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CES 2016 - Smart Cars
Test: Touchscreen mit haptischem Feedback von Bosch

Auf der CES 2016 in Las Vegas hatte ich die Chance, den haptischen Touchscreen einmal kurz zu testen. Lest hier meine Einschätzung.

Auf der CES 2016 wurde das neuartige Touchscreen von Bosch mit dem CES 2016 Innovation Award ausgezeichnet. Ein guter Grund für mich also, dem Stand von Bosch einen Besuch abzustatten. An einem kleinem Ständer war das Display montiert und ich klickte mich begeistert durch die Menüs und ich kann bestätigen: Die dargestellten Tasten auf dem Touchscreen fühlen sich wie realistische Knöpfe an und das lässt natürlich neue Gestaltungsmöglichkeiten zu.

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Besonders begeistert war ich nicht nur durch die Erfühlbarkeit von verschiedenen Mustern, sondern von dem Gefühl, wenn man einen Menü-Punkt ein- bzw. ausschaltet, denn das fühlt sich dann wie ein richtiger Schalter an. Doch wo viel Licht, ist auch etwas Schatten: Bosch lässt das kapazitive Display mechanisch vibrieren, somit sind Multitouch-Lösungen derzeitig natürlich nicht haptisch möglich, da stets das komplette Display vibriert. Realisiert wird das übrigens über 4 elektrische Federn, die sich spannen und wieder losgelassen werden, so kommt auch das „Schlag-Gefühl“ beim Device ausschalten.

Das Ziel vom haptischen Display ist klar: Der Blick soll länger auf der Straße bleiben, der Fahrer soll von seiner Fahraufgabe sowenig abgelenkt werden, wie es nur geht und wenn er „blind“ ein Touchpad bedienen kann, weil er die Tasten erfühlen kann, dann muss er auch nicht mehr hinsehen.

Interessante Features bietet das Display auch noch, so gibt es zum Beispiel eine Druckpunkt-Messung. Die dient allerdings nicht um festzustellen, wer im Auto die meiste Kraft ausüben kann, sondern zur Realisierung von anderen Menüführungen. So kann man z.B. durch einen festeren Tastendruck schneller Scrollen, bzw. z.B. schneller die Lautstärke verändern.

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Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 360 000 Mitarbeitern. Bosch ist auch als Zulieferer der Automobil-Branche im Geschäft. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology.

Der weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund meldete allein im Jahr 2014 weltweit ca. 4600 Patente an. Alleine daran erkennt man schon, wieviel Potenzial in Unternehmen wie Bosch steckt. Das strategische Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben und ich bin mir ziemlich sicher, dass man in ein paar Jahren nicht mehr auf das haptische Touch-Display verzichten möchte.

Bei der Demo sehen wir keine schön gestalteten Menü-Führungen, wir sehen Tasten und einfache Schieberegler. Das kann man sicherlich schöner gestalten, aber für den ersten Test vom haptischen Display ist der Aufbau perfekt. Durch die Schwingungen, die auf das Display übertragen werden, hat man tatsächlich das Gefühl, die angezeigte Grafik bzw. die Texturen mit der Fingerspitze zu fühlen.

Wie funktioniert das System? Das Display weiß auf Grund einer einfachen x-y Bestimmung im zweidimensionalen Raum, wo der Finger aufgelegt ist. Errechnet die Software, dass dort eine Textur ist, lässt diese das Display einfach vibrieren. Es klingt so einfach, aber wie immer steckt hier viel Liebe im Detail.

Ich freue mich auf den ersten Serieneinsatz und kann es kaum erwarten, so ein Display im Auto – bei der Fahrt – zu testen, denn bis dato gelten Touch-Screens als Bedienungs-Möglichkeit mit einer erhöhten Ablenkung vom eigentlichen Fahrauftrag, ob sich das mit dem haptischen Feedback ändert? Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare! Habt ihr Fragen zum Display? Gerne in die Kommentare, alles was ich nicht beantworten kann, lasse ich den Bosch-Ingenieuren zukommen.