Im Golf von Thailand fällt der Berliner Sascha Bading unbemerkt von einer Fähre – sein Smartphone, ein Billig-Gerät aus China, wird zu seinem Lebensretter.

Billig-Smartphone rettet Deutschen vor dem Ertrinken

Vor Ewigkeiten sah ich mal eine Reportage mit Verhaltensregeln, wenn man in Seenot gerät. Ein paar Dinge davon sind mir noch im Gedächtnis geblieben: Die Augen schützen, weil sie Vögel anlocken könnten, die sie euch kurzerhand auspicken, mit dem Körper möglichst eine Kugel bilden, um unter Wasser weniger Fläche zu bieten usw.

Unter dem Strich hilft mir das alles nichts, wenn ich mich im offenen Meer befinde, denn bei meiner Kondition würde mich die Kraft schnell verlassen und dann wäre es mir auch egal, ob ich es mir am Grund des Meeres bequem mache oder als Haifischfutter ende und ob mir Vögel vorher die Augen ausgehackt haben.

Hätte ich allerdings mein Smartphone dabei, könnte die Geschichte ganz anders ausgehen, wie der Deutsche Sascha Bading nun in Thailand erleben durfte. Nachdem er an der Reling das Bewusstsein verlor, fand er sich im Golf von Thailand wieder. Die Fähre sollte ihn vom Festland zur vorgelagerten Insel Tao bringen und als er im Wasser wieder zu sich kam, konnte er zumindest in der Ferne noch die Lichter des Festlands ausmachen.

Der erste Reflex – zurückschwimmen zum Ufer – sollte sich als falsch herausstellen, denn unmerklich trieb ihn die Strömung immer weiter weg. Erst, als er diese Bemühungen einstellte, muss ihm aufgefallen sein, dass er sein Smartphone noch in der Tasche hatte. Bading, der in Thailand Yachten vermietet, schaffte es mit dem Gerät – ein Billig-Smartphone für etwa 100 Euro – tatsächlich, seine Geschäftspartnerin ans Telefon zu bekommen. Nach mehreren Versuchen, bei denen er zumindest loswerden konnte, dass er sich im Wasser in Not befindet, machte dummerweise der Akku die Grätsche und er war wieder auf sich allein gestellt.

Immerhin konnte so die Wasser-Polizei verständigt werden, wenngleich man keinen genauen Standort des Mannes hatte. Irgendwann wurde er dann von einem Fischer aufgelesen, nachdem er sich über 9 Stunden lang an einem Felsen festgeklammert hat.

Was lernen wir aus der Geschichte? 1. Es muss nicht das 600 Euro-Smartphone sein: Badings Billig-Hobel war bis zu einem Meter Tiefe wasserdicht und das hat in diesem Fall ausgereicht – sowohl den Sturz als auch das Wasser hat das Teil überstanden. Ich frage mich immer, inwieweit es für uns spannend ist, wenn ein Gerät wie das oben abgebildete Sony Xperia Z Ultra damit beworben wird, dass es begrenzt wasserfest ist. Diese Geschichte dürfte ein Paradebeispiel dafür sein, dass es nicht nur ein nützliches Feature ist, sondern sogar Menschenleben retten kann.

2. Dass ich ein Smartphone dabei habe, wenn ich im Wasser treibe, muss mir scheinbar nicht direkt auffallen. Hier auf der trockenen Couch im Wohnzimmer lässt sich das natürlich leicht sagen, aber ich glaube, es wäre mein erster Reflex, nach meinem Smartphone zu fingern. Davon ausgehend, dass der Mann eine Weile gegen die Strömung angeschwommen ist, bevor ihm diese Idee kam, hätte der Akku vielleicht noch so viel Saft gehabt, um seiner Geschäftspartnerin am Telefon mitzuteilen, wo er sich in etwa befand, wann er von welchem Schiff von Bord gegangen ist etc – und hätte vielleicht ja auch geortet werden können.

So oder so, die Geschichte ist gut ausgegangen und wenn ich das nächste Mal an Bord eines Schiffes gehe, geht mal davon aus, dass ich das mit einem vollgeladenen Smartphone tue ;)

Danke an den guten Pad für den Hinweis auf die Story :)

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  • Jens Schmidt

    Ich verstehe den Artikel so, dass es tatsächlich ein Fischer war, der dem guten Mann das Leben rettete. Deshalb verfehlt die Überschrift in meinen Augen etwas den Inhalt des Beitrags, macht ihn aber natürlich etwas reißerischer.

  • tauerman

    Ich dachte Touchscreens funktionieren nicht, wenn sie nass sind. Wie hat er dann angerufen?

    • Ted

      ich nehme an er hat nicht unterwasser angerufen ;), und wenn der Touchscreen aus dem Wasser ist, perlt das Wasser schnell ab und man kann es wieder benutzen…

  • IngoMC

    Sry aber… das Billig-Handy hat ihm mal n sch… gebracht weil er vom Fischer nach 9 Stunden gerettet wurde… somit ist diese Geschichte für diesen Blog obsolet…

  • Andreas

    Sorry, aber was für ein bescheuerter und falsch titulierter Artikel ist das denn? ”

    Billig-Smartphone rettet Deutschen vor dem Ertrinken” lautet die Schlagzeile und dann steht am Ende des Textes sinngemäß, dass ihm das Smartphone nen Scheiß gebracht hat? Also bitte, es wird immer schlimmer hier, da lese ich bald lieber wieder die Bild…

    • Andreas Pfaffinger

      Kleiner Tip: der link hier http://www.mobilegeeks.de/autor/sascha/ führt vorbei an den ganzen pseudo-amazon-werbungs-schrott-Beiträgen direkt hin zu den guten Beiträgen. :-)

  • simons700

    Gps Ortung währe wohl die beste Lösung gewesen..

  • Johannes Mertens

    Bin ich eigentlich der Einzige den es beim Lesen der Artikel auf diesem Blog stört, dass hier permanent dieses bescheuerte “Hobel” verwendet wird ? Scheinbar soll das legere wirken, aber ich finde das nervt bei Überstrapazierung..

    • the_snap_dragon

      ganz deiner meinung, selbiges gilt übrigens mMn auch für die verwendung von englischen begriffen in deutschen texten (abgesehen von denen die usus sind, wie smartphone etc.)

      • Phreeze

        finde das nicht, du klingst fast wie ein Franzose der für garantiert jedes Wort ein französisches hat (die reden nicht von Smartphone btw :)

  • Andreas Pfaffinger

    Die Überschrift sollte lauten: Wasserdichte Smartphones auch in Seenot sinnlos.

  • daniel
  • herr bert

    Auch wenn ich die Protokolle für Seenot in Asien/Thailand nicht kenne, in Deutschland werden Fischer und (Berufs)Schiffahrt zumindest informiert!
    Eine dadurch erhöhte Wachsamkeit trägt zum Auffinden von Fremdkörpern meist stärker bei, wie ein paar Jungs von der Polizei…
    …es kann also schon ein Zusammenhang bestehen
    Aber das ist genauso spekuliert wie die das Auffinden ohne Telefonat, ohne Schwimmen, ohne…

    Freuen wir uns doch einfach, dass es jemand 9h(!!!) im Wasser geschafft hat!

  • Christoph Hösl

    naja sagen wir mal so .. mein nexus 4 war gestern über ne stunde unter wasser, da ich vergessen hatte, dass es sich in meiner badehose befindet .. !! einschalten lässt es sich logischer weise nicht mehr, also hätts mir auf offener see auch nichts gebracht ;)

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