Der eBook-Reader PRS-T2 gehört sicherlich zu den interessantesten Alternativen zu Amazons Kindle-Geräten. Er besitzt ein 6″-E-Ink-Display (einfarbig, 800 x 600) mit Multi-Touch und 2 GB integrierten Flashspeicher. Sony verlangt für den Reader 139 €, aber er wird auch bei diversen Anbietern für weniger angeboten.
Über den Autor
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Lieferumfang
Reader PRS-T2: Der Reader macht einen gut verarbeiteten und hochwertigen Eindruck. Mit 164 g Gewicht lässt er sich auch lange in der Hand halten und ist damit für lange Lese-Sessions geeignet. Das Gehäuse ist aus Plastik gefertigt, welches aber sehr griffig ist und dennoch hochwertig wirkt. An der Verarbeitung lässt sich nichts bemängeln, die Knöpfe, mit denen sich das Gerät neben dem Touchscreen bedienen lässt, und der Power-Schalter lassen sich gut bedienen; nichts knarzt. Das Design ist auf Funktionalität ausgelegt und entsprechend unauffällig, aber dennoch sehr ansprechend. Am PRS-T2 findet man einen micro-USB-Anschluss, einen Resetknopf, einen Einsteckplatz für micro-SD-Karten und den Ein-/Ausschalter, der allerdings sehr ungünstig an der Unterseite des Geräts platziert ist. Weitere technische Infos gibt es hier: Sony PRS-T2 oder hier: Datenblatt.
Ladekabel: Als Ladekabel dient das micro-USB-Kabel, welches mit ca. 1,5 m für meine Verhältnisse recht kurz ist. Optional ist ein AC-Adapter für das deutsche Stromnetz erhältlich, welches ca. 2 m lang ist.
Stylus: Der Stylus ist ein Eingabestift für den Reader mit sehr guten Schreibeigenschaften. Für mich dient er vor allem dazu, den Touchscreen nicht zu sehr zu verdrecken und zur Eingabe über die Bildschirmtastatur, was sehr gut funktioniert.
Praxisbetrieb
Der Reader lässt sich durch einen längeren Druck auf den Ein-/Ausschalter starten. Beim Startvorgang nimmt er sich etwas Zeit, im Vergleich zu Tablets dauert es etwas länger. Danach findet man sich auf dem Homescreen wieder. Dieser zeigt das zuletzt gelesene Buch auf ca. 1/3 des Bildschirms an. Darunter befinden sich die vier zuletzt hinzugefügten Bücher, was ca. 7/15 des Bildschirms beansprucht. Der restliche Platz wird von vier Shortcuts genutzt, die zum Bücherregal, zum Reader Store, zu weiteren Shops wie z. B. ebook.de und zu weiteren Anwendungen des Geräts führen. Letztgenannter Shortcut führt dann zum Browser, zu den Einstellungen, den Alben (für Periodika, Notizen, handschriftlichen Aufzeichnungen mit dem Stylus, Text-Memos und Bilder), den Wörterbüchern und den Set-ups für die Facebook-Anwendung (z. B. teilen, welches Buch man gerade liest oder Zitate) und Evernote.
Der Datenaustausch mit dem PC erfolgt über das beiliegende Kabel (oder über den Browser via Clouddienst). Dazu kann man die mitgelieferte Software nutzen, dazu aber später mehr.
E-Books lassen sich auch via W-LAN von der Onleihe herunterladen, was vor allem bei Viellesern den Geldbeutel schont.
Das E-Ink-Display sorgt für ein scharfes und kontrastreiches Textbild, auch Bilder sehen dank der 16 Graustufen gut aus. Im Vergleich zu den Displays von Tablets, die oft spiegeln, besitzt der Reader gerätetypisch ein mattes Display, was das Lesen vor allem bei viel Licht erleichtert.
Der Bildschirm bringt aber den Nachteil von E-Ink-Displays mit sich: die fehlende Displaybeleuchtung. Im Freien und bei Tag stört das wenig, es liest sich wie auf Papier. Wer aber auch im Dunkeln oder in schwach beleuchteten Räumen lesen will, benötigt eine externe Lichtquelle (Leselicht, Case mit integrierter Lampe ect.). Hier zeigt sich ein deutlicher Vorteil der Geräte, die mit einem beleuchteten Bildschirm ausgestattet sind (z. B. Kindle Paperwhite).
Auch ist die Displayauflösung mit 800 x 600 nicht mehr auf dem neuesten Stand bei den Readern, der Paperwhite hat mehr, beim Lesen fällt die geringere Auflösung des Sony-Geräts aber nicht auf.
Der IR-Touchscreen reagiert auf Berührungen mit den Fingern oder dem Stylus fehlerfrei und recht schnell, nur bei großen Dokumenten dauert es wenige Sekunden, bis die Seite wechselt. Insgesamt ist die Bedienung aber flüssig, für große Hände empfiehlt es sich aber (besonders bei Tastatureingaben im Hochformat) den Stylus zu verwenden.
Neben dem Touchscreen besitzt der Reader 5 Hardwaretasten, die unterhalb des Displays angebracht sind. Mit diesen kann man vor- und zurückblättern, die Einstellungen aufrufen, zum Startbildschirm wechseln und eine “Zurück”-Taste ist auch dabei. Vor allem letztere ist im Browser sehr hilfreich, denn dort gibt es nur eine Eingabemaske für Internetadressen und eine Schaltfläche zum Aufrufen der Favoriten. Damit man den Reader optimal bedienen kann, ist eine kombinierte Nutzung von Tasten und Touchscreen sinnvoll, wer zusätzlich den Bildschirm fettfrei und sauber halten möchte, sollte den Stylus verwenden.
