Kommentar
Die grosse Windows 10 Show – Redmond zeigt was moeglich ist

Microsoft hat auf seinem gestrigen Windows 10 Event nicht nur massenhaft neue Software-Features fuer Desktops, Notebooks, Tablets und Smartphones gezeigt, die Hardware-Ankuendigungen zeigen abermals wozu die Redmonder in der Lage sind. Neue Benchmarks zu setzen!

Wenn wir mal die ganze Geschichte recht rational angehen, dann muessen wir einsehen, dass Windows 8 jetzt nicht unbedingt der grosse Wurf war und das sage ich als taeglicher User. Es gibt haufenweise Funktionen, die ich an Windows 8 Liebe, aber mit dem Patchwork-Design, der inkonsistenten Umsetzung und Umschaltung zwischen Touch- und Desktop-Modus hat sich Microsoft nicht so viele Freunde geschaffen, wie erwartet. Dennoch: Windows 8 ist auf dem Notebook mein bevorzugtes OS und das liegt vor allen Dingen an der Performance und einiger weniger Wischgesten, die ich taeglich nutze.

Microsoft Windows 10

Jetzt soll Windows 10 all das verbessern, was man mit Windows 8 ein wenig versaubeutelt hat. Windows 10 ist dabei nicht nur das heisse Eisen, welches die Usability glattbuegeln soll, es ist das ultimative Universal OS aus dem Bundesstaate Washington und legt nicht mehr und nicht weniger als Microsofts Zukunft fuer Desktops, Notebooks, Tablets und Smartphones fest. Richtungsweisend und damit auch so verdammt wichtig fuer dieses Unternehmen.

Windows 10 auf dem Desktop

Windows 8 ist im Grunde genommen zu einem Startmenue degeneriert, zumindest wenn man dies moechte. Der neue Action Center mit seinen Quick Settings fuer Wifi, Bluetooth und Co. erinnert an aehnliche Designs auf Smartphones und macht es auch fuer den eher technisch unbedarften Windows User endlich einfacher, fundamentale Einstellung zu vollziehen.

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War Windows 8 noch der eher hoelzerne Versuch Desktop und Mobile zusammenzubringen, so hat man dies nun mit Windows 10 vollbracht. Das sogenannte Continuum-Feature, welches insbesondere fuer 2-in-1 Plattformen umgehend vom Keyboard/Mouse-Szenario in den Tablet-Modus schaltet, ist ein weiterer Beweis dafuer.

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Cortana auf dem Desktop ist eine weitere richtige und vor allen Dingen wichtige Entscheidung. Ich hocke nun einmal mindestens 10-12h am Tag vor einem Desktop- oder Notebook-Display und moechte die Vorzuege eines digitalen Assistenten auch in dieser Umgebung nutzen. Cortana verbindet nicht nur Mobile mit Desktop, es bringt eines der wichtigsten Features von Smartphones ins Buero und endlich mach die Spracherkennung auch richtig Spass und man muss sich nicht im oeffentlichen Raum 2 mal fragen, wie komisch es anmuten mag wenn man mit seinem Smartphone spricht, ohne ein Telefongespraech zu fuehren.

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Der Sprung zu Project Spartan, dem Nachfolger des Internet Explorers, ist dann gar nicht mehr so weit, denn auch dieser hat selbstverstaendlich Cortana integriert („the age of context“ faellt mir da nur ein). Schlank, schnell und im „Notizen Modus“ auch noch eine hilfreiche Plattform um Kommentare und Anmerkungen auf Webseiten zu hinterlassen bzw. die entsprechenden Ergebnisse in OneDrive (was waehrend der gesamten Praesentation eine Schluesselrolle einnahm) abzuspeichern. Microsofts Antwort auf Chrome und Firefox bietet nicht nur eine Fuelle an praktischen Features, sondern sieht auch noch richtig schick aus!

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Ach und habe ich schon erwaehnt, dass der PC und das Notebook nun im Grunde genommen auch eine Xbox One ist? Juti, die muss man natuerlich auch noch besitzen, denn darauf greift man dann zu. Erinnert alles irgendwie an eine aufgebohrte Smart Glass Variante fuer den Desktop und bietet endlich die Moeglichkeit Xbox Games auf den Desktop zu streamen.

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Windows 10 auf dem Smartphone

War Windows 8 der Tablet/Desktop-Hybrid, so schiebt man mit Windows 10 nun auch noch Smartphones dazu. Es gibt eine spezielle Variante fuer Geraete unter 8-inch, die sich dann auch optisch eher an Windows Phone orientiert. Benachrichtigungen werden laufend zwischen Smartphone, Tablet, Notebook und Desktop synchronisiert und natuerlich hat man Skype fundamental in den entsprechenden Messenger integriert. Endlich eine ganze Ecke schlanker und ansprechender.

Bleibt die Frage ob man aus den groessten Nachteilen von Windows Phone gelernt hat. Ich will es zwar vermuten, denn mit dem Universal OS Windows 10 sollte insbesondere das Google-Universum besser angesprochen werden koennen, genaues dazu weiss man aber noch nicht. Microsoft taete gut daran, sich hier zu oeffnen.

Das neue Unified Office sieht inzwischen fast so aus wie auf dem Desktop und die vorgefuehrte Demo macht Lust auf mehr. Eben mal schnell eine Powerpoint-Praesentation vom Smartphone starten oder aber Dokumente mobil ausdrucken. Alles kommt irgendwie zusammen und wurde mit einer grossen Prise Usability gewuerzt.

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Windows 10 wird ein Erfolg

Mal davon abgesehen, dass ich diese ewigen „der PC ist tot“-Experten eh nicht ernst nehmen kann, so hat Microsoft mit Windows 10 die richtige Antwort gegeben. Ein OS fuer alle Devices! Schluss mit der Fragmentierung und alle Tueren auf fuer die Industrie und Entwickler, um endlich ihr Potential auf allen Plattformen ausspielen zu koennen.

Die Redmonder zeigen der Konkurrenz von Apple und Google, dass sie mit ihrem Oekosystem in der Lage sind eine voellig andere Strategie zu fahren. Was bei Apple OSX und iOS sind oder bei Google Chrome und Android, wird bei Microsoft eins und das ist verdammt gut so.

2 more things…

Wer das Ankuendigungs- und Feature-Feuerwerk bis jetzt ausgehalten hat, der kommt doch auch noch mit ein wenig Hardware klar, oder?

Wir haetten da einen 84-inch Touchscreen namens Surface Hub mit 4K-Aufloesung anzubieten. Das gute Stueck wuerde wunderbar in unseren Besprechungsraum passen, ist mit Kameras, Lautsprechern, Mikrofonen, Bluetooth und NFC ausgestattet. Das gesamte Interface wurde fuer Touch/Stylus Bedienung optimiert und soll Konferenzen (natuerlich ueber Skype) moeglich machen, bei denen man den Screen als Arbeitsflaeche einsetzt und die Resultate dann gleich an alle Geraete der Teilnehmer schicken kann. Auch wenn ich ein wenig Angst vor dem Markteinfuehrungspreis (der nicht genannt wurde) habe, so bin ich mir sicher, dass dem guten Stueck mehr Erfolg als dem Ur-Surface Tisch zukommen wird.

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Ach und dann haetten wir noch das HoloLens Headset, was fuer mich all das in einem Produkt beschreibt, was das „neue“ Microsoft ausmacht. Einfach mal knappe 15 Minuten Zeit nehmen und eintauchen in eine voellig neue Definition von AR:

 

Screenshots: The Verge