Amazon verbreitet seit einigen Tagen Updates für das Kindle und Kindle Keyboard. Mit diesen Updates kommt unter anderem ein neuer Zeichensatz, eine Kindersicherung, das neue Kindle Format 8 und die Möglichkeit auf dem Kindle Comics zu lesen. Doch wie gut werden Comics auf einem älteren Kindle angezeigt?

Das Kindle Keyboard und die Comics im Kurztest

Vor weg muss man erwähnen, dass alte Kindle der zweiten Generation und das Kindle DX anscheinend aktuell keine Updates erhalten. Auch das Kindle Touch scheint zur Zeit noch auf sein Update warten zu müssen. Für die neuen Kindle von Amazon, also das Kindle Fire, das Kindle Fire HD und das Kindle Paperwhite, gibt es derzeit keine Updates. Das Kindle Fire, sowie das Kindle Fire HD dürften Comics vom Haus aus anzeigen können.

Ich habe ein Kindle Keyboard, also eines der dritten Generation, und am Sonntag erreichte mich das Update Nummer 3.4 über das Whispernet. Zuerst guckte ich etwas verdutzt, als ich meinen Kindle einschaltete. Ein Update? Nanu? Was mir als erstes in dem Text zum Update ins Auge fiel, war das Wort “Comic”. Mein alter Kindle soll Comics anzeigen können? Wie bitte soll das aussehen? Also surfte ich von meinem Rechner aus schnell zu Amazon und suchte nach Comics. Zu meiner Überraschung gab es schon eine Menge Comics bei Amazon und darunter befinden sind sogar einige recht gute Titel. Für meinen Test entschied ich mich für zwei kostenlose Kindle Comics.

Luxus: 1 – Ein Manga (Schwarz-Weiß)
Batman: Earth One Special Preview Edition (Farbe)

Die Anzeige erfolgt auf dem Kindle Keyboard natürlich in Schwarz-Weiß mit 16 Graustufen, was bei einem Manga Comic in Schwarz-Weiß kein Problem ist. Ist das Comic aber in Farbe, so lässt es sich anscheinend nicht auf dem Kindle laden und der Amazon Kunde bekommt nur das iPad, oder Android, als Ziel angeboten. Wirklich schade!

Das “Batman” Comic testete ich deshalb auf meinem Google Nexus7 mit der Kindle App. Spannend fand ich die Frage, wie Amazon wohl das Blättern und vor allem das Zoomen in den Comics umgesetzt hat. Das Blättern von Seite zu Seite verhielt sich wie bei jedem anderem Kindle Buch, doch ein wenig enttäuscht musste ich feststellen, dass Amazon nur das Zoomen der kompletten Seite auf dem Kindle Keyboard umgesetzt hatte. Das ist sehr Schade, denn in der normalen Kindle App für iOS, oder Android, gibt es so etwas wie einen Guided View Modus, wo dem Betrachter einzelne Bereiche der Seite vergrößert angezeigt werden. Amazon nennt diesen Modus „Kindle Panel View“ und er verhält sich so ähnlich wie der Guided View in der Dark Horse, oder ComiXology App. Vielleicht ist dieser Kindle Panel View technisch auf dem Kindle nicht möglich.

Deshalb habe ich den Support von Amazon angeschrieben und gefragt, warum nur einige Comics aus dem Amazon Angebot auf meinem Kindle Keyboard geladen werden können.
Hier die Antwort:

…die Kindle Panel View ermöglicht ein besseres Leseerlebnis für unterstützte Comics und Graphic Novels. Die Kindle Panel View ist nicht für alle Kindle-Titel verfügbar. Daher können nicht alle Comics auf allen Geräten gelesen werden. Ob ein Titel für ein bestimmtes Gerät lesbar ist, finden Sie auf den Artikelseiten des Inhaltes unter dem Punkt ” Für diese Geräte erhätlich: “

Mein Kurztest Fazit:
Das Amazon sein Angebot um Comics erweitert finde ich eine gute Idee. Schade ist aber, das nicht alle Kindle Geräte unterstützt werden und das nicht jedes Comic den Kindle Panel View nutzt. Amazon wird wohl mit den Comics eher die Zielgruppe Kindle Fire und Kindle Fire HD fokussieren.

Das Lesen der Comics auf dem Kindle Keyboard finde ich umständlich und wenig praktikabel. Auf einem Google Nexus7 macht das Comic lesen mit der Kindle App schon mehr Spaß, wobei ich persönlich die Präsentation eines Comics in der Dark Horse, oder ComiXology App noch am besten finde. Dafür gibt es im Angebot von Amazon Comics, welche es in anderen Apps nicht gibt.

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  • Stefan

    Viel schwerwiegender finde ich, dass bei Mangas, unter anderem auch dem beworbenen, die Schrift auf dem Kindle-Display nicht lesbar ist. Ein Blick in die Kindle-PC-Software bringt ebenfalls kein besseres Ergebnis, da die Auflösung der Bilder aus denen sich das E-Book zusammensetzt einfach zu niedrig ist.

    • Tuan

      Mangas lassen sich auf dem Nexus 7 ohnehin viel bequemer lesen… ein überwältigender Anteil guter Mangas schafft es gar nicht offiziell außerhalb Japans sodass man sich auf Scanlations verlassen muss

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