Vier Studenten wollen mit dem Crowdfunding-Projekt BlockPRISM der NSA und Co den Kampf ansagen und dafür sorgen, dass Verschlüsselung für jedermann künftig möglich sein wird.

BlockPRISM: Verschlüsselung leicht gemacht

Carolyn Estrada, Stefan George, Felix Leupold und Thomas Klingbeil – das sind die namen der Studenten, die als Informatikstudenten am Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam bzw in Stanford in den Staaten eingeschrieben sind und sich nicht damit abfinden wollen, dass nur ein verschwindend geringer Teil der Bevölkerung in der Lage ist, seine Kommunikation im Netz gescheit zu verschlüsseln.

Die meisten von uns wissen, dass es durchaus Wege gibt, seinen E-Mail-Verkehr sicher zu gestalten, viele schreckt es aber ab, dass es nach wie vor ziemlich kompliziert ist, eine solche Verschlüsselung einzurichten.

Genau dort wollen die Studenten ansetzen und deshalb via Indiegogo insgesamt 10.000 Dollar einsammeln, damit sie weiter an ihrem Projekt arbeiten können, welches quasi neben dem Studium entsteht. Wenn sie damit erfolgreich sind, soll theoretisch auch jeder Nicht-Nerd in der Lage sein, seine Kommunikation weitestgehend abhörsicher zu gestalten.

Zunächst mal haben die Vier Facebook im Blick. Wie das mit der PGP-Verschlüsselung über die Bühne gehen soll, könnt ihr anhand einer BlockPRISM-Beta bereits herausfinden, die es für den Chrome Browser gibt, und die möglichst einfach die Verschlüsselung für Facebook für euch übernimmt. Facebook ist damit natürlich nur der Anfang, weitere Dienste werden folgen – ebenso wird man selbstverständlich auch andere Browser als Chrome unterstützen.

system

Den Ansatz finde ich sehr löblich, weil sich nach wie vor zu viele Leute nicht an das Thema heranwagen. Ebenfalls muss positiv hervorgehoben werden, dass es sich um Open Source-Software handelt, die zudem kostenlos bleiben wird. Ähnlich wie Peter Sunde, der mit seinem Projekt heml.is eine Lösung für einen abhörsicheren Messenger plant, soll auch BlockPRISM die hohen Einstiegshürden entfernen, die uns momentan vielleicht noch davon abhalten, uns mit dem Thema Verschlüsselung auseinanderzusetzen.

Ob der Plan aufgeht und a) genügend Geld eingesammelt wird und b) die breite Masse für das Thema sensibilisiert wird, bleibt noch abzuwarten. Das Crowdfunding-Projekt läuft nun noch knapp 2 Wochen und es wurden aktuell noch nicht einmal 500 Dollar zusammengetragen. Frage an euch? Verschlüsselt ihr bereits und wenn ja: Wie macht ihr es? Oder gehört ihr zu der Fraktion, die bislang diesbezüglich noch nicht aktiv geworden ist und die händeringend nach einer solch simplen Möglichkeit sucht?

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  • pegelf

    Wenn ich das richtig verstanden habe, wird dafür dann ein Chatclient benötigt oder? Dann wäre das doch nicht so viel einfacher als wenn man sich einfach Pidgin und ein OTR-PlugIn installieren würde, oder?

    • Peter

      Jo =)

    • http://xengi.de/ Ricardo

      Nein, du installierst lediglich ein Plugin im Browser und bekommst anschließend nichts davon mit. Alles läuft wie vorher. Die Verschlüsselung findet automatisch im Hintergrund statt.

      • pegelf

        Jop, hab ich jetzt im Nachhinein auch verstanden. OK, gibt natürlich immer noch diese Leute, die nicht wissen was ein Addon ist und denken sie müssten dafür irgendetwas “liken”, aber das ist ja dann schon ne andere Sache.

  • http://xengi.de/ Ricardo

    Ich glaube das größte Problem warum Leute keine Verschlüsselung einsetzen ist nicht unbedingt das es zu kompliziert für non-techies ist sondern eher Werk schlicht das Interesse fehlt. Es ist den meisten Leuten einfach völlig egal und sie einen auch überhaupt keine Zeit darin investieren es zu benutzen oder gar zu verstehen. Daran wird sich sich nichts ändern wenn die Verschlüsselung einfacher zu bedienen ist. Vielmehr muss das Interesse daran geweckt werden. Da aber noch nicht mal der aktuelle prism Skandal das schafft weiß ich wirklich nicht was man da noch machen kann.

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