Gestern habe ich hier auf dem Blog das 1stFone vorgestellt – ein sehr eingeschränktes Mobiltelefon, explizit entworfen für Kinder zwischen vier und neun Jahren. Das hat mich dazu gebracht, mal im Netz zu forschen, welche Angebote es darüber hinaus in dieser Richtung gibt.

Die fünf besten Mobiltelefone für Kinder

Eigentlich war es mir schon klar, als ich den Artikel gestern geschrieben hab: Es würde sehr viel Contra geben von Menschen, die ein solches Gerät für absolut nicht geeignet halten für kleine Kinder. Es gibt in der Tat gute Gründe, die dagegen sprechen, dass man seinen kleinen Sohn oder seine kleine Tochter mit einem Mobiltelefon oder gar Smartphone aus dem Haus schickt. Ich war mir auch nachher noch nicht sicher, ob ich die ganze Geschichte nun eher positiv oder negativ bewerten sollte.

Es gab sowohl in den Kommentaren als auch bei Google+ und Facebook eine Menge Statements zu dem Thema und wie erwartet auch sehr viel ablehnende Reaktionen. Allerdings gab es auch einige, die entweder nur eine Lanze für Telefone in Kinderhänden brechen wollten, oder gar ihr eigenes Kind schon mit einem solchen Device ausgestattet haben. Nach reiflicher Überlegung glaube ich, dass man nicht pauschal sagen kann, dass ein Kind ab X Jahren ein Mobiltelefon besitzen sollte, genau so wenig kann man aber auch behaupten, dass es absolut keinen Sinn ergibt.

Wenn ihr unsere fünf Angebote gleich durchgearbeitet habt, werdet ihr sehen, dass viele der Kritikpunkte durch bestimmte Geräte oder Apps entschärft werden können und vielleicht überlegt ihr ja dadurch auch einmal neu, welchen Standpunkt ihr in dieser Frage künftig vertreten möchtet. Wie immer habe ich fünf erwähnenswerte Beispiele ausgewählt, die nicht in einer speziellen Reihenfolge aufgelistet werden und natürlich keinen Anspruch erheben, den kompletten Markt abzubilden – lasst uns also in den Comments gerne wissen, wenn ihr ähnliche Geräte, Features oder Apps kennt.

1. 1stFone:

1stfone 02 Die fünf besten Mobiltelefone für Kinder

Hierbei handelt es sich um das oben bereits erwähnte Telefon von OwnFone. Hier erhält das Kind weder Zugriff auf das Internet, noch kann es Nachrichten verschicken oder empfangen. Lediglich Telefonieren ist möglich und das mit vordefinierten Personen – zwischen 2 und 12 Nummern kann man vor dem Kauf angeben. Für ausführliche Information über das Gerät lest unseren gestrigen Artikel.

2. Firefly glowPhone:

firefly glowphone Die fünf besten Mobiltelefone für Kinder

Firefly bietet gleich mehrere Telefone für Kids an, wir haben uns das glowPhone rausgepickt. Hierbei handelt es sich um ein Mobiltelefon ohne jeglichen Schnickschnack. Es gibt spezielle Tasten, mit denen das Kind seine Mutter bzw seinen Vater anrufen kann, die Eltern können zudem die Anrufe auf dem Gerät überwachen. Selbst Texten oder Zugang zum Internet ist nicht möglich, allerdings können die Eltern Textnachrichten an das glowPhone senden.

glowphone Die fünf besten Mobiltelefone für Kinder

Der Akku verspricht eine Standby-Zeit von 210 Stunden, außerdem sind ein paar kinderfreundliche Spiele installiert und es gibt eine eingebaute Taschenlampe. Für knapp 50 Dollar kann das Teil in schwarz oder pink bei Firefly bestellt werden – ihr benötigt allerdings zusätzlich noch eine separate SIM-Karte.

3. Kajeet:

kajeet Die fünf besten Mobiltelefone für Kinder

kajeet bietet euch viele Feature Phones und Smartphones von verschiedensten Herstellern an. Man hat keine eigenen Geräte im Angebot und die offerierten Geräte sind grundsätzlich nicht explizit für Kinder gedacht. Was macht sie nun aber dennoch kinderfreundlich? Ein Mobilfunk-Vertrag, der online überwacht werden kann und den Eltern maximale Kontrolle bietet. Zwischen 5 und 50 Dollar kostet dieser Vertrag monatlich, je nachdem, ob ihr eine Flatrate (eben für 50 Dollar) möchtet oder dementsprechend für jedes Feature bezahlen wollt.

