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Kommentar
Build 2015 oder warum Microsoft eine verdammt coole Company ist

“Windows 10 represents a new generation of computing. A more personal one” Mit diesen Worten uebergab der Microsoft CEO, der inzwischen seine 2. BUILD Konferenz eroeffnete, an sein Azure Team, welche die Cloud Strategie der Redmonder vorstellten. Wohlgemerkt immer mit dem Hinweis darauf, dass diese Umgebung allen offensteht. Ueber 90 000 neue Subscriber wuerden dies jeden Monat bestaetigen und genau dabei wird sichtbar wie sehr sich Microsoft in den letzten Jahren veraendert, ja geoeffnet hat.

Das wird dann auch umgehend dadurch unterstrichen, in dem man mit dem CEO von Docker, Ben Golub, den Chef einer Open Source Plattform auf die Buehne holte, der auffallend oft auch auf seine Wurzeln in der Linux-Entwicklercommunity hinwies. Linux? Open Source? Das bedeutete vor einigen Jahren noch das Abfeiern einer satanischen Messe fuer die Redmonder, jetzt ist es Teil der Keynote und das ist auch gut so.

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Nahezu eine Stunde stellte Microsoft Anwendungsbeispiele fuer Azure vor und zeigte damit nicht nur wie erfolgreich man inzwischen mit dieser Infrastruktur ist, sondern vor allen Dingen auch wie hier die Prioritaeten liegen. Office, die Cashcow der vergangenen Jahrzehnte, war erst danach an der Reihe.

Und was passiert hier wieder? Es werden Anwendungsbeispiele fuer die Integration von SAP und Salesforce Services gezeigt. Abermals stellt man hier Konkurrenten in den Mittelpunkt der hauseigenen Keynote und sagt damit mehr als offensichtlich “seht her, wir oeffnen unser Oekosystem fuer alle und jeden, denn auch andere Firmen entwickeln tolle Tools.”

Die grosse Windows Show

Und dann geht es endlich los. Die Appetizer Azure und Office sind durch und mit Windows 10 stellt man endlich das Zugpferd vor, welches auch wirklich fuer jeden User da draussen sicht- und greifbar ist. Microsoft hat Selbstbewusstsein getankt und das nicht zu knapp. Mehr als eine Milliarde Laptops, PCs, Tablets und Smartphones sollen innerhalb der ersten 12 Monate nach Launch unter Windows 10 laufen. Dagegen verblassen sogar die Zahlen von Apples iOS und das nicht zu knapp!

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Ja, den neuen einheitlichen Store kannten wir bereits (und Microsoft setzt nun noch einen drauf und stellt einen Business Store vor) und ja, auch das Design des Startmenues unter Windows 10 war uns bekannt… es ist aber abermals diese Offenheit, diese Interoperabilitaet die fasziniert. Eben noch WeChat auf dem Windows 10 Smartphone genutzt, schon taucht diese App auch auf dem Desktop auf und ich kann ohne Probleme via “drag and drop” meine Powerpointfolien auf einen WeChat Kontakt ziehen und diese durch den Messenger uebermitteln. Simpel, direkt und ja, selbsterklaerend. So muss das sein und warum nutzen wir das nicht schon seit Jahren?

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Damit nicht genug… die Art und Weise wie man sich gegenueber Android (Java/C++) und ja sogar iOS (Objective C) oeffnet, macht Windows 10 zu dem “cool Kid on the block”. Nicht Apple (ok, die eh nicht) und nicht Google durchbrechen die Grenzen ihres selbstgeschaffenen “walled garden” es ist Microsoft und sie machen es auf eine verdammt sympathische Art und Weise. Windows 10 will nicht nur den Usern gefallen, es soll auch den Entwicklern die Plattform in die Hand geben, die sie sich schon immer

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Damit aber nicht genug… ganz beilaeufig haut man noch Microsoft Edge raus, der neue Browser der ehemals Project Spartan hiess. Schicke UI, minimal, integriertes Cortana und eine intelligente Startseite. Da will mich offenbar eine Firma aus der Google Chrome Welt rausreissen und ganz ehrlich, ich bin langsam aber sicher bereit dazu und moechte endlich die fuer mich wichtigste App in einem neuen Gewand erleben… den Browser!

