Marvin Minsky ist tot – AI-Pionier stirbt mit 88 Jahren

Im Alter von 88 Jahren starb der AI-Pionier Marvin Minsky an einer Gehirnblutung. Der Mann, der Deep- und Machine-Learning auf den Weg gebracht und virtuelle Welten gedacht hat, bevor die meissten von uns das Licht der Welt erblickten. Ein kurzer Nachruf, der diesem Menschen nicht ansatzweise gerecht werden kann.

Dieser Tag faengt alles andere als motivierend an und dabei hoerte der gestrige noch so erfolgreich auf. Meine Timeline wurde mit Beileidsbekundungen geflutet, denn im Alter on 88 Jahren ist einer der wichtigsten Pioniere und Vordenker der kuenstlichen Intelligenz von uns gegangen. Marvin Minsky, der Gruender des Artificial Intelligence Project am MIT in Boston. Eine Ikone, von der ich zum ersten mal Mitte der 80er Jahre hoerte bzw. las, als ich an ein paar Expertensystemen rumspielen durfte und auf einmal ueber dieses Kuerzel „AI“ stolperte.

Kuenstliche Intelligenz? WTF?! Nun, genau daran arbeitete Minsky bereits in den 50ern und baute schliesslich 1951 seine „Randomly Wired Neural Network Machine“, von der er im folgenden Video spricht.

Klickt das Video nicht einfach weg… dieses „Artikelchen“ hier wird dem Lebenswerk von Minsky nicht einmal ansatzweise gerecht und ist auch nicht dafuer gedacht, innerhalb von 5 Minuten einfach nur mal schnell was rauszuhauen.

Seine „Lern-Maschine fuer neuronale Netzwerke“ hat im Grunde genommen Deep- und Machine-Learning definiert. Der Bursche hat fuer diese Welt somit keine Strassen gebaut, sondern sich erst durch den Wald gehackt und dann Trampelpfad, Schotterweg und Kopfsteinpflaster uebersprungen und direkt aus Asphalt gesetzt. So fundamental wichtig war seine Arbeit.

Ein Daniel Duesentrieb der Moderne

Aber damit nicht genug. Minsky forschte, entwickelte, probierte. Getrieben von den technischen Moeglichkeiten, aber wohl noch viel mehr von seinem eigenen, schier unendlichen Horizont. 1956 erfand er dann das erste Konfokalmikroskop und legte dann 2 Jahre spaeter den eigentlichen Grundstein fuer die Forschungsbemuehungen rund um die kuenstliche Intelligenz. Zusammen mit John McCarthy gruendete er das MIT AI Lab. John McCarthy? Richtig, der schuf den Begriff „Artificial Intelligence“ und jetzt ratet mal wer bei den beiden u.a. in der Klasse sass… wohlgemerkt als Schueler! Mister Singularity aka Ray Kurzweil.

Darf ich weitermachen? Habe ich schon genug gekitzelt und zumindest ansatzweise das erweckt, was man benoetigt um einen Artikel weiterleben zu lassen? Neugierde, Inspiration und diesen, wenn auch wohl kleinen, Aha-Moment?

1963 had Minsky eine erste fruehe VR-Brille entwickelt, also Displays, die man vor den Augen mit sich herumgetragen hat.

ivan-sutherland-and-head-mounted-display

Eine Erfindung, die 2 Jahre spaeter von Ivan Sutherland in seinem Essay „The Ultimate Display“ zum ersten mal ausfuehrlich beschrieben wurde und dann 1 Jahr spaeter, ueberarbeitet und unter dem Projektnamen „Sword of Damocles“, zum ersten mal gezeigt wurde. Basierend auf Minskys Entwicklungen sprach Sutherland von einem „mathematischen Wunderland“ und genau in dieses wandern wir nun mit den aktuellen VR-Entwicklungen. 50 Jahre spaeter. Der Moment an dem ich wieder einmal Gaensehaut bekomme.

Ich koennte noch 10 Seiten ueber Minskys Bedeutung fuer aktuelle Entwicklungen vollschreiben. Niemals wuerde es dem gerecht werden, was dieser Mann geleistet hat. Nicht einmal ansatzweise. Was ich aber tun kann, zumindest habe ich es versucht, euch ein wenig anzufixen… mal ein Buch von ihm herunterzuladen (dies sind meine persoenlichen Favoriten):

The Society Of Mind

Preis: EUR 15,02 oder gebraucht ab EUR 4,05

13 Kundenbewertungen 4.4 von 5 Sternen

Ein paar Videos von ihm zu schauen oder ein wunderbares Interview zu geniessen, in dem er u.a. die Kommerzialisierung der kuenstlichen Intelligenz verhoehnt.

MIT Technology Review: Marvin Minsky Reflects on a Life in AI from Daniel Lovering – Bagamor Media on Vimeo.

Mavin Minsky starb am 24. Januar 2016 im Alter von 88 Jahren an einer Hirnblutung. Er wird uns fehlen.