Unsere mobilen Geräte haben immer mehr auf dem Kasten – vor wenigen Jahren konnten wir keine Fotos machen mit Handys, jetzt sind 5 bis 8 Megapixel Cams Standard, Smartphones wie das Nokia Lumia 920 stecken sogar so manche kompakte Cam in die Tasche. Ähnlich verhält es sich bei den Prozessoren – unter der Haube des Galaxy S3 steckt mehr Power als in meinem zweieinhalb Jahre alten Notebook.

Die 5 besten Akkulaufzeit Tipps

Nicht zuletzt kann man den Fortschritt an den Displays ablesen. In Kürze werden uns Smartphones mit Full HD-Displays hier die Bude einrennen und dafür sorgen, dass man selbst mit viel Mühe keine Pixel mehr auf dem kleinen Screen erkennen kann. All das hat natürlich auch eine Schattenseite: je mehr die kleinen Alleskönner leisten, desto eher tappen wir auch in die Akku-Falle. Nutze ich mein Smartphone intensiv zum Surfen, Fotografieren, Telefonieren und Zocken, hab ich nur wenige Stunden Spaß daran, bis ich mich auf die Pirsch nach einer Steckdose machen muss.

Glücklicherweise haben die Hersteller das auch erkannt, dass man hier den Hebel ansetzen muss. Die nächsten CPUs werden das berücksichtigen und immer stromsparender werden. Bis die aber flächendeckend im Einsatz sind, müssen wir mitunter ein wenig tricksen, um die Lebensdauer einer Akkufüllung ein wenig zu erhöhen. Wir haben fünf Tipps für eure kleinen Stromfresser zusammengestellt:

1. Das Display im Blick behalten

timeout

Oben habe ich ja bereits angesprochen, dass die aktuellen Displays immer hochauflösender werden und damit immer dickere Energie-Räuber werden. Ihr müsst es nicht immer mit der höchsten Helligkeit betreiben. Die automatische Anpassung der Helligkeit funktioniert leider nicht immer so passend wie gewünscht, also müsst ihr die Helligkeit vielleicht mitunter auch manuell anpassen. Apps wie Night Mode sorgen zudem dafür, dass ihr – beispielsweise zur Nacht oder in stark abgedunkelten Räumen – eine noch geringere Helligkeit einstellen könnt, um sowohl Augen als auch Akku zu schonen. Weiter könnt ihr dafür sorgen, dass das Display nicht unnötig lang beleuchtet bleibt, wenn ihr es aktuell nicht nutzt. Wie oben im Bild zu sehen könnt ihr die Zeit einstellen, nach der das Display sich ausschaltet. Bei meinem S3 sind da 30 Sekunden voreingestellt gewesen, 15 Sekunden reichen aber locker aus.

2. LTE und 3G nur nutzen, wenn notwendig

Ganz schlimm auf die Akkulaufzeit geht leider der Funk ins LTE-Netz. Damit bezahlt ihr einen hohen Preis für euren Top-Speed, aber auch 3G saugt kräftig an eurer Energie, gerade wenn ihr euch irgendwo befindet, wo schlechter Empfang herrscht. Wann immer ihr es also umgehen könnt, nutzt das heimische – oder irgendein verfügbares – WLAN. Das Gleiche gilt natürlich, wenn ihr unterwegs seid und euer Smartphone nur selten oder sogar gar nicht benötigt. Schaltet LTE ab, wechselt in den Flugzeug-Modus oder schaltet das Gerät ganz ab. Bei meinem Ex-Job durfte ich mein Smartphone eh nicht nutzen – hier ergab es also keinen Sinn, es ständig powern zu lassen und der Flugzeug-Mode hat mir hier gute Dienste geleistet. Gleiches wie für LTE und 3G gilt übrigens auch für Bluetooth und GPS: Seid ihr auf diese Features gerade nicht angewiesen, deaktiviert sie. Das ist systemübergreifend auf allen Smartphones flott gemacht und die wenigen Sekunden, die dazu notwendig sind, rentieren sich allemal. Oft wird übrigens empfohlen, auf 2G umzuschalten, um Energie zu sparen. Macht aber wirklich nur dann Sinn, wenn der Empfang bei 3G zu übel ist, ansonsten erzielt ihr hier keinen Effekt!

3. kostenpflichtige Apps nutzen

Gerade bei Android-Smartphones wird euch auffallen, dass es Spiele wie Angry Birds immer in kostenpflichtigen und kostenfreien Ausführungen gibt. Kostenlos bedeutet in dem Fall, dass ihr mit kleinen Werbeeinblendungen im Spiel leben müsst. Oftmals nimmt man das gern in Kauf, wenn man dafür die Kohle für das Spiel spart. Wenn ich davon ausgehe, dass diese Spiele im Schnitt zwischen einem und drei Euro kosten, sollte es euch bei einem viel genutzten Spiel allein schon die fehlende Werbung wert sein, zu dieser Version zu greifen. Darüber hinaus und für unsere Top Fünf hier wichtig: diese eingeblendete Werbung hat sich auch als Stromfresser erwiesen! Bis zu drei Viertel der verbrauchten Energie eines solchen Spiels sind in der eingeblendeten Werbung begründet. Wieso das so ist, haben wir euch schon zu Netbooknews-Zeiten erklärt – ruhig nochmal nachlesen.

