Mit seinem 7 Zoll Android-Tablet GamePad will Archos die noch immer, bis auf wenige Ausnahmen, geschlossene Linie der Spielekonsolen aufbrechen. Konsolen zum Daddeln erfreuen sich trotz Konkurrenz durch Smartphones und PCs noch immer großer Beliebtheit. Viele Anwender wollen sich keine Gedanken um Kopierschutz oder Treiber machen oder mit dem Finger auf dem Display kleben, sondern einfach Start drücken und zocken. Ob das Archos GamePad Tablet tatsächlich das Zeug zur portablen Android-Spielekonsole hat, verraten wir euch im Test.

Test Archos GamePad 7-inch Tablet

Hardcore-Konsolen- oder -PC-Gamer werden über die aktuelle, grafische Umsetzung bei Spielen für Mobilgeräte wie Smartphones zwar müde lächeln, aber sie sind handlich und man hat das Handy immer dabei. Und inzwischen bieten Geräte der Oberklasse auch für Spiele, die grafisch nach mehr Leistung verlangen, eine passable Performance. Warum sich also überhaupt noch eine Spielekonsole oder ein Gaming-Tablet zulegen? Die Frage muss jeder für sich individuell beantworten, aber offenbar will sich nicht jeder mit für kleine Touchscreens optimieren Spielen zufrieden geben. So hatte jüngst beispielsweise das Startup Ouya mit einer neuen Spielekonsole einen Kickstart hingelegt und statt der angepeilten 950.000 US-Dollar innerhalb von 28 Tagen satte 8,6 Millionen Dollar aufgebracht.

Archos GamePad Tablet Test

Archos geht einen eigenen Weg und kombiniert bei seinem GamePad zum aktuellen Preis von rund 150 Euro ein 7″-Tablet inklusive 14 physikalischen Steuerelementen und 2 analogen Thumb-Sticks wie bei einer Spielekonsole für mobiles Gaming. Mit dem Mapping Tool von Archos lassen sich die Bedienelemente des GamePad für Games individuell einstellen. Zusammen mit dem riesigen Spieleangebot auf Google Play soll das GamePad den mobilen Spielemarkt als tragbare und multifunktionale Spielkonsole für Android aufmischen. Ob das gelingt? Alternativen wie das JXD S7300 des chinesischen Anbieters JinXing Digital Co. Ltd. stehen zwar für Mitte Januar 2013 in den Startlöchern, Archos liefert sein GamePad aber inzwischen aus und hat sogar bereits das erste Firmware-Update herausgegeben.

Ausstattung und Gehäuse

Unser Testgerät von Archos’ GamePad bietet als Ausstattung einen in 40nm-Prozesstechnologie hergestellten ARM Cortex-A9 basierten Dual-Core-Prozessor des Typs Rockchip RK3066 (1,6 GHz), eine Quad-Core-Grafik Mali-400 MP4 und 1 GByte Hauptspeicher. Der Systemspeicher ist mit 8 GByte für ein Spiele-Tablet sehr mager bemessen. Aktuelle Spiele wie Modern Combat 4: Zero Hour von Gameloft bringen es schnell auf 2 GByte. Ohne Root und entsprechende Anpassungen lässt sich externer Speicher nicht zum Auslagern nutzen. Mit GTA Vice City, NfS: Hot Pursuit, MC4: Zero Hour und den üblichen Benchmark-Apps sind ruckzuck nur noch ein paar hundert MByte frei. Weitere Details hierzu im Abschnitt Software, Steuerelemente und Gaming.

Das 7″-TN-Display (kapazitiver 5-Punkt-Multitouch-Screen) löst mit 1.024 x 600 Pixeln auf. Als OS läuft Android 4.1.1 Jelly Bean. Zudem verfügt das Gaming-Tablet über micro-USB 2.0, einen Mini-HDMI-Ausgang, eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Headset oder Ohrhörer, einen microSD-Slot für Speicherkarten mit bis zu 64 GByte, WLAN, eine 0,3-MP-Kamera mit Mikrofon an der Vorderseite, Lautsprecher, G-Sensor und einen Lithium-Polymer-Akku. Bluetooth hat das GamePad nicht an Bord.