Als Eltern habt ihr dabei die Möglichkeit, sehr viele Dinge zu steuern, die euer Kind schützen können. So bestimmt ihr beispielsweise den Zeitraum, in dem Telefongespräche geführt oder Textnachrichten geschickt/empfangen werden können, limitiert Features und Internetzugang und könnt auch bestimmen, welche Telefonnummern nicht auf dem Gerät anrufen können. Darüber hinaus habt ihr selbstverständlich vollen Einblick, mit wem euer Kind telefoniert und das Telefon wird zudem rund um die Uhr GPS-überwacht, so dass ihr auch wisst, wo sich euer Nachwuchs herumtreibt. Sprint-Nutzer in den USA brauchen zudem nicht mal ein Gerät bei kajeet erwerben, sondern können ein altes ausgemustertes Telefon verwenden.

 

4. Kytephone:

kytephone Die fünf besten Mobiltelefone für Kinder

Kytephone ist kein Telefon, sondern eine Android-App, die euch Kontrolle über das Gerät eures Kindes gewährt. Ihr könnt die Anwendung auf jedem Android-Gerät installieren, also auch auf Android-Tablets. Mit der App wird aus jedem Device ein kinderfreundliches Gerät mit einem Eltern- und einem Kindermodus. Im Eltern-Modus könnt ihr eine Vielzahl von Funktionen regeln, die für das Kind erlaubt sein sollen. Ihr sucht die Spiele aus, die es spielen darf und regelt auch gegebenenfalls, wie lange euer Nachwuchs damit zocken darf. Ihr dürft auch bei allen anderen Apps entscheiden, ob sie für euer Kind freigegeben werden und auch regeln, dass nicht versehentlich Einkäufe aus einer Anwendung heraus generiert werden. Auch hier gibt es die Möglichkeit, anhand der GPS-Daten zu tracken, wo euer kleiner Racker sich gerade befindet. Ein Fingertipp reicht, um vom Parents Mode in den Kindermodus umzustellen. Logischerweise geht es umgekehrt nicht genauso leicht – dazu wird euer Passwort benötigt. Die Kytephone-App ist kostenlos bei Google Play erhältlich.

 

5. LG Migo:

lgmigo 0 Die fünf besten Mobiltelefone für Kinder

Betrachtet das LG Migo und überlegt euch dann selbst, wieso es auch Shrek-Phone genannt wird ;) Erhältlich ist es leider nur in den USA für Verizon-Kunden und ist durch seine Schlichtheit bestens für kleinere Kinder geeignet. Ihr seht auf dem Gerät vier Kurzwahltasten, die ihr als Eltern belegen könnt, zudem gibt es eine Notfall-Taste. Auch hier werden über 200 Stunden Standby-Zeit versprochen sowie 3 Stunden Rede-Zeit. Das Gerät ist schön klein und robust, also darf man es ruhig auch in Kinderhände geben. Das LG Migo beschränkt sich auf die Telefon-Funktion – Internet oder Text-Nachrichten bleiben eurem Kind also verwehrt.

 

Wie oben schon erwähnt, haben wir es hier mit keiner kompletten Liste zu tun und wenn ihr mir mithelft, werde ich gern weiter Punkte mit in die Liste aufnehmen. Dabei ist es mir egal, ob es ein kindgerechtes Smartphone ist, ein bestimmter Mobilfunkvertrag mit Kids-Feature oder eine App. Ich glaube immer noch, dass Eltern jeweils selbst entscheiden müssen, ob und wann das eigene Kind für ein Mobiltelefon bereit ist. Allerdings bin ich der Meinung, dass diese hier gezeigten Lösungen auch von jedem Menschen durchdacht werden sollten, die normalerweise bei dem Thema direkt abwinken und die Ansicht vertreten, dass Telefone nicht in Kinderhände gehören.

Mit den Einschränkungen, dass ein solches Telefon weder das Kind vom Spielen (oder Lernen) abhält, noch unvorhersehbare Anrufe auflaufen und Kosten entstehen können, sollte man durchaus überlegen, in welchem Fall man so ein Mobiltelefon anschaffen kann. Wie schon beim 1stFone-Artikel bin ich auch hier wieder auf eure Meinungen gespannt!

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  • Andreas Pfaffinger

    Ich denke den Kindern Medienkompetenz beizubringen ist neben dem einrichten eines sicheren Pornoblockers, deutlich wichtiger und sinnvoller als extra Hardware.

    Das schlimmste sind jedoch diese nichtswissenden und nichtsahnenden Eltern die ihren Kindern Hardware schenken ohne auch nur zu ahnen was sich damit alles machen lässt. Manchmal, vor allem wenn ich mich hier in Köln so umsehe, bin ich für einen “Führerschein” fürs Eltern werden…

  • Sven Bergmann

    Keine schlechte Idee…wenn sie denn angemessen umgesetzt wird. Das LG Migo würde mich spontan überzeugen. Meine Tochter werde ich damit aber noch nicht ausstatten…evt. mit 8 oder 9. Wir werden sehen.

