Wahnsinn! Ich habe es tatsächlich geschafft. Meine erste Kolumne für Mobilegeeks ist online. Was habe ich mich gefreut, als mich Sascha Ende 2014 mit an Board genommen hat. Einen Artikel pro Woche, ach was einen pro Tag wollte ich schreiben …. und dann kam alles ganz anders.

Das Thema für meinen ersten Beitrag stand sehr schnell fest. Irgendwas mit Familie, digitaler Alltag und Work-Life-Balance. Sind doch genau die Tage zwischen Weihnachten und dem 6. Januar ideal um sich mal ein wenig aus der digitalen Umklammerung zu lösen …. könnte man meinen.

Wie ist das eigentlich wirklich mit der Online-Fastenzeit?

“An Weihnachten legen wir das Smartphone mal weg!”. Ist das nicht ein Satz den wir all im Kreise unserer Liebsten gehört oder vielleicht sogar selbst gesagt haben? Wer war es, der dann an Heilig Abend “nur mal kurz” das leckere Essen bei Instagram gepostet und glücklichen Kinder beim Auspacken der Geschenke auf Facebook verewigt hat?

Sicher, wir verbringen an diesen Tagen – vielleicht sogar gezwungenermaßen – deutlich weniger Zeit vor unserem großem Bildschirm am Schreibtisch, doch werden wir nervös wie ein Junkie auf Entzug wenn wir unser Mobile Device nicht in Händen halten, am Körper spüren oder uns nicht 100% sicher sind wo genau es im Haus liegt.

Wir – und ich meine damit ganz speziell euch Leser von Online-Magazinen wie Mobilegeeks und ähnlichen Blogs – entscheiden schon lange nicht mehr darüber, ob wir eine bestimmte Zeit ohne unsere neuen Gliedmaße (manche nennen sie noch Smartphones, Tablets, Chromebooks & Co.) durch den Alltag gehen oder nicht. Wir, die sich für ein Leben im Einklang mit der digitalen Welt entschieden haben, werden – freiwillig – wohl keine Digitale Auszeit mehr haben. Warum auch?

Was macht der Nachwuchs?

Werdet ihr daheim auch immer öfter mit der Frage “Hat jemand mein MEIN iPad gesehen?” konfrontiert? Klingt diese Frage aus dem Munde eines Grundschülers nicht heute schon ungewohnt vertraut? Wo vor einigen Jahre noch das Wort LEGO, PLAYMOBIL oder KETTCAR stand, wird nun iPad, Tablet oder Smartphone eingesetzt.

Der eine oder andere von euch war vielleicht auch überrascht darüber, dass die besten Fotos von Weihnachten und Silvester wie von Zauberhand auf dem Smartphone zu finden waren, weil der eigene Nachwuchs sich mal wieder das Gerät geschnappt hat und so den einen oder anderen Augenblick digital festgehalten hat.

Wollen wir wirklich noch ein Leben “ohne”?

Mal ehrlich! Belügen wir uns nicht selbst wenn wir uns vor einen Urlaub oder vor Feiertagen immer und immer wieder sagen hören: “Die nächsten Tage bin ich mal offline!”? Lassen wir uns nicht schon allein mit den Hinweisen “…. ich kann meine Mails in den kommenden Tagen nicht regelmäßig lesen …”  oder “ …. meine E-Mails werden NICHT weitergeleitet und bearbeitet ….” in unseren Abwesenheitsmeldungen, die Hintertür offen die wir brauchen um in unserer eigentlich geplanten digitalen Auszeit mal kurz zu verschwinden und für ein paar Augenblicke online zu gehen, E-Mails zu checken, einen kurzen Blick auf die Timeline zu werfen, ein paar Fotos zu posten usw. usw.?

Anti-Online Videos – Wer würde Sie ohne „online“ kennen?

2014 machten uns vor allem drei Videobeiträge auf die „Gefahren“ unserer digitalen Abhängigkeit aufmerksam.

und

Wir allen kennen diese Beiträge. Doch woher? Ist es nicht schon ein wenig paradox, dass wir ein Video mit dem Thema digitale Freundschaft und damit verbundenen Gefahren nur dank der Reichweite digitaler Medien kennen? Hat ein TV-Sender oder gar ein Printmagazin über das Video berichtet?

Ganz oben in meinen persönlichen Charts zu diesem Thema steht dieses Video.

Ich gratuliere zu fast 10 Mio. Videoabrufen die es während einer Digitalen Auszeit sicher nicht gegeben hätte.

Ich frage euch. Ist eine gewisse Zeit ohne Verbindung zur digitalen Welt für euch wirklich noch denkbar? Ganz ehrlich!