Erst vor wenigen Tagen hat uns Canonical ordentlich überrascht, als man nämlich Ubuntu für Smartphones ankündigte und auch gleich ein paar ganz feine Ideen dazu vorstellen konnte. Heute lief uns am Rande der CES beim Pepcom aka Digital Experience-Event im MGM Grand-Hotel erstmals ein Gerät über den Weg, wo man Ubuntu im Einsatz beobachten konnte.

CES 2013: Ubuntu Smartphone im Walk-Through auf der CES 2013

Ich persönlich muss zugeben, dass ich auf dieser CES noch nicht damit gerechnet hatte, dass wir live das mobile Ubuntu betrachten können – erst recht nicht auf der Digital Experience-Veranstaltung. Umso schöner, dass man uns das Betriebssystem dort schon auf einem Gerät vorführen konnte und fast noch besser, dass es schon jetzt recht rund zu laufen scheint. Schon im offiziellen Hands-on zum mobilen Ubuntu konnten wir uns überzeugen davon, dass die Macher hier mit einigen richtig frischen Ideen aufwarten können und die gesamte UI einen absolut schlüssigen und stimmigen Eindruck macht.

Meiner Meinung nach wurde dieser gute erste Eindruck heute bestätigt. Das lässt allerdings noch lange nicht darauf schließen, ob man hier einen weiteren ernsten Player auf dem Spielfeld der mobilen Betriebssysteme gesehen hat, oder ob es – wie bei Ubuntu ja üblich – eher ein System für ein Nischenpublikum darstellen wird.

Die Bedienelemente, die wir jeweils vom Rand in den Screen hineinwischen können, machen den klassischen Home-Button obsolet und somit verwundert es auch nicht, dass auf dem gezeigten Smartphone kein solcher Button zu sehen war. Das gilt übrigens nicht nur für Hardware-Tasten: auch Softkeys sucht ihr beim Ubuntu-Device vergeblich.

Dennoch kommt auf die Köpfe hinter Ubuntu noch viel Arbeit zu, die Ansätze sind aber absolut nicht zu verachten und so solltet ihr ruhig auch mal einen Blick auf das Video werfen, in dem ihr Ubuntu für ein Smartphone im Einsatz sehen könnt:

 

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  • Marco Bluethgen

    Ich bin mehr und mehr begeistert. Werde mir mit ziemlicher Sicherheit das Image installieren, sobald es verfügbar ist.

  • Dominic

    Die gute Dame ist wohl selbst etwas überfordert.. ^^

    • ausweichschraube

      Die Mitarbeiterin (oder Messehostess?!) hat das Bedienkonzept einfach noch nicht verinnerlicht …
      Find ich jetzt aber nicht schlimm, schließlich funktionieren ja die heute üblichen Smartphone-OS anders (mehr “Icon drücken”).

    • André Schneider

      DAS habe ich mir allerdings auch gedacht, als ich das Video gesehen habe ;)
      Kann ja mal passieren und zur nächsten CES haben sicherlich alle Beteiligten das Konzept vom Ubuntu OS verinnerlicht ;)

  • johannes cermak

    ubuntu ist gerade in der linux welt weit mehr als nur ein nischen produkt

    und was wenn man einfach alle android apps drauf installieren kann

    was wenn dieses konzept so weiter verfolgt wird das es eben nicht zu den fehlern von ms kommt

    wer braucht mit dem echten linux am tablett und handy noch ein android bzw google ;)

    wenn das so kommt wirds etwas ganz großes und mehr als nur ein ernster konkurrrent für google

    market place, cloud, streaming steam alles schon vorhanden bei ubuntu

    das wartet gerade nur darauf auf andere plattformen zu dürfen und mit canonical ist ein absolut potenter player dahinter

    Facebook

    nur zuviele steve jobs interviews sollte sich der chef nichtmehr reinziehen….das steckt an ;)

    • LinHead

      Linux ist Nische, Ubunut der Big Player in der Nische – aber in der breiten Anwendermasse spielt Linux doch praktisch kaum eine Rolle.

      Das Bedienkonzept gefällt mir gut, ist einfach und schnell erlernbar, zudem sind die Ecken- und Kantengesten logisch. Aber ein wirkliches Brüller-Alleinstellungsmerkmal sehe ich noch nicht, das wird es aber m.E. nach brauchen, um sich wirklich durchzusetzen. Dazu kommt (auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen): ohne einen potenten Hardwarepartner wird das nichts. Wie groß ist wohl der Prozentsatz der Leute, die sich ein neues Betriebssystem auf ihr Smartphone aufspielen? In der Gesamtmasse vermutlich sehr klein.

      Was die Kompatibilität zu Apps von Android etc. betrifft, da bin ich skeptisch, wie z.B. Google sich in diesem Bereich in Zukunft verhält. Speziell hierfür wird 2013 sehr spannend.