4. Apps im Auge behalten

power tune up

Dieser Punkt ist vermutlich eh jedem klar – die Laufzeit meines Smartphones steht und fällt natürlich auch mit den Anwendungen, die ich im Einsatz habe. Bin ich Dauer-Surfer oder zocke rund um die Uhr, hab ich meinen Akku natürlich ruck zuck leer gelutscht. Dabei ist aber eben auch wichtig, ob ich die Anwendungen nach dem Einsatz wirklich geschlossen habe, oder ob sie im Hintergrund weiterlaufen und somit weiter Akku ziehen. Generell könnt ihr davon ausgehen, dass hochauflösende Spiele und Streams immer reichlich Strom verbrauchen. Habt ihr also noch einen längeren Heimweg vor Euch, lest meinetwegen im Netz oder verschickt Nachrichten – aber lasst lieber die Finger vom Internet-Radio-Stream oder den grafisch anspruchsvollsten Games.

Wenn ihr den Verbrauch exakt im Blick haben wollt und nicht auf die Hausmittel des jeweiligen Smartphones vertraut, könnt ihr hier auch nachbessern durch Installation einer zusätzlichen App. Ich selbst habe bei mir (siehe Screenshot oben) Power Tune-up installiert. Ich habe leider nicht im Blick, welche Anwendung für andere Systeme wie iOS oder Windows Phone diese Dienste verrichtet – also immer her mit euren Empfehlungen. Mit Power Tune-Up habe ich im Blick, wer die Stromfresser sind, wie viel sie verbrauchen und wie lange mein Akku noch durchhalten wird. Zudem kontrolliert ihr mit der Anwendung nicht nur euren Akku, sondern könnt euch den Datenverbrauch und den Speicherplatz im Auge behalten und verwalten.

5. Sorgt für Ersatz

Zugegeben, das ist jetzt kein Tipp, der auf den eigenen Akku abzielt bzw auf die Möglichkeit, mit dem so lange wie möglich zu wirtschaften. Aber manchmal ist es eben notwendig, dass man sein Smartphone ständig im Einsatz und gerade die Funktionen verwendet, die ordentlich reinhauen. Sind wir beispielsweise auf Messen unterwegs, dann verbringen wir dort viele Stunden pro Tag und Steckdosen sind da oftmals Mangelware und guter Rat dann teuer. Daher solltet ihr für solche Fälle vorsorgen, wenn ihr wisst, dass der Akku bei einem längeren Trip an seine Grenzen stoßen wird. Besorgt euch entweder Akkus von Drittherstellern, schafft euch stärkere Akkus als die original verbauten an (die nehmen natürlich mehr Platz weg und werden daher mit eigenen Gehäuse-Rückseiten verschickt) oder nehmt ein Akku-Pack mit auf die Reise. Letzteres könnt ihr mit jedem Gerät verbinden, welches über die richtigen (microUSB)-Anschlüsse verfügt und somit nicht nur ein Gerät mit Strom versorgen.

 

Das sind jetzt nur fünf Dinge und natürlich gibt es wesentlich mehr, was man noch im Blick behalten kann. Aber wenn ihr euch zumindest schon mal an diese Punkte haltet, habt ihr a) mehr Freude an eurem Akku und b) auch im Blick, was dafür sorgt, dass eure Devices so schnell die Grätsche machen.

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  • tauerman

    Jetzt wo die Akkus immer öfter fest verbaut sind, werden Akkupaks immer wichtiger.

    Sieht man auch bei Amazon. Die gingen beim Cybermonday immer schnell weg. zb von MiPow

  • optimismprime

    “3. kostenpflichtige Apps nutzen”

    Bullshit! Gerät rooten und dann Apps wie “AdFree Android” von “BigTinCan” nutzen ( https://play.google.com/store/apps/details?id=com.bigtincan.android.adfree ), welche Systemweit als Werbeblocker fungieren, wie AdBlocker am Desktop Browser, nur eben überall. Damit sieht man dann weder in kostenlosen Apps, noch im Browser Werbung, und die App selbst ist ebenfalls kostenlos.

    • http://www.facebook.com/profile.php?id=1426963292 Mark Baumgartl

      Oder für alle die kein Root wollen,gibts das nette Feature “Flugmodus”.Nervt doch eh,wenn beim zocken immer Nachrichten reinkommen

  • Pingback: Smartphone als täglicher Begleiter, aber nur bis der Akku leer ist | All Gadget News

  • http://www.facebook.com/alexander.denks Alexander Denks

    Zu Punkt 3:
    Datenverbindung ausschalten wärend man spielt
    somit kann keine werbung runtergeladen werden ;)

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