Das Lufttransportgeschwader 63 in Schleswig-Holstein hat die etwas betagten Transall-Maschinen im Einsatz. Im Innern des Transport-Flugzeugs sieht es aber alles andere als antiquiert aus: Seit einiger Zeit befindet sich dort auch ein Apple iPad als ständiger Begleiter an Bord.

Bundeswehr nutzt Apple iPad in der Transall

Für das LTG 63 wurden insgesamt 15 der Tablet-Computer aus Cupertino angeschafft und die erleichtern den Alltag der Piloten der deutschen Bundeswehr doch erheblich. Beim Truppenversuch, der schon seit einem Jahr läuft, befinden sich auf den iPads spezielle Apps, auf die die Piloten zugreifen können. Die aktuelle Positionsanzeige, Kartenmaterial – all das findet sich nun auf dem iPad und spart nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Mengen an Papier. Einen ganzen Papier-Container monatlich (!) hat man hier entsorgen müssen, den man durch diesen Versuch nun einsparen kann.

Die iPads sind als “electronic flightbags” im Einsatz und wie der Name schon sagt, ersetzen sie somit künftig die klassichen Flugzeugkoffer, die gern auch schon mal 25 kg wiegen. Wenn die Transall-Maschinen in Rente geschickt werden und durch den modernen Airbus abgelöst werden, dürfen wir auch dort damit rechnen, dass die alten Koffer ausgedient haben und durch Tablets ersetzt werden. Die werden übrigens auch künftig an Lademeister verteilt, um Frachtraum zu berechnen etc. Zuladung, Kerosin-Verbrauch, Gesamtgewicht – alles das hat man perfekt mit dem kleinen Helfer im Blick.

Es gibt allerdings auch noch Fragen, die die Geräte aufwerfen: Wie reagieren sie auf Extrembedingungen wie Druckabfall, extreme Kälte, etc? Während sich die iPads in diesen Situationen ebenso wie im Auslandseinsatz bereits bewähren konnten, gibt es Probleme bei großer Sonneneinstrahlung: im schlimmsten Fall erhitzen die Geräte zu stark und schalten sich dann ab. Außerdem gilt es, die Akkulaufzeit zu beachten. Die ist mit 7 Stunden nahezu ausreichend für die derzeitigen Touren, die das LTG 63 unternimmt, es sollte hier also nicht zu Schwierigkeiten kommen.

Wie ihr im Clip sehen könnt, kommt das iPad auch während des Fluges immer wieder ergänzend zu den normalen Instrumenten zum Einsatz. Jegliche Gags und Anspielungen auf Apple Maps spare ich mir jetzt mal ;) Der Versuch beim Lufttransportgeschwader in Hohn im Norden Deutschlands läuft sehr erfolgreich und daher dürfen wir davon ausgehen, dass man diesen Versuch auch auf weitere Maschinen ausweiten wird. Das betrifft logischerweise auch die zivile Luftfahrt, auch dort sind bereits iPads als Begleiter im Einsatz mit eigens dafür entwickelten Apps.

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  • Zyz

    Warum auch nicht? Tablets sind ja kleine Computer die Menge können ziemlich günstig sind und schnell und intuitiv bedienbar sind, man kann sie ohne große Kosten Upgraden und haben eine Menge Rechenleistung.
    Wenn ich mein Tablet bzw Handy mit nem Autocomputer vergleiche der locker das 5-10 Fache kostet, in manchen bereichen aber viel schlechter ist, kann ich das durchaus verstehen.
    Aber ne Halterung sollte schon her ;-)

    • Roman

      Ich denke, das war eine Anspielung an Apple Maps. ;)
      Ansonsten sind sie plötzlich über Norwegen anstatt über Afghanistan. ^^

    • Julian

      das iPad ist glaube ich an seinem Bein festgemacht :D

  • RoZe77

    Navigieren werden die wohl hoffentlich nicht mit board-mitteln des ipads:-)

  • LinHead

    Was ist da eigentlich mit der Datensicherheit? Apple weiß jetzt über alle Einsätze der BW genau Bescheid? Das wird doch sicher eine Rolle spielen?

    • MGTobias

      Wie kommst du auf diese Idee? iPads lassen sich bequem Sicherheitskonform gestalten. Weiter sind da nur Manuals gespeichert – keine Einsatzplaene. ;)

  • Marcel

    Grundsätzlich sind Tablets perfekt als Ersatz für riesige Papiercontainer. Ich kann aber nicht verstehen, wie sich eine deutsche, staatliche Institution von einem Hersteller, der noch nicht mal aus Deutschland ist abhängig machen kann. Die hätten besser Android oder Windows8 Tabs nehmen sollen. Bei Android hätte man ja sogar noch den Vorteil eine eigene “Distribution” entwickeln zu können.

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