benutzt oder transportiert werden soll, werden einfach Tablet und Tastatur aufeinander gelegt. Durch die integrierten Magnete, die einmal um die Tastatur herum und um das Display laufen, finden beide Teile einfach zueinander. Dabei sind die Magnete so stark, dass sich Tastatur und Display beim Transport nicht versehentlich voneinander lösen.

Die Glasoberfläche des Displays ist ein wenig tiefer als der restliche Rahmen. Somit stellt Archos sicher, dass die Tastatur nur den Rahmen des Tablets berührt und das Glas nicht verkratzt. Bisher hat dies auch wunderbar funktioniert. Das Tablet ist bei mir seit knapp einer Woche im Einsatz und wurde häufiger im Rucksack und in anderen Taschen transportiert. Bisher gab es nicht einen Kratzer auf der Glasoberfläche.

Nahaufnahme Display

Nahaufnahme Display

Android ist nahezu unverändert in Version 4.0 auf dem Tablet in Betrieb. Dabei hat der Hersteller einige eigene Apps hinzugefügt. Ein Datei-Manager ist dabei, wie auch Archos Remote, mit der man andere Archos–Geräte steuern kann. Eine Media-Server-App ist ebenfalls dabei.

Der von Archos verbaute Akku mit seinen 6.800 mAh hätte großzügiger ausfallen können. Im Durchschnitt hielt eine Akkuladung für ca. 10 Stunden im WLAN durch. Ein Tag im Büro oder in der Uni sollte also ohne Steckdose drin sein.

Tablet mit Tastatur verbunden

Tablet mit Tastatur verbunden

Archos hat nur auf einer Seite des Frontrahmens einen Lautsprecher eingebaut. Auf der anderen Seite befindet sich die Frontkamera. Der Klang des Lautsprechers ist akzeptabel. Anstatt die Kamera gegenüber des Lautsprechers zu verbauen, hätte Archos allerdings besser einen zweiten Lautsprecher einbauen und die Kamera an einer anderen Stelle positionieren sollen.

Ein vollwertiger Laptopersatz?

Auch wenn dieser Artikel mit dem Archos 101XS entstanden ist, so ist ein Android-Tablet noch kein perfekter Ersatz für einen Laptop. Ein Manko an Android allgemein ist, dass bei diesem Betriebssystem einfach noch zu wenige Tablet-optimierte Apps vorhanden sind. Apples iPad ist da schon deutlich weiter. Tabellenkalkulation über Google Drive ist auch auf dem Archos Tablet ein Graus. Lösungen von OfficeSuite 6 Pro zum Beispiel sind da besser. Für Blogger, die auf WordPress setzen, gibt es eine offizielle Lösung. Diese ist allerdings für Tablets weniger geeignet, da sie lediglich vergrößert dargestellt wird und nicht in dem Umfang genutzt werden kann, wie man es vom Backend von WordPress gewöhnt ist. Ein Wechsel in den Browser ist in diesem Fall die bessere Wahl.

Das Archos 101XS ist ein leichtes, schickes, elegantes und dabei qualitativ hochwertiges Tablet geworden, das mit seiner flachen und sehr guten Tastatur glänzen kann. Der Preis von derzeit rund 350 Euro ist vollkommen gerechtfertigt für das, was man geboten bekommt. Schärfster Konkurrent ist (natürlich) das Nexus 10 Tablet, das bereits mit seinem sensationellem Display und der deutlich größeren Auflösung von 2.560 x 1600 Pixeln und 300 ppi punktet. Hinzu kommt der “Kampfpreis” von 399 Euro beim Google-Tablet, der es anderen Herstellern von Android-Tablets schwer machen wird, die eigenen Modelle loszuwerden. Einzig bei der Tastatur hat das Nexus 10 das Nachsehen: Für dieses Gerät gibt es bisher keine Docking-Tastatur. Ein klares Argument für das Archos, wenn man häufiger längere Texte schreiben möchte.

P.S. Anmerkung der Redaktion: Dies ist der erste Testbericht unseres Gastbloggers Jens und von daher freuen wir uns natuerlich auf euer Feedback!

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  • Pingback: Anonymous

  • Julian

    guter Test! Hat irgendwie was von “The Verge” find ich gut :)
    Video würde ich aber immer gerne sehen damit man sich das noch besser vorstellen kann was man da sieht!

    • http://www.facebook.com/metalmatze1234 Along Came Morgi

      wegen dem hübschen holztisch^^

  • Pingback: Archos 101XS im Test

  • LinHead

    Danke für den Bericht. Weiter so!

    Ist ein interessantes Gerät für mich. Ich suche noch nach einer günstigen Möglichkeit während einer Sitzung ein Protokoll zu erstellen etc. Dafür brauche ich auch keine volle Officefunktionalität. Es scheint als sei Archos hier auf einem guten Weg.

    Und danke dafür, dass wir uns hier kein Unboxing ansehen müssen.

  • Tuan

    Sehr gute Fotos vor allen Dingen! Bei manchen Testberichten sehen die Geräte schon so unattraktiv mit Blitzlicht abfotografiert aus das einem das Grauen überkommt…

    Finde das wie hier gemacht sehr gut, ähnlich auch bei Ultralinx oder the Verge zu sehen zwei berühmten englischen Seiten :)

  • Fabian

    Top Bericht

  • Andreas Voetz

    Sehr schön… kein nerviges gestottere in Videos, sondern schöne Bilder, die man auf sich wirken lassen kann.

  • Pingback: Archos 101XS Review: Gutes Tablet, aber kein Laptop-Ersatz - TabletCommunity.de

  • Jens Lehmann

    Liebe Leute, habt vielen lieben Dank für die Kommentare. hatte eigentlich mit einem eher anderem Feedback gerechnet. Umso besser, wenn es anders gekommen ist :-)

    Nur noch ergänzend zur Info:

    Die Bilder (danke für den Vergleich mit The Verge, das geht runter wie Öl) wurden mit einer Nikon D90 und einem Nikon AF-S Micro-Nikkor 105mm 1:2,8G VR Objektiv gemacht.

  • Leon Schumacher

    Nice. Aber Video ist ein Muß! Bilder sind nicht so wichtig, ich will mehr Fakten. Etwas mehr Text. Look & Feel ist nice, aber mehr Infos zu Leistung, Display etc.

  • ausweichschraube

    Finde den Bericht auch richtig gut … aber:

    Ich bin leider nicht mit dem Fazit einverstanden.
    Denn erstens: Wildert dieses Archos Tab nicht im Markt von Tabs “mit Tastatur” herum? Das heißt für mich, dass das N10 grundsätzlich ausgenommen ist und z.B. ein Asus Slider oder Asus Transformer die eigentlichen Mitbewerber darstellen.

    Preislich ist es diesen natürlich überlegen, jedoch bietet ein TF300t eine längere Akkulaufzeit.
    Zweitens: Wenn schon das sehr potente N10 herangezogen wird: Wer würde sich denn wirklich die “nur 16GB” Variante kaufen, wenn Sascha in seinem Nexus 7 Spiele Test schon feststellt, dass mit ein paar aktuellen, installierten Spielen die 16GB zum Großteil voll sind. Das Archos ist erweiterbar und um solch ein Tab wirklich nutzen zu können, würde ich mindestens 32GB nehmen. Und die liegen beim N10 in einer anderen Preisliga!
    Und zum Schluß musste ich auch gerade wieder einen sehr eklatanten Unterschied feststellen: Das Archos ist lieferbar, das Nexus 10 nicht.
    Das finde ich auch nicht gut, ist aber (leider) bei Google momentan normal …

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