Das Acer Iconia W700 gehört sicher zu den interessantesten Windows 8 Tablets. Es bietet ein 11,6“ Full-HD Display (1920×1080), eine SSD Festplatte mit 64GB oder 128GB sowie einen Intel Core Prozessor, den man sonst nur in Tablets jenseits der 1000€ findet. Acer verlangt für die 64GB Version mit Intel Core i3 699€ bzw. für die 128GB Version mit Intel Core i5 899€ UVP. Im Folgenden wir die 128GB Version mit dem i5 Prozessor getestet.

Erfahrungsbericht: Acer Iconia W700

Autor

Der folgende Erfahrungsbericht wurde von unserem Gastblogger Matthias (techfan) geschrieben. Ihr habt auch Lust Beitraege auf MobileGeeks zu veröffentlichen? Dann macht mit oder komm einfach direkt in unser Forum und schreibe Tobias eine private Nachricht!

Vorgeschichte

Die W700 Tablets wurden bereits Anfang Juni auf der Computex in Taiwan angekündigt. Ebenfalls zu sehen waren sie auf der IFA in Berlin. Damals wurde als Erscheinungsdatum der 26.10.2012 genannt, also direkt zum Start von Windows 8. Während es die i3 Variante seit Anfang Dezember 2012 bei Media Markt gibt, ist die i5 Variante erst seit Ende Januar verfügbar.

Acer Iconia W700 2

Lieferumfang

W700: Das Tablet ist sehr groß (klar, es hat auch ein 11,6“ Display) und bringt entsprechend 950g auf die Waage. Um es lange in der Hand zu halten ist es daher etwas zu schwer. Das Gehäuse ist aus Aluminium und wirkt entsprechend hochwertig. An der Verarbeitung lässt sich nichts bemängeln, nichts knarzt, alle Knöpfe und Schalter lassen sich gut bedienen. Das Design ist jedoch etwas zu einfallslos. Am W700 befinden sich Anschlüsse für USB 3.0, micro HDMI und Kopfhörer sowie Knöpfe für die Lautstärke und Aktivierung bzw. Deaktivierung der Displaydrehung.

Dockingstation: Leider gibt es kein Tastaturdock, sondern lediglich eine Dockingstation mit Schiebe-Mechanismus. Diese ist aus Plastik wirkt auf den ersten Blick etwas billig. Ist das Tablet eingedockt ist es aber in Ordnung. Neben der Standfunktion erweitert die Dockingstation die Anzahl der USB 3.0 Anschlüsse auf 3. Der Standfuß ist nicht eingebaut und ausklappbar sondern muss angesteckt werden.
Ich hätte mir noch ein paar weitere Features wie ein vollwertiger HDMI Anschluss, bessere Lautsprecher oder einen zusätzlichen Akku gewünscht, die leider fehlen.
Bluetooth Tastatur: Sieht schick aus und erinnert stark an Apple. (Mal sehen ob Acer dafür noch verklagt wird…) Auf ihr lassen sich auch längere Texte angenehm formulieren.
Funktionstasten gibt es leider nur kombiniert und ein Touchpad fehlt.
Lederhülle: Bietet Schutz und hat außerdem eine Aufstellfunktion. Nett dass Acer sie noch mitliefert, normal werden hierfür ca. 30€ fällig. Das Aussehen (hellbraun) ist jedoch Geschmacksache.

Ladekabel: Hat die Größe eines Notebookkabels. Im Vergleich zu anderen Tablets etwas groß.

Micro HDMI auf VGA Adapter: Nett dass er mitgeliefert wird, brauchen werden ihn aber wohl die wenigsten.

Inbetriebnahme

Wie üblich führt ein Assistent durch die Einrichtung von Benutzerkonten, WLAN, etc.
Leider hatte mein W700 wie viele andere Tablets der Serie im Auslieferzustand die Eigenschaft die WLAN Verbindung alle 5-10 auf „begrenzt“ zu setzen und somit das Internet zu trennen. Abhilfe schafft die Installation des neuen Treibers und die Deaktivierung der Stromsparfunkion fürs WLAN.
Eine McAfee Testversion, Office 2010 Trial und einige Apps hat Acer bereits vorinstalliert. Am Anfang stehen 98/118GB am Anfang zur Verfügung stehen. Deinstalliert man die Bloatware lässt sich noch etwas Speicher freigeben. Besonders McAfee sollte man löschen, da es teilweise sehr viel Performance zieht.
Der Datenaustausch mit bestehenden PCs muss über USB Sticks/Festplatten, Netzwerk/Cloud oder ein Transferkabel erfolgen, welches nicht mitgeliefert wird. Also etwas komplizierter als beim iPad oder Android Geräten.
Display
Das Full-HD IPS Display sorgt für ein scharfes und detailreiches Bild. Auch ist es angenehm hell und lässt sich daher auch bedingt im Freien einsetzen. Spiegeln tut es wie jedes andere Tablet natürlich trotzdem.
Es lässt sich auch aus schrägen Blickwinkeln noch gut ablesen, wirkt dann aber etwas verwaschen.
An die Qualität des Retina Displays im iPad kommt es nicht heran.

