Package Guard 04

Crowdfunding der Woche
Kickstarter: The Package Guard macht Paketdieben Beine

Bei Kickstarter kann man mit dem Package Guard gerade in ein Gadget investieren, welches Paket-Diebstahl vor eurer Haustür verhindern soll.

Schaue ich in meinen Briefkasten, sehe ich immer seltener wirkliche Briefe. Stattdessen verteilt sich der Inhalt zu gleichen Teilen auf Rechnungen, Werbung – und Benachrichtigungen, dass mein Paket in Filiale X oder bei Nachbar Y abgeholt werden darf. Letzteres ist insofern ärgerlich, als ich dank Homeoffice meistens zuhause bin und mich dann oftmals darüber wundere, wieso ich nicht erreichbar gewesen sein soll. Noch ärgerlicher ist es aber, wenn die Ware einfach nur in Briefkasten-Nähe hinterlegt wird und dann schlimmstenfalls von irgendwem anders eingesackt wurde, bevor ich das Päckchen im Hausflur erspähen konnte.

Das ist mir leider schon mehrfach passiert und das, obwohl die Ware zumeist im Hausflur abgelegt wird und nicht etwa vor der Haustür. Wieso ich euch das erzähle? Weil mit dem Package Guard auf Kickstarter gerade ein Projekt gestartet ist, welches sich exakt dieses Problems annimmt.

Package Guard 01

Wie funktioniert der Package Guard?

Der Package Guard ist zunächst einmal eine Frisbee-große Scheibe, die ihr auf dem Boden vor eurer Haustür, beispielsweise auf der Veranda platzieren könnt. „Place Package Here“ steht drauf und damit ist auch schon exakt erklärt, wozu das Teil gut ist!

The Package Guard protects your delivered and unattended packages from thieves.

In fünf Minuten soll das Gerät einsatzbereit sein, im Grunde müsst ihr nur unten vier AA-Batterien reinstopfen und es dann mit eurem WLAN verbinden. Der Package Guard kümmert sich ab da dann in den Fällen um eure Sendung, wenn ihr gerade nicht zuhause anzutreffen seid. Jährlich gehen unzählige Päckchen auf diese Weise verloren (allein in den USA sollen es 23 Millionen Sendungen sein!), mit diesem smarten Frisbee sollte euch das in Zukunft nicht mehr passieren.

Package Guard 05

Sobald ein Zusteller auf dieser Plattform sein Paket abstellt, passiert Folgendes: Ein Alarm wird aktiviert, der einen lautstarken Signalton auslöst, sollte jemand versuchen, euch das Päckchen vom Package Guard zu stibitzen. Ihr könnt die Scheibe wohl auch temporär auf einem harten Untergrund fixieren, wenn das gewünscht ist, eigentlich ist das aber nicht notwendig: Sollte ein Dieb nämlich sowohl das Paket als auch die Scheibe aufheben, muss er gewährleisten können, dass exakt der gleiche Druck auf den Guard ausgeübt wird, was nahezu ein Ding der Unmöglichkeit sein sollte. Im Clip seht ihr bzw. hört ihr den Alarm:

Es wird aber nicht nur der Alarm aktiviert: Sobald das Paket abgestellt wird, bekommt ihr eine entsprechende Nachricht aufs Smartphone. Über die zugehörige App, die sich aktuell noch in Entwicklung befindet, könnt ihr diesen Alarm deaktivieren. Ihr habt auch die Möglichkeit, Nachbarn oder Freunde zu involvieren, die dann ebenfalls die entsprechende Benachrichtigung plus Code für die Alarm-Deaktivierung erhalten.

Michael Grabham aus Seattle, der Kopf hinter der Package Guard-Idee, erklärt dazu, dass er schon weiß, dass ein lauter Alarmton nicht jeden Dieb verschrecken wird. Aber er ist guter Dinge, dass der Schreck in den meisten Fällen so groß sein wird, dass der Langfinger ohne Paket und sehr flott das Weite suchen wird. Für die Zukunft plant Grabham zudem, dass der Package Guard in Kombination mit Kameras genutzt werden kann, so dass bei unberechtigtem Zugriff auch automatisch Bilder von der stehlenden Person gemacht werden.

Package Guard 02

Wie so oft ist auch diese Idee dem Zufall zu verdanken: Grabham und seine Frau kümmern sich nämlich im Winter darum, dass Obdachlose in der Region mit Winterbekleidung ausgestattet werden können. Irgendwann mussten sie feststellen, dass ihnen ein Paket mit Mänteln vor der Haustür gestohlen wurde, so entstand die Idee.

Bei seiner Recherche in der Nachbarschaft musste Grabham feststellen, dass so ein Missgeschick schon 75 Prozent der Anwohner in seinem Viertel widerfahren ist – Bedarf für so ein Gadget sollte es also definitiv geben, findet übrigens auch Robert Scoble:

Sometimes stupid sounding ideas go onto be the brilliant ones. This is a device for your front door. UPS and other delivery folk leave your packages on it. It lets you know your package has arrived. If anyone but you removes it an alarm sounds, hour Dropcam shoots a photo, and you get a notification.

This enables drone delivery too. I saw this in Seattle a few weeks back and it made me want to invest in the company (I never invest in tech companies that I cover) because the idea is so simple, but so needed. Robert Scoble

Robert bringt auch noch eine ganz neue Idee ins Spiel: Auf diese Weise ist ein Haushalt dank Package Guard natürlich dafür prädestiniert, sich Ware per Drohne nach Hause schicken zu lassen. Auch, wenn das noch Zukunftsmusik ist, kann es natürlich nicht schaden, schon jetzt eine Lösung am Start zu haben für diesen Fall.

Package Guard 03

Wenn der Package Guard später tatsächlich in den Handel kommt, soll er zwischen 69 und 79 Dollar kosten. Wer ganz schnell ist, kann bei Kickstarter noch den Early Bird-Preis von 40 Dollar nutzen, danach werden dann 50 Dollar fällig (plus 15 Dollar für den Versand). 7.200 von gewünschten 45.000 Dollar sind bereits auf dem Kickstarter-Konto und mit einer Restzeit von immerhin noch 29 Tagen scheint das für mich absolut machbar.

Die ein oder andere Frage stellt sich mir noch – beispielsweise, wie die Sensoren reagieren, wenn mehrere Pakete auf dem Gerät abgelegt werden, oder wenn sich die Nachbars-Katze mal auf ein Paket setzt. Aber vom Ansatz finde ich die Geschichte großartig – ein klassischer Fall von: „Wieso ist da vorher noch niemand drauf gekommen“. Was sagt ihr? Schnapsidee oder sinniges Gadget?

Quelle: Kickstarter