Moderne Stadt im Jahr 2116

Samsung SmartThings Future Living Report
So stellt sich Samsung die Welt in hundert Jahren vor

Samsung blickt mit dem SmartThings Future Living Report 100 Jahre in die Zukunft und prophezeit uns eine Welt mit Unterwasser-Städten, Mond-Kolonien und Ferienhäusern, die an Drohnen hängen. Wir nehmen euch mit auf Samsungs Reise in die Zukunft.
von Carsten Drees am 26. Februar 2016

Der Blick in die Zukunft ist immer eine spannende Geschichte – nicht nur für uns von der schreibenden Zunft, die sich mit neuen Technologien befasst. Dabei können wir uns selbst überlegen, wie wir uns die Zukunft ausmalen, können uns Science-Fiction-Filme anschauen oder Science-Fiction-Romane lesen, aber wir können auch auf die Industrie hören.

Letztere lebt zwangsläufig immer mit einem Bein in der Zukunft: Stillstand ist der Tod und so gilt es stets, nicht nur einen Schritt vorauszublicken, sondern immer schon ein wenig weiterzudenken. Welche Technologien könnten uns wie schnell zur Verfügung stehen? Wie günstig kann man neue Ideen massentauglich umsetzen? Welche Materialien können verwendet werden? Diese und noch viele Fragen mehr treiben die Unternehmen um, wobei der zeitliche Horizont natürlich nur einige, wenige Jahre weit reicht.

Mit dem SmartThings Future Living Report hat Samsung nun nicht drei oder zehn oder zwanzig Jahre in die Zukunft geblickt, sondern gleich mal 100 Jahre! Blicken wir mal zurück aufs Jahr 1916 und vergleichen die damalige Welt mit der, in der wir nun leben, stellen wir fest, in welchem unfassbarem Maße sich der Planet verändert hat. Ein Mensch aus dem Jahre 1916 würde unsere heutige Welt nicht so ohne weiteres begreifen können, würden wir sie ihm zeigen.

Geht davon aus, dass es uns mit einem Blick in die ferne Zukunft mindestens ebenso ergehen dürfte angesichts der rasenden Geschwindigkeit, in der neue Technologien erforscht werden. Das bedeutet zwangsläufig auch, dass selbst Experten nur ein höchst schwammiges Bild der zukünftigen Erde zeichnen können, je weiter es vom heutigen Tag weg ist. Das hat das Team um Weltraum-Expertin Dr. Maggie Aderin-Pocock nicht davon abgehalten, nun für die Samsung-Studie gleich 100 Jahre vorauszuschauen und dabei aktuelle und kommende Technologien, Klima- und Rohstoff-Prognosen zu berücksichtigen.

Wer mag, kann den kompletten SmartThings Future Living Report hier als PDF-Datei finden und lesen. Die interessantesten Prognosen wollen wir euch jetzt aber bereits nennen.

Smart Cities

Natürlich ist bei einem Blick ins nächste Jahrhundert damit zu rechnen, dass unsere Städte komplett anders aussehen werden. Die Bevölkerung wächst weiter rasant an, Rohstoffe werden weiter knapper und zwingen Städtebauer dazu, sich auf die neuen Gegebenheiten einzustellen. Wir kennen beispielsweise die Sidewalk Labs von Alphabet, die sich mit der Stadt der Zukunft befassen, aber sehr viele Unternehmen, Architekten und Ingenieure mehr haben ebenfalls bereits Pläne in den Schubladen.

Dabei geht es dann eben darum, sehr viele Menschen auf sehr wenig Raum unterzubringen – immerhin erwarten wir schon bis 2050 eine Verdoppelung der aktuellen Weltbevölkerung. Dank neuen Materialien, die  genutzt werden können – in der Studie ist von Kohlenstoff-Nanoröhrchen die Rede – können viel höhere und größere Wolkenkratzer gebaut werden. Höher und größer bedeutet in diesem Zusammenhang, dass so ein Gebäude quasi eine eigenständige Stadt darstellt.

Gleichzeitig wird aber auch viel mehr in die Tiefe gebaut. Laut diesem Report erwarten uns in 100 Jahren Städte mit Häusern, die bis zu 25 Stockwerke nach unten gehen. Freut euch also darüber, dass ihr aus dem Fenster sehen könnt – selbstverständlich wird das in Zukunft demnach nicht mehr sein.

Außerdem werden wir die Meere erobern und zwar nicht etwa durch schwimmende Städte (okay, das vielleicht auch), aber primär durch Städte im Wasser. Der notwendige Sauerstoff wird aus dem Meer selbst gewonnen, aussehen könnte das laut der von Samsung befragten Experten so:

Samsung SmartThings Future Living Report 02

Smart Home

Da es ja eine Samsung SmartThings-Studie ist, will Samsung natürlich dezent darauf hinweisen, dass man für das Internet der Dinge selbst so manchen Pfeil im Köcher hat. Schon heute steuern wir übers Smartphone das Licht oder die Temperatur, Gerätschaften wie Kühlschränke und Waschmaschinen werden vernetzt. In 100 Jahren wird das ein uralter Hut sein, dafür genießen wir vielleicht Sonnenuntergänge direkt im Wohnzimmer – an unserer smarten Wand.