Technische Daten Archos GamePad 7 Zoll Tablet

  • Betriebssystem: Android 4.1.1 Jelly Bean
  • Prozessor: ARM Cortex-A9, Dual-Core, Rockchip RK3066, 1,6 GHz
  • Hautspeicher: 1 GByte
  • Systemspeicher: 8 GByte Flash, erweiterbar mit microSD-Karten bis 64 GByte (SDXC)
  • Grafikeinheit: ARM Mali-400 MP4, Quad-Core
  • Display: 7 Zoll, TN-Panel, kapazitiver 5 Punkt Multitouch-Screen, 1.024 x 600 Pixel, 170 ppi
  • Kameras: Vorderseite, 0,3 MPixel, 640 x 480 Pixel
  • Kommunikation: WLAN 802.11b/g/n
  • Schnittstellen: Micro-B USB 2.0, Mini-HDMI-Ausgang, eingebaute Lautsprecher
  • Controller: Steuerkranz | A-, B-, Y-, X-Tasten | L1-, L2-, R1-, R2-Tasten | 2 Analog-Sticks | Auswahl-, Start-Taste
  • Sonstiges: G-Sensor, integriertes Mikrofon und Lautsprecher, Mapping Tool
  • Akku: Lithium-Polymer
  • Abmessungen: 229,8 x 118,7 x 15,4 Millimeter
  • Gewicht: 330 Gramm
  • Zubehör: Benutzerhandbuch, Garantie- und Sicherheitshinweise, Ladegerät und USB-Kabel

Auf die Waage bringt das Archos GamePad im Test 330 Gramm. Damit bleibt das Spiele-Tablet mit 7-Zoll-Display angesichts der seitlichen Verbreiterungen in Form der zusätzlichen Steuerelemente recht leicht. Zum Vergleich: Das 7″-Tablet Kindle Fire von Amazon.com stemmt satte 400 Gramm auf die Waage. Der Kindle Fire HD rund 395 Gramm. Und Googles Nexus 7 bringt es ohne seitliche Controller ebenfalls schon auf 340 Gramm. Das Zubehör im Karton des GamePad fällt sehr übersichtlich aus. Neben einem gedruckten Benutzerhandbuch, den Garantie- und Sicherheitshinweisen findet sich noch ein USB-Kabel und ein Ladegerät.

Verarbeitung und Schnittstellen

Bei der Verarbeitung und Qualitätsanmutung präsentiert sich das GamePad wie andere Tablet-Serien von Archos. Die verwendeten Kunststoffmaterialien sind sauber verarbeitet, aber leider auch recht anfällig für Kratzer. In Anbetracht der übrigen Ausstattung geht die Chassisqualität für ein 150-Euro-Tablet aber in Ordnung. Archos spendiert dem GamePad einen in dieser Preisklasse nicht überall anzutreffenden Mini-HDMI-Ausgang. Damit kann das GamePad als HD-Videozuspieler für ein TV-Gerät genutzt und auch via Fernseher gespielt werden.

Den hierfür notwendigen Mini-HDMI-Adapter oder ein entsprechendes HDMI-Kabel (Mini-HDMI C-Stecker auf HDMI A) muss man sich aber separat dazu kaufen. Klasse: Das Tablet-Display wird bei TV-Wiedergabe nicht abgeschaltet. Dank USB-Host-Funktionalität kann der Anwender mit dem GamePad zudem problemlos eine externe USB-Maus oder -Tastatur, USB-Speicher und sogar einen UMTS-Surfstick verwenden. Unser UMTS-Surfstick HSUPA USB-Stick MF110 von ZTE Corporation (1und1 Surfstick) funktionierte auf Anhieb.