Der kapazitive Touchscreen reagierte im Test auf alle Berührungen schnell und fehlerfrei.
Im Metro Modus lässt sich das W700 sehr gut mit dem Finger bedienen, im Desktop Modus ist auf Grund der kleinen Symbole der Anschluss einer Maus empfehlenswert.

Acer Aconia W700

Performance

Herzstück des W700 ist wie bereits erwähnt der Intel Core i5-3317U der Ivy Bridge Generation mit 1.7 GHz Dualcore. Wird viel Leistung benötigt, taktet der Prozessor im Turbo Boost mit bis zu 2.6 GHz. Die Grafikeinheit bildet die Intel HD4000.
An Bord sind außerdem 4GB Arbeitsspeicher.
Diese Leistung merkt man auch, alle Grundfunktionen (Surfen, 1080p Videos und Apps) klappen flüssig und ohne Verzögerungen.
Aber auch komplexere PC Programme wie Adobe Photoshop lassen sich im Desktop Modus problemlos benutzen.
Im PCMark 7 Benchmark erreicht das W700 4555 Punkte, in 3DMark 397 Punkte.
Der Windows Leistungsindex hat den Wert 5,4.
Damit liegt das W700 auf einem Level mit anderen i5-3317U Geräten (Sony Vaio Duo, Dell XPS 12)

Auch die verbaute 128GB SSD von Toshiba ist richtig schnell. Mit bis zu 453MB/s lesen bzw. 245MB/s ist sie fast auf dem Niveau einer Samsung 830 oder Crucial M4.
Aus dem Standby Zustand erwacht es innerhalb von 2 Sekunden. Es bietet also wie andere Tablets auf den Vorteil immer sofort betriebsbereit zu sein.
Da es ein Intel i Prozessor ist, wird dieser nicht passiv sondern aktiv mit Lüfter gekühlt. Im Office- oder Internetbetrieb stört er kaum, bei aufwendigeren Programmen kann man ihn deutlich hören.
Schlimm ist es aber nicht, besonders wenn man Kopfhörer trägt.

Spiele Performance

Das Tablet ist kein Gamer Notebook, trotzdem lassen sich auch aktuelle Titel spielen.
Folgende Spiele wurden getestet:

  • Fifa 13: Flüssig auf 1366×768 „Mittel“ oder 1920×1080 „Niedrig“
  • Counter Strike Global Offensive: Flüssig in 1366×768, mittelmäßig in 1080p
  • Call of Duty: Modern Warfare 3: Flüssig in 1920×1080, Bildqualität „Extra“

Der größte Vorteil an Windows 8 Tablets ist, dass alle Windows Programme laufen. Dafür kauft man es sich. Im Windows Marktplace ist die Auswahl noch sehr begrenzt. Gute Tablet(Touchscreen) optimierte Apps und Spiele findet man im kaum. Viele Klassiker wie Temple Run oder Asphalt sind noch nicht für Windows 8 erhältlich.
Ich gehe aber stark davon aus, dass sich die Situation stetig verbessern wird und die wichtigsten Apps in wenigen Monaten verfügbar sein werden.

Kamera

Des W700 kommt mit 2 Kameras: Einer 1,3 Megapixel Webcam in der Front und einer 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite. Ein Fotolicht ist nicht vorhanden.
Die Webcam liefert für Videotelefonie eine ausreichende Qualität, rauscht aber sehr stark bei schlechten Lichtverhältnissen.
Die Qualität der Hauptkamera ist miserabel, eine der schlechtesten Kameras die ich in der letzten Jahren erlebt hatte. Aufnahmen bei allerbesten Lichtverhältnissen lassen sich maximal als Schnappschüsse verwerten. 3 Jahre alte Handys machen da um Welten bessere Bilder.
Aber mal ehrlich, wer will ein 11,6“ Tablet schon zum knipsen benutzen?