Das Windows Continuum

Kann sich eigentlich noch jemand an das Motorola Atrix erinnern? Ein Android Smartphone welches man in einem Dock als Desktop-Rechner nutzen konnte? Mit Windows 10 auf einem Smartphone zeigte Microsoft waehrend seiner Build Keynote, wie dies im Jahre 2015 geht. Um es einfach zu machen… es gibt keinen Unterschied mehr zwischen einem PC und einem Phone! Via HDMI an einen Screen angeschlossen. Bluetooth Keyboard und Maus angeschlossen und schon habe ich nahezu einen vollwertigen Windows 10 PC auf meinem Display dargestellt. Hell, sogar saemtliche Windows-Tastaturkuerzel funktionierten. Das ist alles so unglaublich sinnvoll, insbesondere wenn wir uns darueber unterhalten dass das Smartphone fuer Milliarden Menschen das erste Display sein wird, das erste Tablet, der erste PC. Microsoft baut diese Bruecke und zwar so, dass man keine Kompromisse mehr machen muss.

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Ob auf dem Tablet, dem Notebook, dem PC oder dem Smartphone… Windows 10 ist, zumindest scheint es so, das unviversalste Betriebssystem auf dem Markt und duerfte der Konkurrenz von Apple und Google so einiges zu knabbern geben. Sowohl Cupertino, wie auch Mountain View haben nicht einmal ansatzweise eine derartige Strategie zu bieten. Mal davon abgesehen dass sich diese neue Offenheit noch nicht wirklich bis zu den Konzernzentralen der Konkurrenz rumgesprochen hat.

Und dann kam HoloLens

Als waere das alles noch nicht genug, fuhr Microsoft auch noch mehrere neue HoloLens Demos auf und nun konnten auch endlich alle Keynote-Zuseher daran teilnehmen und erfahren, was es mit der neuen Brille auf sich hat.

In einem ganz normalen Wohnzimmer wurden mit Hilfe der HoloLens nun Applikationen an die Wand bzw. in den Raum geworfen. Ein Videoplayer konnte ohne Probleme auf 3×5 Meter vergroessert werden, nahm eine komplette Wand ein und erspart dann in Zukunft den Projektor. Damit nicht genug… ein einfaches “follow me” Kommando und die App verfolgte den Traeger der HoloLense wohin auch immer. Das war der Moment an dem nicht zum ersten mal spontan Applaus gespendet wurde.

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Nur braucht man die Brille wirklich und wenn ja, wofuer? Stichwort Bildungsmarkt. 2. Demo und das Modell eines Koerpers… freischwebend im Raum, transparent und in 4 Schichten aufgeteilt. Doppelklick aufs Herz und schon wird dieses vergroessert angezeigt. Es schlaegt. Applaus… wieder einmal.

Last but not least wird dann auch noch ein kleiner Roboter reingefahren, der mit HoloLens um ¾ seiner Groesse waechst und ein wenig an einen kommenden Star Wars Film erinnerte.

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Microsoft hat sich das beste zum Schluss aufbewahrt und mit HoloLens das Tor in die virtuelle Realitaet ganz weit aufgestossen. Wohlgemerkt nicht nur als eine Techdemo, die in den naechsten Jahren so nicht in den Haenden bzw. auf den Koepfen der User zu sehen sein wird, sondern als Plattform mit einem Oekosystem und Anwendungsszenarien. Selbstverstaendlich auf Windows 10 basierend.

Das neue Microsoft macht Lust auf mehr

“It’s our mission to empower people to achieve more” erklaerte Microsofts CEO Satya Nadella zum Abschluss seiner Keynote und es scheint so, als waere dies keine hohle Marketingphrase. Die Redmonder brannten in mehr als 2 Stunden ein wahres Feuerwerk ab, kitzelten und umarmten die Konkurrenz zu gleichen Teilen und zeigten mit Windows 10 das OS, auf das viele hunderte Millionen User weltweit seit Jahren warteten. Windows 10 hat das Zeug eines der spannendsten Plattformen aller Zeiten zu werden und das wohlgemerkt plattformuebergreifend und wenn dies, und das kann ich mir nicht mal ansatzweise vorstellen, nicht der Fall ist, dann hat man mit HoloLense noch ein Stueckchen Hardware in der Hinterhand, das nicht nur mir das ein oder andere mal den Atem verschlug.