Ein weiterer Kandidat in unserer Reihe “Es muss nicht immer Windows sein” ist die Distribution ArchBang. Im Gegensatz zu den grafisch sehr ansprechenden Bodhi Linux aus dem letzten Post, setzt dieses schlanke Linux auf noch mehr Minimalismus – die perfekte Arbeitsmaschine?

Es muss nicht immer Windows sein – Archbang

ArchBang setzt wie es der Name vermuten laesst auf Arch Linux. Dem neuen Stern am Linux Himmel fuer jedem, dem Ubuntu zu Mainstream oder zu simpel ist.

Als Desktop kommt das sehr minimal gehaltene OpenBox zum Einsatz. Hierbei verabschiedet man sich vom Konzept des reinen Desktops als Arbeitsflaeche wie man es aus Windows gewoehnt ist. Desktopicons oder ein Startmenue gibt es nicht. Mittels einem Rechtsklick auf eine freie Flaeche oeffnet sich das Kontextmenue wo ihr eure Programme dann wie gewohnt starten koennt.

Fakten

Min. Prozessor 333 Mhz
Mind. Arbeitsspeicher 128MB (inkl. Grafik)
Mind. Festplattenspeicher 2.0 GB
Basiert auf Arch Linux
Standard Desktop OpenBox
LiveCD verfügbar ja
ARM faehig ja (archlinuxarm.org)

Screenshots

Wie man auf dem Screenshot sieht, setzt OpenBox sehr stark auf Tastaturkuerzel. So wichtig, dass sie sogar zum Start auf der rechten Seite des Bildschirms eingeblendet werden.

Startet man nach den ersten Tests ob einem das System gefaellt den Installationsprozess von der LiveCD, so sieht man gleich, dass es sich diese Distribution nicht unbedingt an Linuxneulinge richtet. Ihr werdet mit einer textbasierten Routine konfrontiert wo ihr euer System genau so installieren koennt wir ihr es moechtet. Hierbei koennt ihr sogar als Dateisystem ein xfs oder das mörderisch gute ReiserFS verwenden. Dies Ganze dauert nur wenige Minuten – kein Vergleich zu anderen Betriebssystemen.

Wie ihr auch am Systemmonitor sehen koennt, verbraucht die installierte Distribution nahezu keine Ressourcen. Durch den sehr schlanken und simplen Desktop, habt ihr auch genuegend Arbeitsflaeche auf kleinen Monitoren oder Aufloesungen.

Somit scheint diese Distribution die perfekte Arbeitsmaschine zu sein. Viel Platz, viel Geschwindigkeit und nichts was das Auge stoeren koennte.

Was meint ihr?

Ist die Distribution wirklich nur was fuer Koenner? Koenntet ihr mit einem so simplen Desktop zurecht kommen?

Wer mehr wissen moechte

Dem sei das offizielle Arch Wiki oder Forum empfohlen, sowie ein Interview in Audiofassung von der Froscon 2008 auf RadioTux.

Aus der Mobile Geeks Community

In den Kommentaren zu diesem Beitrag, wurde ich auf etliches wissenswerte hingewiesen, dies moechte ich euch natuerlich nicht vorenthalten.

  1. Einsteiger-freundlichere Variante: CrunchBang Linux, basiert auf Debian
  2. Arch Linux ist ein Rolling Release – immer aktuelle Softwarepaketversionen ohne feste Releasezyklen wie Ubuntu oder Windows.

Danke an die MG Community, ihr seid spitze!

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16 Gedanken zu “Es muss nicht immer Windows sein – Archbang

  1. Netter Beitrag! Vielleicht sollte an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass es sich bei Arch um eine Rolling Release Distribution handelt, sprich die Applikationen und die gesamte Distribution immer aktuallisiert wird und man nicht alle 6 Monate ein Upgrade machen muss. Weiterhin sollte hier noch erwähnt werden, dass Arch auch einen Ableger für Server hat und es mit Chakra auch einen Ableger mit KDE-Oberfläche gibt. Letzterer basiert mittlerweile jedoch auf einem eigenen Paketsystem. Die Servervariante hat auch längere Support-Zyklen. (glaube ich :) )

    • Jap – wollte den Beitrag allerdings nicht mit “Fachwörtern” anfüllen. Wer sich dafuer interessiert, der weiss dies hoffentlich.

      Das funktionierende “Rolling Release” ist fuer mich einer der groessten Vorteile von Arch. Als negativ Beispiel sehe ich hier immer Sabayon.

      • Lustig. So macht jeder seine Erfahrungen. ich muss sagen, dass Sabayon bei mir immer nen bissel besser lief, da der Wartungsaufwand nicht ganz so groß ist. Welche Version von Sabayon hattest du denn getestet? Alternative wäre noch openSuse, die haben auch ein Rolling Release Repository. Das größte Problem das ich eigentlich bis jetzt immer hatte war der X-Server und die Grafiktreiber. Wenn die Leute da net aufpassen wars das. ^^ Natürlich finde ich es gut das du den Artikel nicht mit Fchbegriffen zu geschüttet hast. Ich finde ihn gut und möchte auch noch mein Lob an dich aussprechen!