Archos GamePad Tablet Test

WTF? Sieht ungewöhnlich aus, funktioniert aber auch am GamePad: PC-Gaming-Hardware wie das Roccat Isku Illuminated Gaming Keyboard.

Achtung: Nicht funktioniert haben beim Anstecken unsere externen 2,5″-Festplatten vom Typ WD My Passport 500 GByte und Seagate FreeAgent Go 500 GB ohne eigene Stromversorgung. Beide HDDs wurden nicht initialisiert. Bei geringer Akkukapazität schaltete sich das GamePad im Test ohne Vorwarnung komplett ab. Die “dicke” 3,5″-HDD WD My Book 3.0 (1 TByte) mit eigener Stromquelle wurde hingegen sofort erkannt. Just for Fun probierten wir auch waschechte PC-Gaming-Hardware am 7″-Tablet aus.

Sowohl die Gaming-Maus Roccat Kone Pure (8.200 dpi Lasersensor) als auch die blau beleuchtete, riesige Gaming-Tastatur Roccat Isku funktionierten mit dem GamePad tadellos (siehe Video).

Archos GamePad Test

Display und Multimedia

Das Archos GamePad integriert statt einem IPS-Display ein einfaches und spiegelndes 7 Zoll großes TN-Panel. Die Auflösung beträgt 1.024 x 600 Pixel. Bei der 9-Zonen-Leuchtdichtemessung mit dem Gossen Mavo-Monitor USB erreichte das GamePad eine maximale Leuchtdichte von 188,2 cd/m², im Durchschnitt rund 171 cd/m². Das ist nicht besonders hell, hinsichtlich der Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung ergaben sich aber ordentliche 81 Prozent. Als Schwarzwert ermittelten wir 0,22 cd/m², der Kontrast ist entsprechend 848:1.

Leuchtdichteverteilung Archos GamePad Tablet in cd/m²

Die Blickwinkel, bei denen ein kommodes Ablesen des TN-Panels möglich ist, sind sehr klein und im Freien sowie bei hellem Umgebungslicht ist nur wenig auf der Anzeige zu erkennen. Ein IPS-Display würde zu einem Gaming-Tablet wie dem GamePad deutlich besser passen.

Für die Soundkulisse beim Daddeln oder zur Musikberieselung hat das GamePad von Archos an der Vorderseite, links und rechts in den Controller-Wings, zwei kleine Lautsprecher eingebaut. Angesichts der geringen Größe machen die Miniquäker auch eine Menge Lärm. Wer aber richtig guten Sound genießen will, der greift in dieser Geräteklasse eher zu Ohrhörern oder Kopfhörer, die sich via 3,5-mm-Audiobuchse anschließen lassen. Auch via HDMI am TV-Gerät gibt es klasse Sound. Für Videochats ist an der Vorderseite eine kleine 0,3-MP-Kamera (640 x 480 Pixel) vorhanden.

Benchmarks und Leistung

Das Archos GamePad schlägt sich angesichts des günstigen Preispunkts von rund 150 Euro bei der Gesamtleistung im Test sehr gut. Bei allen Apps, Anwendungen und beim Spielen wirkte das ICS-Tablet mit seinem Dual-Core RK3066 von Rockchip und der Quad-Core Mali-400 MP4 von ARM gut motorisiert. Da Archos eine aktualisierte Firmware (FW) vom 27. Dezember als RK30_ANDROID4.1.1-SDK-v1.00.00V1.0.29.JRO03H.20121220.155836 mit Bugfixes releast hat, haben wir zur Kontrolle alle Benchmarks und Tests mit dem GamePad nochmals gemacht. Archos nennt bei den Änderungen der neuen Firmware zwar keine Leistungsoptimierungen, allerdings erreichte unser GamePad mit der jüngsten FW etwas höhere Benchmarkwerte. Die Details findet ihr in den unten angefügten Screenshots.

