Ford stellt in Rom den neuen Fiesta vor, wir waren dabei und haben uns natürlich vor allem Sync angeschaut, die Technologie, die Smartphones mit dem Auto verbindet. Mit dem Notfall-Assistenten und MyKey stecken auch andere interessante Techniken in dem Wagen. Wir haben ja schließlich nicht plötzlich unseren Themenschwerpunkt geändert.

Der neue Ford Fiesta mit Sync, Notfall-Assistent und MyKey

Moderne Autos sind ohne Computertechnik heute nicht mehr denkbar, jede Menge Technologie unterstützt den Fahrer heute bei Dingen, die man früher noch selbst machen musste: Die Spur halten, Einparken, Bremsen – noch sind autonom fahrende Autos nicht im regulären Strassenverkehr angekommen, aber  zumindest einen digitalen Co-Piloten hat jedes moderne Fahrzeug dabei, da macht auch der neue Ford Fiesta keine Ausnahme.  Für viele inzwischen ein wichtiger Teil der Kaufentscheidung ist heute auch die Integration des Smartphones in das System – irgendwelche Basteleien mit Handyhalterung, losen Kabeln am Autoradio für den MP3-Player oder gar Kassetten-Adapter will man nicht mehr im Auto haben. Mit Sync bietet Ford ab Januar auch im neuen Fiesta ein System, das genau diese Integration einfach und stressfrei ermöglicht.

Während der Probefahrt konnte ich das System mit einem iPhone in den verschiedenen Varianten testen. Übrigens hat das problemlos funktioniert, obwohl Sync von bzw. mit Microsoft entwickelt wurde und auch mit Android Smartphones spielt das System ;) Die Grundfunktionalität ist simpel und schnell erledigt: Man koppelt das Smartphone per Bluetooth mit Sync und kann dann auf diesem Weg auf die Telefon- und SMS-Funktionen zugreifen. Auch das Adressbuch kann dabei synchronisiert werden, so dass man beim Fahren direkt per Sprachkommando Telefonate führen kann. Einfach den entsprechenden Knopf auf dem Lenkrad drücken. Auch SMS kann man sich auf Knopfdruck vorlesen lassen und sie mit vordefinierten Standard-Texten schnell beantworten. Übrigens gibt es aus Sicherheitsgründen keine Funktion, die eingehende SMS automatisch vorliest. Die Frage, wie ein automatisches Vorlesen der SMS die Fahrsicherheit beeinträchtigen würde, wurde mit einer Gegenfrage beantwortet: „Du bist nicht verheiratet, oder?“ Aber es ist klar: Man weiß nie, wer gerade mit im Auto sitzt und ob diese Person unbedingt hören sollte, welchen Inhalt die eben erhaltene Nachricht hat.

Auch Musik kann per Bluetooth an das System gestreamt werden, auch von einem Smartphone, das nicht als Telefon mit Sync gekoppelt wurde, es ist also möglich das eigene Smartphone mit dem Wagen zu koppeln für Telefonate, aber einen Mitfahrer ebenfalls per Bluetooth für das Musikprogramm sorgen zu lassen. Aktuell werden bei per Bluetooth gestreamter Musik noch keine Informationen zu den Songs und Interpreten im Display des Sync-Systems angezeigt, ein entsprechendes Update ist aber in Arbeit.

