Entwicklung des Menschen mittels Roboter

Smart Machines
Machen intelligente Maschinen uns arbeitslos?

Als Mobile Geeks Leser stehen die Chancen hoch, dass du auch in der IT-Branche arbeitest - das ist schonmal sehr gut. Durch Automatisierung und Künstliche Intelligenz werden vermutlich viele Arbeitsplätze verloren gehen, aber die IT Branche wird vorerst noch verschont.

Was passiert, wenn Maschinen auch etwas intelligentere Aufgaben übernehmen können?

Vor Kurzem habe ich das Video „Humans Need Not Apply“ auf Youtube angesehen.
Es stellt sich die Frage, wie intelligente Maschinen unsere Welt verändern. Es zeigt den jetzigen Stand der Technik in Sachen Roboter und Künstliche Intelligenz (K.I.) und dass sehr viele Arbeitsplätze gefährdet sein werden.

Roboter werden mittlerweile so konzipiert, dass sie nicht nur eine, sondern alle möglichen Aufgaben erledigen können. Z.B. als Haushalts- oder Arbeitskraft Kaffee kochen und sich wiederholende Aufgaben erledigen,… und sie werden immer günstiger.

Früher waren Pferde für den Transport, die Landwirtschaft und selbst in Kriegen unersetzlich und wurden zuhauf eingesetzt. Doch durch Autos und Züge wurden sie unnötig – und die Population ist extrem gesunken. Ähnliches könnte der Mehrheit der Bevölkerung in Zukunft geschehen: Sie werden unnötig als Arbeitskräfte, wenn intelligente Maschinen genauso gut und günstiger ihre Arbeit leisten:

Viele Lagerhallen-Mitarbeiter, Taxifahrer, Bahn- und Schiffskapitäne werden durch selbstfahrende Autos und Roboter ersetzt werden. Mit Kiva Systems hat Amazon schon die ersten Lagerhallen ausgestattet. Weniger Anwälte werden benötigt, wenn K.I. Kontoauszüge und andere Unternehmensdaten selbstständig prüfen kann. Und auch weniger Ärzte werden benötigt, wenn Software unsere ganze Krankheitsgeschichte scannt und uns besser diagnostizieren kann. Einigen Krebspatienten kann IBM’s Watson jetzt schon helfen.

Ausserdem haben in einigen Bereichen schon heute die Maschinen übernommen, z.B. Aktien-Handelscomputer haben heute schon die Börse und sogar das Schreiben von Börsen-Nachrichten übernommen. Sobald Software intelligent genug ist, sich selbst zu optimieren, wird dies noch zunehmen.

Weiter wird im Video hervorgesagt, dass es kaum neue Berufsfelder geben wird. Was machen wir, wenn wir nicht mehr in Produktion benötigt werden?

Der große Schock

Als Technik-Interessierter glaube ich natürlich daran, dass technologischer Fortschritt unaufhaltsam ist. Und, wie im letzten Artikel schon berichtet, dass Maschinen immer intelligenter werden.

Dass dadurch zwangsläufig viele Jobs unnötig werden und Maschinen häufig besser und günstiger sind, ist klar. Doch ist die Zukunft in zehn oder zwanzig Jahren wirklich so dunkel?

Ob auch Verdi Gewerkschaftschef Frank Bsirske dieses Video gesehen hat? Auf den Punkt gebracht meint er: „Die Frage ist, inwieweit auf die Automatisierung der Muskelkraft eine Automatisierung des Denkens folgt.“ und resultierend daraus „Ganze Berufsfelder von der Digitalisierung bedroht [sind]“.

Die Automatisierung schluckt nicht nur einfache Jobs von unausgebildeten Arbeitskräften! Auch Jobs, die eine lange Ausbildung oder langjähriges Studium benötigen, werden ersetzt.
Was machen Piloten, wenn Airbus und Boeing Flugzeuge selbstständig fliegen und landen können? Vermutlich wird vorerst noch ein Pilot zur Sicherheit behalten, aber der Co-Pilot wird überflüssig.

