Galaxy S6 edge plus Speicher

Android HowTo: 16 GB Smartphone Speicher perfekt nutzen

16 GB interner Speicher sind bei Android-Smartphones (leider) immer noch eine gebräuchliche Größe. Wir zeigen Dir, wie du den limitierten Speicherplatz optimal ausnutzen kannst.

Schauen wir auf neuere Flaggschiff-Smartphones, können wir feststellen, dass sich immer häufiger die Speichergröße 32 GB beim kleinsten Modell durchsetzt. Das ist sehr zu begrüßen, denn das Betriebssystem beansprucht bereits ordentlich Platz, wir können hochauflösende (und somit ebenfalls Speicher verzehrende) Fotos und Videos machen und auch die Games werden immer aufwändiger und größer.

Dummerweise gilt das aber nicht für alle neuen Smartphones und erst recht nicht für die Geräte, die wir vielfach noch im Einsatz haben und noch eine Weile weiter nutzen werden. Wer ein Smartphone mit 16 GB Speicherplatz kauft, kann davon ausgehen, dass davon out of the Box 11-12 GB verfügbar sind, bevor ihr auch nur eine App installiert oder auch nur ein Foto gemacht habt.

In diesem Beitrag wollen wir euch zeigen, dass man auch mit einem 16 GB Smartphone auskommen kann, wenn man ein paar Dinge berücksichtigt.

Bevor wir aber unsere Tipps für diejenigen nennen, die bereits ein solches Gerät ihr eigen nennen, wollen wir uns kurz mit den Überlegungen auseinandersetzen, die bereits vor dem Kauf von Bedeutung sind:

Vor dem Kauf

Auf deinem 16GB Smartphone sind noch 20 MB frei und du suchst nach Tipps? Für dich ist es zu spät, du kannst die nächsten Absätze überspringen und direkt beim Absatz Streamen weiterlesen. Alle anderen sollten sich ein paar Gedanken machen, ob 16 GB für sie ausreichen oder nicht.

Wie viel Speicher benötige ich?

Zunächst einmal muss man sich darüber im klaren sein, ob der Speicherplatz für mich persönlich eine große Relevanz besitzt oder nicht. Daher muss ich mir dessen bewusst sein, wie ich mein Smartphone für gewöhnlich nutze: Fotografiere/Filme ich so gut wie nie, nutze kaum Apps und spiele so gut wie nie? Wenn ich das Smartphone nur nutze, um erreichbar zu sein und mal hier ’ne Mail zu schicken und da Facebook zu nutzen, dann brauche ich kein 128 GB-Modell, egal ob der freundliche Smartphone-Verkäufer was anderes erzählt.

Welche Optionen habe ich?

Wenn ihr wisst, dass ihr dazu neigt, den Speicherplatz bei euren mobilen Devices auszureizen gilt es zudem, sich die verschiedenen Optionen zu vergegenwärtigen. Dazu gehört natürlich der interne Speicher an sich: Natürlich kommt ihr günstiger weg, wenn ihr zum kleinen 16 GB-Modell greift im Vergleich zur Variante mit beispielsweise 64 GB. Wer sich aber beim Einrichten direkt wieder 200 Apps aufs Gerät zieht, wird mit dieser Preisersparnis nicht lange glücklich werden und sollte von Haus aus zu einer größeren Hausnummer tendieren.

Habt ihr wenig Interesse an vielen Apps oder an Gaming und fotografiert aber darüber hinaus sehr viel, dann spätestens lohnt sich die Info, ob euer Wunsch-Device einen Slot für eine microSD-Karte besitzt. Auch App-Daten können oft zu Teilen ausgelagert werden, vor allem aber Medien wie Fotos, Videos oder auch Songs könnt ihr jederzeit problemlos auf so einer Karte ablegen.

Macht euch also vorher klar, wie viel Speicherplatz eure typischen Smartphone-Aktivitäten kosten und berücksichtigt ebenfalls beim Kauf, was genau eure Speicherfresser sind. Danach trefft dann erst eure Kaufentscheidung – es kann euch manchen Ärger sparen.


 

Streamen

Kommen wir nun aber zu der Situation, in der kein Smartphone-Kauf ansteht, sondern wir mit den Möglichkeiten leben müssen, die uns auf unserem aktuellen Handset zur Verfügung stehen. Eine dieser Möglichkeiten ist Streaming! Ich kenne viele unterschiedliche Nutzer-Typen, darunter auch Menschen, die pauschal auf jedes neue Gerät erst mal ihre Lieblings-Alben draufballern – komme, was wolle!

