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Umfrage der Woche
Neue Kino-Hits streamen statt Kino – wie viel wäre es euch wert?

Ein Startup plant, Kinofilme per Stream am selben Tag zuhause verfügbar zu machen, an dem sie auch im Kino anlaufen. Der Preis für diese exklusive Abendunterhaltung: 50 Dollar pro Film! Wie viel würdet ihr dafür bezahlen, aktuelle Kino-Hits  im heimischen Wohnzimmer genießen zu können?

Was wäre es euch wert, wenn ihr einen nagelneuen Kinofilm nicht im Multiplex-Kino eures Vertrauens ansehen müsstet, sondern daraus ein kuscheliges Wohnzimmer-Event machen könntet? Der Napster-Mitgründer und Investor Sean Parker soll mit „Screening Room“ ein Startup in Planung haben, welches exakt dieses Ziel verfolgt.

Der Plan sieht vor, dass ihr euch für 150 Dollar eine Set-Top-Box anschafft, und dann Kinofilme tatsächlich zum Kinostart zu Hause streamen könnt – indem ihr pro Film, der mit einem sicheren Kopierschutz kommt, noch einmal die Kleinigkeit von 50 Dollar zahlt! Nach der erfolgten Zahlung kann der Film dann innerhalb der nächsten 48 Stunden geschaut werden. Diese Infos will die Variety von Quellen erhalten haben, die mit dem Thema vertraut sind.

150 Dollar Anschaffungskosten für eine Set-Top-Box, dazu dann pro Film nochmals je 50 Dollar – das klingt nach einer Menge Holz. Zehn Prozent – also fünf Euro pro Film – würde Screening Room selbst kassieren, 20 Dollar gingen an den Vertrieb und der Rest soll an die Produzenten ausgeschüttet werden. Mit dieser recht großzügigen Offerte möchte man die großen Film-Studios davon überzeugen, ihre Kino-Hits dann auch tatsächlich fürs Wohnzimmer freizugeben. Wie es heißt, sind Studios wie Sony, Fox und Universal wohl auch gar nicht abgeneigt, lediglich Disney lehnt bis dato kategorisch ab. Echte Kinokarten würde man laut Parker übrigens noch oben drauf legen – so will man auch die Kinobetreiber von der Geschichte überzeugen.

Die Idee ist also geboren, aber es stellt sich die Frage, ob der Markt überhaupt vorhanden ist. Es gibt auf der einen Seite massig Leute, die das Event „Kino“ schätzen und für die zu einem neuen Film eine riesige Leinwand, Bombast-Sound, Popcorn und Nachos mit Käsesauce gehören. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Menschen, die mit Amazon Prime und Netflix ausreichend Content für einen Zehner pro Monat genießen können, die Kunden von klassischen Pay-TV-Diensten wie Sky und nicht zuletzt gibt es da natürlich auch die klassischen TV-Zuschauer, die man überhaupt erst einmal dafür begeistern müsste, über TV-Gebühren hinaus Geld für Kinofilme in die Hand zu nehmen.

Nachdem ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht habe, könnte ich mir durchaus vorstellen, ein solches Angebot zu nutzen. Klar, ihr habt mit 150 Dollar erst einmal hohe Anschaffungskosten für ein Gerät, welches ihr vermutlich nicht so regelmäßig wie den Fernseher nutzt, sondern vielleicht nur 5 oder 10 mal im Jahr.

Der hohe Preis für die Filme hingegen schreckt mich aber weniger ab, denn mal ehrlich: Hier in Dortmund zahle ich am Wochenende zwischen 8 und 11 Euro (3D-Film), für Top-Filme kommen nochmal Zuschläge drauf. Dann macht man vorm Film nochmal die ganz große Versogungs-Runde und deckt sich mit Popcorn, Schokoriegeln und/oder Nachos mit Sauce und natürlich Getränken ein, was diese 8-11 Euro in den meisten Fällen mehr als verdoppelt.

Wenn ich mir dann durchrechne, dass ich mich mit meinem fünfzig Dollar teuren Film mit fünf oder sechs Kumpels verabrede, eine Kiste Bier ranschleppe und mich selbst um ein paar Snacks kümmere, dann möchte ich mal behaupten, dass man da sogar günstiger weg kommt.

Je nachdem, was einem beim Film-Genuss wichtig ist, muss man dann abwägen, was einem wichtiger ist: Die tolle große Leinwand vs heimisches Sofa, der Event-Charakter im Kino vs „ich muss das Haus nicht verlassen“. Gerade im Winter bei unschönen Temperaturen könnte ich mir vorstellen, dass so ein Kinoabend zuhause mit Freunden – oder der Familie – absolut eine echte Alternative darstellt.

Die Startup-Pläne von The Screening Room sind noch nicht offiziell bestätigt und somit nichts wirklich spruchreif, dennoch wollen wir diese Woche von euch wissen, ob ihr euch für so ein Angebot begeistern könntet, bei dem ihr pro Film 50 Dollar abzudrücken hättet. Alternativ könnt ihr uns wissen lassen, wo eure Schmerzgrenze liegt: Würdet ihr überhaupt nicht zusätzlich für Kinofilme zahlen, oder nur, wenn es eine monatliche Pauschale – vielleicht im Bereich zwischen 10 und 20 Euro – geben würde? Lasst es uns in der Umfrage wissen und erklärt uns in den Comments, was ihr von dieser Idee haltet.

via BGR