Bisher nur in Indien ist das von der Intel-Plattform Medfield angetriebene Xolo X900 erhältlich, bei AnandTech zeigt ein ausführlicher Test mit vielen Hintergrundinfos aber, was das Gerät kann. Die technischen Daten klingen erstmal nicht spektakulär: 4″ Touchscreen mit 1024×600 Pixeln, 8 und 1.3MP Kameras, HDMI, 1GB RAM, 16GB Speicher, die üblichen Funkstandards bis HSDPA+ und Android 2.3 – ein Upgrade auf Android 4.0 soll es „bald“ geben. Interessant ist vor allem der Prozessor – ein Intel Atom Z2460 mit 1.6GHz, Single-Core mit Hyperthreading – und die Frage, wie sich das damit x86-angetriebene Gerät im Vergleich zur Konkurrenz mit ARM-basierten Prozessoren in Sachen Performance und Akkulaufzeit schlägt.

Lava XOLO X900 Smartphone Intel Inside 550x432 Erster Test: Xolo X900 mit Intel Medfield Innenleben

Das Xolo X900 übernimmt weitgehend das Referenzdesign von Intel und orientiert sich in einigen Punkten eher am iPhone als an der Android-Konkurrenz: Der Akku ist fest eingebaut und es ist auch keine Speichererweiterung per microSD vorgesehen. Das ist durchaus überraschend, schließlich sind das zwei der am häufigsten geäußerten Kritikpunkte am iPhone.

Der Test liefert auch wirklich ausführliche technische Hintergrundinformationen zu Medfield und der Art, wie für ARM-Prozessoren geschriebene Apps auf der Medfield-Plattform ausgeführt werden – durchaus interessant, wenn auch im Alltagsgebrauch eher uninteressant. Hier stellt sich nur die Frage, ob die bisherigen Apps laufen und nicht wie das funktioniert. Die Antwort darauf ist ein „fast alles“. Im Test liessen sich Flash 11 und Netflix nicht zur Mitarbeit bewegen. Flash läuft aber trotzdem auf dem X900, wenn auch derzeit nur in der mitgelieferten Version 10.3.

Die Performance kann sich durchaus sehen lassen, für den Test wurden etliche Benchmarks bemüht, bei denen das X900 zwar nicht immer an der Spitze liegt (wie bei SunSpider Benchmark mit 1279.4ms klar vor dem zweiplatzierten HTC One X mit 1784.9ms), aber doch gut dabei ist. Logischerweise fällt das Xolo-Gerät zurück, wenn es um die Nutzung mehrerer Prozessor-Cores geht – auch mit Hyperthreading ist ein Single-Core-Prozessor hier den Kandidaten mit zwei oder vier Cores unterlegen. Bei der Akku-Laufzeit liegt das X900 im Mittelfeld, ohne Ausreisser nach oben oder unten bei einzelnen Tests: 8,5 Stunden lässt es sich mit dem Gerät telefonieren und zwischen 4,6 (3G) und knapp 7 Stunden (WiFi) im Netz surfen.

Der erste Test zeigt auf jeden Fall, dass Intels Medfield Plattform Geräte ermöglicht, die ohne weiteres mit der Konkurrenz mithalten können. Ob es auch „Intel inside“-Smartphones geben wird, die sich deutlich vom Mitbewerb abheben wird an den Geräteherstellern liegen, von Lenovo und Motorola sind Medfield-Smartphones angekündigt – und mit Sicherheit dürfen wir bald wieder das Gerücht erwarten, dass Apple auch bei iPhones und iPads auf die Intel-Plattform wechseln würde. Mit Medfield wäre das zumindest nicht mehr vollkommen abwegig.

Quelle: AnandTech via intomobile

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