Immer öfter jedoch braucht ihr für ein wenig Musikberieselung nicht eure komplette Musikbibliothek, sondern könnt euch mit Musik-Streaming behelfen. Spotify mag da derzeit die beliebteste Möglichkeit sein, aber auch SoundCloud bietet euch einen schier unendlichen Musik-Fundus, auf den ihr jederzeit zugreifen könnt (Apropos: Wer Depeche Mode mag, sollte sich bei SoundCloud übrigens unbedingt die Remixes von Dominatrix anhören!).

Screenshot SoundCloud App

Gleiches gilt natürlich für den Genuss von Videos, wobei ich eh wenig Menschen kenne, die sich regelmäßig Filme aufs Smartphone ziehen. Auch hier stehen euch Streaming-Möglichkeiten wie Netflix zur Verfügung.

Achtung: Beim Thema Streaming müsst ihr auf jeden Fall einen anderen Punkt bedenken: Wie viel Traffic könnt ihr im Monat dafür verballern? Das solltet ihr gerade bei den mitunter hanebüchenen deutschen Tarifen nicht aus dem Blick verlieren, falls ihr nicht über WLAN streamt.

Lauft ihr aber keine Gefahr, zu schnell an Traffic-Grenzen zu stoßen, ist Streaming von Musik und Filmen/Serien eine sehr einfache Möglichkeit, Speicherplatz einzusparen.

Auflösungen und Qualitätsstufen niedrig halten

Apropos Streaming: Auch, wenn ihr die Songs nicht direkt auf dem Smartphone speichert, wandert Gestreamtes in den Cache. Daher spielt es für euren Speicherplatz eine Rolle, für welche Qualitätsstufe ihr euch entscheidet. 

Spotify Einstellungen Qualität

Ich persönlich nutze viel Spotify und auf dem Screenshot oben könnt ihr sehen, dass ihr in der App sowohl beim Download als auch beim Streaming unterschiedliche Qualitäten auswählen könnt. Im Normalfall braucht man mobile keine Bitraten von 320 kbps, so dass ihr euch ruhig mit weniger begnügen könnt – euer Speicher wird es euch danken.

Das Gleiche gilt natürlich auch für Fotos und Videos: Ihr könnt 4K-Videos mit eurer Smartphone-Cam erstellen? Das ist super – aber gibt es auch einen Verwendungszweck für eure 4K-Clips? Wenn nicht, dann reicht auch hier weniger und das gilt natürlich ebenso für Fotos. Bedenkt, dass HDR-Fotos klasse aussehen, aber auch viel mehr Speicherplatz fressen. Wer nur hier und da mal einen Party-Schnappschuss macht oder seine Bilder lediglich auf Facebook zweitverwertet, der muss weder HDR-Bilder machen, noch Fotos im RAW-Format ablegen oder ähnliches.

Samsung Hauptkamera Videogröße
Ihr müsst bei der Videogröße nicht in der VGA-Daumenkino-Abteilung unterwegs sein – 4K ist aber zumeist auch nicht nötig

App-Cache löschen

App Cache leerenEs klang gerade schon einmal kurz an: Auch beim Streaming – oder beim Surfen – landen Daten im Cache und tragen mit dazu bei, dass das Ende der Speicher-Fahnenstange schnell näher rückt. Eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, Speicherplatz freizugeben, ist daher das Löschen des App-Cache.

Hier schaut ihr entweder direkt in die jeweiligen App-Einstellungen oder ins Speicher-Management und könnt dann entscheiden, ob ihr den Cache komplett löschen wollt, oder ob ihr spezifisch den Cache einzelner Apps löschen möchtet. Das ist problemlos möglich, wichtige Daten gehen euch dabei nicht verloren.

 

Überflüssige Apps löschen

Durch meinen Job und dadurch, dass man schrecklich viele tolle App-Tipps bekommt, ziehe ich mir jede Menge Anwendungen aufs Smartphone oder Tablet. Darunter finden sich Perlen, die man nie wieder missen möchte, oft sind jedoch auch Sachen dabei, die sehr schnell als unnütz entlarvt werden. Ich muss gestehen, dass ich nach einem App-Test nicht sofort wieder reinen Tisch mache und irgendwann stell ich mir dann die Frage, ob ich tatsächlich acht verschiedene Apps zum Fotografieren benötige.

Schaut daher unbedingt mal selbst nach, welche Apps ihr installiert habt und wie viele davon tatsächlich benötigt werden. Dazu könnt ihr wieder in die Anwendungs-Einstellungen gehen und euch die Apps auch nach Größe sortiert anzeigen lassen. Wie ihr seht, ist mein größtes Speicher-Laster das Spiel Springfield mit über 1 GB belegten Speicherplatz.

