Apple CEO Tim Cook hat heute bei der Technology and Internet Conference der Investmentbank Goldman Sachs ausführlichst Rede und Antwort gestanden, sich dort natürlich zu seinem Unternehmen geäußert, aber auch fleißig ausgeteilt.
Klar, dass er vor Investment-Bänkern nicht erzählen würde, dass es irgendwas im Unternehmen gibt, was sich nicht wie gewünscht entwickelt. Stattdessen erzählte er – nicht ganz ohne Stolz – dass 40 Prozent aller seit 2007 verkauften iPhones im letzten Jahr an den Mann gebracht wurden und man 50 Prozent der Nationen noch gar nicht für sein Vorzeige-Smartphone erschlossen hätten, also noch wahnsinniges Potential haben.
Gleichzeitig erteilte er den Spekulationen eine Absage, dass es ein billiges iPhone geben könnte, welches nicht den hohen Ansprüchen Apples genügen würde. Für Leute, die ein günstigeres iPhone wünschen, habe man die älteren Modelle im Preis reduziert, erklärte er. Bei den Spekulationen um ein noch größeres iPhone hingegen wurde er nicht konkreter. Er sagte lediglich, dass nichts ausgeschlossen würde, außer einem “crappy” Produkt.
Warme Worte fand er auch für seine Apple Stores. Die würden auf ihn wie Antidepressiva wirken: Wenn er mal einen weniger tollen Tag habe, würde der Besuch eines Apples Store ihm wieder auf die Beine helfen. Er sieht diese Läden auch als mehr an, nicht nur lediglich als Verkaufsfläche. Die Leute, die dort arbeiten, sind für ihn das Gesicht Apples in der Öffentlichkeit und er ist froh, dass diese Menschen die großartigsten sind, die er sich nur vorstellen kann. Ebenso kann er sich kein besseres Verkaufskonzept als eben den Apple Store vorstellen. Die Läden haben unschätzbaren Wert für das Unternehmen, weil man nirgends mehr über die Apple-Produkte lernen könne als dort.
Cook war aber nicht nur auf Schmusekurs, sondern sprach auch über Dinge, die ihm nicht so gefallen – die findet er natürlich hauptsächlich bei der Konkurrenz. So sprach er über die furchtbare Performance von OLED-Displays, die zu dunkel sind und deren Farbsättigung für ihn eine Katastrophe darstellen. Er erwähnte Samsung nicht namentlich, aber es dürfte klar sein, dass die Kritik in exakt diese Richtung abgefeuert wurde. Faktisch bietet Samsung bei dem Galaxy S3 auch ein absolut gelungenes Display, dennoch ist nicht von der Hand zu weisen, dass es nicht so hell ist wie ein iPhone und auch einige Stimmen etwas an den nicht ganz realistischen Farben und der Sättigung zu mäkeln haben.
Generell sieht sich Cook mit seinem Unternehmen auf einem sehr guten Kurs und glaubt auch daran, dass Apple seine Magie noch lange nicht verloren habe. Apple habe das Talent, Produkte auf den Markt zu werfen, von denen die Leute im Vorfeld nicht wissen, dass sie sie überhaupt brauchen – und das sind die gleichen Leute, die ohne diese Produkte heute nicht mehr leben könnten. Das Geheimrezept des Unternehmens wäre, dass man schlicht keine Grenzen sind für das, was man tut. Cook sieht Apple auch nicht ausschließlich ein Unternehmen, welches Hardware herstellt, sondern betont das stimmige Öko-System, welches man erschaffen habe. In diesem Zusammenhang nannte er auch die Zahl von 8 Milliarden Dollar, die man mittlerweile an die Entwickler von Apps ausgeschüttet habe.
Alles in allem erlebte man einen besonnenen Tim Cook, der mit sich und seinem Unternehmen im Reinen ist, der aber auch bissig genug ist, in typischer Apple-Manier hier und da Hiebe auszuteilen, wo er sie für angebracht hält. Dieses Jahr muss zeigen, ob man den Worten auch Taten folgen lässt und ob Apple wirklich immer noch so innovativ ist, wie Cook uns das heute erklärt hat.
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