HowTo: Mehrere Benutzer-Profile in Google Chrome anlegen

Während es dem Google App Launcher für Windows und Mac schon bald an den Kragen geht, schlummert in den Einstellungen des Google Chrome eine bereits ältere, aber dennoch viel zu selten genutzte Funktion, die den Alltag mit dem Browser erheblich vereinfachen kann. Google Chrome kann mehrere, vollständig voneinander getrennte Benutzer-Profile verwalten, mit allen damit zusammenhängenden Auswirkungen.

In (optionaler) Verbindung mit einem Google+ Account ergeben sich so weitreichende Möglichkeiten für jeden, der z.B. daheim einen PC oder ein Notebook gemeinsam mit anderen Personen nutzt. Auch Nutzer, die sowohl beruflich als auch privat im Internet unterwegs sind und beides voneinander trennen wollen ersparen sich durch das einmalige Anlegen verschiedener Profile viele ansonsten umständliche Schritte. Wer den Chrome Browser auch auf seinem Smartphone nutzt, profitiert u.U. auch unterwegs.

Das Anlegen eines neuen Benutzerprofils ist in wenigen Schritten erledigt. Klickt oben rechts auf das „Hamburger-Symbol“ und wechselt im Drop-Down Menü auf die Einstellungen des Chrome Browsers (chrome://settings/). Im unteren Bereich der Seite wird euch eine Liste mit den momentan vorhandenen Personen bzw. Profilen angezeigt – normalerweise steht dort beim ersten Einrichten nur ein Name bzw. ein Account.

Google Chrome Benutzer-Profile 01

Über die darunter angeordnete Schaltfläche könnt ihr ruckizucki einen neuen Benutzer hinzufügen. Namen eintippen, Benutzer-Icon auswählen, fertig. Auf gemeinsam oder gleichzeitig beruflich und privat genutzten PCs ohne Benutzerkonten-Trennung des Betriebssystems ist das Anlegen eines separaten Desktop-Icons für jeden einzelnen Benutzer besonders komfortabel. Ein Doppelklick auf das jeweilige Icon öffnet dann verschiedene Instanzen des Chrome Browsers, die man abwechselnd oder nebeneinander – aber voneinander sauber getrennt – nutzen kann. Auf diese Weise ist es z.B. möglich, in dem einen Browser-Fenster mehrere Tabs mit privat angesurften Websites zu öffnen, während in einem anderen Browser-Fenster die Tabs der beruflich genutzten Sites geöffnet sind.

Möglich wird dies, weil der Chrome-Browser für jeden einzelnen Benutzer separate Favoriten, separate Browser-Erweiterungen, unterschiedliche beim Starten geöffnete Websites und völlig verschiedene Passwörter verwalten kann. Vereinfacht ausgedrückt: ihr habt nun „zwei“ Chrome Browser installiert, die beide voneinander weitgehend unabhängig sind. Und ihr könnt beide gleichzeitig benutzen.

Eltern jüngerer Kinder werden sich über die Möglichkeit sogenannter „betreuter Nutzer-Accounts“ freuen. Legt ihr mit eurem eigenen Profil ein solches Profil an, erhaltet ihr weitreichende Kontrollinstrumente für den jeweiligen Account. Beispielsweise könnt ihr

  • Bestimmte Websites zulassen oder blockieren
  • Überprüfen, welche Websites aufgerufen wurden oder
  • die Einstellungen für den betreuten Nutzer anpassen

Damit das möglichst komfortabel vonstattengehen kann, gibt es für die Einrichtung ein separates Dashboard, über das auch mehrere Benutzer verwaltet werden können. Ein paar Minuten in der aussagekräftigen Hilfe-Funktion zu diesem Thema sollten euch die wichtigsten Einstellungen schnell näherbringen.

Nach dem Anlegen eines neuen Profils werdet ihr einmalig auf die Google-Login Seite geleitet, auf der ihr das neue Benutzerkonto optional mit einem Google+ Account verknüpfen könnt. Ihr dürft das gerne mit „Nein, Danke“ ablehnen, verzichtet dann allerdings auf einige sinnvolle Optionen. Die Verknüpfung des Browsers mit dem „Social Layer“ der Plattform sorgt nämlich z.B. für eine geräteübergreifende Synchronisierung eurer Lesezeichen, Passwörter und Einstellungen. Nutzt ihr den Chrome Browser auf einem (zweiten) Notebook oder PC, einem Tablet oder einem Smartphone ist das sehr komfortabel, weil z.B. in der Desktop-Variante sogar eure einmal installierten Extensions auf einem anderen System abgeglichen werden.

Google Chrome Benutzer-Profile 04

Wie ihr in dem Screenshot unschwer erkennen könnt ist ein derart frisch hinzugefügter und nicht mit einem Google Konto verknüpfter Browser ansonsten „jungfräulich“. Keine Browser-Erweiterung und keine prallgefüllte Lesezeichen-Liste belastet die Instanz, ihr könnt ganz von vorne beginnen. Wenn ihr nun z.B. Facebook aufruft, euch dort einloggt und das Passwort abspeichert, so hat dies nur Auswirkungen auf diesen einzelnen Benutzer. Ebenso wäre es nun möglich, eher selten genutzte Browser-Erweiterungen wie z.B. einen Proxy zu installieren oder die Spracheinstellungen zu ändern, um mit eurem neuen Browser-Account fremdsprachige Versionen von geographisch angepassten Websites zu besuchen.

Google Chrome Benutzer-Profile 05

Versucht es einfach mal aus und überlegt euch, ob ihr für diese Funktion nicht doch das ein oder andere Anwendungsszenario findet. Das Löschen nicht mehr benötigter Accounts geht noch schneller als das Anlegen, ihr könnt also nichts verkehrt machen.