Hier in paar der über 21.000 Kommentare zu Humans Need Not Apply, die teilweise Besorgnis ausdrücken:
Kommentare zu Humans Need Not Apply 1

Panik?! auch unter den echten Menschen

Auch in Film und Fiktion ist Massenarbeitslosigkeit durch Roboter nicht unbekannt. In der empfehlenswerten schwedischen Serie „Real Humans – Echte Menschen“ werden Roboter etwa als Haushaltshilfen, Verkäufer, Lagerarbeiter und sogar im Rotlichtmilieu eingesetzt. Die Arbeitslosenrate ist gravierend und es gibt nur noch wenige neue Jobs für echte Menschen.

Faktencheck

Mein Interview mit Sven Gábor Jánszky, Trendforscher von 2b Ahead beruhigt:
Er stimmt zu, dass viele Arbeitsplätze durch Automatisierung mittels K.I. und Roboter gestrichen werden, aber glaubt nicht an dramatische Folgen im Arbeitsmarkt. Hauptsächlich werden Berufsfelder wegfallen, in denen es entweder um die primitive Steuerung von Geräten oder Expertenwissen geht.

Das klingt mir einleuchtend. Bei Amazon kann man die neueste Generation von Lagerhallen-„Autos“ sehen und IBMs Watson hat begonnen, medizinische Krebs-Behandlungsmethoden vorzuschlagen.

2020 oder 2025 wird es bei Berufen wie Verkäufer, Makler, Berater, Ärzte, Lehrer und anderen Experten nicht mehr ausreichen, Vertrauen herzustellen und Informationen nur zusammenzutragen – das Leistungsangebot dieser Berufe muss erweitert werden. Etwa vom Arzt zum Gesundheits-Coach.

Herr Jánszky argumentiert stichhaltig, dass wir uns schon aufgrund der demographischen Verhältnisse in Deutschland und den Nachbarländern keine Sorgen machen müssen. In Deutschland gibt es demnach in 10 Jahren 6,5 Millionen Menschen, die in Rente gehen, ohne dass eine Nachfolge für ihre Stelle existiert – Automatisierung und Zuwanderung brauchen wir daher.
Er meint, wir können „froh sein, wenn Maschinen uns Arbeit abnehmen und die Wirtschaft am laufen halten“.

Mein Fazit

Schon heute erledigen Maschinen unerlässlich ihre, meist noch einfachen, Aufgaben. Ich glaube, dass K.I. in den nächsten Jahrzehnten große Auswirkungen auf unser Leben hat. Es werden auch anspruchsvollere Aufgaben durch Maschinen gelöst – und viele Arbeitsplätze durch Automatisierung verschwinden.

Vor einer Massenarbeitslosigkeit durch die Automatisierung brauchen wir scheinbar in den nächsten zehn, zwanzig Jahren keine Angst zu haben. Die schwache Geburtenzahl, sowie starke Wirtschaft schützt uns genauso, wie die noch hohen Kosten für Automatisierung.

Dennoch werden viele einfache Jobs unnötig und anspruchsvollere Jobs sich verändern müssen. Bildung und Flexibilität sind nötig für die Jobs der Zukunft.

Auch nach der Ausbildung oder dem Studium sollte jede/jeder bereit sein Neues zu lernen und dabei auch über den fachliche Tellerrand zu schauen. Wo man sich gut online weiterbilden kann, berichten wir in unserem neuen E-Learning Hub.

Die Frage bleibt, ob wir unsere Gesellschaft irgendwann bei zunehmender Automatisierung ändern müssen? Gehen wir dann irgendwann nur noch unseren Hobbies nach, bekommen Grundeinkommen zur Erforschung des Weltalls?

P.S. Die Kollegen von t3n haben das Thema ebenfalls beleuchtet und sprechen die disruptive Kraft der digitalen Revolution an: Die Digitalisierung macht uns arbeitslos – zum Glück!