      Nach der Abschaltung von Maps für WP8 und der Einstellung von Active Sync sehe ich da die Gefahr, dass man es den Usern immer schwerer machen will zu wechseln und die Angebote auf anderen Betriebssystemen zu nutzen. Das ist die Kehrseite von einem Unternehmen, das Hardware, Software und Content liefert.
      Als reiner Content-Lieferant bin ich daran interessiert auf allen Plattformen zugegen zu sein. Wenn ich aber das Komplettpaket anbiete, dann will ich das irgendwann auch schützen wenn meine Marktmacht das zulässt. Bin mal sehr sehr gespannt, wie das so weitergeht.

    • ausweichschraube

      Ich glaube auch nicht, dass Google so einfach seinen Play Store zur Verfügung stellt. Zwar kommen Ubuntu und Android merklich aus der selben OS-Familie, was für Kompatibilität sorgen sollte, jedoch möchte Google in erster Linie Geld verdienen, um weiterhin zu den ganz Großen zu gehören. Wie Google das macht, merkt man z.B. bei der Verknüpfung vom Play Store mit G+, wenn es um Bewertungen der Apps geht oder beim nicht-supporten von anderen (anonymen) Zahlungsmöglichkeiten im Store. Welchen Vorteil hätte Google denn dabei, solch ein wichtiges Merkmal einer Konkurrenz zu schenken?
      Die Vorteile eines “echten” Linux aufm Smartphone kann ich momentan noch nicht sehen. Die vorhandenen Programme sind oft für Displays in Standard-Größe ausgelegt. Das merkt man ganz schnell, wenn man irgendeine aktuelle Distro auf nem Netbook installieren will. Bei Ubuntu mag es mittlerweile ganz gut klappen, oftmals muss aber dennoch selber Hand angelegt werden. Wie soll das nur bei unterschiedlichen Displaygrößen und Auflösungen funktionieren? Außerdem sind die Programme nicht auf die Findereingabe optimiert. Soll heißen, Ubuntu muss (genauso wie es MS jetzt mit ihrem WinRT muss) einen guten App-Store aufbauen …
      Auf Smartphones sind Games immernoch die Cashcow, jedoch ist Ubuntu nicht gerade als OS für Gamer berühmt … Es bleibt also spannend!

      • LinHead

        Gerade im Gaming-Bereich holen sie zwar gerade etwas auf und die Möglichkeit von html5-Apps würde dann zumindest für Kompatibilität mit z.B. FirefoxOS sorgen, aber Du hast mit Deinen Punkten natürlich Recht. Ich füge noch den Punkt der Optik hinzu. Viele Programme unter Linux haben nach wie vor eine grottig unmoderne Oberfläche mit schlechter Usability (als Beispiel sei hier mal OpenOffice / Libre-Office genannt). Auch das ist nicht zu unterschätzen.

        Die Skepsis bleibt.

  • http://www.facebook.com/stefan.schweizer.750 Stefan Schweizer

    nicht schlecht für die Präsentation eines Prototypen. Da sind andere Firmen schon mit schlimmeren Krücken zum Final Release angetreten.

  • Norbell

    Sieht besser aus als in dem Video von The Verge. Da hat ja noch alles geruckelt. Bin wirklich mal gespannt wies dann letztendlich am Ende laufen wird. Ich habe leider auch bis heute noch kein Ubuntu TV Image gefunden :(

  • ausweichschraube

    Gefällt mir sehr gut! Weils eben mal was anderes ist und die Gestensteuerung sehr gut nutzt. Das Nutzen der Displayränder erinnert mich aber wiederum ans Playbook von BB, weil auch dort durch schicke Gesten ein Zurück-, Menü-, oder Homebutton obsolet sind. Welcome back in 2011 … ;-) Wobei: Nur weil es schon mal da war, muss es nicht schlechter sein. Ganz im Gegenteil! Mehr davon!

  • http://www.facebook.com/people/Max-Jacobi/100001652393082 Max Jacobi

    Die Notification Bar gefällt mir besser als die von Android. Hoffe irgend eine Custom Rom Picked das up!

  • Felix M

    Mir gefällt es sehr, wobei mir persönlich Sailfish noch besser gefällt.

    Bei der ganzen sollte man aber bedenken dass hier nicht wie von den Vorrednern zT behauptet ein “echtes” Linux auf das Handy wandert. Sondern hier entsteht ein Smartphone-OS mit Unity Oberfläche und Ubuntu Basis. Ich bin mir sicher dass Android Apps unter Ubuntu Phone laufen werden. Denn es bedarf nur eines entsprechenden Emulator den auch Android selbst nutzt. Dass Google das nicht möchte heisst nicht dass man nicht über AndroidPit, Amazon oder den eigenen Ubuntu – Store Apps zum installieren anbieten kann die für Android entwickelt wurden. Das wiederum würde vom Start weg eine riesige AppAuswahl inklusive Spiele sicherstellen.

  • http://twitter.com/Steelie678 Michael Papenbrock

    Wenn sie den Kurs halten, dann könnte es genau das werden, was ich mir damals eigentlich von Android erhofft hatte.
    Außerdem: Nieder mit den Knöppen!

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