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Einstieg: Mode aus dem 3D-Drucker

Beim Thema 3D-Drucker denkt der eine oder andere an eine Schusswaffe aus dem 3D-Drucker, seine Fake-DIY-Google-Glass, diverse Industrieeinsätze, oder vielleicht an den Hackerspace in der Nachbarschaft. Auch in der Modewelt gewinnt das Thema 3D-Druck an Bedeutung. Zwei Beispielunternehmen: „HOT Pop Factory“ aus Toronto und „Continuum“ aus New York.

Gedrucktes Holz und andere Werkstoffe: Modeschmuck aus Kanada

Modeschuck aus dem 3D-Drucker sollte schon Style haben: Die Firma HOT Pop Factory aus Kanada stellt genau solchen Schmuck her. Dabei wird eine Reihe von 3D-Druckern genutzt, die auf Knopfdruck das gewünschte Schmuckstück herstellen.

Die beiden Designer Bi-Ying Miao und Matt Compeau experimentieren jedoch nicht nur mit Farben und Formen, sondern auch mit den Materialien. Statt der üblichen Kunststoff-Schmuckstücke verwenden Sie auch “3D printed wood”. Zum Thema Printed Wood gibt es auch einen guten Artikel bei Wired.com.

Die Materialien und Techniken des 3D-Druckers erlauben auch ungewöhnliche Schmuckstücke, wie zum Beispiel eine Fliege (3D-printed bow ties) für den Gentleman. Oder modischen Geek = smarter Dandy. ;)

Kinder steuern einen 3D-Drucker

Die guten Leute von Hot Pop Factory waren im Oktober 2014 auf der Toronto Mini Maker Faire und haben dort eine nette Idee umgesetzt: Fingermalerei von Kindern wurde mit der Leap Motion abgetastet und via 3D-Drucker ausgedruckt.

Zurück zur Mode aus dem 3D-Drucker: Während bis vor ein paar Monaten im Online-Shop noch Produkte zum Verkauf anstanden, sind inzwischen nur noch Projekt-Anfragen möglich. Vermutlich lassen sich durch einen klassischen Online-Shop nicht genügend Umsatz generieren, durch Projekte und Installationen dagegen schon. Es braucht wohl noch seine Zeit, bis Modeschmuck aus dem 3D-Drucker „in Mode“ kommen.

3D-Druck Modeschmuck aus New York

Zwar bietet die New Yorker Designerin Mary Huang von der Firma CONTINUUM ein Schmuckstück/Halskette im Preis von 45 Dollar an und für 50 Dollar ein schwarzes Armband an, mehr Auswahl an Modeschmuck gibt es auch dort nicht „von der Stange“. Immerhin kann man so für den Valentinstag noch schnell ein Kleinod für die Liebste ergattern. Achtung: Print-On-Demand, also die Vorbestellzeit von 2-3 Wochen für diese Schmuckstücke einberechnen. Ihr solltet vermutlich Anfang/Mitte Januar Eure Bestellung aufgeben!

Sündhaft teure Schuhe aus dem 3D-Drucker 

Ok, 265 Dollar sind nicht wirklich „Sündhaft Teuer“, aber auf jeden Fall für viele Menschen kein „Mitnahmepreis“. Zur Zeit sind zwei Modelle im Store zu kaufen: Die Laurel Tree Sandal (Instagram-Bild) und die STRVCT Pumps.

Prototype: leather upper with 3d printed base. Would take a while to get it to work right. Worth it??

A photo posted by Continuum Fashion (@continuumfashion) on Sep 9, 2014 at 5:25pm PDT

Den Herstellungsprozess kann sich der interessierte MobileGeek in diesem Video anschauen: Klassiker 3D-Druck-Galore, mit Zeitraffer.

Die Designerin hat auch einen Bikini entworfen, der aus dem 3D-Drucker stammt. Als Material kommt Nylon 12 zum Einsatz, daher auch der Name N12 für den 275-Dollar-Bikini. Auch dazu gibt es ein sehenswertes Video zur Herstellungsweise:

Einen guten Einblick in das Thema 3D-Druck in den nächsten 10 Jahren – nicht nur für die Mode – gibt der Vortrag von Mary Huang auf der LeWeb 2013:

 

Auch in Europa gibt es verschiedene Designer, die den 3D-Druck für sich entdeckt haben. Mehr dazu in einem weiteren Artikel Ende Januar. ;)