Ganz flott noch eine nicht ganz unspannende Geschichte zur Telekom und den Drossel-Plänen im Rahmen der neuen Tarife. Wie Caschy gerade berichtet, könnte die Telekom uns entgegenkommen und besagte Drosselung deutlich freundlicher gestalten.

“Drosselkom” lenkt ein? Telekom drosselt scheinbar nur auf 2 MBit – *Update* Pressemitteilung

Update: Pressemitteilung am Ende des Artikels!

Eine offizielle Ansage der Telekom gibt es zu den Plänen diesbezüglich noch nicht, aber nachdem Caschy die Information erhalten hat, konnte er sich die Geschichte aus einer weiteren Quelle bestätigen lassen – sollte also passen.

Wie sehen die geänderten Pläne nun aus? Die Drosselung auf 384 KBit – und somit ein nahezu unbrauchbares Internet – ist faktisch vom Tisch und stattdessen wird der Speed bei Erreichen das Traffic-Limits auf weitaus erträgliche 2 MBit gesenkt. Auch die “echten” Flatrates ohne Volumen-Begrenzung dürfte es – natürlich zu angepassten Preisen – auch 2016 noch im Produkt-Portfolio der Telekom geben.

Das ändert alles nichts daran, dass wir hier dringend über Netzneutralität reden müssen und die Ereignisse auch weiter sorgfältig im Blick behalten. Ein unbrauchbar langsames Internet dürfte es allerdings nach diesen neuen Informationen zumindest nicht geben. Den Informanten zufolge wird sich die Telekom morgen offiziell zu dieser Planänderung bekennen – und auch da werden wir natürlich genau drauf schauen und euch auf dem Laufenden halten.

Update: Die offizielle Pressemitteilung der Telekom:

Bonn, 12. Juni 2013

 

Deutsche Telekom passt neue Tarife an

 

§  Geschwindigkeitsreduzierung ab 2016 auf 2 Mbit/s statt 384 Kbit/s

§  „Unser Ziel bleibt: Ein leistungsstarkes Internet für alle“

_______________________________________________________________Die Deutsche Telekom passt ihre neue Tarifstruktur an, die der Konzern im Rahmen der Tarifdifferenzierung ab 2016 technisch umsetzen will. Die Telekom reagiert damit auf die Sorgen von Kunden. Ab 2016 werden Kunden, sollten sie nach Aufbrauchen ihres Inklusivvolumens keine zusätzlichen Datenpakete buchen oder keine Flatrate nutzen, mit 2 Mbit/s statt wie bisher geplant mit 384 Kbit/s surfen können.

 

„Wir haben in den vergangenen Wochen einen intensiven Dialog mit unseren Kunden geführt und die Sorgen verstanden. Mit 2 Mbit/s liegen wir deutlich über dem Mindestrichtwert aus der Breitbandstrategie der Bundesregierung  – wir haben ihn verdoppelt“, sagt Niek Jan van Damme, Deutschlandchef der Telekom. Der neue Wert gilt rückwirkend auch für Verträge, die seit dem 2. Mai 2013 abgeschlossen wurden.

 

Die Telekom hatte Ende April eine neue Tarifstruktur im Festnetz angekündigt, die stärker auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Kundengruppen eingeht. Dabei wird es ab 2016 weiterhin Flatrates für Vielnutzer geben, die dann etwas teurer sein werden, aber auch günstigere Tarife für Normalnutzer, bei denen ein bestimmtes Datenvolumen inklusive ist. Für alle Zielgruppen – Wenignutzer, Familien und Extremnutzer – wird es passende attraktive Angebote geben.

 

„Eine weitere Sorge, die wir oft gehört haben, ist, dass beispielsweise Familien mit den bisher definierten Volumina in Zukunft nicht auskommen werden“, so Michael Hagspihl, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. „Wir stehen im Wettbewerb und es ist doch klar, dass wir diesen Sorgen Rechnung tragen und für alle Zielgruppen attraktive Tarifpakete schnüren werden. Aber es ist zu früh, über Details der Tarife in drei Jahren zu sprechen.“

 

Die Telekom hatte mehrfach erklärt, dass sowohl die reduzierte Geschwindigkeit als auch die Inklusivvolumina dynamische Werte sind, die sich an den Markterfordernissen orientieren. „Die Werte sind nicht in Stein gemeißelt, auch hier gilt: Wir stellen uns der Realität. Vor der Einführung 2016 werden wir uns den Durchschnittsverbrauch unserer Kunden genau ansehen und die Inklusivvolumina gegebenenfalls anpassen“, so Hagspihl weiter.

 

Niek Jan van Damme ergänzt: „Unser Ziel bleibt: Ein leistungsstarkes Internet für alle. Für den Ausbau ins flächendeckende Highspeed-Internet investieren wir weiterhin Milliarden – allein in den kommenden Jahren zusätzlich 6 Mrd. Euro. Damit sind wir Vorreiter in Deutschland. Wir werden unsere Tarife aber differenzieren müssen, so dass wir unsere Netzinvestitionen auch in Zukunft zurückverdienen können.”