Screenshot Anwendungsmanager

Von hier aus könnt ihr spielend leicht die gewünschten Apps deinstallieren, nachdem ihr die Größe gecheckt habt, zumeist könnt ihr das aber auch aus dem App-Drawer heraus erledigen. Ihr könnt euch auch Software installieren, mit der ihr den belegten Speicherplatz komfortabel im Blick behaltet, so dass sich die wahren Speicherfresser schnell entlarven. DiskUsage ist so eine App:

Screenshot DiskUsage

DiskUsage
Entwickler: Ivan Volosyuk.
Preis: Kostenlos

Seid beim Löschen nicht zimperlich: Wenn ihr die jeweilige Anwendung seit einem Jahr nicht mehr geöffnet habt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass ihr sie bald wieder nutzen werdet. Wenn doch, findet ihr bei Google Play nicht nur eine Übersicht über die aktuell installierten, sondern auch die jemals installierten Apps, so dass ihr sie jederzeit wiederfindet und neu aufs Smartphone packen könnt.

Daten auf microSD-Karte auslagern

Verfügt euer Smartphone über einen Slot für eine Speicherkarte, dann nutzt ihn am besten auch. Für Medien wie Fotos, Videos und Songs ist das von Haus aus problematisch, oft fragt die Foto-App beim ersten Gebrauch automatisch danach, ob eine erkannte microSD-Karte als Speicherort herhalten soll. Gerade für ältere Android-Versionen gilt: Aus den 16 GB auf dem Smartphone wird durch eine 8 GB-Karte nicht automatisch ein Device mit 24 GB Speicherplatz.

Soll heißen: Ihr könnt nicht jede App auf die Karte verschieben. Wo ihr aber die Möglichkeit habt, Daten auf die Speicherkarte zu transferieren, nutzt sie am besten auch.

Wichtig noch in Sachen microSD-Karte: Werft einen Blick ins Handbuch, damit ihr wisst, bis zu welcher Größe Karten unterstützt werden. Immer öfter werden Speicherkarten bis 128 GB erkannt mittlerweile, aber gerade bei älteren Smartphones ist oft schon bei 32 GB Schluss.

Cloud-Speicher nutzen

Last but not least: Nutzt Cloud-Speicher auf, wann immer ihr könnt. Das hat nicht nur den Vorteil, dass die ausgelagerten Daten nicht den Speicherplatz eures Smartphones wegknabbern, sondern auch den, dass ihr über jedes beliebige Gerät auf die Fotos etc. zugreifen könnt.

Apropos Fotos: Knipst ihr besonders viel, dann drängt sich Google Fotos als Speicherort förmlich auf: Ihr könnt euch entscheiden, die Fotos mit einer Auflösung bis 16 MP und Videos bis FullHD unbegrenzt in die Google-Wolke zu schaufeln.

Lesenswert15 coole Funktionen, die man mit Google Fotos für Android nutzen kann

Google Fotos
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot
  • Google Fotos Screenshot

Google Fotos Speicher freigebenWenn ihr die Einstellungen bei „Fotos“ aufruft, findet ihr auch die Möglichkeit, Speicherplatz auf dem Gerät freizugeben. Ein Fingertipp reicht dabei aus und es werden auf eurem Smartphone alle Bilder gelöscht, die bereits in die Cloud übertragen und dort gesichert wurden.

Über die Fotos-App von Google habt ihr dann natürlich dennoch auf dem Smartphone Zugriff auf eure Werke, egal ob es sich dabei um Fotos oder Videos handelt.

Logisch, dass ihr natürlich auch auf massig andere Lösungen zurückgreifen könnt, um eure Daten in die Wolke zu schubsen. Wer nicht gerade ein Nextbit Robin sein eigen nennt, welches eh großartigen Cloud-Support mitbringt, sucht sich eine der Alternativen. Ganz oben dabei neben den Google-Lösungen: Dropbox und OneDrive von Microsoft.

Microsoft OneDrive
Preis: Kostenlos*
Dropbox
Entwickler: Dropbox, Inc.
Preis: Kostenlos*

 

Habt ihr noch weitere Tipps und Tricks, wie man auch mit einem 16 GB Smartphone bequem über die Runden kommt? Dann lasst es uns in den Kommentaren wissen.

Generell reicht schon der gesunde Menschenverstand, um hier möglichst gut zurechtzukommen: Schmeißt den Mist runter, den ihr nicht braucht, lagert aus, was ihr könnt. Und auch, wenn es eng wird: Durchhalten ist die Parole, denn die Chancen stehen gut, dass die nächste Smartphone-Generation dann deutlich mehr Speicherplatz anbieten kann, unterhalb von 32 GB tut sich ja jetzt schon bei vielen Flaggschiffen gar nichts!