Im Storage-Benchmark AndroBench3 lag das GamePad in etwa gleichauf mit Tablets wie dem Amazon Kindle Fire HD 7 und Google Nexus 7. Im Geekbench 2 mit 1.075 Punkten ebenfalls im Mittelfeld aktueller 7″-Tablets. Den AnTuTu Benchmark v3.0.3 meisterte das GamePad mit einem hohen Total Score von 12.293. Bei Rightwares Gaming-Benchmark Basemark ES 2.0 zur Prüfung der Spieleleistung mit OpenGL ES 2.0 war der Rockchip RK3066 des GamePad mit 46,6 fps ebenfalls sehr flott unterwegs. Im GLBenchmark 2.5 Egypt HD Fixed Timestep Offscreen (1080p) kratzte das GamePad hingegen lediglich an der 10-fps-Marke. Dafür schaffte das Archos-Tablet im Bench NenaMark 2 v2.4 fast 60 fps.

Benchmarks mit Firmware vom 27.12.2012:

In den Browser-basierten Benchmarks erreichte das GamePad im Vergleich zu den übrigen aktuellen Tablets durchweg sehr gute Werte. RightWares Browsermark 2.0 absolvierte das GamePad mit einem Score von 1.389. Im Google V8 Ver. 7 schaffte das Android-Tablet von Archos einen Score von 1.806. Der Javascript-Benchmark SunSpider 0.9.1 des Webkit-Teams lag dem GamePad und seinem Rockchip RK3066 ebenfalls. Mit 1.191,6 ms ist das GamePad im Vergleich zur übrigen 7-Zoll-Konkurrenz sehr gut im Rennen.

Benchmarks mit Original-Firmware:

Insgesamt lieferte das Archos GamePad im Test sowohl bei den synthetischen CPU- als auch in den GPU-Benchmarks eine solide Gesamtleistung ab. Auch die Performance des integriertes Speichers des GamePad von Archos lag auf Augenhöhe mit der übrigen 7-Zoll-Konkurrenz.

Ergebnisse und Werte Benchmarks Archos GamePad (FW 27. Dezember):

  • AnTuTu Benchmark 3.0.3: 12293
  • AndroBench3: Seq. Read 14,55 MB/s | Seq. Write 28,43 MB/s | Ran. Read 11,34 MB/s | Ran. Write 0,34 MB/s
  • Basemark ES 2.0: 46,61 fps
  • Browsermark 2.0: 1389
  • Geekbench 2: 1075
  • GLBenchmark 2.5.1: 2.5 Egypt HD Fixed Timestep Offscreen 9,7 fps
  • Google V8 Ver.7: 1806
  • Google Octane v1: 1651
  • Linpack for Android v1.2.8: Single 52,07 | Multi 78,67
  • NenaMark 2 v2.4: 59,8 fps
  • Quadrant Standard: 4391
  • Smartbench 2012: Prod. Index 3269 | Gaming Index 2211
  • SunSpider 0.9.1: 1191,6 ms
  • Vellamo Mobile Benchmark 2.0: HTML5 1536 | Metal 508

Software, Steuerelemente und Gaming

Als Betriebssystem kommt bei Archos’ GamePad das OS Android 4.1.1 Jelly Bean von Google zum Einsatz. Wie bereits in Sektion Benchmarks und Leistung beschrieben, hat Archos für das Spiele-Tablet eine neue FW mit Datum vom 27.12.2012 zur Verfügung gestellt. Auch das Mapping Tool für das GamePad wurde aktualisiert. Alles prima, allerdings leidet das GamePad auch mit der aktuellsten Firmware weiter unter Platzmangel beim internen 8 GByte Speicher. Zwar lassen sich Fotos und Videos auf einer externen Speicherkarte bunkern, aktuelle Spiele wie Need for Speed Most Wanted werden aber auf der internen Systempartition installiert. Da fallen schnell mal eben 2 GByte Speicherbedarf an – pro Spiel versteht sich.