Alternativ kann die Musik auch über einen Line-In oder USB übertragen werden, CD und Radio gibt es auch noch. Bei einer USB-Verbindung wird nicht nur nebenbei das Smartphone oder der MP3-Player geladen, Sync ermittelt dabei auch die Songs auf dem Gerät und erlaubt die direkte Auswahl einzelner Interpreten, Alben oder Songs per Sprachsteuerung. Wieder einfach die entsprechende Taste auf dem Lenkrad drücken und das passende Kommando aufrufen. Das funktioniert auch ziemlich gut, so lange man sich innerhalb einer Sprache bewegt. Die Systeme in den Testfahrzeugen waren auf englische Sprache eingestellt und der Aufruf englischsprachiger Songs hat auch auf Anhieb einwandfrei geklappt. Der Versuch dann aber zum Beispiel den Song „Deine Freundin“ zu spielen wurde von Sync mit dem Starten des Songs „Rough Boy“ von ZZ Top beantwortet.   Amüsant. Aber das ist ein Problem mit praktisch jeder Spracherkennung: Wird sie auf eine bestimmte Sprache eingestellt, dann versucht sie das „Gehörte“ in eben dieser Sprache zu finden. Eine Lösung wäre vielleicht bei bestimmten Kommandos – wie eben einen bestimmten Song zu spielen – alle Sprachen zu versuchen, bis in der Musiksammlung ein Treffer gefunden wird (sollte ich dafür ein Patent anmelden oder gibt es gar schon eins?).

Was Sync im Ford Fiesta noch nicht hat, aber nächstes Jahr optional kommen soll: ein Navigationssystem. Man kann aber das Navigationssystem im Handy benutzen und dessen Ansagen über das Audio-System des Wagen wiedergeben lassen. Dann wäre man zwar wieder bei der Handyhalterung angekommen, spart sich dafür aber die Extrakosten für ein Navi im Auto. Für beide Lösungen – Navigationssystem fix im Auto oder das Navigationssystem des Smartphones nutzen – gibt es Vor- und Nachteile. Der größte Vorteil des Navigationssystems im Handy: Es kostet nichts extra und kann in jedem Auto verwendet werden, nicht nur im eigenen.

Das Thema Updates ist bei Sync überhaupt sehr wichtig, nicht nur für neue Funktionen: Ein Auto hat normalerweise eine deutlich längere Nutzungszeit als das Smartphone, eher wenige wechseln ihr Fahrzeug alle 2 Jahre oder öfter, während man bei Ford davon ausgeht, dass die meisten Verbraucher im Schnitt alle 18 Monate ein neues Smartphone haben. Hier soll das Bordsystem natürlich mithalten können. Updates lassen sich einfach im Netz bei Ford laden, auf einen USB-Stick kopieren und dann einspielen, es ist also nicht nötig eine Werkstatt oder den Ford-Händler aufzusuchen, um Updates zu installieren.

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Übersicht Ford Sync – Klick für größere Darstellung

Die Koppelung mit dem Smartphone wird auch für den Notfall-Assistenten genutzt. Dieser Assistent wird bei einem Unfall aktiv, wenn also eine Kollision registriert wird, die Airbags ausgelöst werden: Das System ruft dann selbstständig bei der Notrufzentrale an und übermittelt dabei auch gleich die GPS-Daten des Unfalls – in der jeweiligen Landessprache, sofern sie unterstützt wird – und schaltet danach das Gespräch ins Auto, so dass man selbst noch mit der Notrufzentrale sprechen kann bzw. diese mitbekommt, dass im Wagen niemand aktuell sprechen kann. Auf dem Display des Sync-Systems werden dabei die GPS-Koordinaten eingeblendet, so dass man sie selbst noch mal durchgeben kann, falls nötig. Das laufende Gespräch kann dann auch einfach mitsamt dem Smartphone aus dem Auto mitgenommen werden – schließlich wird man oft aus gutem Grund dazu aufgefordert wen möglich den Wagen zu verlassen und etwas Abstand zu halten, um nicht durch eine weitere Kollision verletzt zu werden. Der automatische Verbindungsaufbau kann aber auch direkt unterbrochen werden, wenn es also nur ein kleiner Unfall war, soweit alles in Ordnung ist und man erstmal den Schaden begutachten möchte, bevor man die Polizei ruft.