Auf diese Wand wird jedes Bild und jedes Muster gezaubert, welches man sich vorstellen kann. Gute Nachricht für alle Hasser von Renovierungsarbeiten – Tapeten kleistern und Wände streichen sind Tätigkeiten, die dann sicher keine Rolle mehr spielen. Man stelle sich nur vor: Ihr betretet eure neue Bude zum allerersten Male und verbringt die ersten Minuten damit, eure Wände ansprechend zu dekorieren.

Aber die Häuser und Wohnungen werden nicht nur ansprechender aussehen – auch funktionell ist viel zu erwarten. Befindet sich der 3D-Druck heute noch in den Kinderschuhen, werden wir 2116 in der Lage sein, selbst komplexe Mahlzeiten komplett binnen Minuten aus dem Drucker zu zaubern. In der Samsung-Vision sieht das so aus, dass ihr euch selbst Sterne-Menüs einfach komplett downloaden könnt. Auch die benötigten Rohstoffe züchten wir dann übrigens selbst. Unnötig zu erwähnen, dass auch von der Deko bis zu ganzen Häusern aus recyclebarem Material geschaffen werden können in der Zukunft.

Auch in Sachen Medizin wird unser Haus oder unsere Wohnung deutlich mehr zu bieten haben: Wir können unseren Körper zuhause intensiv überprüfen lassen auf eventuelle Wehwehchen, eventuell verfügen wir dann bereits über die Möglichkeit, Medizin synthetisch zuhause herstellen zu lassen, die auf unserem genetischen Code basiert und somit speziell auf unseren Körper ausgerichtet ist.

In 100 Jahren werden wir auch daran gewöhnt sein, von zuhause aus zu arbeiten. In den Fabriken arbeiten schon lange Roboter für uns und auch für Meetings und Besprechungen werden wir nicht mehr das Haus verlassen müssen: Per Hologramm werden wir uns alle gegenübersitzen – jeder bei sich zuhause.

Mobilität

Einen fliegenden DeLorean werden wir nicht um jeden Preis erwarten dürfen, fliegende Transportvehikel hingegen definitiv. Drohnen, die uns Lieferungen nach Hause bringen, klopfen ja schließlich jetzt bereits an:

In hundert Jahren erledigen Drohnen dann deutlich mehr: Sie sind in der Lage, uns Menschen von A nach B zu befördern, aber es wird auch leistungsstarke Drohnen geben, unter denen sich euer Feriendomizil in Form eines kleinen Fertighauses befindet.

Ferienhaus auf dem Wasser an einer Drohne

Die Mobilität hört aber natürlich nicht in unseren Städten auf. Auch der Weltraum wird weiter erforscht und das in einem ganz anderen Maße, als das heute denkbar ist. Weltraum-Tourismus wird eine Selbstverständlichkeit sein, aber wir nutzen die neuen Transporter auch dazu, um Menschen zum Mond und in der Folge auch zum Mars zu befördern. Die schauen da auch dann nicht nur mal nach dem Rechten, sondern bleiben dort und besiedeln sowohl den Mond als auch eben den Planeten Mars – später geht es dann noch weiter ins All hinaus.

Menschen-Kolonie auf dem Mond

Machen wir uns nichts vor:

  1. Viele von diesen Dingen werden vermutlich nicht so eintreffen
  2. Vieles wird vielleicht schon deutlich früher selbstverständlich sein
  3. Nicht sehr viele von uns werden das noch miterleben, was in 100 Jahren sein wird – auch, wenn ich schwer darauf hoffe, dass die medizinische Entwicklung mich 250 Jahre alt werden lässt ;)

Abschließend werfen wir noch einen Blick auf eine Umfrage zu dieser Studie, bei der 2000 erwachsene Menschen aus Großbritannien befragt wurden, was von all diesen Punkten tatsächlich eintreffen wird. Hier sind die Antworten, sortiert nach den Prozentzahlen der Leute, die diese Entwicklung für möglich halten.

1Virtual work meetings – the ability to work from anywhere and attend meetings remotely via avatars/holograms48%
2Commercial flights into space41%
3Virtual interior decoration to program your surroundings/LED walls that adapt surroundings to your mood26%
43D printed houses/furniture/food – you can instantly download and print these things at home25%
5At-home scanning capsules/pods that can diagnose health problems and administer medicines/treatments24%
6Colonising other planets as we use up resources on Earth19%
7AI becoming a normal part of daily life – taking over from humans in many industries18%
8Giant skyscrapers that house entire cities, built with new super-strong materials18%
9At-home hydroponic farms (that don’t require soil) where you can grow your own food17%
10Earth-scrapers – parts of cities becoming subterranean, due to space constraints and also to provide further shelter16%

Habt ihr euch selbst schon mal Gedanken gemacht, wie die Welt irgendwann einmal aussehen könnte? Oder glaubt ihr jetzt schon zu wissen, dass der ein oder andere hier genannte Punkt definitiv nicht zutrifft? Lasst es uns wissen, indem ihr euch in den Kommentaren zu dem Thema auslasst.

Quelle: FutureTimeline.net