Lautsprecher

Das W700 besitzt links und rechts je einen Lautsprecher, die für einen durchaus ordentlichen Stereoklang sorgen. Mittels Dolby Home Software lassen sich verschiedene Soundprofile einstellen, die den Klang weiter optimieren sollen.
Der Anschluss eines Kopfhörers bzw. externer Boxen ist trotzdem empfehlenswert.

Akkulaufzeit

Acer gibt eine Akkulaufzeit von bis zu 8 Stunden an. Im Test konnte diese Laufzeit in etwa bestätigt werden. In 40 Minuten Websurfen auf niedrigster Helligkeit mit beendeten Hintergrundprozessen verbrauchte das Tablet 8% Akku. Hochgerechnet ergibt das eine Laufzeit von 8:20h.
Surft man mit maximaler Helligkeit verringert sich die Laufzeit auf 6:40h.
Aufwendigere Spiele wie Fifa 13 kann man ca. 4h spielen ohne den Akku aufladen zu müssen.
Das Aufladen des Akkus von 0-100% im Standby dauerte 2:40h.

Fazit

Das Acer Iconia W700 mit Intel i5 ist ein XXL-Tablet mit viel Performance.
Wer sein Tablet nicht nur zum Medienkonsum nutzen will, sondern auch auf PC Programme nicht verzichten will, findet hier ein gutes

Preis/Leistungsverhältnis

Positiv ist die für den Preis sehr gute Ausstattung, negativ die fehlende Möglichkeit das W700 als „echtes Ultrabook“ zu benutzen, da es kein Tastaturdock gibt. Die Mobilität eines 10“ Tablets ist auf Grund der Größe ebenfalls nicht gegeben.

Weiterfuehrendes

Wer das Geraet in Aktion sehen will, dem sei unser Blogeintrag zum Unboxing des Tablets empfohlen.

Alternativen

Wenn das Budget keine Rolle spielt bekommt man mit dem ASUS Transformer Book für 1299€ ein 13“ Tablet mit gleichem Prozessor, aber mit Laptopdock und zusätzlicher 500GB Festplatte.
Wenn weniger Performance reicht findet man mit dem ASUS VivoTab oder dem Acer W510 günstigere Alternativen.
Ist die Funktionalität von Windows Programmen unwichtig, würde ich weiterhin Android/iOS bevorzugen, da Windows in Sachen Tabletoptimierung und Appvielfalt (noch) nicht mithalten kann.

Artikelbild: (c) acer.de

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  • matrixcruiser

    Die Akkulaufzeit klingt gar nicht so schlecht. Besonders in Anbetracht der Leistung. Leider fehlen mir die Stifteingabe. Ich besitze nun bald 2 Jahre ein W500(c-50, ohne Stift) für den Unibetrieb und ich würde, zumindest für die Uni, kein Tablet ohne Stifteingabe mehr kaufen.

    Schöner Test. Besonders der letzte Satz trifft es gut als Fazit, denn wer die Vorzüge von Windows nicht braucht, der ist mit Arm und iOS/Andorid wirklich auf der sichereren Seite.

    • daniode

      Dann würde ich erstmal einen belastbaren Test abwarten. 40 Minuten nicht näher spzifiziertes Surfen und dann nach Anzeige hochrechnen taugt nix.

  • kryz

    im Oktober/November wollte ich es unbedingt haben, bin wie wild durch die Gegend gefahren, nirgends verfügbar, überall nur mit dem alten i3 Prozessor. Im Internet auch nicht bestellbar, immer wieder um 1 Woche verschoben worden, oder gleich ganz gecancelt.

    Jetzt da es da ist, kommt es natürlich viel zu spät, da in 2 Wochen ja schon in Barcelona die Nachfolger vorgestellt werden. Wäre es am 26. Oktober, dem früher mal genannten Veröffentlichungstermin gekommen, hätte es Windows 8 richtig pushen können und wäre bestimmt ein Hit geworden.

    So aber hat es, zusammen mit all den anderen Geräten die nicht erschienen sind, ganz erheblich zum grottigen Start von Windows 8 beigetragen. Meiner Meinung nach immer noch einer der größten Fehler, den Microsoft und Konsorten machen konnten.

