Dennis Siegel hat einen “Eletromagnetic Harvester” entwickelt, der quasi durch die Luft elektromagnetische Felder anzapft und mit dem Strom dann einen herkömmlichen AA-Akku befüllt. Dennis studiert an der Universität in Bremen und ist verantwortlich für den ‘Electromagnetic Harvester”, mit dem er belegt, dass ich hier scheinbar derzeit ein Faible für junge Menschen mit außergewöhnlichen Ideen entwickle.

Electromagnetic Harvester: Deutscher Student zapft Strom durch die Luft ab

Seine Idee: die überschüssige Energie “ernten”, die elektrische Geräte abgeben und die sonst ziemlich sinnlos verloren gehen würden. Er hat zwei Varianten seines Harvesters entworfen, eine kleine Version für niedrigere Frequenzen unterhalb 100 Hz und dazu eine größere Ausführung des Electromagnetic Harvester, der sich bei den höheren Frequenzen bedient.

Dennis erklärt übrigens, dass es nicht lediglich darum gehe, diese ungenutzte Energie doch wieder einem vernünftigen Zweck zuzuführen, sondern uns auch dafür zu sensibilisieren, wie viel Energie wir wirklich sinnlos verballern. Er geht nicht wirklich ins Detail, wie seine “Erntemaschine” exakt funktioniert – vielleicht hat er Angst, dass man ihm seine Idee klauen könnte. Ich tippe aber mal, dass sich das Prinzip nicht grundlegend von den uns bekannten Wireless Chargern unterscheiden wird, mit denen wir auch heute schon bestimmte Gadgets kabellos aufladen können.

Er hat seinem Harvester eine LED verpasst, welche uns die Stärke des jeweiligen elektromagnetischen Feldes anzeigt. Ein starkes Feld vorausgesetzt könnte man einen kleinen Akku binnen eines Tages komplett aufladen. Im Umkehrschluss bedeutet das vermutlich, dass ihr den Harvester wohl tendenziell eine Woche neben der Kaffeemaschine liegen lassen müsst, um ähnlich viel Strom zu gewinnen – unverantwortlich hohen Kaffee-Gebrauch vorausgesetzt. Das Prinzip dahinter bleibt aber sehr spannend und ich bin mir sicher, dass in Sachen Leistungsfähigkeit dieses electromagnetic Harvester sicher noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

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  • Sascha Seniuk

    Ich sehe die Sache sehr kritisch. Natürlich nur unter der Vorraussetzung, dass mein technisches Laienwissen das richtig interpretiert.

    So etwas geht schon, seit dem es Radio gibt. Man sendet irgendwas über Funk mit Leistung X damit es in 5 km Entfernung auch ankommt. Wenn jetzt jemand mit einem solchen Gerät dazwischen geht und die Leistung “abzapft” fehlt die Power, um die gewünschte Strecke auch wirklich zu erreichen.

    Bei einem Mobilfunkmast geht der Radius ja auch zurück, wenn mehrere Teilnehmer an diesem Mast angemeldet sind.

    Ich könnte also den besagten Harvester auf 900 Mhz stellen und die T-Mobile Antenne leer saugen. Mein Nachbar wird es mir danken.

    Mein möge mich bitte korrigieren, wenn ich völlig falsch liege.

  • Capone2412

    Da gibt es doch dieses Video, wie jemand mit einer Neonröhre unter einer Hochspannungstrasse steht und die elektromagnetischen Felder darunter das Gas zum Leuchten bringen.

    Sein Grundgedanke bzgl. Energieverschwendung in allen Ehren, aber zum einen ist das ganze ein alter Hut und zum anderen kann man Energie nicht effizienter über lange Strecken transportieren (sonst würden es RWE&Co ja tun ;))

    • smo_o

      Doch, Gleichstrom in den Hochspannungleitungen wäre viel effizienter. sie scheuen nur die Investitionen, das ganze europäische Netz umzustellen. Die Amis haben Gleichstrom.

