Anbieter von Apps im Google Play Store erhalten von Google die eMail-Adressen, Namen und Wohnorte der Käufer ihrer Apps. Das geschieht aufgrund des Designs des Stores, bei dem nicht – wie bei Apple im iTunes Store – Google der Verkäufer aller Inhalte ist, sondern bei Apps der jeweilige Entwickler auch der Verkäufer der App ist. Im Zuge des Kaufes findet dann eine Google Wallet Transaktion statt, bei der der Verkäufer eben auch die Daten des Käufers erhält.

Datenschutzproblem im Google Play Store? App-Anbieter erhalten eMail-Adressen der Käufer

Unbedingt notwendig ist diese „Weitergabe“ von Daten wohl nicht, Apple zeigt ja, dass es auch anders geht, direkt versteckt ist sie aber nicht, auch wenn nicht explizit auf die übertragenen Daten in den Nutzungsbedinungen des Play Stores hingewiesen wird. Dort heißt es nur:

Erwerb von Google, Erwerb vom Anbieter: Jedes Mal, wenn Sie Inhalte (definiert als Datendateien, Apps, geschriebener Text, Software für Mobilgeräte, Musik, Audiodateien oder andere Sounddateien, Fotos, Videos oder sonstige Bilder) bei Google Play erwerben, gehen Sie einen separaten Vertrag ein mit entweder:

(a) Google Ireland Limited auf der Grundlage der Nutzungsbedingungen (soweit anwendbar) (“Erwerb von Google”); oder

(b) im Falle von Android Apps mit dem jeweiligen Anbieter der App auf der Grundlage der Nutzungsbedingungen des Anbieters (soweit anwendbar) (“Erwerb vom Anbieter”).

Man wird also informiert, dass ein App-Kauf ein direkter Kauf beim Anbieter der App ist und nicht bei Google. Der nächste Schritt wäre also mal zu prüfen, was Google Wallet – als Zahlungsdienstleister – an Daten weiter gibt. Wir erfahren, was alles an Informationen zu einer Transaktion gehört:

Transaktionsinformationen: Bei jeder Transaktion über Google Wallet können Informationen zur Transaktion von uns erhoben werden. Hierzu gehören das Datum, die Uhrzeit und der Betrag der Transaktion, eine vom Verkäufer bereitgestellte Beschreibung der angebotenen Waren oder Dienste, Fotos, die Sie der Transaktion beigefügt haben, die Namen und E-Mail-Adressen des Verkäufers und Käufers bzw. des Auftraggebers und des Empfängers, die verwendete Zahlungsmethode, Ihre Beschreibung für den Grund der Transaktion sowie gegebenenfalls das mit der Transaktion verbundene Angebot.

Soweit so gut, man kann nun nur davon ausgehen, dass Transaktionsinformationen bei der jeweiligen Transaktion an beide Seiten weiter gegeben werden. Genaueres verrät Google hier leider nicht, sondern nur, dass Informationen weiter gegeben werden können:

  • Wenn dies im Rahmen der Google-Datenschutzerklärung zulässig ist
  • Falls dies zur Bearbeitung Ihrer Transaktion und zur Verwaltung Ihres Kontos erforderlich ist
  • Wenn dies für Ihre Registrierung bei einem Drittanbieterdienst erforderlich ist

Welche der Gründe in diesem speziellen Fall zutrifft sei dahin gestellt, ganz überraschend kommt es aber zumindest für aufmerksame Käufer nicht, schließlich wird auch bei jedem App-Kauf darauf hingewiesen, wer der Verkäufer ist. Wir wissen nicht, aus welchen Gründen sich Google für diesen Weg entschieden hat, statt wie Apple als Verkäufer für alle Inhalte im eigenen Store aufzutreten. Letztlich dürfte dieser Weg an Nutzerdaten zu kommen aber eher mühsam sein und eben auch zu einfach zurückzuverfolgen – wer also Nutzerdaten sammeln will, wird eher über eine kostenlose App versuchen Daten aus den Smartphones der Nutzer zu ziehen, statt auf viele Käufer und deren eMail-Adressen zu hoffen.

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