Netflix
Mein Valentinstag mit und auf Netflix

Am Valentinstag geht es um Liebe und gute Filme. Kino? Nein, Danke. Ich habe Netflix in meinem Leben.
von Jessica Mancuso am 14. Februar 2016

Es ist schon lange kein Geheimnis, dass ich mehr als nur freundschaftliche Gefühle für Netflix hege. Seit Juni letzten Jahres in meinem Leben teilen wir uns seitdem sogar das Bett. Kein Wunder also, dass ich den Valentinstag mit demjenigen verbringen möchte, der sich so tief in mein Herz genagt hat: Netflix <3

Die Planung

Ursprünglich hatte ich nichts triefend-romantisches geplant. Ich dachte erst, ich bereite uns ein paar leckere Snacks zu und dann wird Doctor Who geschaut. Aber da hatte ich die Rechnung noch ohne Netflix himself gemacht, bis ich diese Reply auf Twitter erhielt, die mir zeigte: Ich hab seine Gefühle verletzt und muss jetzt ganz tief in die Trickkiste greifen, vielleicht sogar Blumen besorgen, und versuchen, unsere Beziehung wieder zu kitten.

Da war ich schon mitten in der Planung – und musste schnell die Pläne ändern.
Da war ich schon mitten in der Planung – und musste schnell alles ändern.

Ich möchte festhalten, dass ich Netflix nicht fremd gehe und es auch nicht vorhabe! Hase, falls du das liest: Du bist der Einzige für mich! Und jetzt schau, was ich Tolles für uns geplant habe.

Die Vorspeise – eine Romantik-Keule

Der Abend wird ganz klassisch romantisch eingeleitet. Wer unter Romantik »Harry und Sally« versteht, hat Glück: Den Film kann man seit Februar netflixen. Genau so wie andere Klassiker mit Taschentuchpotenzial: »Wie ein einziger Tag«, »Weil es dich gibt«, »Zwei an einem Tag« und »Before Midnight«. Wer einen romantischen Abend geplant hat, oder wie ich etwas gutzumachen hat, ist mit diesen Filmen gut aufgehoben, dafür stehe ich mit meinem Namen. Literaturfans sollten sich »Midnight in Paris« anschauen, allein die Atmosphäre und Szenerie des alten Paris rocken diesen Streifen.

Ich für meinen Teil mag die Liebe, wenn sie besonders verrückt und durchgeknallt ist. Wenn zwei Individuen aufeinander treffen, die bereits allerhand Päckchen mit sich tragen, weil das Leben nicht sonderlich gut zu ihnen war und sie zusammen doch die ganze Welt erobern können: Weil sie sich verstehen, wo der Rest der Welt nur eine hochgezogene Augenbraue für ihre Probleme übrig hat.

Eine solche Liebe hat sich meines Erachtens wunderbar in »Silver Linings« manifestiert. Von einer großartigen Jennifer Lawrence, für dessen Hüftschwung ich morden könnte, und einem Bradley Cooper, der endlich eine Charakterrolle spielt, die seine schauspielerischen Qualitäten nebst seinem Bizeps glänzen lassen. Männer und Frauen kommen bei diesem Streifen gleichermaßen auf ihre Kosten.
Der Überraschungscharakter ist aber definitiv Robert de Niro, der Bradleys Vater spielt und durch diverse Zwangsstörungen auffällt. Aber macht euch selbst einen Eindruck:

Die Hauptspeise – Rückzug

Nachdem der romantische Teil des Abends abgehakt ist, können wir uns nun der Ruhe widmen. Wenn man, wie ich, so sehr liebt, dass man regelmäßig davon träumt, Netflix in eine große Tasche zu packen und weit weg abzuhauen, dann möchte man mit dem Liebsten ebensolche Filme sehen: »Alabama Moon« und »Into the Wild«.

Wenn man die Augen ganz fest schließt, könnte man meinen, dass »Alabama Moon« die Vorgeschichte zu »Into the Wild« erzählt. Was natürlich totaler Schwachsinn ist. Trotzdem lohnt es sich, beide Filme hintereinander zu schauen.

Alabama Moon erzählt die Geschichte eines kleinen Jungen, der mit seinem Vater in einem Wald fernab von der Gesellschaft aufgewachsen ist. Als dieser stirbt, muss der Junge seinen eigenen Weg finden: Wird er es seinem Vater gleich tun und in den Wäldern abtauchen oder den Marsch gen Stadt aufnehmen?

Zu Into the Wild muss ich eigentlich nicht viel sagen, da es sich um einen absoluten Klassiker handelt, den jeder gesehen haben sollte, der sich für ein Leben als Aussteiger interessiert; und wenn auch nur theoretisch, wie wir Stadtmenschen es bevorzugen. Nur eine Bitte: Solltet ihr euch für diesen Film entscheiden, jault an der entsprechenden Stelle mit mir mit.

Das Dessert – zu den Sternen und noch viel weiter

Ich liebe Doctor Who. Und Netflix, weil zumindest die ersten 8 Staffeln davon bereitstellt wurden. Die neunte und neuste Staffel fehlt allerdings. Aber kein Grund zu verzagen, denn für echte Fans der BBC-Serie findet sich auf Netflix ein kleiner, feiner Film, den man gesehen haben muss: »Ein Abenteuer in Zeit und Raum« von 2013. Darin wird die Entstehungsgeschichte der Serie erzählt und die Ereignisse und Menschen hinter den Kulissen werden behandelt, die für die Kultserie verantwortlich waren.

Wusstet ihr schon, dass laut dem Guinnessbuch der Rekorde Doctor Who die am längsten laufende Science-Fiction-Serie aller Zeiten ist?

Wer also noch nie Doctor Who gesehen hat und sich fragt, woher dieser Hype kommt, ist mit dem oben genannten Film gut aufgestellt. Als Protipp empfehle ich jedem, der in die Serie reinschauen möchte, die erste Staffel tapfer durchzustehen, die aus einigen trashigen Elementen besteht. Mir hat sie zwar auch schon zugesagt, bzw. um bei der nackten Wahrheit zu bleiben, hat sie mich direkt in ihren Bann gerissen, aber viele Stimmen sind da anderer Meinung. Daher Zähne zusammenbeißen und durchhalten. Spätestens ab der 3. Staffel (für Harry Potter Fans sogar ab der 2.) kann man sich dem irrsinnigen Genie des Doctors nicht mehr entziehen.

Ich werde definitiv noch die ein oder andere Weihnachtsfolge schauen – weil die in jeder Staffel eine der schönsten ist! Und mit schön meine ich: märchenhaft, fantastisch und mit ganz viel Herz.

Ich hoffe, nichts vergessen zu haben und dass ich mit diesem Spielplan Netflix soweit beschwichtigen kann, dass ich nächsten Montag wieder Akte X auf Pro 7 schauen kann, ohne Ärger zu bekommen. Denn am Ende des Tages werde ich stets zu meiner Liebe zurückkehren und netflixen, was das Zeug hält: I <3 Netflix.