Insgesamt ist der Sony-Reader wohl auch auf eine kombinierte Nutzung ausgelegt, denn um von einem Buch zu den Bücherregalen zu gelangen, ist ein Druck auf die Home-Taste sowie ein darauffolgender Tipp auf die entsprechende Schaltfläche nötig
Von den integrierten 2 GB lassen sich 1,2 GB nutzen, der Speicherplatz ist aber erweiterbar um bis zu 32 GB, das reicht für jede Büchersammlung. Vorinstalliert findet man eine Gebrauchsanweisung sowie die Bücher Schlossblick, Opfertod und Apocalypsis 1.
Das Betriebssystem des Sony-Geräts ist eine modifizierte Android-Version. Wer sich auskennt, weiß, was das bedeutet: Der Reader lässt sich Rooten. Damit ist es möglich, Zugriff auf den Google PlayStore zu erhalten und auf dem Reader Apps zu installieren, beispielsweise die Kindle-App von Amazon. So können auch E-Books von Amazon geöffnet werden, womit einem dann wirklich alle populären Formate von E-Books zur Nutzung offen stehen.
Die unterstützten Formate findet ihr im Datenblatt, im Vergleich zum Vorgänger PRS-T1 fällt die fehlende mp3-Wiedergabe auf. Amazon-Formate lassen sich natürlich mit diesem Reader nicht betrachten, dafür steht einem die ganze Welt der Verlagsshops (z. B. Mayersche, Thalia etc.) sowie die Onleihe der Bibliotheken (besonders für Vielleser interessant) offen.
Die Akkulaufzeit wird von Sony mit zwei Monaten (WLAN deaktiviert) bzw. ungefähr sechs Wochen (WLAN aktiviert) angegeben. Letztere konnte im Test in etwa mit 4 Tagen Toleranz bestätigt werden, erstere ist etwas optimistisch geschätzt, im Test erreichte die Akkulaufzeit ohne aktiviertem WLAN ca 1,5 Monate, je nach Nutzungsintensität.
Auffällig: Während der kalten Tage habe ich den Reader öfter im Rucksack mitgenommen. Überraschend war, dass die Laufzeit des Akkus plötzlich um einiges geringer war als bei der Nutzung in Räumen bei Zimmertemperatur. Die Ladezeit beträgt am PC ca. 3 h. Mit dem optionalen Ladekabel verkürzt sich diese auf ca. 2 h. Diese Herstellerangaben konnten im Test ungefähr bestätigt werden.
Die mitgelieferte Software reicht für die meisten Anwender. Sie gewährleistet die Synchronisation des Readers mit dem PC und verrichtet die Arbeit, die sie tun soll: den Reader mit Dateien bestücken. Negativ fällt hingegen auf, dass die Einstellungen sehr spartanisch sind und bei mir die Autosynchronisation immer beim Verbinden des Readers mit dem PC gestartet ist. So landeten auch Dokumente auf dem Reader, die ich eigentlich nur auf dem PC haben wollte.
Danach bin ich auf Calibre umgestiegen. Dies hat den Komfort deutlich erhöht.
Fazit
Der Sony Reader PRS-T2 ist ein guter 6″-Reader, mit dem E-Reading Spaß macht. Wer sich nicht an Amazon binden will, findet hier eine gute Alternative zu den Kindle-Geräten. Die mitgelieferte Software ist allerdings recht umständlich und bietet nicht viele Möglichkeiten, hier sollte man besser auf Calibre umsteigen.
Preis- / Leistungsverhältnis
Positiv für den Preis ist die Ausstattung des Readers und die Möglichkeit, handschriftliche Notizen anzulegen. Dazu kommen die große Mobilität durch das geringe Gewicht, was sich besonders bei langer Nutzung positiv bemerkbar macht.
Die fehlende Displaybeleuchtung (wie beim Paperwhite oder vergleichbaren Geräten der aktuellen Reader-Generation) ist für den aktuellen Preis allerdings nicht gerechtfertigt.
Allerdings gibt es den Reader wie eingangs erwähnt bei einigen Anbietern zu günstigen Aktionspreisen, oft im Paket mit weiteren Büchern.
Alternativen
Die einzige echte Alternative hinsichtlich Verarbeitung und Ausstattung ist der aktuelle Kindle Touch oder der Paperwhite, der schon ein beleuchtetes Display bietet. Der Nachteil ist hierbei allerdings, dass man sich fest an das Amazon-Ökosystem bindet und keine Bücher aus anderen Shops oder der Onleihe beziehen kann. Sicher gibt es noch andere gute Reader, aber der Vergleich mit den Kindle-Geräten ist naheliegend, da Amazon in diesem Markt der Hauptkonkurrent ist.
Dies ist mein 1. Reader und ich habe den Kauf nicht bereut, wer also keine Bindung an Amazon möchte, sollte hier mal einen Blick draufwerfen. Gegen das Sony-Gerät spricht vor allem, dass er sich nicht auf dem Stand der Dinge bezüglich Displaybeleuchtung und -auflösung befindet, was in meinen Augen aber keinen großen Mangel darstellt.
Tipp: Beim Schutz des Readers und zum Ausgleich der fehlenden Beleuchtung hat sich der Einsatz einer Hülle mit integrierter Leselampe bewährt.
Allen begeisterten Buchlesern, sei es im Urlaub oder zwischendurch, kann ich den Kauf eines Readers nur empfehlen.Welches Modell es dann sein soll, müsst ihr anhand eurer persönlichen Vorlieben entscheiden.
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