 

Deutsche Telekom AG

Corporate Communications

 

Tel.: 0228 181 – 4949

E-Mail: medien@telekom.de

 

Weitere Informationen für Medienvertreter: www.telekom.com/medien und www.telekom.com/fotos

 

http://twitter.com/deutschetelekom

 

Über die Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom ist mit 133 Millionen Mobilfunkkunden sowie 32 Millionen Festnetz- und mehr als 17 Millionen Breitbandanschlüssen eines der führenden integrierten Telekommunikationsunternehmen weltweit (Stand 31. März 2013). Der Konzern bietet Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Festnetz, Mobilfunk, Internet und IPTV für Privatkunden sowie ICT-Lösungen für Groß- und Geschäftskunden. Die Deutsche Telekom ist in rund 50 Ländern vertreten und beschäftigt weltweit 230.000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2012 erzielte der Konzern einen Umsatz von 58,2 Milliarden Euro, davon wurde mehr als die Hälfte außerhalb Deutschlands erwirtschaftet (Stand 31. Dezember 2012).

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  • Alex E.

    lol. Ich bin Begeistert. Aber meine Telekom Kündigung geht trotzdem raus! :-)

  • Philipp Friedrich

    Das ist trotzdem viel zu langsam :D

    • unIch

      zu langsam? Meine 16k Leitung schafft maximal 1,8

      • Julian

        ja 1.8 Mb pro Sekunde!

      • Philipp Friedrich

        Naja unser Router zeigt eine geschwindigkeit von 2 MBits/s an…
        schlägt sich bei der Downloadgeschwindigkeit auf 130-250 KB/s nieder…

        • harmsi

          Wie Julian schon angedeutet hat, Bits und Bytes sind nicht das Selbe.

          2MBit = 250KByte
          16Mbit = 2MByte
          Also sind die Werte völlig in Ordnung.

    • http://blog.gonline.at Georg S.

      Ja ich hatte bis vor kurzem noch 2,5 MBit und da waren FullHD YouTube Videos schon nur mit etwas Buffering möglich aber zum Glück gibt es hier noch KabelBW als alternative die nicht gedrosselt wird. Von mir aus könnte sich die Telekom den inzwischen begonnenen Ausbau auf VDLS bei uns im Dorf sparen.

  • Julian

    naja Drosselung ist schon keine schöne Sache aber schön zu sehen das die Telekom einlenkt… 2 Mbit/s ist verkraftbar. Da kann man wenigstens Websites normal öffnen ohne Minuten warten zu müssen, streaming usw. wird dann aber vermutlich nicht mehr so gut gehen^^

  • Fluw Alleip

    War ja klar. Die Telekom wollte mit den ersten Plänen nur die Reaktionen testen.

  • Henning Szepanski

    Nur ein wenig Grammatik-Klugscheisserei.. “drosselt” ist die Gegenwartsform von drosseln.. Die Telekom plant eine Geschwindigkeitsreduzierung in 2 bis 3 Jahre, also eher in weiter Zukunft… im Moment drosselt überhaupt keiner irgendwas!!

    • Karlchen

      Das ist völlig korrektes Deutsch. Wie das historische Präsens ist auch futuristisches Präsens in der Sprache verankert und sollte auch von jedem Muttersprachler und besonders von Leuten die “klugscheißen” wollen beherrscht werden..
      (Klugscheißen übrigens mit “ß” – es gibt kein “ss” hinter Doppelvokalen.)

      • Quiltifant

        Wollt ihr zwei ab der nächsten Stunde nebeneinander sitzen?

      • Henning Szepanski

        Da hab ich noch nie was von gehört.. ich meinte das eher im wikipedischen Sinne: “Es handelt sich dabei um eine Zeitform, mit der ein verbales Geschehen
        oder Sein aus der Sicht des Sprechers als gegenwärtig charakterisiert
        wird.”
        Punkt war eigentlich, niemand drosselt irgendetwas..

  • smo_o

    Netzneutralität muss natürlich sein. Aber aus unternehmerischer Sicht kann ich schon verstehen, dass die Tcoms langsam gucken müssen, wie sie auf ihren Umsatz kommen. Telekommunikationsleistungen sind in den letzten Jahren stetig billiger geworden, und das bei ständig verbesserten Leistungen. Heutzutage bekommt man einen flotten Internetanschluss mit Telefon und Festnetz-Flat für 20,- Euro und ein brauchbarer Smartphone-Tarif muss heute auch nicht mehr kosten als 20,- Euro. Wenn man das vergleicht mit früher, wo man locker mal das doppelte bis dreifache bezahlt hat, ist das ein krasser Unterschied. Schön für uns Kunden aber kagge für die Unternehmen. Dass die schon auch auf ihren Schnitt kommen wollen ist ja verständlich. Ok, deren Investitionen sind auch irgendwann abgeschrieben, aber sie müssen ja auch ständig neu investieren, wie jetzt z.B. in LTE.

