Jibo Roboter und Frau

Persönliche Assistenten: Wir alle werden Bots nutzen!

Bots - als Hardware oder Software - werden als persönliche Assistenten künftig unsere Leben deutlich erleichtern. Binnen zehn Jahren werden sie uns bei elementaren Fragen unseres Lebens behilflich sein, glaubt  Andrew Moore von der Carnegie Mellon School of Computer Science. 

Viele von uns nutzen ganz selbstverständlich Siri, Google Now oder auch Cortana. Dabei handelt es sich um persönliche Assistenten, die uns auf unseren Geräten jetzt schon feine Dienste leisten. Dank Google Now hab ich zum Beispiel deutlich weniger Stress am Flughafen, weil ich nicht mehr hektisch nach Papier kramen muss, sondern automatisch meine Bordkarte angezeigt bekomme. Google Now sagt mir auch, wann Schalke das nächste Mal gegen wen spielt, wann ich mich zu einem Termin auf den Weg machen muss, welches Wetter mich an meinem aktuellen Standort erwartet und hat jede Menge Infos (Sehenswürdigkeiten, Vokabeln, Währungsumrechnung) für mich, wenn ich im Ausland unterwegs bin.

Der Mehrwert dieser Informationen schwankt für mein persönliches Empfinden zwischen „brauch ich nicht unbedingt“, nice to have und absolut hilfreich. Das ist aber nur die Speerspitze, denn ihr bekommt ja alle mit, dass die Entwicklung bei künstlichen Intelligenzen derzeit sehr rasant voranschreitet.

Andrew Moore von der School of Computer Science an der Carnegie Mellon University sieht diese Entwicklung selbstverständlich auch und geht sogar so weit zu sagen, dass wir binnen des nächsten Jahrzehnts allesamt auf solche persönlichen Assistenten vertrauen werden. Persönliche Assistenten, die uns nicht nur mit Wetter-Infos oder Terminerinnerungen unter die Arme greifen werden, sondern uns bei elementaren Fragen zur Seite stehen.

Diese Assistenten wird es – wie Google Now etc. eben auch – natürlich auch in Zukunft Software-basiert geben, aber auch als Roboter in Hardware-Form werden sie sich in unseren Alltag schleichen. Die künstliche Intelligenz dieser Bots hilft uns bei Entscheidungen, die unmittelbar Einfluss auf unser Leben haben: Wo sollen wir unser Haus bauen/ unsere Wohnung erwerben, auf welche Schule werden wir unser Kind schicken usw.

Moore geht davon aus, dass wir diese Fragen gemeinsam mit Bots in ausgiebiger Dialogform klären werden. Es bleibt also nicht bei der simplen Frage-Antwort-Nummer wie bislang, komplexere Fragen des Lebens werden auch in längeren Dialogen mit unseren Helfern erörtert. Bei der Wahl des Wohnorts würden wir beispielsweise all das einfließen lassen, was für uns relevant ist: Wie teuer darf die Miete/der Kaufpreis sein, will ich im Grünen wohnen oder lieber das pulsierende Großstadtleben um mich herum haben, ist mir eine Grundschule in der Nähe wichtig oder eher eine große Auswahl an Kneipen und vieles mehr.

Unterstützung bekommen wir aber auch in Form von Robotern, die uns in allen Lebenslagen unterstützen. Das werden dann nicht zwingend die Art Roboter sein, wir wir sie uns in unseren Science-Fiction-Träumen stets ausgemalt haben und die quasi im Alleingang unseren Haushalt schmeißen. Viel mehr werden es smarte Maschinen sein im Stile des Jibo-Roboters, den wir euch bereits vor zwei Jahren vorstellten, oder aber etwas wie die Roboter von Robotbase:

Sie werden also unseren Kids Gute-Nacht-Geschichten vorlesen, machen Fotos und lesen uns Kochrezepte vor, werden aber auch komplexe Prozesse initiieren und ausführen können, wie Moore an einem Beispiel schildert: Ihr braucht neue Sneakers und werdet von eurem Bot gefragt, ob es das gleiche Modell sein soll, welches ihr aktuell bereits besitzt. Lautet die Antwort „Ja“, nimmt euer Assistenzsystem Kontakt zum entsprechenden Gegenüber auf – beispielsweise bei einem Hersteller wie Nike oder Adidas, oder bei einem Händler wie Amazon. Ein weiterer Bot wird eure Schuhe versandfertig machen und bis zum LKW bringen, ein anderer Bot schließlich sorgt dafür, dass die Ware an eure Haustür gebracht wird. Im optimalen Fall soll so ein Vorgang vom Initiieren bis zur Lieferung lediglich 90 Minuten brauchen.

Google und Co arbeiten bereits an dieser Zukunft

Wer werden die Player sein, die diese Zukunft erschaffen? Das wird sich noch zeigen müssen, viele der künftig  relevanten Unternehmen sind heute vielleicht noch nicht einmal gegründet. Es gibt aber auch Firmen, die bereits heute in diese Richtung entwickeln: Locus Robotics beispielsweise bietet bereits eine Lösung an, bei der ein Kommissionier-Roboter und das dazu passende Softwaresystem bestens aufeinander abgestimmt interagieren und eine Bestellung bearbeiten bis zum Versand.

locus-robot-traveling

Ein anderes Beispiel ist das Concierge-Startup GoButler, bei dem man für die Kunden-Anfragen Menschen bereits durch Algorithmen ersetzt. In diesem Zusammenhang darf man ruhig wieder im Hinterkopf behalten, dass die Möglichkeiten uns in Zukunft nicht nur das Leben erleichtern, sondern vielleicht auch unseren Job kosten können.

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Aber selbstverständlich werden auch die großen Unternehmen wie Apple, Google, Amazon und Microsoft diese Zukunft mitgestalten und arbeiten ebenfalls bereits intensiv in diese Richtung. Exakt diese vier großen Namen nennt auch Moore, ich persönlich würde aber auch noch Facebook hinzu nehmen. Kleine Helfer in unseren Smartphones bietet man uns heute bereits, die Bedienung unserer Technik in unseren Haushalten wird immer komfortabler – die ersten Schritte in die Richtung unternehmen wir also längst.

Moore sagt, dass wir innerhalb des nächsten Jahrzehnts an einer deutlich komplexeren und weiter entwickelten Form der künstlichen Intelligenz partizipieren werden. Vermutlich werden nicht wenige Menschen ein wenig Angst haben vor dem, was künftig möglich sein wird. Ich aber halte es mit den Worten des Autors Aldous Huxley und freue mich auf die „Schöne neue Welt“. Was erwartet ihr bzw. wie steht ihr dieser Entwicklung bei künstlicher Intelligenz und Bots gegenüber?

Quelle: techinsider.io