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Dies ist ein Vorteil des Systems gegenüber fix installierten automatischen Notrufsystemen. Ein anderer Vorteil sind die Kosten: Bei fest installierten Systemen braucht man oft einen entsprechenden Vertrag für das Auto, der mit regelmäßigen Kosten verbunden ist und offenbar neigen Autofahrer dazu, sich diese laufenden Kosten nach einer gewissen Zeit zu sparen, in der sie das System nicht benötigt hatten. Insgesamt wirkt dieses Notruf-System sehr durchdacht und sinnvoll, wir haben aber auf einen praktischen Test in Realbedingungen verzichtet – auch wenn einem der Strassenverkehr in Rom diesen Verzicht nicht immer ganz leicht gemacht hat ;)

Ein System, das schon länger in den USA angeboten wird kommt mit dem neuen Ford Fiesta auch nach Europa: MyKey. Ein MyKey ist ein Zweitschlüssel für das Fahrzeug, der bestimmte Limitierungen für den Gebrauch des Wagens setzt. Zielgruppe sind natürlich vor allem Eltern, die ihrem Nachwuchs mit frisch erworbenem Führerschein den Wagen anvertrauen und dabei sicher gehen wollen, dass diese sich an die Spielregeln halten. Das ist natürlich eine Limitierung für die MyKey-Benutzer, Ford spricht trotzdem von „mehr Freiheit“ für jugendliche Fahranfänger. Es ist eben eine Frage der Definition: Definiert man überhaupt das Auto von den Eltern zu bekommen als Freiheit, also die Bewegungsfreiheit durch die Möglichkeit ein Fahrzeug zu nutzen, dann bedeutet es ein Mehr an Freiheit. Umfragen zufolge sollen Eltern eher bereit sein, das Auto den Kindern zur Verfügung zu stellen, wenn es vor allem eine Funktion zur Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit gibt. Auch sind Fahranfänger deutlich häufiger in Unfälle verwickelt als erfahrene Autofahrer.

Dementsprechend sehen die möglichen Limitierungen bei der Verwendung des MyKey aus: Geschwindigkeitswarnungen und -begrenzungen lassen sich einstellen, die maximale Lautstärke des Audiosystems fix auf 45% der Gesamtleistung begrenzen, das Deaktivieren von Assistenzsystemen wir Einparkhilfe oder Active City Stop kann unterbunden werden, die Reservetankanzeige wird bereits bei einer Restreichweite von 120 statt 80 Kilometern aktiviert und es gibt eine Gurtanlege-Warnung: So lange die Insassen vorne ihre Gurte nicht angelegt haben, wird ein Warnton gespielt und das Audio-System wird leise gestellt – gerade letzteres dürfte jugendliche Fahrer zur Anlage des Gurtes motivieren ;)

Das erwähnte Active City Stop System konnte auch direkt vor Ort getestet werden – dazu gab es aber einen eigenen Testaufbau, das Risiko, dass einer der Fahrer mit zu hoher Geschwindigkeit auf das Ziel zufährt war den Verantwortlichen bei Ford dann doch zu groß ;) Bei niedrigen Geschwindigkeiten, eben im Stadtverkehr bremst das System das Fahrzeug automatisch ab (bei Geschwindigkeiten zwischen 15 und 30km/h) oder auch komplett (bei Geschwindigkeiten bis 15km/h). Es hat aber beim Testaufbau wirklich gut funktioniert und es ist gut vorstellbar, dass damit im innerstädtischen Stop-and-Go einige Auffahrunfälle vermieden werden können – zumindest wenn der Fahrer dahinter ebenfalls ein solches System in seinem Wagen hat oder schnell genug reagiert.

Ansonsten könnte ich natürlich noch eine Menge mehr zum neuen Ford Fiesta erzählen, den umweltfreundlicheren Motor-Optionen, dem Design und der Ausstattung, was aber thematisch nicht so ganz zu diesem Blog passen würde – bei entsprechender Nachfrage liefere ich aber gerne nach.

Danke an Ford für die Einladung, die Anreise und Übernachtung beinhaltete.

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