Es muss nicht immer Windows sein. Vor allem nicht, wenn es sich um alte und dadurch schwachbrüstige Hardware von in die Jahre gekommenen Netbooks handelt. Ich versuche euch in dieser Blogpost Reihe alternative Betriebssysteme aufzuzeigen welche allemal ein Blick wert sind. Heute: Bodhi Linux.

Es muss nicht immer Windows sein – Bodhi Linux

Darum Linux

Viele Aufgaben welche man heutzutage abarbeitet, lassen sich wunderbar im Browser erledigen. Seien es Briefe in Google Docs, Evernote Notizen oder die Musiksammlung via Spotify. Hierdurch entfällt immer mehr der Zwang, ein System aus Redmond zu nutzen. Deswegen: Hauptsache der Browser läuft!

Somit lassen sich eventuelle Lizenzkosten einsparen. Vor allem dann, wenn es für die sehr stark beschnittenen aber doch sehr schwergewichtigen Windows Versionen keinen Support oder Service Packs mehr erhältlich sind.

Natürlich auch deswegen, weil man sich mit einem Linux ein System mit allen Wünschen die man so hat, auf den eigenen Rechner schneidern lassen kann. Dies ist ja heutzutage mit Android schon fast obligatorisch geworden.

Was ist Bodhi Linux

Bodhi Linux ist eine schlanke, auf Ubuntu-basierende Linux Distribution welche unkonventionelle Wege in Bezug auf Anpassbarkeit oder Minimalismus geht.

Auf der offiziellen Homepage der Distribution wird es wie folgt beschrieben:

Bodhi Linux is a Linux Distribution leveraging the fast, customizable, and beautiful Enlightenment Desktop. Enlightenment coupled with a minimal set of utilities such as a browser, text editor, and package management tools form the solid foundation of Bodhi Linux.

Schon bei der Installation könnt ihr eine Vielzahl von Designs auswählen. Je nach dem Einsatzzweck stehen auch bereits vorgefertigte Desktops zur Auswahl. Hierbei wird auch auf Rechner mit kleinen Displays und wenig Rechenleistung Acht gegeben. Perfekt für eure ersten Netbooks vom Schlage eines eeePC 701 und Co. Natürlich könnt ihr es auch  komplett nach euren Vorlieben gestalten.

Da für diese alten Geräte auch moderne und schwere Browser wie Chrome oder Firefox zu schwer wären, liefert euch Bodhi Linux den schlanken aber vollfunktionsfähigen Midori Browser direkt frei Haus mit.

Ansonsten stehen euch einige leichtgewichtige Programme zur Bewältigung von alltäglichen Aufgaben zur Verfügung. Wenn ihr andere Applikationen wollt, kein Problem, ihr habt die ganzen Ubuntu Software Repositories zur Verfügung.

Fakten

Min. Prozessor 300 Mhz
Mind. Arbeitsspeicher 128MB (inkl. Grafik)
Mind. Festplattenspeicher 2.5 GB
Basiert auf Ubuntu
Standard Desktop Enlightment 17
LiveCD verfügbar ja

Screenshots

Screenshots stammen aus einer VirtualBox mit einer Bildschirmdiagonale von circa 1024 auf 800 und 256 Megabyte flüchtigen Speicher.

Mehr Informationen

Wer vor allem mehr über diesen kleinen aber feinen Desktop wissen möchte, dem empfehle ich das Video Review in der Folge “#126 E17 Spezial” vom Techview Podcast.

Was denkt ihr?

Sind alternative Betriebssysteme ein Grund, alte Hardware zu behalten oder seht ihr noch Nachholbedarf in manchen Feldern bis sich auf mobilen Geräten freie Systeme durchsetzen können?

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  • http://twitter.com/Mainboarder Dr.plag. Mainboarder

    Ich finds schick. Hoffentlich läuft es auf ARM Architektur, dann wird es sicher auch mal der Raspberry Pi zu Gesicht bekommen!
    Danke!

