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Programmieren lernen mit der Codecademy

Eine Programmiersprache in Deutschland zu lernen, kann sich äußerst schwierig gestalten. In der Schule spielen die traditionellen Programmiersprachen kaum eine Rolle. Wenn überhaupt, lernt man innerhalb von 45 Minuten drei Zeilen Code in Java zu schreiben oder mit Robot Karol ein Lego-Männchen zu bewegen.

Ein Gastartikel von Rico Weigand

Das US-Startup Codecademy hat sich dieser Bildungslücke nun angenommen und bietet einen völlig kostenlosen Service an, mit welchem man anhand von Übungen die Möglichkeit bekommt, ein fundiertes Grundwissen aufzubauen. Unter anderem kann man so HTML & CSS, PHP und JavaScript, aber auch Python, Ruby und jQuery erlernen.

In diesem Beitrag möchte ich meine Erfahrungen mit Codecademy mit euch teilen und euch ein paar Tipps für einen schnellen Einstieg geben.

1. Die Kursauswahl

Wenn ihr euch registriert habt, findet ihr ein Dashboard vor, aus welchem ihr einen entsprechenden Kurs auswählen könnt. Ganz oben auf der Seite findet ihr unterschiedliche Developer Skills, die ihr starten könnt, wenn ihr euch bereits in eine Entwicklungssprache eingefunden habt. Im Kurs „Make a Website“ erstellt ihr zum Beispiel mit HTML und CSS Schritt für Schritt eine Kopie der Airbnb Webseite.

Wenn ihr bereits mit Websprachen vertraut seid und auch Javascript beherrscht, könnt ihr auch den Kurs „Make an interactive Website“ bestreiten. Für das Projekt „Make a Rails App“ müsst ihr aber bereits Ruby beherrschen.

Wenn ihr bei null beginnt, bringen euch diese Kurse allerdings überhaupt nichts. Dann solltet ihr mit den „Language Skills“ beginnen und Euch hier Schritt für Schritt vorarbeiten. Das Problem ist, dass zwar bei jedem dieser Kurse der Begriff „Beginner“ vermerkt ist, ihr aber doch ein paar Kenntnisse in anderen Sprachen braucht. Ich empfehle deshalb, immer mit dem Kurs HTML & CSS zu beginnen. Dieser bringt Euch die einfachsten Kenntnisse im Webdesign bei und gibt Euch eine gute Basis, um fortzufahren.

Euer nächster Kurs sollte anschließend JavaScript sein. Dieser Kurs ist zwar deutlich anspruchsvoller, wenn ihr aber gleich noch jQuery nachschiebt, könnt ihr bereits eine interaktive Website, ähnlich der von Flipboard, erstellen.

Habt ihr auch das geschafft, habt ihr selbst die Wahl, ob ihr Python, PHP oder Ruby entwickelt. Diese Sprachen sind eigenständig und hängen somit nicht voneinander ab. Da PHP aber am weitesten verbreitet ist, ist es sinnvoll, mit dieser Sprache fortzufahren.

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2. Der Kurs

Wenn ihr Euren Kurs gefunden habt, müsst ihr auf „Start“ klicken und seid ready to go. Eurer Browser-Fenster ist nun in zwei Spalten geteilt.

  1. Links befindet sich eine Beschreibung, die Euren Lerninhalt erklärt.
    Lest diesen Inhalt genau durch. Er ist wichtig und sollte von Euch gut verinnerlicht werden, da jeder Schritt aufeinander aufbaut. Wendet Euch dann der Aufgabe unter der Beschreibung zu.
  2. Um diese zu lösen müsst ihr das in der Beschreibung angewandte Wissen nun rechts im Textfeld in die Tat umsetzen. Wenn ihr nun der Meinung seid, ihr hättet die Aufgabe richtig gelöst, könnt ihr auf „Save and Submit“ klicken, um zu sehen, ob ihr richtig liegt.

Wenn ihr falsch liegt wird euch das mit einem roten Kasten angezeigt. Im weißen Kasten rechts neben dem Code habt ihr außerdem die Möglichkeit, sofort Euer Ergebnis zu betrachten.

3. Hilfestellung

Natürlich kann es vorkommen, dass ihr Euren Fehler nicht gleich erkennt und nicht weiter kommt. Für diesen Fall habt ihr zwei Möglichkeiten. Zum einen gibt es bei fast jeder Aufgabe einen Hinweis, den ihr aufklappen könnt. Zum anderen bietet Codecademy zu jedem Leistungsabschnitt ein eigenes Forum an, in welchem ihr Eure Fragen posten könnt. Entweder hilft Euch dann ein anderer Schüler oder ihr bekommt eine Hilfestellung vom Moderator des Forums, der Profi im jeweiligen Gebiet ist.

Sollte es außerdem um fundamentale Inhalte gehen, haben die Macher von Codecademy einen Glossar bereitgestellt, der die im Kurs beschriebenen Inhalte noch einmal zusammenfasst.

Mein Fazit

Codecademy ist wirklich nicht schlecht, um eine gute Basis der Programmiersprachen zu erlernen. Ich habe bereits den HTML & CSS-Kurs absolviert und darauf aufbauend eine Website erstellt. Euch muss aber klar sein, dass ihr mit den Kursen auf Codecademy noch keine Profis seid. Erst durch weitere Fachlektüre, viel Zeit und Übung, könnt ihr wirklich professionelle Arbeit leisten.

Mein einziges Manko ist aktuell, dass der Dienst nicht in deutscher Sprache verfügbar ist und keine Umsetzung für Smartphones oder Tablets zur Verfügung steht. Wer aber halbwegs gut die englische Sprache beherrscht, wird gut mit Codecademy zurechtkommen. Außerdem gab man bereits bekannt, zeitnah eine deutsche Übersetzung bereitzustellen.

Wie Tony de Araujo (Moderator des JavaScript-Forums) schrieb:

„Mit dem Programmieren ist es wie mit dem spielen eines Instruments. Du wirst mit jeder Übung, die du machst, besser.“

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Codeacademy: Bereicherung des IT-Unterrichts

Codecademy bietet aber weit mehr als nur öffentlich verfügbare, kostenlose Kurse. Für Lehrer gibt es nämlich eine Erweiterung des Services, die es ihnen ermöglicht, ihre Klassen bei Codecademy zu registrieren, diese zu verwalten und den Fortschritt zu verfolgen.

Das ist aber lange nicht alles. Damit Lehrer sich nämlich schnell und sicher auf den Unterricht vorbereiten können, bietet Codecademy außerdem ein spezielles Lehrer-Training an, in welchem den Pädagogen erklärt wird, wie sie den Lern-Inhalt bestmöglich ihren Schülern vermitteln.

Damit verbunden ist auch ein umfassender Lehrplan, der die Inhalte in Schulstunden einteilt und wie oben beschrieben mit HTML & CSS beginnt und sich bis Ruby vorarbeitet.

In den USA und dem vereinigten Königreich wird dieses Programm schon sehr gut angenommen. Ich kann mir aber vorstellen, dass auch hier in Deutschland viele Informatik-Lehrer gerne mit Codecademy arbeiten würden.


Über den Autor

Hallo zusammen, ich bin Rico Weigand, liebe Technik und versuche gerade, meine Kenntnisse in der Web-Entwicklung aufzufrischen. Aktuell passiver Blogger. Mein Portfolio findet ihr hier, ich bin für Euch auf Twitter erreichbar.