DisplaySearch hat wie bereits gemeldet jüngst seine Statistiken und Prognosen zu den Verkaufszahlen bei Netbooks, Tablets und Mini-Notebooks für das zweite Quartal 2010 und das kommende Jahr vorgelegt. Neben dem vorhin berichteten Dahinscheiden der Netbooks mit Displays unter 10 Zoll Diagonale gibt es außerdem einen deutlichen “iPad-Effekt” zu vermelden, so zumindest die Marktbeobachter von DisplaySearch.

So gingen die Verkäufe bei Mini-Notebooks und Tablets zwar gegenüber dem ersten Quartal 2010 im zweiten Quartal um 4 Prozent, legten aber vor allem wegen des iPad im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um satte 29 Prozent zu. Zieht man jedoch die insgesamt 3,3 Millionen iPads ab, die Apple in der Zeit von April bis Juni 2010 verkaufte, sind Rückgänge um 14 Prozent gegenüber dem vorigen Quartal und 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Hätte Apple keine Lieferschwierigkeiten gehabt, wäre der Effekt wohl noch deutlicher ausgefallen, heißt es.

Insgesamt legt der Markt für tragbare PCs in Sachen Stückzahlen im zweiten Quartal 2010 gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent auf 50,4 Millionen zu. Die sinkenden durchschnittlichen Verkaufspreise und der Erfolg des iPad ließen den Analysten zufolge aber die Verkäufe bei den kleine Netbooks (unter 10 Zoll) und anderen ultraportablen PCs deutlich einbrechen. Die Käufer wählten das iPad vor allem als dünnes, leichtes Gerät, während Anwender, die mehr Funktionalität wünschen, auf größere Netbooks zurück griffen.

DisplaySearch geht insgesamt davon aus, dass Netbooks und Mini-Notebooks sich vor allem in aufstrebenden Märkten weiter gut verkaufen, vor allem als Erst-PCs für Einsteiger. Tablets und andere Geräte wie das iPad werden jedoch den Ultra Mobilen PCs weiterhin vor allem dort Marktanteile abnehmen, wo PCs bereits weit verbreitet sind. Die Hersteller sind sich dabei einig, dass Tablets vor allem mit einfacher App-Installation und guten Content-Angebot punkten können.

DisplaySearch Statistik Q2 2010

Die Netbooks würden es in den entwickelten Märkten zunehmend schwer haben, so John F. Jacobs, Director of Notebook Market Research bei DisplaySearch. Apple habe sein erfolgreiches Geschäftsmodell vom iPhone auf das iPad übertragen, sagte er weiter. Mehr als 50 andere Marken hätten bereits Tablets in der Entwicklung oder beginnen derzeit mit der Massenfertigung, um damit die offenbar große Nachfrage für einfach zu nutzende Geräte mit langen Laufzeiten für den Konsum von Inhalten zu bedienen.

Quelle: DisplaySearch

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  • animatio

    naja, das sehen aber einige grosse netbookproduzenten durchaus nicht so. zudem warten wir doch mal volle 12 monate ab bis jeder “sein tablet” zum schon vorhandenen früchtesortiment zugekauft hat und reden dann wieder über wachstum und sättigung und so …. tablets kauft man nicht wie telefone bei jeder neuauflage gleich wieder neu … dat dauert mit bestimmtheit länger … auch die applemännchen werden das noch lehren mit ihrem feature/generationentricksen um verkäufe künstlich hochzuhaltenn. ka kommt ein appleboy mittlerweile arg ins bluten: iphone, n’ pad und die player jedes jahr neu … geht dann locker in die tausender. irgendwann schmerzt das

    • Aeolus

      >naja, das sehen aber einige grosse netbookproduzenten durchaus nicht so.

      Einige große Netbookproduzenten verdienen auch seit Jahren praktisch kein Geld mit dem was sie verkaufen.
      Der Acer-Präsident hat schon vor einigen Jahren rumgeheult, dass man mit dem Herstellen von PCs kein Geld verdient kann – geändert hat sich (zumindest in seinem Laden) seither exakt nichts.
      Darum würde ich die nicht wirklich als Maßstab nehmen, wenn es um ein erfolgreiches Produktportfolio geht…

      Ach ja:
      Das iPad hat im 3. Quartal 50% der Stückzahlen erreicht wie der “restliche” Netbook/Tablet-PC-Markt. Wenn man bedenkt, dass das iPad deutlich teurer ist also so ein Netbook, dürfte die Marktnische die sich Apple hier geschaffen hat vom Umsatz innerhalb von wenigen Monaten annähernd so groß geworden sein wie der Markt für Netbooks…
      Und das Schlimme daran ist, dass man von der Konkurrenz nach wie vor praktisch keine Alternativen *kaufen* kann.

    • Anonymous

      Ich denke der angesprochene appleboy wird in der Regel dennoch Jahr für Jahr ein neues iPad kaufen. Wenn z.B. das nächste iPad eine Kamera und facetime hat, werden viele umsteigen wollen. Das geschlossene System begünstigt zusätzlich die Entscheidung wieder Apple zu kaufen, denn wer schon mal x Euro für Apps bezahlt hat, wird eventuell nicht noch mal neu zum Beispiel auf dem Android Marktplatz ausgeben wollen.
      Meiner Einschätzung nach ist auch der Wertverlust im Apple Bereich nicht ganz so hoch und so hat der appleboy gute Chancen sein altes iPad mit ein paar hundert Euro Verlust wieder zu verkaufen ohne die oben angesprochenen tausend Euro im Jahr zu investieren.

    • Doc Frank

      Wir haben eine ähnliche Situation wie zur Anfangszeit der Netbooks – erst wenn in 9-12 Monaten eine ausreichend große Auswahl an Apple-Alternativen verfügbar und in der öffentlichen Wahrnehmung wirklich präsent sind, kann man eine Wertung vornehmen.

      Wenn die Käufer die Vorteile der Konkurrenzprodukte sehen und Apple nicht rechtzeitig mit seinem iPad G2 nachziehen kann, könnte es interessant werden!

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