  • Obi-Wahn

    Linux ist für Laptops und Netbooks bestimmt eine gute Möglichkeit die “Verwendungszeit” noch ein bisschen zu Verlängern, vor allem wenn man etwas Aktuelleres haben will als Windows XP.
    Ein Problem ist allerdings immer noch, dass man immer ein bisschen Glücksspiel betreibt. Man weiß nie zu 100% wie gut diese oder jene Distribution auf diesem oder jenem Laptop läuft. Wobei man bei älteren Modellen oft mehr Glück hat als bei brandneuen Geräten. Ein bisschen Abenteuerlust muss man also schon mitbringen, … nicht zu vergessen die Leidensfähigkeit, wenn es mal wieder nicht klappt. :D Nachholbedarf gibt’s bei Linux und Laptops immer, vor allem bei der Hardware-Unterstützung.
    Ich bin gespannt, was sich noch auf dem Gebiet der Tablets und Smartphones ergibt.

    • MGTobias

      Da geb ich dir Recht. Auf neuen Geraeten hat an oft mehr Nach- als Vorteile. Allerdings wie schon gesagt, auf alten Geraeten hat man diese Probleme nicht.

      Danke fuer deinen Kommentar!

  • http://twitter.com/JasminNicoletta Jasmin Goldmann

    Bin ein Fan von Open Souce und freien Systemen!

    Nutze ein schmales LXDE Linux (Lubuntu) auf einen neueren und nicht ganz so schwachen TkinkPad (i5, 8 GB) und für ältere Notebooks ist Bodhi sehr zu empfehlen, zumal es noch relativ chic ist.

    Aber Spotify im Browser ist noch eher Zukunftsmusik ;)

    Danke für den Beitrag und ich freue mich auf die Reihe.

    • Matthias Ziemann

      Unter http://www.spotify.com/de/download/previews/ findest du schon ein Spotify für Debian/Ubuntu. Ausprobiert hab ich das noch nicht, aber wenn du dich als Versuchskaninchen anbieten willst…. :)

      • http://twitter.com/JasminNicoletta Jasmin Goldmann

        Spotify unter Ubuntu 12.04 via PPA läuft zuverlässig und seit ein paar Wochen stabil bei mir, danke Matthias. Ging nur um Spotify Musiksammlung “im Browser”, aber das wird auch noch kommen.

  • miralupa

    Ich sehe das ähnlich wie Obi-Wahn.
    Vor allem bei der wirklich wichtigen Unterstützung der Stromsparfunktionen der Hardware liegt es oft im Argen und ein auf Dauer funktionierendes S3 ist meistens auch eher die Ausnahme.
    Ich habe übrigens über Jahre auf meinem Laptop nur Arch Linux benutzt und benutze es auch jetzt auf meinem Desktop (für mobile Sachen reichen mir im Moment mein Samsung Note und ein Tablet).
    Nun aber zu meinen Fragen: bedeutet Ubuntu als Basis nicht, daß Bodhi Linux dann doch nicht so leicht ist? Bei Ubuntu laufen doch allerhand Dienste nach der Grund-Installation, Arch ist da wirklich minimal und man kann fast alles abstellen bzw. startet es gar nicht. Ich wollte aber jetzt nicht (nur :) ) Werbung für Arch machen, sondern mich schlau machen, ob es eventuell auf einem Samsung N210 Netbook laufen würde. Arch macht da Probleme mit S3 und eine etwas bequemere Administration eines Ubuntu basierten Systems wäre auch nicht daneben.

    • Matthias Ziemann

      Auch für Ubuntu gibt es die minimale Installation – https://help.ubuntu.com/community/Installation/MinimalCD
      Wenn du damit durch bist, dann hast du die Konsole der Base-Installation und du musst dir überlegen, welchen Desktop du haben willst. Die Leichtigkeit verschwindet dann mit Gnome oder KDE.
      Nutze hier auch Arch auf dem Desktop, aber zum Glück lief der S3 ohne viel machen zu müssen.
      Als Insidertipp will ich hier mal auf http://crunchbanglinux.org/ verweisen, basiert auf Debian testing und ist ein kleines schnelles Biest #!