Ohne Root und entsprechende Anpassungen lassen sich externe microSD-Speicherkarten nicht zum Auslagern nutzen. Im Test war nach der Installation von GTA Vice City, NfS: Hot Pursuit, MC4: Zero Hour, den üblichen Benchmarks und den vorinstallierten Apps weniger als 1 GByte Speicherplatz frei. In einem Durchgang konnten wir daher immer nur ein paar der angesagtesten Spiele checken. Danach war Löschen angesagt, um wieder Platz freizuschaufeln. Inzwischen findet sich in einschlägigen Foren aber bereits gerootete Firmware für das GamePad, mit der sich externer Speicherplatz einbinden lässt. Ein Link ist ganz unten bei den Quellenangaben zu finden.

Hier ein paar Größen der Grundpakete aktueller Games:

Archos GamePad Tablet Test

Neben den üblichen Android-Apps hat Archos dem GamePad auch ein paar Applikationen aus eigenem Hause, wie Archos Remote Control, den Archos System Monitor, File Manager oder auch den Archos Media Center spendiert. Speziell für das GamePad als Android-Tablet und Spielkonsole ist das Mapping Tool an Bord. Damit lassen sich die beiden analogen Sticks und die übrigen 14 physikalischen Bedienknöpfe der beiden Controller-Wings auf der Frontseite für jedes virtuell gesteuerte Game mappen. Dazu im Folgenden noch mehr.

Steuerelemente

Zunächst aber zu den Bedienelementen des GamePad. Das Layout weicht von “klassischen” Game-Controllern ab und orientiert sich mehr an erfolgreichen portablen Spielekonsolen wie der Sony PS Vita. Am GamePad findet sich links ein Steuerkranz (Einzelknöpfe), auf der rechten Seite die A-, B-, Y-, X-Tasten. Darunter die L2- und R2-Tasten, L1 und R1 sind als Schultertasten an der oberen Kante der Controller-Wings platziert. Die beiden Analog-Sticks finden sich auf den Seiten etwas unterhalb der Mitte. Darunter dann links die Auswahl-, rechts die Start-Taste sowie auf jeder Seite ein integrierter Lautsprecher. Ein Vibration-Feedback gibt es nicht.

Das GamePad liegt mit seinem geringen Gewicht als Tablet gut in der Hand. Laut Archos soll das GamePad mit der Mapping Tool App als Android-Spielekonsole für eine Menge Spielspaß sorgen. So zumindest die Theorie. Allerdings dauerte es doch einige Zeit und ein paar Extrarunden in typischen Konsolenspielen und aktuellen Android-Games, bis wir mit den Steuerelementen des Tablets zurecht kamen.

Archos GamePad Tablet Test

Bei den ersten Tests mit der “alten” Firmware und einer früheren Version der App präsentierte sich das Mapping Tool aber recht zickig und reagierte teilweise unzuverlässig auf Eingaben. Zwar sorgen das einfache Interface sowie Drag und Drop tatsächlich dafür, dass sich Spiele schnell mappen lassen, allerdings empfanden wir die Umsetzung in schnellen Gefechten als teilweise störrisch. Gleichzeitiges Drücken mehrerer individuell zugewiesener Buttons und das Ansprechverhalten der Analog-Sticks funktionierten nicht zufriedenstellend.

Mit dem FW-Update vom 27. Dezember und der neuesten Version der Mapping Tool App behebt Archos nun Fehler bei der Tasten- und Sticksteuerung sowie der Mapping-Funktionalität. Soweit wir das nach dem Update und dem erneuten, aber kürzeren Absolvieren des aufwändigen Testparcours sagen können, reagieren jetzt sowohl Buttons als auch die Analog-Sticks deutlich präziser und vor allem sehr zuverlässig auf Eingaben.