      • Dominic

        In Europa macht das aber nur bedingt Sinn. Der Strom wird nunmal in Form von Wechselstrom gewonnen. Diesen in Wechselstrom gleichzurichten würde höhere Verluste mit sich bringen, als die Verwendung von Wechselstrom für europäische Entfernungsverhältnisse. Bei höheren Entfernungen mag das durchaus Sinn machen (Sibirien z.B.), in Europa würde es mehr Probleme mit sich bringen.

  • Sive

    Das ganze ist doch “nur” ein Kunstprojekt, um zu zeigen wieviele unbeachtete elektrische Felder es um uns herum gibt.
    Extremetech dichtet dann dazu, dass man verschwendete Energie auffängt, was totaler Blödsinn ist. Die Energie, die den Akku lädt wird dadurch “verbraucht”, das man die Spule ins Feld hält. Würde man sie nicht reinhalten wäre die Energie eben nicht “verbraucht” worden.
    Warum hier jetzt das gleiche wie im Extremetech Artikel steht, obwohl das vom Erfinder nie geschrieben wurde… Dennis schreibt nirgends von verschwendeter Energie die verloren geht.

    • Dominic

      Und wenn die Energie nicht “verbraucht” wird, wird sie im Prinzip ja doch verschwendet, da die Stromleitung nun mit oder ohne Spule das E-Feld aufbaut. “Verschwendung” ist da natürlich relativ zu sehen, da gerade an Hochspannungsleitungen nunmal Strom fließen muss und sich somit Verluste gar nicht komplett vermeiden lassen.

      • Sive

        Nein, es muss ja ein Verbraucher da sein, um etwas zu verbrauchen. Das ist hier eben der Harvester.
        Das ist ungefähr so als würdest du in ein Wasserrohr eine Turbine einbauen und dich dann über die erzeugte Energie freuen, während der Betreiber der Leitung sich wundert warum der Druck so niedrig ist…

        • Dominic

          Die Leitung selbst ist der Verbraucher. Einerseits kommen da natürlich Verluste durch den Widerstand zustande, andererseits verbraucht das Aufbauen des E-Feldes Energie. Falls dir das nicht klar sein sollte, jeder stromdurchflossene Leiter baut um sich herum ein elektrisches Feld auf, das wiederum ein Magnetfeld aufbaut, was wiederum einen Strom in den Leiter induziert. Laut den Gesetzen der Physik is dieser induzierte Strom, dem des Leiters entgegengesetzt und führt somit zu Verlusten. Also hat das so oder so vorhandene elektrische Feld keinerlei Nutzen, sondern lediglich Verluste zur Folge.

          • Sive

            Und dadurch das du eine Spule ins Feld einführst entziehst du diesem Feld Energie. Zusätzlich zu den vorhandenen Verlusten.

            Einfach gesagt: Es kann am Ende nicht mehr rauskommen als du reingesteckt hast. Wenn du jetzt zwischendrin etwas abzwackst, kommt am Ende weniger raus.

            Es ist einfach eine Form der kontaktlosen Energieübertragung, du klaust sozusagen Energie vom Netzbetreiber, wenn auch so wenig das es nicht auffällt.

  • MikeS

    Das gleiche haben wir vor 20 Jahren schon im Physikunterricht mit einem Radio gemacht. Das selbst gebastelte Radio hat die Energie der Funkwellen des Radiosenders genutzt und kam so ohne eigene Energiequelle aus.

  • http://www.facebook.com/f.wilzbach Fabian Wilzbach

    Wenn ich das richtig verstehe, könnte man die Dinger irgendwann in Handys einbauen. Damit laden sich die Handys automatisch (zwar sehr langsam aber je nach Umgebung wird es vielleicht ein oder zwei Stunden mehr Akkulaufzeit bringen) auf.

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