  • http://www.ausbildung-elektrotechnik.de/ Andreas

    Wird das auch für die aktuellen LTE Tarife (Call and Surf via Funk) eingeführt? Weis das zufällig wer?

  • Sanset Bulewa

    Ist doch Super !!
    Wer viel “saugt” soll extra bezahlen und der “Normalsurfer hat den gewohnten Standard. Das ist Marktwirtschaft und nicht “Einschränkung der Netzneutralität”.
    Warum sollen ALLE für die “paar Sauger” mitzahlen!

    • Karlchen

      Viel mehr sollte man sich bewusst machen: Wer mit einer 32Mbit-Leitung surft und nur ein Volumen von 75 GB zur Verfügung hat, der kann seinen tollen Tarif nur 5,2 Stunden im Monat voll ausnutzen.
      Ich werde an dieser Stelle keinen Vergleich anstellen, aber ich denke doch, dass den meisten genügend Produktbeispiele einfallen, bei denen eine so eingeschränkte Nutzung nicht hinnehmbar wäre..

      • Sanset Bulewa

        Das wäre dann bei voller Nutzung der 32Mbit? Also was saugt man denn da so? Von normaler Nutzung kann ich hier nicht ausgehen….
        Wer also Video und Musik aus dem Netz holt soll auch dafür bezahlen. Die normale Internetnutzung ist mit 75GB vollkommen ausreichend. Bei einem Autoneukauf bezahlst Du auch für die Extras.

        • Karlchen

          Okay, wenn du mit dem Auto anfängst: Ich kann mir bei Sixt aber einen Porsche leihen und werde nicht zurückgepfiffen, wenn ich dann tatsächlich mal etwas länger 220 km/h damit fahre..
          5 Stunden pro Monat haben einfach nichts mehr mit dem Begriff “Flatrate” zu tun. Tut mir Leid, aber das sind Größenordnung bei denen man, wie vor 10 Jahren von einem Volumentarif reden müsste.

          Keine andere Branche kann sich so etwas erlauben. Ich kann mit meinem Sky-Abo 24 Stunden am Tag fernsehen und mit meinem World of Warcraft-Account auch rund um die Uhr spielen. Ich kann für meine Mitgliedschaft im Fitnesscenter den ganzen Tag trainieren und am All you can eat-Buffet so viel essen, wie ich möchte..

  • Jens Groh

    Es ist grandios wie frenetisch gefeiert wird und Leute “wir haben gewonnen” rufen. Wo genau lenkt die Telekom denn ein? Bei einer Zahl die eh schon aus der Luft gegriffen war und die – wie mehrfach auch von Experten belegt wurde – völlig sinnbefreit war. Denn das ach so geschundene Highspeed Internet ist nicht ausgelastet. Nicht mal im Ansatz. Vielmehr träumt die Telekom immer noch den Traum der großen Generalherrschaft, was man an den Verhandlungen beim Peering zu großen Backbone Providern sieht. Dort gebärdet sich die Telekom als müssten andere Backbones froh sein, sie mit Daten beliefer zu dürfen (und dafür sogar noch draufzahlen). Kaum seltsam, dass die Telekom somit der einzige große Backbone Anbieter in DE ist, der keinen Sitz am DE-CIX hat.

    Und nun bietet sich die Chance die Content-Anbieter zu melken. Grandios. Also drosseln wir den User, der wird sauer und wenn die Anbieter sich nicht den Zorn Ihrer Kunden zuziehen wollen, müssen die sie freikaufen. Genial. Aber auweia, die wehren sich ja, na gut, dann geben wir ihnen einfach einen kleinen Pyrrhussieg und geben mehr Bandbreite (gibt ja eh genug) und verschleiern damit gekonnt das eigentliche Problem, dass wir anfangen, ein zwei- (oder mehr) Klassensystem für Datenübertragung einzuführen. Wer wie Spotify bei T-Mobile mitspielt und zahlt wird belohnt und der Kunde kann den Dienst voll nutzen, wer nicht mitspielt (und gerade Youtube ist da ein Dorn im Auge) bleibt außen vor und muss damit rechnen dass die User auf andere Angebote umschwenken, die sich “erpressen” lassen.

    Verzeihung, ich sehe da nirgends ein Einlenken, sondern einen geschickten Schachzug um das eigentliche Projekt durchzuboxen und die negative Presse loszuwerden. Schnelle Abenkung vom eigentlichen Problem. Und wenn alle zufrieden sind, weil sie inzwischen dann bei der Drosselung bei 2,3 oder gar 6 Mbit/s angekommen sind, wird im Hintergrund brav weitergearbeitet damit, die Firmen für den Raum DE zu erpressen ihren Service “freizuschalten”. Kein einziger ISP im Ausland traut sich bislang so einen Mist.

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