Gaming

Für Smartphones und konventionelle Tablets sind neben zahlreichen Android Apps, wie virtuellen Game-Controllern oder der Sixaxis Controller App (Dancing Pixel Studios) für Sixaxis und DualShock 3 von Sony, auch zahlreiche weitere Hardware zum komfortableren Daddeln erhältlich. So tummeln sich mittlerweile zahlreiche Bluetooth-Gamepads wie beispielsweise der Moga Mobile Gaming System Controller von PowerA, der auch direkt von Modern Combat 4 unterstützt wird oder Snakebytes idroid:con Bluetooth-Controller auf dem Markt. Erst im Dezember 2012 hat auch Hama seinen kabellosen CreeDroid-Controller für Smartphones und Tablet-PCs vorgestellt. Allerdings werden auch diese Gamepads noch längst nicht von allen Android-Spielen unterstützt.

Bei unserem Spiele-Tablet GamePad im Test liefen Emulatoren wie N64oid (Mupen64plus Port auf Android), GENPlusDroid (Sega Genesis und Sega Master System) oder SNESDroid (Super Nintendo Port) und Spieleklassiker wie Donkey Kong Country, Mario Kart, Super Mario, Mortal Kombat, Sonic the Hedgehog oder The Legend of Zelda im zweiten Testdurchlauf mit aktualisiertem Mapping Tool hingegen problemlos. Auch das automatisches Laden der Mapping-Profile – soweit vorhanden – beim Starten populärer Spiele funktionierte tadellos.

Allerdings haben wir bei verschiedenen Apps dann doch erneut selber Hand angelegt und die Steuerung an unsere Vorlieben angepasst. Einen Link zu einer Zusammenstellung der von GamePad-Besitzern bisher als kompatibel eingestuften Spiele ist am Ende des Testberichts zu finden. Tauschbörse: Hat man sich ein individuelles und gut funktionierendes Setting für ein Game erstellt, dann lassen sich die Einstellungen dank der Export- und Importfunktion des Mapping Tools auch mit Freunden teilen. Bei uns im Test speichert das Mapping Tool von Archos die Konfigurationsdateien als simple TXT-Files direkt im Wurzelverzeichnis (Root Directory) des internen Speichers ab. Die Tastenzuweisung für Dead Space wurde beispielsweise in der Datei “GamePadConfig_com.ea.deadspace_row.txt” hinterlegt.

Android unterstützt seit Version Android 3.1 Honeycomb auch nativ Joysticks und Gamepads. Zudem implementieren immer mehr Spieleentwickler für ihre Games eine direkte Controller-Unterstützung für die jeweilige Hardware der verschiedenen Hersteller. Archos ist für seine regelmäßigen Firm- und Softwareupdates bekannt. Wir gehen daher davon aus, dass Archos die Spieleunterstützung für die große Zahl der Android-Games weiter ausbauen und das Mapping Tool auch künftig optimieren wird. Hinsichtlich der Gaming-Performance des Archos GamePad hatten wir bei allen getesteten Spielen keinerlei Leistungsprobleme.

Akku und Temperatur

Akku und Batterielaufzeit gehören nicht zu den Stärken des Archos GamePad. Im Test hielt das GamePad beim Abspielen eines HD-Videos auf YouTube bei mittlerer Displayhelligkeit und aktiviertem WLAN rund 4 Stunden durch. Mit Display auf max. und einem lokal gespeicherten 720p-Video war aber bereits nach 2 Stunden Schuss. Beim Gaming aktueller Topspiele wie Modern Combat 4: Zero Hour muss das Archos bei voller Helligkeit (ohne WLAN) ebenfalls schon nach knapp 2 Stunden an die Steckdose zum Aufladen. Das schränkt den Mobilitätsfaktor als portable Android-Spielekonsole doch deutlich ein – schade.

Bei einer Raumtemperatur von 20,5 Grad messen wir nach 1 Stunde Betriebszeit unter Volllast an der Geräteoberseite (Display) eine maximale Temperatur von 34,2 Grad in der unteren Mitte des Displays. Der Durchschnitt aus allen 9-Messfeldern beträgt lediglich handwarme 29,9 Grad. An der Geräterückseite liegt die maximal gemessene Temperatur bei 41,2 Grad. Der Temperaturdurchschnitt liegt bei unauffälligen 30,9 Grad. Beim intensiven Spielen ist die Erwärmung des GamePad an der Rückseite subjektiv zwar deutlich zu spüren, als unangenehm empfinden wir das aber nicht.

