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Kickstarter-Kampagne
OLO: Revolutionäres 3D-Drucken mit dem Smartphone

Die kleine Box kostet 99 Dollar und soll schnell und einfach 3D-Objekte mithilfe eines Smartphones generieren können. Möglich ist das mit dem Licht des Displays und einem speziellen, lichtempfindlichen Stoff namens Resin.

3D-Drucker sind derzeit unhandlich, nicht bedienerfreundlich, viel zu laut und oft auch noch hässlich – kein Wunder also, dass diese kleinen Helferlein den Weg in die Wohnungen „normaler“ Bürger noch nicht geschafft haben. Tchibo bot zwar bereits einen 3D-Drucker an, richtig beliebt war der Replikator aber nicht.

Einiges ändern könnte OLO: Benutzerfreundlich, klein und hübsch ist das 99 Dollar teure Kickstarter-Projekt. Wie funktioniert OLO? Das ist recht simpel. In dem lichtundurchlässigen Gehäuse sitzt eine Platte, die mechanisch hoch- sowie heruntergefahren werden kann. An dieser Oberfläche haftet das Druckmaterial – in diesem Fall lichtempfindliches, flüssiges „Resin“, eine Art Kunstharz – an. Sobald das Smartphone-Display dann erleuchtet, festigt sich der Werkstoff und ein stabiles Objekt entsteht. Das heißt konkret: X- sowie Y-Achse werden vom Smartphone-Display „abgedeckt“, die Z-Achse kann mechanisch bewegt werden. So entsteht das finale Objekt im dreidimensionalen Raum.

Vom Prinzip gab es einen solchen Flüssigdrucker, den Formlabs Form 1, schon einmal auf Kickstarter – damals für 2500 Dollar und mit einigen Startschwierigkeiten. Auch war das Resin noch recht teuer. OLO hingegen ist mit 99 Dollar – für die ersten 1000 Unterstützer sogar nur 79 Dollar und die Unterstützer 1001-2000 89 Dollar – ein richtiges Schnäppchen. Das Promomaterial sieht bereits ganz in Ordnung aus, natürlich wird der kleine Drucker nicht an die Qualität eines richtigen Ultimakers heran kommen.

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OLO spricht davon, die drei Betriebssysteme Android, iOS und Windows Phone zu unterstützen. Die Softwarebasis ist also gegeben; der Konzern zerschießt sich das interessante Projekt nicht durch eine kleine Nutzerbasis der einzelnen mobilen Systeme.

Die Genauigkeit des Druckers liegt bei der Z-Achse bei 0.036 Millimeter, ein „richtiger“ Drucker macht bis zu 0.5 Mikrometer genaue Schichten. X- und Y-Achse sollen bis zu 0.042 mm genau sein, hier wird allerdings die Auflösung des Displays eine Rolle spielen.

Es wird einige technische Schwierigkeiten geben, die die Macher adressieren müssen: So ist das Resin im normalen, für den Menschen sichtbaren Spektrum empfindlich. Hier muss man daran denken, dass das flüssige Resin dann zwingend im Dunklen gelagert werden müsste, damit es nicht ungewollt aushärtet.

Desweiteren ist der Druckbereich des OLO relativ klein. x- sowie y-Achse sind auf die Displaygröße des Smartphones begrenzt. Maximal sind so 127×76 Millimeter möglich, was 5.8 Zoll entspricht. In die Höhe darf das Objekt maximal 5.2 Zentimeter gehen. Besonders genau scheint der Drucker auch nicht zu arbeiten, im Promovideo waren die gedruckten Elemente alle sehr grob gehalten.

Und natürlich kann das eigene Smartphone während der Druckzeit nicht genutzt werden – das wird wohl eines der größten Mankos sein. Je nach Druckdauer könnte das Telefon einfach mal zwei Stunden in Beschlag genommen werden. Und wenn der Hersteller mit Nachrichten wirbt, die erst durch 3D-Druck sichtbar werden, ist es natürlich ein riesiges Problem, dass die Nachricht erst nach einer ganzen Zeit auftaucht.

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Wahrscheinlich sind meine Worte viel zu kritisch – immerhin wird es viele Leute den neuen technischen Möglichkeiten näher bringen. Anderereits hat dieses Produkt auch riesiges Potenzial, auf die Nase zu fallen und nacher im Schrank der Backer zu verstauben. Mit mehr als 250% des ursprünglichen Funding-Ziels in weniger als 15 Stunden nach dem Start des Projekts wird OLO aber mit Sicherheit noch große Wellen schlagen.

Hier geht’s zum Kickstarter-Projekt von OLO!