  2. Freut mich, dass ich hier so etwas lese – schöner Artikel!
    Ich benutze im Prinzip auch Archbang… Habe zwar archlinux installiert, verwende aber Openbox, von daher St da nicht viel unterschied.

    Was denke ich auch erwähnenswert ist, ist die s.g. Distribution “Crunchbang”. Diese setzt zwar auf Debian auf, ist aber gerade für Leute, die nicht ganz so tief und komplex in die Materie einsteigen wollen, interessant. Denn Crunchbang bietet einen vollständigen Installationsführer, verwendet ebenfalls Openbox und bringt auf Grund von Debian den gleichen Paketmanager wie Ubuntu und dessen Abkömmlingen mit.

    • Hi,
      dankeschoen fuer dein Lob. :)
      Crunchbang ist mir ein Begriff und ich haette es fast anstatt ArchBang genommen. Allerdings wusste ich nicht ganz genau wie es sich um die Aktualitaet bei debianbasierten Systemen handelt.

  3. Wirklich fein hier mein geliebtes Archbang zu sehen, deswegen noch einige Tipps und Hinweise für alle Interessierten:
    - Das Rolling Release ist toll, ihr seid immer auf dem aktuellsten Stand was die Software angeht. Stellt euch aber darauf ein, das das Arch-Homepage euer bester Freund sein sollte, denn proprietäre Grafiktreiber oder größere Systemänderungen bedeuten Handarbeit in der Konsole.
    - pacman und packer sind eure besten Freunde, solange ihr nicht übermütig werdet.
    - Das System ist immer nur so schnell und leicht wie seine Programme, unter https://wiki.archlinux.org/index.php/List_of_Applications findet sich aber für alles etwas Leichtgewichtiges.

    Insgesamt ist Arch für mich das erste Linux bei dem ich richtig hängen geblieben bin. Das Wiki ist toll, Änderungen am System werden immer gut auf der Homepage dokumentiert und ich habe schon Kernel 3.6.2 mit Xorg 1.13 auf dem Rechner.
    Meinen Eltern würde ich es aber nicht auf dem Surfpc installieren, da man schon wissen sollte was man tut :)

    • Es duerfte sogar so im 10k Bereich liegen ;). Jedoch ist sie ja quasi ein fertiges Arch mit OpenBox.

      Du meinst, dass es zu viele gibt und somit eher Quantitaet ueber Qualitaet?

      • Viele mögen diese Vielfalt als Vorteil sehen, mich stört diese Fragmentierung aber gewaltig und ist auch der Grund kein Linux produktiv zu nutzen. Wer sich etwas tiefer mit der Materie beschäftigt und nicht nur den Paketmanager von den großen Distributionen verwendet, der kann vielleicht nachvollziehen was ich meine. Ich habe z.B. ein Programm das es für Mint nicht fertig kompiliert gibt. Unter Mint gibt es dann beispielsweise nur den gcc 4.3.1, aber das Programm kompiliert nur unter dem gcc 3.4.2. Dann gibt es auch noch das Problem daß das Programm z.B. gerne die ziplib der Version 1.2 hätte, aber es nur die Version 1.5 gibt, in der irgendwelche Funktionen nicht mehr vorhanden sind oder mit anderen Parametern aufgerufen werden. Den Source von ziplib 1.2 gibt es zwar auch noch, aber der kompiliert nur mit gcc 3.3.2…. Feierabend.
        Wenn ich nur Surfen, Email und vielleicht noch ein wenig Openoffice nutzen möchte, dann könnte ich mit z.B. Mint anfreunden oder würde auch mal die Top 2 von Distrowatch “Mageia” ausprobieren.

        • Das Beispiel das du aufführst würde ich aber nicht der Anzahl der Distributionen zuschreiben. Ein Programm das einen 8 Jahre alten Kompiler benötigt, würde ich mal als “tot” gezeichnen. Und tote Softwareprojekte gibt es sicher wie Sand am Meer.

          Mit ziplib gibst du mir aber ein Rätsel auf, Google spuckt mir nur .NET und Visual Basic Libs aus. Für Linux kenne ich nur die zziplib, die mit Version 0.13 nicht wirklich in das Versionsschema passt.

          • Das war nur ein “Beispiel”. Beim nächsten Mal starte ich natürlich eine wasserdichte Recherche bzgl. libnames und gcc-versionen ;-). Am Problem ändert das aber nichts und das wollte ich mit meinem Kommentar oben darstellen.

          • Schade, du hattest schon meinen Ehrgeiz geweckt. GCC 3,4 gibt es bei Arch zumindest im AUR :)

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