bmw-motorrad-helm-headup-display-01

CES 2016
BMW präsentiert Head-Up Display im Motorrad-Helm

BMW Motorrad präsentiert auf der CES 2016 einen Motorrad-Helm mit integriertem Head-Up Display. Die Technologie könnte auch in anderen Helmen zum Einsatz kommen und die Sicherheit beim Motorradfahren erhöhen. Besonders in Verbindung mit der V2V-Kommunikation (Vehicle-to-Vehicle) hätte das System durchaus Potential - wenn es denn irgendwann einmal erscheint.

Ganz im Ernst, das ist mal wirklich cooles Zeug für mich. Ok, ich bin halt der klassische Nicht-Mehr-Motorrad-Fahrer. In meinen Zwanzigern bin ich viel und schnell gefahren. Dann kamen die Kindern und zum Fahren war kaum noch Zeit und irgendwann habe ich es dann eingesehen, dass es unvernünftig ist, jedes Jahr nur 100 Kilometer auf dem Krad zu fahren und immer noch zu denken, dass es doch irgendwie wie Fahrrad fahren ist.

Klar, ich bin im besten Alter für eine ausgewachsene Midlife-Crisis und sollte demnach auch längst schon wieder für einen Bock schwärmen. Passiert auch jedes Jahr zum Anfang der Saison einmal kurz, bis ich mich dann daran erinnere – ganz erwachsen – wie umständlich doch das Ganze an- und ausziehen ist und dass ich doch eigentlich für solche Spässe nun wirklich keine Zeit mehr habe. Egal, im Herzen bin ich natürlich noch ein echter Vollblut-Biker. Live to Ride, ride to Live. Ihr wisst schon. Und deswegen finde ich es richtig klasse, dass BMW hier in Las Vegas auf der CES jetzt einen ersten Helm mit Head-Up Display vorstellt.

Klar, aus dem automobilen Bereich kennen wir das schon lange. BMW bietet seit 2003 Head-Up Display als Sonderausstattung für ihre Fahrzeuge an. Und ich bin auch ein großer Fan von Head-Up Displays im Auto. Weil man eben nicht mehr die Augen von der Strasse nehmen muss, sondern seine Geschwindigkeit stets auf der Strasse lesen kann. Und ich fühle mich auch nicht überfordert, wenn mir dort noch das aktuelle Tempolimit angezeigt wird und gerne auch die Instruktionen von Navigationssystem. Denn jedes Mal, wenn Du Deine Augen von der Strasse nimmst und die jeweilige Informationen in den Rundinstrumenten oder dem Infotainment-System suchst, guckst Du halt nicht mehr auf die Strasse.

bmw-motorrad-helm-headup-display-02

Wir alle wissen, dass mitunter eine kurzzeitige Ablenkung des Fahrers genügt, um sich in eine böse Gefahrensituation zu bringen. Und genauso klar, sollte es jedem sein, dass man sich als Motorrad-Fahrer noch deutlich schneller in eben eine solche Situation begibt.

Aber nun zum Helm. Oder besser zur Technologie, denn laut BMW kann die Technologie auch in bestehende Helme integriert werden. Zwei auswechselbare Akkus ermöglichen die Gebrauch von rund fünf Stunden. Das sollte also auch eine längere Ausfahrt abdecken. Zur Einheit gehören ein nicht näher spezifizierter, dafür aber integrierter Mini-Computer sowie ein integrierten Lautsprecher. Am Lenkrad des Bikes wird ein „BMW Motorrad Multicontroller“ angebracht mit dem der Fahrer die Informationen des Displays beeinflussen kann.

Sämtliche Anzeigen sind laut BMW frei programmierbar. Es sollte natürlich jedem Fahrer klar sein, dass er da nur die für ihn relevanten Informationen ausgeben lassen sollte, um den Vorteil des Systems nicht in einen Nachteil zu wandeln. Die Wahl hat der Biker aber.

Die Anzeigemöglichkeiten umfassen sicherheitsrelevante Informationen, etwa über den technischen Status des Motorrads hinsichtlich Reifendruck, Öl- und Tankfüllstand, Fahrgeschwindigkeit und eingelegten Gang, Speedlimit- und Schildererkennung sowie die Warnung vor einer Gefahrenstelle.

entnimmt man der Pressemitteilung der Münchener. Soweit so sinnvoll und noch keine Science Fiction. Schade ist in der Tat, dass sich BMW noch nicht weiter festlegen möchte, wann das gute Stück denn auf dem freien Markt verfügbar sein wird. „BMW Motorrad will diese innovative Technologie innerhalb der kommenden Jahre zur Serienreife bringen“ heisst es da ziemlich lapidar in der Pressemitteilung. Schade.

bmw-motorrad-helm-headup-display-03

Ein bisschen Fiction servieren uns die Münchener aber auch noch. Zwei Kamera will man in den Helm integrieren. Eine nach vorne gerichtet als Actioncam, eine nach hinten gerichtet als digitaler Rückspiegel. An dem Thema haben ja nicht nur die Münchener einen Narren gefressen, auch Volkswagen thematisiert die Digitalisierung der Rückspiegel bei der VW BUDD-e Studie, die ebenfalls hier in Vegas gezeigt wird.

bmw-motorrad-helm-headup-display-04

Interessant wird es auch für die Motorrradfahrer, wenn die V2V-Kommunikation (Vehicle-to-vehicle) endlich die Kinderschuhe verlässt und ähnlich stark wie das autonome Fahren vorangetrieben wird. Dann kann auf der einen Seite ein Auto seinen Fahrer zukünftig warnen, wenn ein Motorrad sich im kritischen Umfeld befindet. Interessant ist es aber auch im Verbindung mit dem Head-Up Display im Motorrad-Helm. Hier kann sich auch der Biker über Gefahren auf der Strasse vor ihm warnen lassen, die der vorausfahrende Verkehr meldet.

Ich finde, es ist wirklich eine coole Idee und ich würde als Motorrad-Fahrer auf jeden Fall so ein System nutzen wollen. Wirklich Schade, dass BMW es bei einem Ausblick in die Zukunft belässt und nicht konkreter wird.