Top und Flop

TOP

  • flaches Gehäuse
  • geringes Gewicht
  • HDMI-Anschluss
  • gute Gesamtleistung
  • viele Steuerelemente und Analog-Sticks
  • Mapping Tool
  • kompatibel mit vielen Spielen
  • günstiger Preis

FLOP

  • kratzempfindliches Gehäuse
  • geringer Systemspeicher
  • blickwinkelabhängiges TN-Display
  • geringe Displayhelligkeit
  • kurze Akkulaufzeit

Fazit

Archos hat mit seinem GamePad tatsächlich ein Spiele-Tablet mit der zusätzlichen Funktionalität eines Joy- oder Gamepads auf den Markt gebracht. Für wenig Geld bietet das Spiele-Tablet von Archos als portable Android-Spielekonsole eine sehr gute Gesamtleistung und eine Menge Ausstattung. Das flache und leichte Gehäuse des GamePad liegt prima in der Hand und dank HDMI-Schnittstelle lässt sich auch ein TV-Gerät anschließen und zur Wiedergabe nutzen.

Die zahlreichen Steuerelemente und die beiden Analog-Sticks des Archos GamePad werden von vielen Android-Games inklusive Emulatoren unterstützt. Dank einem funktionalen Mapping Tool können die Bedienelemente des Tablets auch dem persönlichen Geschmack entsprechend zugewiesen werden. Damit lässt es sich mit aktuellen Top-Spielen deutlich komfortabler als über den Touchscreen daddeln.

Weniger gut gelungen ist Archos bei seinem GamePad das Display und die Akkulaufzeit. Das 7 Zoll große TN-Panel des Archos-Tablets ist nicht besonders hell und sehr blickwinkelabhängig. Auch die Akkulaufzeit des GamePad fällt mit rund 2 Stunden im Spielebetrieb sehr kurz aus. Zudem ist der interne Systemspeicher mit lediglich 8 GByte, angesichts der inzwischen recht speicherhungrigen Topgames, für ein Gaming-Tablet knapp bemessen.

Unter dem Strich ist das GamePad von Archos ein preislich attraktives Allround-Tablet, das den Gamecontroller zum Spielen gleich elegant in das Gehäusedesign integriert. Mit tragbaren Spielekonsolen vom Schlage einer Sony PS Vita kann das Archos GamePad aber nicht konkurrieren – das ist eine andere Liga. Mit angekündigten 7″-Spiele-Tablets wie dem JXD S7300 von JinXing, sowie der zunehmenden Auswahl an externen, kabellosen Bluetooth-Controllern für Tablets, steht dem Archos GamePad zudem starke Konkurrenz ins Haus.

Links:

GamePad rooted custom firmware: http://www.arctablet.com/blog/forum/archos-gamepad/archos-gamepad-rooted/

DirectoryBind: http://forum.xda-developers.com/showthread.php?t=1410262

GamePad Mapped games: http://www.arctablet.com/blog/featured/archos-gamepad-games-compatibility-and-joystick-mapping/

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  • Kaaaarl

    Ich habe nicht den ganzen Artikel gelesen, weil mich das Gerät absolut nicht interessiert. ;)
    Aber der Test enthält wirklich alles, was ich von einer professionellen Begutachtung erwarte. Haptik-Bewertung, Performance-Benchmark, Akkulaufzeit-Test, Kontrastbewertung und Leuchtdichtemessung, sogar eine Temperaturmessung, die ich sonst nur von Notebooktests kenne. 5 Sterne von mir!!

  • http://www.facebook.com/profile.php?id=100001438560925 Martin Endres

    Der kleine Speicher wird wohl vor allem für Leute, die nicht so tief in die Materie einsteigen, sondern einfach nur daddeln wollen das größte Problem sein, die Blickwinkelabhängigkeit wird kein Problem sein, der iPod Touch hat das ja auch

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