    • Matthias

      Ja, das kenn ich auch.
      Erst heiß es direkt zu Windows 8 Start, dann Anfang November, Ende November, Dezember, …
      Als ich mich schon innerlich mit Mitte bis Ende Januar abgefunden habe, ist es überraschend dann noch in 2012, am 31.12 gekommen.

  • http://www.facebook.com/patrick.blumberg.1 Patrick Blumberg

    @Tobias: Gerade du als Student müsstest wissen wofür der MicroHDMI zu VGA Adapter ist :P In den meisten Unis (und Unternehmen!) gibt es nämlich nur VGA Beamer (&manchmal auch Bildschirme).

    Was Windows8 Apps angeht: Hattest du “nur deutschsprachige Apps” an? Wenn man das ausschaltet dürfte es einiges mehr an Auswahl geben.

    Interessanter (und definitiv die bessere Wahl) finde ich gegenüber dem Acer jedoch das Sony Vaio Duo. Hier würde ich mich auf einen Test eurerseits auch mal freuen, geht es doch meist etwas unter zwischen den anderen “Tablets”/Convertibles.

    • MGTobias

      Hi Patrick,
      wie im Post angemerkt bin ich nicht der Autor, sondern unser Gastblogger Matthias. Ich habe es als Gastblogger-Verantwortlichen “nur” in die Oeffentlichkeit getragen. :) Deshalb spiegelt manches nicht meine Erfahrungen wieder.

    • Matthias

      Hi, ich bin der Autor.
      Das Vaio Duo hatte ich auch überlegt da es wie andere Alternativen (ASUS Transformer Book, Samsung Smart PC Pro) besser als richtiges Notebook dient. Diese Tablets kosten aber leider einige hundert Euros mehr, was bei mir als (noch) Schüler nicht drin war.

  • http://www.facebook.com/people/Ulrich-K-Keuter/771119239 Ulrich K. Keuter

    Knappes aber gutes Review. Sind unter Windows 8 ausnahmlos alle älteren Windows Programme lauffähig und braucht es dazu wieder Kompatibilitäts Modi?
    Wie schätz du die Leistungsfähigkeit der Hd4000 in Bezug auf Spiele ein? Reicht das um zukünftige Kracher wie Crysis 3 in 1080p mit mittleren Einstellungen zu fahren?

    Und könntest bitte auch noch einen Geekbench machen und nachreichen? Danke

    • daniode

      Nein. “Ausnahmslos” und “ältere” schliessen das aus. HD4000 und “Kracher” sich auch.

    • Matthias

      Also wenn Fifa 13 in 1080p gerade mal auf Niedrig klappt, wird das wohl mit Crysis 3 nichts, zumindest nicht in 1080p auf Mittel.
      Könnte mir aber vorstellen dass es in 720p auf Niedrig gehen könnte.
      Wenn du richtige Gaming-Tauglichkeit willst, würde ich aber vom W700 genau so wie von allen anderen Ultrabooks ohne eigene Grafikkarte abraten.

      Was die Videoausgabe zu einem externen Bildschirm angeht, ist einer Erweiterung auch möglich.

      • http://www.facebook.com/people/Ulrich-K-Keuter/771119239 Ulrich K. Keuter

        Denke ich auch. Aber für 1000 Euro stelle ich mir dann doch lieber selbst einen PC zusammen, auf dem auch ein Crysis 4 noch gut aussehen wird. ;-)

        Was meinst du mit “eine Erweiterung ist auch möglich”? Kann ich hier den HDMI Ausgang als zweites oder erweitertes Display nutzen?

        • Matthias

          Also ein PC für 1000€ dürfte locker die 10-fache Leistung haben.
          Ist aber natürlich ein ganz anderes Gerät ;)

          Mit Erweiterung meine ich dass man den 2. Monitor als eine Erweiterung des 1. nutzen kann. Also einige Programme in dem Fenster, andere Programme im anderen Fenster.
          Duplizieren geht natürlich auch.

  • http://www.facebook.com/people/Ulrich-K-Keuter/771119239 Ulrich K. Keuter

    Es gibt wohl zwei i5 CPUs, wobei die Vers. 3337U noch etwas schneller ist…

    http://browser.primatelabs.com/geekbench2/search?page=1&q=iconia+w700

  • Frank Ingendahl

    Bluetooth Tastatur: Sieht schick aus und erinnert stark an Apple. (Mal sehen ob Acer dafür noch verklagt wird…)

    Ist Blödsinn, die Tastatur gibt es vom anderen Hersteller auch schon als Billig Variante über Amazon zu kaufen.

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