  • http://www.pal-blog.de/ Sebastian

    Kajeet könnte mit der Botschaft werben: “Werden sie die NSA für ihre Kinder!” Die Kontrollmöglichkeiten finde ich etwas übertrieben, das zeugt von 0 Vertrauen.

    Zoe (fast 5) spielt selbstverständlich mit unseren Tablets (allerdings muss sie vorher fragen) und auch mit dem Smartphone telefonieren kann sie (wenn ihr jemand sagt, was sie drücken muss). Ein eigenes Handy oder Smartphone wird sie auch irgendwann bekommen, aber dafür muss sie erstmal lesen lernen :) Vorher schon eher ein günstiges, eigenes kleines Tablet, auf dem sie auch die (von ihr freiwillig und gerne benutzten) Buchstaben- und Zahlen-Apps nutzen kann.

    Ich brauche und möchte keine Dauerüberwachung, sondern ggf. Payware von ihr fernhalten und sie im Notfall orten können – kytephone hört sich dafür perfekt an.

    • pegelf

      Wenn Kinder wissen, dass sie überwacht werden passen sie auch entsprechend ihre Verhaltensweisen an und entwickeln sich quasi nicht so wie “sie selbst” sind.
      Von daher finde ich, dass man höchstens Botgesteuerte Dinge einsetzen sollte ohne dabei Daten an die Eltern zu senden. Damit meine ich zum Beispiel das sperren bestimmter Apps.

      Im übrigen bin ich auch kein Fan von Zeitbegrenzungen bei Dingen. Ich finde anstatt jemanden zu zwingen etwas nicht zu tun kann man ihm besser interessanteres bieten. Welches Kind sagt denn schon “Nein, ich möchte lieber vorm PC sitzen” wenn man ihm anbietet einen Freizeitpark zu besuchen?

      Wenn man etwas freiwillig tut ist es immer effektiver als unter Zwang.

  • optimismprime

    Aha, die Liste der ”
    fünf besten Mobiltelefone für Kinder” Enthält also 3 Telefone, einen Mobilfunkvertrag und eine App, toll….

    Kennt ihr schon “Deutschlands beste Fußball Elf”? Die besteht aus einem Torwart, einem Feldspieler, 4 Schuhen, 2 Handschuhen, 2 Trikots und ‘nem Ball.

  • pegelf

    Hm, ich muss grad an meine 4-jährige Schwester denken, die sich ganz gerne mal das Handy meiner Mutter schnappt und sich dort Fotos anguckt. Natürlich macht sie damit auch gerne mal welche. Hin und wieder spielt sie auch mal “pou” auf dem Gerät.
    Eine Zeit lang haben wir ihr dann das alte Android-Handy meiner Mutter gegeben damit sie es sich eigenständig nehmen kann wenn sie damit spielen möchte. Das Ergebnis war, dass das Handy ein völlig normaler Gegenstand für sie geworden ist. Daraus folgte, dass sie nie das dringende Bedürfnis hat, das Handy zu nutzen. Sie hat eigentlich immer viel lieber mit ihren Puppen gespielt oder ähnliches.
    Mittlerweile hat sie sich das Handy allerdings wiedergeholt, da sie ihr IPhone doch nicht so toll fande wie erwartet.

    Ich glaube, Kinder können nur nach etwas süchtig werden, wenn man es ihnen vorher verboten hat. Ich kenne genügend Leute in meinem Alter die nicht viel süßes essen, da sie bereits als Kind so viel bekommen haben wie sie wollten und von daher das Interesse nie besonders hoch war. Ich habe auch schon seit einer Woche eine Flasche Cola in dem Minikühlschrank neben mir stehen, aber habe sie noch nicht mal aufgemacht, da ich Cola schon früh trinken durfte und ich dann doch mehr Lust auf Volvic, Mineralwasser oder Bananensaft habe.

    Was meint ihr dazu? Kann man nur süchtig werden, wenn es vorher ein Verbot gab? Und ich rede hier natürlich nur von Dingen, die keine “Suchtstoffe” enthalten.

  • Mo Yeeruck

    Es gab in der Vergangenheit schon so einige Situationen, da hätte ich mir eine Kommunikationsmöglichkeit mit meinem Kleinen gewünscht. So zum Beispiel, wenn ich ihn vom Sportverein abholen will und auf dem Weg vom Büro unerwartet im Stau stehe, wenn er alleine in der Nachbarschaft unterwegs ist, Abends nicht nach Haus kommt und man nicht weiß, wo er abgeblieben ist, …
    In dem Alter von Überwachung zu sprechen, halte ich für Unsinn. Als Eltern muss man seiner Fürsorge- und Aufsichtspflicht nachkommen. Ein solches Gerät bietet, richtig angewandt, gerade die Möglichkeit, das Kind ein wenig mehr von der Leine zu lassen, anstatt es “nur vor dem Haus” spielen zu lassen. Hier finde ich sogar das GPS-Tracking nicht verkehrt.

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