      • miralupa

        Hab gestern noch ein bißchen rumgesurft und bin dann irgendwie :) auf Linux Mint Debian gestossen, Debian und rolling release klangen gut und habs dann heute installiert und es läuft bis jetzt alles! (sogar Helligkeits-Regelung des Bildschirms und S3) auf Anhieb, und fix ist das System auch. Muss natürlich noch mehr testen…

    • MGTobias

      Wie Matthias schon meinte. Bodhi Linux wird auf einem sehr minimalen Ubuntu basieren. Bzw., es ist wirklich leichtfuessig, also muessen die Jungs und Maedls es irgendwie geschafft haben. :)

  • C4C3

    Ich nutze Ubuntu auf meinem Chromebook das ich in Ebäh für schmales Geld geschossen habe und muss sagen super Sache sogar unser ERP System läuft einwandfrei und das mit 8 h Akkulaufzeit. Ubuntu läuft absolut flüssig und problemlos Auf meinem anderen Rechner läuft Linux Mint und ja auch WIN7

    In den letzten zwei Jahren hat sich hier extrem viel getan und im normalen Gebrauch wird keine Console mehr benötigt. Ich kann jedem nur empfehlen Linux wieder einmal zu testen.

    • MGTobias

      Genau. Mit den ganzen Live CDs muss es nicht einmal installiert sein um einmal die Basic zu testen. :)

  • Cornel

    Wenn ich auf ein System Linux installiere, dann kommt bei mir nur Fedora in Frage.
    Dieses läuft parallel zum Win8.

    • MGTobias

      Kann man fragen, was dir Fedora bietet was andere Distros nicht können? Das Bleeding Edge?

  • http://wishu-blog.net Wishu Kaiser

    Selten ein so hässliches UI gesehen.

    • MGTobias

      Man kann sie auch nach den eigenen Beduerfnissen anpassen. :)

  • ausweichschraube

    Ich nutze ein Ubuntu Maverick auf meinem MSI Wind U110 Netbook und muss zugeben, dass es mich bisher doch sehr viel Zeit geraubt hat. Zum einen, weil der GMA500 Chipsatz nicht so wirklich gut unterstütz wird und nicht wirklich alles so flüssig läuft, wie mit WinXP. Klar, ist vieles ne Einstellungssache. Für mich als Linux-Einsteiger jedoch auch vor allem ne Zeitfrage! Gut, dass man im Ubuntu-Wiki sich vieles anlesen kann. Trotzdem konnte ich so schnell nicht rausfinden, warum ich beim testen von Ubuntu 12.4 keine Oberfläche aufm Bildschirm sehen konnte …
    Sprich: Live-CD’s, Community und Open-Source alles super. Oft aber auch ne Bastelsache.
    @MGTobias:disqus: Gut, dass hier auf Mobielgeeks auch mal wieder ein Tipp zu Netbooks kommt! Schließlich weiß der ältere Leser ja, wo die Stammcrew herkommt (NBN).
    Nur weil ein Netbook/ PC älter ist, heißt es noch lange nicht, dass er für die täglichen Basics (surfen, mailen, chatten) nicht mehr ausreichen soll…
    Weiter so!
    Werd’ mir Bodhi auch mal anschauen! ;-)

  • http://twitter.com/belafleck belafleck

    Vorweg: Ich nutze selber Ubuntu 12.10!

    Bodhi ist einfach dermaßen hässlich. Da ist einfach mehr drin. Deswegen bin ich auch weniger skeptisch als viele Linux-User, dass sich Firmen wie Canonical in der Linuxentwicklung betätigen. Vielfach wird ja das Argument hervorgebracht, dass diese keine Code zum Kernel beitragen aber von diesem profitieren. Das mag sein. Aber dafür tragen sie etwas bei, was von viel größerer Bedeutung ist: Eine vernünftige UI. Also versucht Ubuntu mit Unity. Insbesondere, wenn ihr von OS X kommt werdet ihr euch schnell zu Hause fühlen!

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